Testbericht Tamron 18 – 400 mm an Canon EOS 70D

Um es gleich vorweg zu sagen:
Ich habe das Objektiv nicht bereitgestellt oder geschenkt bekommen. Ich habe es mir beim Tamron-Verleih ausgeliehen, um es im Rahmen des Workshops bei der Viehscheid zu testen. In diesem Bericht gebe ich nur meine eigene, von außen unbeeinflusste Meinung wider.

Zur Zeit gibt es im Verleih eine Aktion bei der ausgewählte Objektive in der ersten Woche umsonst ausgeliehen werden können.  Das 18 – 400 mm war auch dabei, so dass ich nur die zweite Woche, in der ich auf dem Viehscheid war, bezahlen musste.
(Foto von Tamron)

Begonnen habe ich den Test natürlich gleich nach Erhalt der Linse. Auf einem Spaziergang mit unserem Hund habe ich den Zoombereich und den Autofokus ausgiebig angetestet. Auf den ersten Blick war ich von der Vergrößerungsleistung des doch recht handlichen Objektivs mehr als überrascht.

Ich konnte problemlos eine ca. 600 mt entfernte Baumgruppe anvisieren und brauchbar scharf ablichten.

Spaß machen sollte es natürlich auch beim Einsatz im familiären Bereich, etwa beim Sport der Kinder, oder, wie bei uns, beim Spiel mit dem Hund. Die Nachführung des Autofokus kommt hier leider schnell an seine Grenzen wenn der Hund sich schnell auf einen zu bewegt. Ob das jetzt allein am Objektiv liegt oder u. U. die Kamera hier nicht mehr mitkommt, kann ich nicht beantworten; jedoch war das Scharfstellen im Endbereich zwischen 300 und 400 mm oftmals sehr langwierig.

Am meisten Respekt hatte ich davor, ob die Bilder bei maximaler Vergrößerung auch noch ausreichend scharf sein würden. Hier legt sich jedoch der Bildstabilisator wirklich voll ins Zeug. Alle Bilder wurde aus der Hand ausreichend scharf, so dass sich die Linse gut für nicht all zu schnelle sportliche Aktivitäten eignet. Selbst ein vorbeifliegender Helikopter war gut zu fotografieren.

Die Randabschattung (Vignettierung) lag im erträglichen Bereich und konnte in Lightroom über die automatische Korrektur bequem behoben werden.
Ich habe jetzt die Schärfe nicht bis in den allerletzten Bildwinkel verfolgt und beurteilt – subjektiv würde ich sagen, dass alle Bilder ausreichend scharf sind. Man wird die Linse ja vielleicht als „Immer-Drauf“ mit in den Urlaub nehmen – anspruchsvolle Bilder werden sicherlich mit einem „besseren“ Glas gemacht werden.

Praktischer Weise kann das Ausfahren des Objektivs während des Transports an der Kamera über einen Schalter oben an der Linse verhindert werden. Zum Lieferumfang gehört auch direkt eine Sonnenblende was nicht bei allen Objektiven der Fall ist. Das Handling war trotz der Länge und des Gewichtes von ca. 715 g gut. Man kann mit dem Objektiv durchaus den ganzen Tag auf Pirsch gehen und gute Fotos machen.
(Foto von Tamron)

Der Service bei Tamron mit dem Ausleihen und Zurückschicken hat ebenfalls problemlos funktioniert. Der Versand und die Rücksendung werden pauschal mit einer einmaligen Gebühr in Höhe von 19,- € verrechnet. Die wöchentliche Miete beträgt z. Zt. 37,- €. Die Anschaffung eines solchen Objektivs für eine Canon APS-C-Kamera würde mit ca. 620,- € zu Buche schlagen.

Ich habe das Objektiv dann guten Gewissens wieder zurückgeschickt. Für meine hauptsächlichen Fotoprojekte werde ich es mir nicht extra anschaffen, für Veranstaltungen, wie z. B. der Viehscheid oder im Urlaub, wenn nur ein Objektiv ins Gepäck passt, ist es ein wirklich guter Helfer. Es hat mir doch jeglichen Objektivwechsel während der Veranstaltung erspart. Für die weite Spanne des Zoombereichs macht es wirklich erstaunlich gute Bilder.

Ich hoffe, ich konnte ein paar hilfreiche Tipps geben, sollte sich jemand mit dem Gedanken tragen,  sich ein Ultrazoom-Objektiv zuzulegen.
Für all Eure Projekte wünsche ich Euch natürlich allzeit gutes Licht!

Werner Kutter

Tipps und Tricks für die Urlaubs- und Reisefotografie – Teil 1


Rechtzeitig zur Hauptreisezeit möchte ich Euch ein paar Anregungen geben, damit die nächsten Urlaubsbilder garantiert der Hammer werden.
Schluss mit Knipsen!
Jetzt wird fotografiert!
Und zwar ernsthaft!
Das das trotzdem Spaß macht möchte ich nicht unerwähnt lassen. Wenn ihr den Daheimgebliebenen Eure Bilder zeigt, werden die vor Neid erblassen. Deshalb habe ich Tipps zusammengestellt, die mit Sicherheit bessere Bilder als Ergebnis zur Folge haben werden.
Bei den folgenden Tipps kommt es natürlich immer auf die persönlichen Bedürfnisse an. Einen Kamerarucksack hat denke ich jeder, der mit mehr als einer Kamera und einer Linse in Urlaub fährt und bedarf keiner zusätzlichen Erwähnung. Keiner muss alles, was ich beschreibe unbedingt haben – man kann auch mit weniger Ausrüstung losziehen…

Tipp 1: Nie mehr ohne Stativ!
Ich habe mein Stativ jahrelang mit in den Urlaub genommen und dann im Kofferraum liegen lassen und seltenst benutzt. Heute muss ich leider sagen, dass dies der größte Fehler war, den ich je gemacht habe und nur der eigenen Faulheit geschuldet ist.
Überwindet den inneren Schweinehund und nehmt das Stativ mit – und zwar mit an den Ort, an dem ihr tolle Bilder machen wollt. Jeder, der ernsthaft bessere Bilder machen möchte sollte als erstes in ein stabiles Stativ investieren. Die Bilder werden ganz einfach viel schärfer, als aus der Hand geschossen, und das nicht erst bei Langzeitbelichtungen!
Hier ein Bild aus der Hand. Mit allem, was die Kamera an Bildstabilisierung her gibt; in der Vergrößerung fehlt trotzdem der letzte Tick an schärfe:
Der selbe Ausschnitt – diesmal auf einem Stativ, ohne Stabilisator im Objektiv, dafür mit Spiegelvorauslösung:

Wie die beiden Bilder anschaulich zeigen ist für die bestmögliche Schärfe immer ein Stativ notwendig. Bilder aus der Hand werden akzeptabel scharf und reichen für Hin-und-Mit-Schnappschüsse aus. Wer qualitativ mehr will kommt am Stativ nicht vorbei.

Bei der Auswahl des Stativ gibt es 2 Kategorien: leichte, aber teure und günstige aber schwerere Stative. Und bitte hier nicht am falschen Fleck sparen. So um die 100 € müssen für Qualitätsstative als Minimum angesetzt werden.
Wer Gewicht sparen und ein bisschen mehr Geld investieren möchte, dem würde ich als Einsteigermodell das Rollei C5i Carbon – Stativ mit 3D Kugelkopf, drehbarer Mittelsäule, integrierten Spikes, rutschfestem Schaumstoffgriff, Umbau zum Einbeinstativ möglich – Schwarz (Affiliate-Link) empfehlen. Es ist relativ frisch auf dem Markt und hat vom Start weg gute Kritiken erhalten.
Ich selbst bin mit dem Vanguard Alta+ 263AGH Aluminiumstativ (2 Auszüge, Belastbarkeit bis 5kg, max. Höhe 164 cm) mit Pistolengriff GH-100 (Affiliate-Link) sehr zufrieden. Für meine Zwecke taugt es und mit dem Gewicht habe ich keine Probleme so dass ich mir bisher noch kein Carbon-Modell angeschafft habe.
Idealerweise ergänzt dann noch ein Fernauslöser für die Kamera die Bemühungen ein möglichst scharfes Bild zu schießen.

Tipp 2: Die richtige Objektivwahl
Es ist wichtiger ein gutes Objektiv an einer einfachen Kamera zu haben, als umgekehrt. Mit der teuersten Kamera werden keine super klaren Bilder entstehen, wenn das Objektiv keine hohe Güte hat.
In der Landschaftsfotografie führt kein Weg an einem Weitwinkelobjektiv vorbei. Ich benutze an meiner EOS 70D von Canon ein Objektiv von Sigma:
Sigma 10-20 mm F4,0-5,6 EX DC HSM-Objektiv (77 mm Filtergewinde) für Canon Objektivbajonett(Affiliate-Link)

Für den Alltag – als sog. „Immerdrauf“ Objektiv – würde ich von den Zoomobjektiven eher zu einem 18 – 50 mm mit durchgehneder Blende von 2,8 tendieren, als einen größeren Zoombereich mit kleineren Blendenöffnungen. Bei ungünstigen Lichtverhältinissen ist man schnell froh über die große Blendenöffnung mit einem 2,8-er Objektiv. Empfehlen würde ich das Sigma 17-50 mm F2,8 EX DC OS HSM-Objektiv (77 mm Filtergewinde) für Canon Objektivbajonett(Affiliate-Link). Aktuell verwende ich das Sigma 17-70 mm f2,8-4,0 Objektiv (DC, Makro, OS, HSM, 72 mm Filtergewinde) für Canon Objektivbajonett(Affiliate-Link).

Reisezoomobjektive sind sehr beliebt da man z. B. mit dem Tamron 16 – 300 vom Weitwinkel bis in den Telebereich alles abdeckt. Ich persönliche benutze keines der Ultra-Zoom-Objektive, da mir die Nachteile beim Einsatz dieser Universal-Optiken zu schwerwiegend erscheinen.
Sollte sich im Urlaub auch die Gelegenheit bieten um wildlebende Tiere zu fotografieren, dann würde ich ein Telezoom im Bereich zwischen 70 und 300 mm benutzen (z. B. Sigma 70-300 mm F4,0-5,6 DG OS stabilisiertes Objektiv (62 mm Filtergewinde)für Canon Objektivbajonett)(Affiliate-Link). Zusätzlich bietet sich auch noch die Möglichkeit eines Konverters um den Brennweitenbereich noch zu verlängern (z. B. Kenko KE-KHD20C Teleplus HD DGX Konverter 2,0-fach für Canon EF/EF-S)(Affiliate-Link) . Auch hier muss allerdings abgewogen werden, ob die entstehenden Nachteile hinsichtlich der Bildqualität akzeptabel sind.

Nächste Woche geht’s weiter in der Rubrik „ich packe meinen Koffer“ und weitere Tipps warten da auf Euch. Bis dahin wünsche ich viel Spaß bei den Urlaubsplanungen und allzeit gutes Licht!

Werner Kutter