Bad Uracher Wasserfall

Die Wanderung am Bad Uracher Wasserfall hat mich fotografisch sehr überrascht, hat mich doch der eigentliche „Star“ des Tages, der Wasserfall, nicht so sehr begeistert. Um so mehr die Stromschnellen und kleinen Wasserspielereien auf dem Weg zum vermeindlichen Highlight…

Die Anfahrt nach Bad Urach war kurzweilig führt sie doch für uns aus dem Allgäu quasi einmal quer durch die Schwäbische Alb. Nachdem wir an Bad Urach auf der gut zu fahrenden Bundesstraße in gänze vorbei waren konnten wir auch schon die Schilder zur Attraktion sehen. Auf dem geräumigen Wanderparkplatz Uracher Wasserfälle kann es in der Hauptsaison ganz schön eng werden – wir waren am Karfreitag 2018 dort und es hatte schon mehr als genügend Andrang. Also besser nicht zu spät kommen!

Nachdem wir ein Parkticket gelöst und im Auto hinterlegt hatten liefen wir auch gleich los. Immer in Richtung Süden leiten uns die Schilder am Brühlbach entlang. Und schon hatten mich die Motive gefangen. Wir sind nicht weit gekommen und schon musste ich den Rucksack von den Schultern ziehen und das Stativ aufbauen.
Christine und Hope mussten ganz schön Geduld aufbringen, denn jetzt war ich schon in meinem Element noch lange bevor wir den Wasserfall erreicht hatten.
Also Kamera aufs Stativ geschnallt, den richtigen Bildausschnitt gewählt, scharf gestellt und dann kamen wieder mal meine „Zauberfilter“ zum Einsatz. Die dunklen Scheiben vor dem Objektiv lassen weniger Licht durch und so muss ich an der Kamera die Belichtungszeit verlängern. Dies führt wiederum dazu, dass das Wasser seidig weiche Schleier bekommt, die spielerisch zwischen den Felsen hindurch ihren Weg suchen.

Mir gefällt dieser Look unheimlich gut, jedes Foto dauert allerdings dann auch etwas länger, als üblich. Da die Kamera durch den Filter hindurch nicht mehr scharf stellen kann gilt es bei jeder neuen Szene erneut – Filter ab, scharf stellen und Filter wieder drauf.
Die Belichtungszeit liegt dann, je nach Umgebungslicht und verwendetem Filter zwischen einer und bis zu 30 Sekunden.
Nach einigen Spielereien am Wasser kann ich jedoch empfehlen, die Sache nicht bis zum Äußersten zu treiben. Eine bis vier Sekunden sind in den allermeisten Fällen bei Bächen und Flüssen ausreichend. Zu lange Belichtungszeiten lassen die weißen Schlieren auf dem Wasser zu hell werden und dann kann es sein, das wegen der fehlenden Struktur im Wasser das Ganze wie Milch aussieht.
Als geeignete Filter kommen hier einmal ein sog. Polfilter und/oder Neutraldichtefilter (ND-Filter) zum Einsatz. Der Polfilter ist in der Lage Spiegelungen auf der Wasseroberfläche abzumildern (wenn ich den Grund des Baches sehen möchte) oder auch zu verstärken (wenn ich z. B. eine Spiegelung auf einem glatten See intensivieren möchte). Zudem kann er Blau- und Grüntöne in der Landschaftsfotografie verstärken wenn der Filter in einem 90-Grad-Winkel zur Sonne eingesetzt wird.
Den ND-Filter gibt es in unterschiedlichen Abstufungen. Je größer die Zahl (z. B. ND 8 oder ND 1000) um so dunkler ist die Glasscheibe und um so weniger Licht lässt der Filter in Richtung Objektiv durch.
Das hat zur Folge, dass die Belichtungszeit (ND 8 z. B. 3 fach oder ND 1000 10 fach) verlängert werden muss. So bekommen ich es hin, dass ich mitten am Tag ein Bild mit einer Belichtungszeit von 2 Sekunden nicht überbelichte.
Wer noch mehr über die Arbeit mit Filtern erfahren möchte, dem sei mein Beitrag „Der Unterschied zwischen Pol- und ND-Filter“ empfohlen.

Endlich erreichen wir den Wasserfall. Aus 37 Metern Höhe kommt einem hier das Wasser entgegen und verteilt natürlich eine entsprechende Gischt.
Ich tue mir sehr schwer, einen Blickwinkel zu finden, um das ganze Spektakel entsprechend ausdrucksvoll einzufangen. Deswegen bin ich etwas enttäuscht, weil ich von manchen Stellen aus einfach kein gutes Bild bekomme. Man muss schon ganz an den Rand des Wassers stehen, um freie Sicht zu haben -. von dort aus ist es aber dann kaum möglich die gesamte Szenerie auf ein Bild zu bekommen. Zudem bin ich pausenlos am Trockenwischen des Objektivs, so dass mir die kleinen Stromschnellen deutlich sympatischer waren.

Wir machen uns an den Aufstieg über die schmalen Wege und Treppen. Immer wieder hat man Gelegenheit nochmal nahe an das Wasser heranzutreten und eine kleine Dusche zu nehmen. Schließlich oben angekommen freuen wir uns über den großen Bereich, an dem man sich Erfrischungen kaufen, grillen oder einfach nur rasten kann.
Für die Mittagspause haben wir natürlich vorgesorgt und gönnen uns eine ausgiebige Pause. Noch ein kurzer Blick zur Kante, über die das Wasser in die Tiefe rauscht und weiter geht’s – diesmal bleiben wir auf der Höhe und laufen den Wanderweg in Richtung Burgruine Hohenurach. Von dort aus genießen wir noch eine Weile den grandiosen Blick ins „Ländle“ bevor wir uns wieder an den Abstieg und schlussendlich auf den Heimweg machen.

Eine wunderschöne Runde war das in der wunderschönen Schwäbischen Alb. Die Tour war die lange Anfahrt wert und ich wünsche Euch für ähnliche Unternehmungen bestes Wetter und für Eure Bilder allzeit gutes Licht!

Werner Kutter

Eine Wanderung an die Selkefälle

Zugegeben, wenn man vorhat, den Wasserfall zu fotografieren kann man hinfahren, am Straßenrand parken und einfach an die Selke runter gehen und los legen. Aber wer will das schon? Es gibt doch den wunderschönen Höhenwanderweg oberhalb des Tals, von dem aus sich herrliche Ausblicke auftun und der Körper und die Ausdauer ein wenig gefordert werden.

Wir parken unser Auto gleich nach einer Brücke über die Selke südlich von Mägdesprung in Fahrtrichtung Harzgerode rechts am Wald. Schnell schlüpfen wir in unsere Wanderschuhe und schon geht es los auf die gut 5 km lange Runde mit ca. 100 Höhenmeter.

Wir haben die Runde bewusst so gewählt, denn hier kommt gleich zu Beginn ein langer, zäher Anstieg, der mit einem herrlichen Ausblick an der Köthener Hütte gekrönt wird. Ab hier hat man den Berg erklommen und der Weg schlängelt sich durch den Wald am Hang entlang.

Interessant wird der Steig wieder in dem Bereich in dem er als Pionierweg betitelt ist. Hier kann der Wanderer durch einen Tunnel durch den Felsen marschieren und dieser Abschnitt kann als sehr abenteuerlich bezeichnet werden. Über uns der blaue Himmel, unter uns das Selketal – Wandererherz was willst du mehr?

Kurz nach dem Felsdurchbruch geht es auch schon wieder abwärts. Moderat abfallend windet sich der Weg immer noch am Berg entlang ins Selketal hinab. Abenteuerliche Brücken, die wenig vertrauenserweckend aussehen, führen über Rinnsale, die zur Regenzeit und/oder Schneeschmelze sicherlich viel Wasser führen können.

Unten an der Kreisstraße werden wir dann auch gleich von den im Harz typischen Hexen im Garten einer ehemaligen Gaststätte empfangen. Der Hexenkult ist vor allem rund um die sog. Walpurgisnacht im Harz äußerst lebendig. Für alle die dies interessiert sollte die Zeit um den ersten Mai auf jeden Fall für einen Aufenthalt im Harz reserviert sein. Am Hexentanzplatz in Thale und auch rund um den Brocken ist dann jede Menge geboten.

Der Wanderweg hat uns in luftiger Höhe am Selkefall vorbeigeführt. Wir gehen jetzt an der Selke entlang auf dem Wanderweg wieder in Richtung Auto zurück. Wie eingangs erwähnt hätten wir es uns auch leichter machen können, aber wir sind ja zum Wandern hier und nicht nur zum Fotografieren.

 Nach kurzer Zeit kommen wir zwei Kehren weiter endlich am ersehnten Wasserfall an. Hier hatten wir Glück, da das Wetter doch genügend Wasser für uns vorgehalten hat und die Felsen so sehr fotogen vom Wasser umspült wurden.

Ausreichend Plätze zum Picknicken und Entspannen sind rund um den Wasserfall vorhanden. So konnten meine Frau und unser Hund die dringend benötigte Pause machen und den Blick auf die Wassermassen geniesssen.
Ich bewaffnete mich mit Kamera, Stativ und Filter und machte mich rund um die Stromschnellen auf die Suche nach den besten Motiven. Barfuß durchquerte ich die Selke, was mit den rutschigen Steinen und der Ausrüstung in den Händen ein riskantes Unterfangen war. Gut, dass die Strömung nicht so stark war. So konnte ich ohne Kollateralschaden den Weg hin und zurück hinter mich bringen.
Und immer schön mit Filter arbeiten, so dass die Belichtungszeit in einem Bereich von mehreren Sekunden lag, was das Wasser dann schön geschmeidig weich erscheinen lässt.
Das eine oder andere Mal wartete ich geduldig, bis die anderen Wanderer ihre Selfies fertig hatten – meine Bilder, so ganz ohne störende Personen, habe ich noch immer bekommen.

Nun konnte ich meine Bilder machen. Mal Panoramanas die die gesamte Breite des Wasserfalls abdeckten, mal nur Details – einzelne Felsblöcke welche besonders schön vom Wasser umspült wurden. Das eine oder andere Mal wartete ich geduldig, bis die anderen Wanderer ihre Selfies fertig hatten – meine Bilder, so ganz ohne störende Personen, habe ich noch immer bekommen. Die Ausbeute war wirklich ergiebig, sodass ich sehr zufrieden den Rückweg zum Auto antrat.

Ich wünsche Euch für Eure Wanderungen bestes Wetter und für die Bilder, die bei diesen Gelegenheiten entstehen wie immer allzeit gutes Licht.

Werner Kutter

Eine Runde um den Oderteich

Der Oderteich im Harz ist ein historisch sehenswertes Bauwerk, entstand er doch bereits im frühen 18. Jahrhundert und war bis zum Ende des 19. Jahrhunderts die größte Talsperre Deutschlands. Mehrmals sind wir schon mit dem Auto über die Staumauer gefahren und haben den See bei allen Wasserständen gesehen. Doch im Sommer 2018 stockte uns doch der Atem, war der Stausee doch bis auf restliche 15 Prozent leergelaufen.

Die lange trockene Periode im Dürresommer 2018 hat fast alle Zuströme versiegen lassen und den Wasserstand an das hier sichtbare Minimum getrieben.
Ursprünglich benutzte man das aufgestaute Wasser dazu, um in den Sankt Andreasberger Bergwerken die Wasserräder für die Erzgewinnung antreiben zu können. Hierzu wurde der Rehberger Graben geschaffen und dieser leitet noch heute über seine mehr als sieben Kilometer Länge das Wasser zur Grube Samson, an der heute ein Wasserkraftwerk damit betrieben wird.

Die markanten Felsen rund um den Teich, die sonst nur einen kleinen Teil, ihren Rücken, preisgeben lagen in diesem August gänzlich frei – sogar die, die sonst metertief unter Wasser lagen und nie das Tageslicht erblickten.
Auch in anderen Talsperren, für deren Errichtung teils ganze Dörfer umgesiedelt wurden, traten alte Gebäudeteile und Grundmauern wieder hervor. Gespenstische Anblicke, die man nur selten genießen kann.

Davon unbeeindruckt lassen wir unser Auto am Parkplatz westlich der Überfahrt stehen und begeben uns auf den Rundweg, welcher trotz allem eine tolle Wanderung bietet.
Von Beginn an kann man ganz am Ufer spazieren und je nach Wasserstand mehr oder weniger der bekannten, weil markanten Felsen bestaunen. Immer wieder muss ich anhalten, um zu fotografieren. Bei Niedrigwasser ist der Anblick des steil abfallenden Ufers mit den, wie aufgeschichtet daliegenden Felsblöcken interessant. Bei normalem Wasserstand mache ich mit entsprechenden Filtern vor dem Objektiv Langzeitbelichtungen der Felsen, so dass das Wasser um diese herum absolut seidig weich erscheint. Schöne Bilder zum Entspannen.
Für solche Aufnahmen wähle ich zuerst einen Polfilter. Diesen setzte ich dazu ein, um entweder die Spiegelung aus dem Wasser zu nehmen, um zu zeigen, was sich unter der Wasseroberfläche verbirgt, oder, wenn es das Motiv verlangt, die Spiegelung zu verstärken. Dies kommt vor, wenn sich beispielsweise eine interessante Bergformation im Wasser spiegelt und diese dann schön klar auf das Bild soll.
Dann wähle ich zusätzlich einen oder zwei ND-Filter, um die Belichtungszeit auch am Tage so zu verlängern, dass für das fertige Bild mehrere Sekunden oder sogar Minuten belichtet wird. Dadurch kommt der weiche Look des Wassers ins Bild.

Nach ein paar hundert Meter zweigt der Weg nach Westen vom Ufer ab – es beginnt eine Zone mit besonderem Naturschutz, da hier Brutplätze der Wasservögel liegen. Ein kurzer Blick zurück lässt uns die imposante Staumauer erkennen und gibt die Sicht frei auf die Ingenieurskunst der früheren Zeiten.

Schnell erreicht man im weiteren Verlauf eine Weggabelung, die für uns auch schon den Umkehrpunkt bedeutet. An der Brücke über den Zulauf ist auch ein kleine Rastmöglichkeit, so dass sich die Mitnahme einer Brotzeit rentiert. Auf der Ostseite der etwa 30 ha großen Wasserfläche geht es wieder Richtung Staumauer zurück.

Hier ist es immer wieder erstaunlich, wenn man die Größenvergleiche zwischen den Wanderern und den Felsblöcken anstellen kann. Wie klein der Mensch doch ist, wenn man ihn mit der großen Urtümlichkeit der Natur vergleichen kann. Immer wieder wird mir bewusst, wie viel Wasser hier fehlt und somit – wie trocken dieser Sommer in Wirklichkeit war.
Das Fassungsvermögen des Oderteichs umfasst knappe 1,7 Millionen Kubikmeter! Rechne das mal in Wassereimer um…

… na ja, egal. Wer will schon wissen, dass es 1700 Milliarden 10 Liter Eimer sind? Unvorstellbar!

Teils über Holzbohlen, teils über frisch angelegte, gemulchte Wege führen uns die Wanderschilder wieder Richtung Süden, auf den Staudamm zu. Immer wieder laden Aussichtspunkte zum Verweilen und Genießen ein. Selbst wenn ausreichend Wasser im Teich ist hat man viele Gelegenheiten, die Seele baumeln zu lassen. Einfach mal hinsetzen und der Natur zuhören, was sie zu sagen hat. Das vielstimmige Vogelgezwitscher hat, meiner Meinung nach, in den letzten Jahren ziemlich nachgelassen. Da lohnt es sich schon in den wenigen Momenten, die wir haben, einmal genauer hin zu hören. Irgendwo zwitschert, plätschert oder quakt bestimmt etwas.

Zurück an der Staumauer, die immerhin beachtliche 17 m an Höhe misst, überqueren wir diese parallel zur Straße und erreichen so nach knapp 4,5 km wieder den Ausgangspunkt unseres Spaziergangs.

Übrigens entstanden hier auch meine „Selfies“, welche seit diesem Tag zu meinem Markenzeichen geworden sind. Mein Blick auf die Natur war in diesem Sommer 2018 das Sinnbild dafür, dass wir alle auf uns und die Natur besser acht geben sollten.

Ich hoffe, das es bei Dir in der Nähe auch etwas interessantes zu entdecken gibt und wünsche Dir für Ausflüge, Wanderungen und Spaziergänge gutes Wetter und für die Bilder die bei dieser Gelegenheit entstehen allzeit gutes Licht!

Werner Kutter

Rund um den Eibsee

Diese Runde am Fuße der Zugspitze ist etwas für die ganze Familie. Der Weg ist breit, gut zu gehen und die Steigungen halten sich sehr zurück. Allerdings ist es ratsam früh am Parkplatz zu sein, da mit der Zugspitzbahn immer reger Andrang herrscht.

Wir gehen gegen den Uhrzeigersinn um den See und so kommen wir auch zuerst an den fotogenen Stellen vorbei. z. B. an der Brücke die kleinen Zipfel, genannt Untersee, vom Hauptsee trennt. Hier trifft sich im Sommer auch die ganze Familie zum Baden und so ist an dieser Stelle mit herrlichem Blick auf die Zugspitze auch immer viel los.

Die markanten Felsblöcke im Wasser und das grüne Wasser des Bergsees bieten ein tolles Ensemble zum Verweilen und Genießen.

Ein paar hundert Meter weiter kommt auch schon die erste der malerischen Buchten. Dort herrscht deutlich weniger Andrang als an der Brücke, so dass man hier relativ ungestört seine Seele baumeln lassen kann. Nur einzelne Boote oder Enten kommen gelegentlich vorbei – sind aber doch so langsam unterwegs, dass keine Hektik aufkkommt.

Der Weg steigt dann etwas an, so dass an der nordwestlichen Seite der höchste Punkt erreicht wird. Jetzt bietet sich ein wunderschöner Überblick über das Wasser mit seinen kleinen, nur mit dem Boot erreichbaren felsigen Inseln.

Ein paar Wasseradern kommen aus dem Wald – Wasserfall wäre deutlich übertrieben. so geht es weiter und immer das Zugspitzmassiv vor Augen, an dem man sich aber auch nicht satt sehen kann.

Die Südseite ist dann auch gleich weniger spektakulär, da der Blick auf die mächtigen Alpen fehlt. Schön ist der Weg trotzdem zu laufen – auch im Sommer, da er viel im Schatten der umstehenden Bäume verläuft und so etwas vor Überhitzung der Wanderer schützt.

Zurück am Ostufer laden einige Lokalitäten zum Einkehren ein. Man darf allerdings bei der Frequentierung auch davon ausgehen, dass hier sog. Touri-Lokale vorherrschen.

Mit den besten Wünschen für gutes Wetter und für die Bilder allzeit gutes Licht!

Werner Kutter

Langzeitbelichtung in der Klamm…

Ich war zum fotografieren bereits zwei mal in der Breitachklamm. Sie ist ein Einschnitt der Breitach in den Nagelfluh südwestlich von Oberstdorf in den Allgäuer Alpen. Die Breitach ist der Zusammenfluss verschiedener Bergbäche aus dem Kleinwalsertal. Auf dem Weg nach Norden hat sie nach der letzten Eiszeit auf über zwei Kilometern eine bis zu 150 mt tiefe Schluch ins Gestein gewaschen – die Breitachklamm. Sie ist die tiefste Schlucht Mitteleuropas. Nach deren Durchfluss wird nur ein Kilometer nördlich von Oberstdorf aus der Breitach und der Trettach die Iller.

Obwohl die Klamm zu jeder Jahreszeit ihren Reiz hat ist es gerade der Winter, welcher mich immer wieder zum wandern und fotografieren in ihr einlädt. Grundsätzlich ist die Klamm ganzjährig geöffnet. Gerade in der Übergangs- und Winterzeit empfiehlt es sich tagesaktuelle Infos unter

https://www.breitachklamm.com

ein zu holen. Besonders während der Schneeschmelze und bei starkem Schneefall kann es durchaus sein, dass die Klamm geschlossen bleibt.

Die Klamm ist mit festem Schuhwerk gut begehbar. Auf gut geschotterten Wegen und perfekt gepflegten Stegen kann man den grandiosen Anblick der Schaffenskraft von Wasser und Zeit genießen. Für die Fotografie ist es natürlich am bequemsten, wenn man die Aufnahmen „aus der Hand“ macht. Zur Aufstellung eines Stativs ist der Weg stellenweise sehr eng. An einigen Passagen  ist es durchaus möglich, das Stativ aufzustellen und sich an Langzeitbelichtungen zu machen.

Im Sommer bietet die Klamm einen kühlen Zufluchtsort vor der immer wieder auftretenden Hitze. Die Temperaturen sind dann immer noch angenehm, da der Hauptabschnitt der Klamm so tief liegt, dass die Sonne nur wenige Minuten bis ganz nach unten durchkommt.

Dafür ist es im Winter dann schon sehr empfindlich kalt – das kalte Wasser tut dann noch sein übriges. Nichts desto trotz ist im Winter die Zeit, in der die Natur die imposantesten Kapriolen darbietet. Meter hohe Eisskulpturen schmücken den sonst so nackten Fels und lassen einen das ein ums andere Mal in ungläubiges Staunen verfallen.
In den Weihnachtsferien werden stimmungsvolle Fackelwanderungen angeboten. Hier bekommt man für einen kleinen Aufpreis an der Kasse eine Fackel und kann in ihrem Schein die Begehung in der Dunkelheit durchführen.
Zusammenfassend darf nochmal gesagt werden, dass die Breitachklamm zu jeder Jahreszeit ein lohnendes Ausflugsziel ist. Zahlreiche Wanderwege, welche auch die Klamm beinhalen, lassen uns einen abwechslungsreichen Tag erleben. Die angrenzende Bergregion der Allgäuer Alpen und nicht zuletzt Oberstdorf und das Kleinwalsertal bieten zudem noch viele Möglichkeiten um hier z. B. seinen Urlaub zu verbringen.
In diesem Sinne wünsche ich Euch Hals- und Beinbruch bei Euren Unternehmungen in der Allgäuer Bergwelt und für die Fotografie natürlich wie immer allzeit gutes Licht!

Werner Kutter