U-Bahn München 2018

Ich habe es wieder getan! Zum insgesamt vierten Mal war ich in München in der U-Bahn und habe fünf weitere Bahnhöfe fotografiert:

Josephsburg:
Der Bahnhof Josephsburg liegt in einer leichten Kurve und besticht durch das schöne, große Schachbrettmuster der Granitfliesen auf dem Fussboden.

Zusammen mit der (eigenwilligen) Beleuchtung hat dieser Bahnhof eine schöne Dynamik.

Die Deckenleuchten sind immer wieder durch bunte Glaslamellen unterbrochen, so dass das bunte Spiel der Farben für zusätzliche optische Reize sorgt.
Interessant sind die Bilder auch dann, wenn nicht alles scharf dargestellt wird. Durch die Beleuchtungssituation fällt es leicht, die Belichtungszeit so zu erhöhen, dass schöne verschwommene Züge oder geisterhafte Menschen auf den Fotos abgebildet werden. Das gibt die Dynamik wieder, welche an einem solchen Platz herrscht. Schließlich dient der U-Bahnhof ja der Fortbewegung – also darf diese Bewegung gerne auch einmal gezeigt werden.

Kreillerstraße:
Dieser Bahnhof ist dank der verwendeten großen Aluminiumplatten extrem hell.
Die Gestaltung ähnelt stark der ebenfalls hell erleuchteten Station Fürstenried West.
Die indirekte Beleuchtung wird dank der gewölbten Decke über den gesamten Bereich des Bahnhofs geleitet.
Vereinzelte Mosaike in den Seitenwänden lockern die metallisch anmutende Beplankung wieder auf und sorgen für Abwechslung an den Wänden.
Für die bestmögliche Bildwirkung sollte in solchen Fällen das Augenmerk auf die Symmetrie gelegt werden. Anhand der Einrichtung oder der Bodenfliesen lässt sich hier schön ein Mittelpunkt auf dem Bahnsteig finden. Und sollten einmal alle Stricke reißen und eine Rolltreppe allzu dominant in eine Ecke des Bildes ragen, dann hilft in letzter Not immer noch Photoshop. Die gute Seite des Bildes einfach gespiegelt über den Makel legen – wer nicht dabei war, weiß schließlich nicht, dass dort etwas störendes war.

Messestadt Ost:
Die Endstation der U2 hat bereits im Außenbereich ein sehenswertes Detail. Es befindet sich nämlich eine Sonnenuhr direkt vor dem Eingang zur U-Bahn, welche die Uhrzeit in ihrer trichterförmigen Umrandung anzeigt.
Im Inneren sind die bewährten Lichtbänder, welche dafür sorgen, dass überall ausreichend Beleuchtung vorhanden ist.
Da es sich hier um einen Endbahnhof handelt, ist das Aufkommen an Fahrgästen relativ gering, so dass entspannt fotografiert werden kann.

Messestadt West:
Mit seinen rostrot- und orangefarbenen Wänden lädt dieser Bahnhof ein, Bilder im Grungelook zu erstellen.
Der säulenlose Bahnhof, mit seinen blau schimmernden Oberlichtern, bietet die perfekte Spielwiese, um mit der Symmetrie der Architektur zu spielen. An der Ostseite ragen noch Fenster des eingebauten Cafes in den Bahnhof, so dass hier die Gleichförmigkeit gebrochen wird.
Fotografisch kann sowohl die Weite der Anlage im Querformat, als auch die Betonung der Farben und Formen im Hochformat genutzt werden.
In der Architekturfotografie ist es eigentlich verpönt, das Objektiv nach oben zu richten. Man will ja schließlich die sog. stürzenden Linien vermeiden. Es gibt keine Regel, die nicht auch gebrochen werden kann – vor allem, wenn es darum geht, Führungslinien zu erzeugen. Die in der Weite zusammenlaufenden Lichtbänder oder auch Seitenwände saugen den Blick des Betrachters förmlich in die Tiefe hinein. Eine bessere Methode die verloren gegangene Dreidimensionalität zu simulieren gibt es nicht.

Moosfeld:
Charakteristisch für diese Station sind die übergroßen Letter an den Wänden, die den Namen des Bahnhofs weithin sichtbar werden lassen.
An den gegenüberliegenden Wänden sind die Letter einmal rot in grau und einmal grau auf rot eingelassen.
Immer wieder reizt es mich, den einfahrenden Zug als „Geisterzug“ ins Bild zu bekommen. Dabei kann ich nicht einmal ein Rezept vorstellen, nach dem das sicher gelingt. Einfach probieren – wenn der Zug in die Station einfährt, den Auslöser betätigen und sich überraschen lassen, was die Kamera zu Tage bringt. Die Belichtungszeit sollte allerdings schon etwas länger sein, damit die Lichtspuren erscheinen können.
Die immer noch futuristisch anmutenden Leuchten passen perfekt zu dem modern gestalteten Bahnhof.
Dieser Bahnhof war wegen dem markanten Schriftzug für diesen Ausflug mein „must-have“. Trotz diverser Unannehmlichkeiten wegen dem eingeschränkten Betrieb dank der Baustelle Sendlinger Tor war es uns gelungen, der U2 bis zum Ende zu folgen und diese schönen Bahnhöfe einzufangen.

Ich hoffe, dieser Ausflug in den Münchener Untergrund hat wieder etwas Spaß gemacht. Ich habe nun 27 Stationen fotografiert und beschrieben. Von den insgesamt hundert Stationen habe ich also noch eine ganze Menge übrig, wenn sich auch nicht jede unbedingt lohnt, fotografiert zu werden.

Die früheren Beiträge findet Ihr unter:

U-Bahn-Fotografie: Grundsätzliches

U-Bahn-Fotografie: Die Bahnhöfe Teil 1

U-Bahn-Fotografie: Die Bahnhöfe Teil 2

U-Bahn-Fotografie: Die Bahnhöfe Teil 3

U-Bahnhöfe Teil 4:

U-Bahnhöfe Teil 5:

Best of U-Bahn München

Sobald ich mich wieder auf den Weg mache, werde ich auch wieder davon berichten. Bis dahin wünsche ich Euch allen für Eure fotografischen Expeditionen allzeit gutes Licht!

Werner Kutter

Hinweis:
Die Beschreibungen der Stationen sind zum großen Teil an die Beschreibungen auf den  Internetseiten von https://www.u-bahn-muenchen.de/ angelehnt.

Jahresrückblick 2017 – Wer hätte das gedacht?

Das Jahr 2017 – was hat es gebracht?
Bevor ich in den Weihnachtsurlaub verschwinde möchte ich kurz mit Euch gemeinsam zurückblicken, denn am Anfang des Jahres hätte ich nie gedacht, was dieses Jahr alles mit sich bringt und das ich das Bloggen bis zum Ende des Jahres durchhalten werde.

Am Beginn des Jahres habe ich mir zu ersten Mal überhaupt eine ToDo-Liste angelegt. Ganz untypisch ist diese im Lauf des Jahres mitgewachsen – ich habe die Erfolge und die Ziele einfach das ganze Jahr über mitgeschrieben und ständig erweitert. Eigentlich sollte man sich ja vorab die Ziele vorgeben und dann an deren Erreichung arbeiten – aber da sich das Jahr so turbulent entwickelte, habe ich die Dynamik einfach in der LIste mit übernommen.

Im Frühjahr war ich wieder einmal zu einem VHS-Foto-Workshop angemeldet und neben so vielem kam mit mit einem Mal in den Sinn,, dass ich für mein Vorhaben einen eigenen Blog im Internet einzurichten ein Logo benötige. Kurzerhand habe ich einer Bekannten meine Kamera in die Hand gedrückt, mit der Bitte mich im Vorübergehen zu fotografieren. Ich wollte mich absichtlich als Silhouette vor dem hellen Hintergrund haben, also war heute der perfekte Tag dafür. Die Schwarzweiß-Umwandlung war am PC auch schnell geschehen – so hatte ich von der Idee zur Ausführung in weniger als einem halben Tag mein Logo erschaffen und gleich noch eine Visitenkarte bestellt.

Ende Januar war es dann soweit. Der erste Blogartikel erschien am 14.01. und ich hatte keine Ahnung, wie weit es mich bringen würde. Bis heute habe ich insgesamt 45 Beiträge veröffentlicht – jede Woche einen. Die ersten fünf Themen habe ich so im Kopf gehabt, das was weiter alles kam ist mir so nach und nach in den Sinn gekommen. Wieder habe ich, neben der ToDo-Liste, eine Themen-Liste geführt, die ich dann nach und nach abgearbeitet habe. Kurzfristige Sachen, wie z. B. Reviews habe ich spontan geschrieben und online gestellt. Die Rückmeldungen sind bisher kaum messbar, aber es macht Spaß, ich habe noch Themen und Ideen und so werde ich die Seite auch in 2018 erst einmal weiter führen.

Im Februar und April konnte ich endlich noch zwei Mal einen lang gehegten Wunsch wahr werden lassen: Ich begab mich mit zwei Fotoverrückten wieder nach München in die U-Bahn um zu fotografieren. Hieraus sind auch einige Blogeinträge entstanden, welche meine Begeisterung für diese Art der Fotografie widerspiegeln:
Grundlagen
Bahnhöfe Teil 1
Bahnhöfe Teil 2
Bahnhöfe Teil 3
Bahnhöfe Teil 4
Bahnhöfe Teil 5
Best of

Ebenfalls im Frühjahr hat der AKF Kaufbeuren die Bayerische Fotomeisterschaft ausgerichtet. Hier habe ich zum ersten Mal Bilder für eine große Fotoschau eingereicht und zu meiner eigenen Überraschung ist sogar die Annahme eines Bildes zur Jurierung dabei heraus gesprungen. Dieses Bild aus dem Eistobel hat es geschafft und wurde auch im Katalog abgedruckt.

Bei meinem Arbeitgeber der LEW Verteilnetz GmbH wurden meine Bilder von der Beleuchtungssarnierung in der Memminger Fussgängerzone von höherer Stelle wohlwollend zur Kenntnis genommen. Im der Folgezeit wurden diese in Artikeln im „LEW-Magazin“und in der Kommunalzeitung „LEW kommunal“ abgedruckt. Ich war mächtig stolz darauf, Bilder von mir in öffentlichen Publikationen abdruckt zu sehen.

Jetzt, pünktlich zum ersten Advent, bekam ich noch mit, dass ein weiteres meiner Bilder in einer Werbeanzeige Verwendung gefunden hat. Ich könnte stolzer nicht sein.

Der sog. „Youtube-Fotograf“ Stephan Wiesner startete einen Aufruf im Internet, damit Fotografen, die ihm folgten für ein geplantes Magazin Bilder und Plätze mit außergewöhnlichem Fotografiepotenzial ihm zukommen zu lassen. Ich meldete mich mit ein paar Bildern aus meinem geliebten Eistobel bei Isny und trotz anfänglicher Skepsis, da der Spot nicht in den Alpen lag, wurde ich mit einer Doppelseite belohnt für die ich den Entwurf des Textes gleich mitliefern durfte. Das Magazin hieß damals noch „go!“ , jetzt „Zielfoto“ und ist ausschließlich im Web-Shop bei Stephan Wiesner bestellbar.

In der Memminger Zeitung – lokaler Ableger der Allgäuer Zeitung – stand ein Aufruf an alle, doch Bilder vom Allgäu und der schönen Natur einzureichen. Arbeitskollegen, die mich und meine Bilder kannten, machten mich darauf aufmerksam und so habe ich im Mai ein paar Bilder eingereicht. Lange habe ich nichts gehört und ehrlich gesagt auch gar nicht mehr daran gedacht, bis mich im Oktober eine Bekannte benachrichtigte, dass sie ein Bild von mir in der Zeitung gesehen hat. Schnell bin ich noch an den Bahnhof gefahren und habe mir die Ausgabe gekauft – und tatsächlich war ganz unten links mein Bild vom allein stehenden Baum vor den Allgäuer Alpen abgebildet. Wieder eine Veröffentlichung, die mich stolz machte.

Da ich ja mittlerweile viel im Bereich Social Media unterwegs war habe ich über Facebook bei befreundeten Fotografen gesehen, dass es von der Zeitschrift Stern die View-Community gibt. Also habe ich mich hier auch einmal angemeldet und Bilder hochgeladen. In den ersten zehn Tagen habe ich direkt zwei Mal ein Bild des Tages abgeliefert.

Meine Hauptaktivitäten habe ich auf die Community von 500px gelegt. Seit 2016 poste ich dort jeden Tag ein Bild und habe mir dort eine Basis mit über 1700 Followern aufgebaut. Weihnachten 2015 hatte ich da mein erstes richtig erfolgreiches Bild mit dem Sonnenaufgang am allein stehenden Baum mit einer Bewertung von 97,8 von 100 Punkten.
Die Bewertung errechnet sich aus der Anzahl der Likes in den ersten 24 Stunden ab Veröffentlichung. Zum damaligen Zeitpunkt hatte ich noch keine hundert Follower – um so erstaunlicher war für mich die hohe Anzahl an Zustimmungen. Üblicherweise war ich damals froh über 90 Punkte zu kommen.. Seit ich die 1000er Grenze an „Folgern“ am 08.02.2017 überschritten habe, sind die Bewertungen konstant über 95 Punkte. Pro Monat bekomme ich im Schnitt 70 Follower dazu und das spornt mich immer weiter an, täglich ein neues Bild zu posten.

Um den Blog bekannter zu machen habe ich auf meinem Facebook-Account eine eigene Seite engerichtet, auf der ich ebenfalls jeden Tag ein Bild poste, aber auch die wöchentlichen Blogartikel vorstelle. Zusätzlich teile ich hier auch andere Beiträge aus der Welt der Fotografie sowie Beiträge die so zu sagen den Blick hinter die Kamera zulassen. Zwischen dem 01.06. und heute habe ich hier bereits über 120 Personen gefunden, die das regelmäßig lesen und kommentieren.

Bei meinen Ausflügen in den Münchener Untergrund wurde ich mit einem Mitglied des Memminger Fotoclubs bekannt gemacht. Neugierig wie ich bin, habe ich mir diesen dann im Frühjahr ein paar mal angeschaut. Die Bildbesprechungen und Aktivitäten haben mir dann so zugesagt, dass ich im Juli hier beigetreten bin und seitdem wieder vielen neuen Ideen entwickel konnte. Danke dafür allen, die mich so freundlich aufgenommen haben.

Da ich mittlerweile mit dem Schreiben in den „Flow“ gekommen bin und meine Liebe zur Fotografie von Wasser – im Besonderen im Eistobel – dieses Jahr so richtig aufgeblüht ist, habe ich mir jetzt im Herbst und für den Winter noch ein neues Projekt auferlegt. Ich bin dabei ein E-Book zu schreiben und hoffe, dass ich es auf der ToDo-Liste für 2018 auch sehr bald als erledigt abhaken kann.

Es bleibt also auch für nächstes Jahr spannend. Für dieses Jahr bedanke ich mich ganz herzlich für Euer aller Geduld und die Unterstützung, welche mir zu Teil wurde. Ich wünsche allen Freunden und Lesern eine schöne Weihnachtszeit und einen guten Rutsch ins neue Jahr. Für all Eure fotografischen Vorhaben wünsche ich Euch natürlich auch heute wieder allzeit gutes Licht!

Werner Kutter

Best of U-Bahn München


Wie versprochen möchte ich nochmal einen Querschnitt über die vielzähligen Möglichkeiten in der Münchner U-Bahn zeigen. Für die Vorbereitung solcher Touren lest bitte den Artikel über die Grundlagen.
Bei der Durchsicht meiner Bilder sind mir ein paar Sachen aufgefallen, denen ich in der Serie zuvor wenig Beachtung geschenkt habe. Deshalb möchte ich hier noch auf ein paar „Besonderheiten“ eingehen und einen genaueren Blick auf folgende Details werfen.

Rolltreppen XXL
Am Marienplatz sind die Rolltreppen vom U-Bahn-Geschoss an der Stammstrecke vorbei in den Fussgängerbereich auf Grund ihrer Länge absolut sehenswert. Hier machen sich sowohl Farb-, als auch Schwarzweiss-Aufnahmen absolut Sinn.
Die Rolltreppe leer abzulichten ist freilich eine Geduldsprobe, aber durchaus möglich, wie man hier sehen kann.
In der Station Olympia-Einkaufszentrum (OEZ) ist auch eine Rolltreppe sehenswert, die auf Grund des geringeren Personenaufkommens auch mal im Stillstand geschossen werden kann. Aufnahmen ohne störende Personen bekommt man hier in der Regel schneller in den Kasten.
Sie ist nicht so lang, wie die am Marienplatz aber auch in Schwarzweiß absolut fotogen.
Eine Rolltreppe in Seitenansicht kann auch ein Eyecatcher sein, wie ebenfalls im OEZ besichtigt werden kann.
Interessant sind auch Menschen, welche die Rolltreppe benutzen und während dieser Zeit ganz andere Dinge tun. Eine Art von Streetphotografie kann damit gestaltet werden. Wenn man schon die Menschen nicht völlig ausblenden kann, dann werden sie wenigstens als Stil-Element ins Bild eingebaut.

Die Kunst am Bild

Ist das Kunst oder kann das weg? Bei manchem Beitrag in HDR-Aufmachung darf man sich das getrost fragen. Die U-Bahn bietet auch für diese Art der Fotografie zahllose Möglichkeiten. Einfahrende Züge in Geisterzüge zu verwandeln oder diese zu spiegeln macht richtig Spaß.

Es gibt für alles 2 Ansichten. Mal kann man die Lichtspuren natürlich lassen
mal werden sie verfremdet. Erlaubt ist, was gefällt – und was gefallen soll, das bestimmt immer noch der Künstler selbst.
Ein hereinfahrender Zug lässt meist durch die Scheiben die Tafeln mit dem Stationsnamen durchscheinen. Für diese Bilder stellt man sich am Besten ganz am Anfang des Bahnsteigs auf – dort ist der Zug am schnellsten.
Wem dieser Effekt zu schwach erscheint, der macht noch eine Aufnahme vom gleichen Standort aus – nur ohne Zug und blendet die beiden Bilder in Photoshop zusammen. Auch solch ein Bild kann verfremdet werden.

Apropos Geisterbahn:
Es wurden schon Züge in Spiegeln gesichtet, die nicht auf dem Gleis standen – und das nicht nur auf Bahnsteig 33 2/3!
Und manchmal weiß man vor lauter Schildern schon nicht mehr, wo man ist…
Gut wenn man dann einen Plan hat, den man in Ruhe studieren kann, während um einen herum die Welt in Hektik versinkt.
Wenn es wieder kalt wird und man keine rechte Lust auf fotografieren im Freien hat, dann ist die richtige Zeit wieder nach München zu gehen und den ein oder anderen Sonntag in der U-Bahn zu verbringen. Dort ist man von der Witterung unabhängig und so richtig kalt wird einem hier auch nicht.
Vielleicht sieht man sich ja mal auf einer spannenden Tour – bis dahin verbleibe ich, wie immer  mit dem gut gemeinten Wunsch: Allzeit gutes Licht!

Werner Kutter

U-Bahnhöfe Teil 5:



Zuerst musste ich 3 Jahre warten und dieses Jahr kam ich dafür gleich zweimal zum U-Bahn-Fotografieren. In dieser Folge geht es  um diese Bahnhöfe:
Machtelfinger Straße
Oberwiesenfeld
Partnachplatz
Sendliger Tor
Westpark

Machtelfinger Straße

Er liegt nur knapp unter der Erdoberfläche im Grünzug einer früheren Güterzugtrasse und trägt seinem Namen nach Machtlfing, einem Ort zwischen Tutzing und Herrsching.  Die Wände wurden in ihrer rauen Bohrpfahlbauweise belassen und bordeauxrot gestrichen.

Vier zweiteilige Farbflächen unterschiedlicher Art befinden sich an den Außenwänden des säulenlosen Bahnhofes, durch zwei Öffnungen in der Decke dringt viel Tageslicht in den Untergrund ein, was die Farbintensität der Tafeln weiter verstärkt.

Zur besseren Lichtreflexion sind am Fußboden unter den Oberlichtern Edelstahlplatten angebracht, die das einfallende Licht weiter verteilen.

Oberwiesenfeld


Die säulenlose Bahnsteigshalle liegt in Ost-West-Richtung unter der Moosacher Straße. Über 16 Oberlichter, die südlich der Moosacher Straße liegen, wird er mit Tageslicht versorgt.

Die Wände sind mit Aluminum-Paneelen verkleidet. Für die Gestaltung des an der Südseite aufgebrachten Bildes „Ornament“ zeichnet sich Rudolf Herz verantwortlich.

Es zeigt feine geometrische Muster in Form eines Labyrinths. Die Nordwand ist mit orangenen Paneelen verkleidet, die an das orange der Olympialinie anknüpfen sollen.

Partnachplatz

Der in einer leichten Kurve liegende U-Bahnhof ist als Teil der „Blumenlinie“ zur IGA eröffnet worden und stellt zusammen mit seinen Nachbarn Westpark und Holzapfelkreuth den ersten Schritt zu bunteren Stationen im Münchner U-Bahn-Bau dar.

Frühere Bahnhöfe waren in der Regel farblich eher wenig aufregend gestaltet, hier hat man erstmal einen Farbverlauf für die Hintergleiswände gewählt. Die oben leicht nach innen gebogenen Bahnhofsaußenwände sind von cremefarben bis grün gefärbt, das Muster wiederholt sich über die gesamte Bahnsteiglänge mehrfach.

Die Decke ist mit quer zur Fahrtrichtung verlaufenden Aluminiumlamellen verkleidet. Im Bahnsteigbereich ist die Deckenverkleidung höher als über den Gleisen, was die Raumwirkung im Bahnsteigbereich verstärkt.

Sendlinger Tor

Der Bahnhof ist einer der wenigen U-Bahnhöfe in München mit zwei Säulenreihen.

Dazwischen befindet sich am nördlichen Ende ein Aufzug ins Sperrengeschoss, hier ist der Bahnsteig am schmalsten. Danach weitet er sich im weiteren Verlauf auf und ist in der Mitte über Fest- und Fahrtreppen mit dem Sperrengeschoss sowie den darunterliegenden Bahnsteigen der U1 und U2 verbunden.

Die vielteiligen wabenförmigen Fliesen an den Stationswänden laden zum psychodelischen Spiel mit Farbe und Formen ein.

Westpark


Der in einer leichten Kurve liegende U-Bahnhof ist als Teil der „Blumenlinie“ zur IGA eröffnet worden.
Frühere Bahnhöfe waren in der Regel farblich eher wenig aufregend gestaltet, hier hat man erstmal einen Farbverlauf für die Hintergleiswände gewählt. Die oben leicht nach innen gebogenen Bahnhofsaußenwände sind von gelb über grün bis blau gefärbt, das Muster wiederholt sich über die gesamte Bahnsteiglänge mehrfach.

Die Decke ist mit quer zur Fahrtrichtung verlaufenden Aluminiumlamellen verkleidet. Im Bahnsteigbereich ist die Deckenverkleidung höher als über den Gleisen, was die Raumwirkung im Bahnsteigbereich verstärkt. Die den Bahnsteig tragenden Säulen sind mit gelben Fliesen verkleidet, die Aufgänge zur Garmischer Straße mit blauen.

Das soll es zunächst gewesen sein. Den Sommer über werde ich wohl nicht mehr in den Untergrund absteigen. Aber in der Schlechtwetterphase ist dies eine wirklich willkommene Abwechslung. Wenn alle notwendigen Vorbereitungen (siehe Artikel Grundlagen) getroffen sind, dann kann einem das Wetter an der Oberfläche egal sein.

Nächste Woche möchte ich Euch in einem „BestOf“  nochmal die besten Spots der 22 bisher von mir besuchten Stationen näher bringen. Dann zeige ich Euch Bilder und Beispiele, was es alles an Farben und Formen in der Münchner U-Bahn abzulichten gibt.
Verschiedene Bearbeitungen der Bilder werden ebenso Thema sein, wie auch Rolltreppen, Formen und eine Geisterbahn.

Bis dahin wünsche ich Euch – wie gewohnt – allzeit gutes Licht!

Werner Kutter

Hinweis:
Die Beschreibungen der Stationen sind zum großen Teil aus den Internetseiten von https://www.u-bahn-muenchen.de/ entnommen.

 

U-Bahnhöfe Teil 4:


Es geht weiter! Wir waren erneut in München und sind den ganzen Sonntag mit der U-Bahn kreuz und quer durch die Stadt gefahren. Hier sind die Ergebnisse aus den U-Bahnhöfen
Brudermühlstraße
Forstenrieder Allee
Großhadern
Haderner Stern
Klinikum Großhadern

Brudermühlstraße
Charakteristisch für diesen Bahnhof ist, dass er sich in einer leichten Kurve befindet. So ergeben sich interessante Perspektiven, je nachdem ob man den Innen- oder den Außenradius nimmt.

Er ist mit hellen Materialien wie Granit, Edelstahl und Blechpaneelen gestaltet. Die Hintergleiswände sind in lavendelblau gehalten, über den Gleisen ist der Sichtbeton im selben lavendelblauen Farbton gestrichen und verschwindet durch das Beleuchtungskonzept aus dem Auge des Betrachters.

Der Deckenbaldachin über dem Bahnsteigbereich ist fast weiß und gibt dem Bahnhof ein helles und freundliches Aussehen.

Forstenrieder Allee

Der Bahnsteig ist mit einer Reihe von schlanken Mittelsäulen ausgestattet, der helle Deckenbaldachin wird davon unterbrochen, was den Bahnhof optisch verlängert. Hier sind die in Sichtbeton belassenen Wände in grün gehalten.

Der Grundgedanke des „veredelten Rohbaus“ ist hier sehr schön umgesetzt. Passend zu dem Namen ist das Tannengrün der Wände allemal.

Großhadern


Der lange, vollständig gerade Bahnsteig wird von einer Reihe runder, mit gelben Metallplatten verkleideten, Säulen getragen, die ein wenig an die Säulen der Bahnhöfe im Zentrum erinnern.

Darüber erhebt sich eine gewaltiger Reflektorskulptur an der Decke, über die der Bahnsteig indirekt beleuchtet wird. Als Reflektionsmaterial dienen breite Aluminiumlamellen, die geschwungen über dem Bahnsteig angebracht sind.

Die Wände und die Decke über dem Gleisbereich ziert ein Wandgemälde von Johannes Klinger, was in der Münchner U-Bahn selten ist. Es zeigt künstlerisch wiedergegeben die verschiedenen geologischen Schichten, in denen sich der U-Bahnhof befindet. In zahlreichen Erdfarben wird hier der Bezug zum umliegenden Erdreich hergestellt.

Die Bahnsteigflächen und auch die Zugangsanlagen sind mit hellem Granit ausgelegt, was dem Bahnhof eine insgesamt sehr edle Erscheinung zukommen lässt. In Verbindung mit den gelben Säulen und den strahlenden Deckenreflektoren ist den Planern hier einer der schönsten U-Bahnhöfe gelungen.

Haderner Stern

Der hohe, säulenlose Bahnhof ist mit einer Deckenkonstruktion aus gewelltem Metallblech versehen, aus der in den Wellenbergen quer angeordnete Lampenträger ragen, die den langgezogenen Bahnsteigraum etwas kürzer wirken lassen. Durch die Reflektorwirkung der Metallbleche an der Decke wird das Licht außerdem noch über den ganzen Bahnsteig gestreut, um eine optimale Ausleuchtung zu erzielen.

An den Wänden befinden sich golden hinterlegte und hinterleuchtete Glasbausteine, die zusammen mit der Deckenkonstruktion einen edlen Eindruck hinterlassen. Da die Beleuchtung auf die Bahnsteigflächen ausgerichtet ist, verlieren sich die Hintergleiswände aber etwas im (durchaus gewollten) Dunkel des Gleisraumes.

Klinikum Großhadern

Der mit rotbraunen Granitplatten ausgelegte Bahnsteig ist über braune Säulen mit der Decke verbunden, die mit bunten Querträgern verkleidet ist. Sie ist in den selben Farben wie die Gestaltung der Hintergleiswände gehalten.

An den Wänden ist die hügelige Landschaft des Voralpenlandes angedeutet, die sich hier am Stadtrand von München in südlicher Richtung direkt anzuschließen scheint.

Wieder einmal konnten wir lernen, das es doch schöne Motive in der Münchner U-Bahn gibt – obwohl wir immer wieder verständnislos darauf angesprochen werden, was es denn hier interessantes zu fotografieren gäbe.
Nächste Woche geht die Reise weiter. Es warten dann noch die Bahnhöfe
Machtelfinger Straße
Oberwiesenfeld
Partnachplatz
Sendlinger Tor
Westpark

Bis dahin wünsche ich Euch nur das Beste und natürlich allzeit gutes Licht!

Werner Kutter

Hinweis:
Die Beschreibungen der Stationen sind zum großen Teil aus den Internetseiten von https://www.u-bahn-muenchen.de/ entnommen.

 

U-Bahn-Fotografie: Die Bahnhöfe Teil 3


Zum Abschluss der Serie noch die letzten vier Bahnhöfe Olympia-Einkaufszentrum, St. Quirin Platz, Westfriedhof und Wettersteinplatz auf meiner bisherigen Untergrund-Schleife.
Für den Moment ist hiermit Schluss – ich bin mir jedoch sehr sicher, dass ich dem Ruf nach neuen Bildern folgen werde und noch weitere Bahnhöfe erkunden werde.

9. Olympia Einkaufszentrum

Das Olympia Einkaufszentrum wurde ja letztes Jahr mit den tragischen Ereignissen des Amoklaufs deutschlandweit „berühmt“.

Die Hintergleiswände sind mit pyramidenförmigen Edelstahlelementen versehen, die das auf sie treffende Licht reflektieren. An der Decke sind ellipsoid geformte Verstrebungen auf halber Höhe angebracht, an denen die Bahnsteigbeleuchtung angebracht ist. Darüber liegen blau gestrichene und beleuchtete Wände und Decken. Die Rolltreppe in der Verbindung zwischen der U1 und der U3 ist Sonntags nicht so stark frequentiert, so dass sich hier auch mal Bilder mit still stehenden Stufen ergeben können.

10. St. Quirin Platz

Die Station St.-Quirin-Platz ist architektonisch einzigartig und für die Münchner U-Bahn ebenso un­gewöhnlich, da sie zur Seite mit einem großen „Auge“ hin zur Grünanlage „Am Hohen Weg“ geöffnet ist und sich über ihr eine aufwendige muschelförmige Dachkonstruktion aus Glas wölbt.
Die Glaskonstruktion über dem Bahnsteig stellte für die Ingenieure eine große Herausforderung dar, sollte sie doch möglichst preisgünstig hergestellt werden und dennoch den ästhetischen Ansprüchen genügen. Sie überspannt neben Teilen des Bahnsteigs auch die mittig angeordnete, ebenerdige Schalterhalle, von der aus Fahr- und Festtreppen sowie Aufzüge zur Bahnsteigebene führen.
Als einziger Bahnhof ist er mit zwei unmittelbar nebeneinander liegenden Aufzügen ausgestattet, da sich in der Nähe eine Einrichtung der Behindertenbetreuung mit mehreren hundert Plätzen befindet, was diese ungewöhnliche Maßnahme rechtfertigt.

 Von der Ausrichtung her sollte der Bahnhof nur Vormittags oder Nachts besucht werden. Nachmittags knallt die Sonne doch ziemlich hart durch die Scheibe, so dass keine sonderlich tollen Innenaufnahmen möglich sind.


11. Westfriedhof

Der wohl bekannteste Bahnhof auf unserem Weg durch den Münchner Untergrund ist die Station Westfriedhof.
Wegen seiner markanten Beleuchtung mit den überdimensionalen Lampenschirmen hat bestimmt jeder schon einmal ein Bild von ihm gesehen.

11 große Leuchten mit über 3,5 mt Durchmesser werfen rotes, blaues und gelbes Licht auf den Bahnsteig. Die Beleuchtung der Wände und Decke scheint intensiv Blau, so dass man sich ein bisschen wie in einer Höhle vor kommt.

Das Einstiegsbild habe ich an der Einfahrt gemacht und es zeigt eine Langzeitbelichtung eines einfahrenden Zuges. Durch die Fenster scheint das an der Wand angebrachte Hinweisschild des Bahnhofs durch, so dass ein toller Effekt aus Vorder- und Hintergrund entsteht.

Außerdem lohnt es sich hier auch mal aus der Froschperspektive ungewöhnliche Blickwinkel einzufangen. Die ungewöhnlichen Lampenschirme bieten aus nahezu jeder Lage einen imposanten Anblick.

12.  Wettersteinplatz

Über dem Bahnsteig befindet sich ein baulich bedingter Hohlraum, der eventuell zukünftig als automatische Anwohnertiefgarage genutzt werden soll. Zwischengeschosse ohne derzeit erkennbaren Nutzen weisen auf diese Planungen hin, selbst der Aufzug zur Oberfläche hält in dieser Etage bereits.

Der Bahnsteig ist mit 4,40 Metern Raumhöhe vergleichsweise niedrig, durch die spiegelnde Aluminiumdecke wird das aber optisch wieder teilweise aufgehoben. Zudem dient die Decke der Lichtverteilung aus den Leuchtern des Lichtsystemes. Die Außenwände des säulenlosen Bahnsteiges sind in rot beziehungsweise blaugrün gestrichen und erzielen damit eine starke Kontrastwirkung.

So, dass war sie – meine kleine Reise durch die Münchener U-Bahn. Ich hoffe sie war interessant und möchte noch anfügen, dass ich Anfang April noch weitere Bahnhöfe aufsuchen werde. Die Ergebnisse werden dann im Anschluss hier zu sehen sein.

Versprochen!

Bis es soweit ist wünsche ich Euch allen allzeit gutes Licht…

Werner Kutter

Hinweis:
Die Beschreibungen der Stationen sind zum großen Teil aus den Internetseiten von https://www.u-bahn-muenchen.de/ entnommen.

 

U-Bahn-Fotografie: Die Bahnhöfe Teil 2


Im zweiten Teil unserer Reise durch den Münchener Untergrund befassen wir uns mit den Stationen Mangfallplatz, Marienplatz, Moosacher-St.-Martins-Platz, Moosach und Münchner Freiheit.

5. Mangfallplatz

Die natürlich belassenen Wände werden durch ein kräftiges rot der Leitstreifenschilder kontrastiert, auch in den Leuchtrohren der Lampenbänder findet es sich wieder. Die Lampen strahlen an einen an der Decke montierten Aluminiumschirm, der das Licht indirekt auf den gesamten Bahnsteig verteilt und dadurch die gesamte Bahnsteighalle hell erstrahlen lässt.

An der nördlichen Außenwand bringt ein großformatiges blaues Kunstwerk ferner einen weiteren Farbakzent in den Bahnhof. Die dort angedeuteten Wassermotive knüpfen an die Herkunft des Münchner Trinkwassers an, das zu großen Teilen aus dem Mangfalltal stammt und über lange Rohrleitungen nach München geleitet wird.

Da die einfahrenden Züge hier aus einer Kurve in die Station kommen lassen sich spannende Lichtspurbilder an der Einfahrt anfertigen. Abstrakt, natürlich oder HDR-Style – erlaubt ist, was gefällt.

6. Marienplatz
Der Bahnhof erschließt den wichtigsten Teil der Altstadt und der Fußgängerzone mit ihren Geschäften und zahlreichen touristischen Attraktionen wie Frauenkirche, Neuem Rathaus (direkt über dem U-Bahnhof) oder Viktualienmarkt.

Endlos erscheinende Lichtbänder umrahmt von orangen Gängen – solche oder ähnliche Bilder hat wohl jeder schon einmal gesehen. Da sich der U-Bahnhof über mehrere, übereinanderliegende Ebenen erstreckt ist hier fast immer viel Betrieb.

Die, meines Wissen nach, längste Rolltreppe der Stadt steht nie still. Trotzdem gibt es in den Verbindungsgängen immer wieder mal Momente in denen alles Menschenleer erscheint. Hier ist der perfekte Ort, um sich in Geduld zu üben und die Fotografie zur Entschleunigung zu nutzen.

7. Moosacher St. Martins Platz

Der Moosacher St. Martins Platz ist eher etwas unbekannt. Gleichwohl ist er fotografisch interessant – präsentiert er doch an seinen Wänden ca. 76.200 Bilder aus dem gesamten Stadtteil Moosach.
Die Bilder sind dabei in chronologischer Reihenfolge angebracht, weswegen sich zum einen eine jahreszeitliche bedingte Farbabfolge ergibt und zum anderen der Jahreszyklus anhand der abgebildeten Natur betrachtet werden kann. Im oberen Wandbereich sind champagnerfarbene gewellte Bleche angebracht, die bis zur Sichtbetondecke nach oben reichen.

8. Moosach

Für mich als „alten“ Memminger war es natürlich schön, ein Schild mit heimatlichem Bezug zu finden. Und das mitten in München!

Der hundertste Bahnhof der Münchner U-Bahn  ist säulenlos, teilweise fällt Tageslicht durch die Oberlichter.
In Moosach werden Elemente der Moosacher Natur gezeigt, die  in stark vergrößerten Abbildungen an weißen Wandpaneelen an den Hintergleiswänden angebracht sind.
Es scheint fast so, als ob ein Fotograf mit Makroobjektiv für die Gestaltung zuständig war.

9. Münchner Freiheit
An der Münchner Freiheit ist blau die Farbe aller Säulen, die Wänder sind in neutralem hellgrau gehalten, die Decken ebenso.

Das Ergebnis wertet den U-Bahnhof sichtbar auf: Gelbe Wände, blau illuminierte Säulen und Spiegel als Deckenverkleidung sorgen für ein attraktives Erscheinungsbild, das auf Helligkeit, Transparenz und Lebendigkeit abzielt.
Hier lässt sich auch gut das Leben und Treiben der Münchner festhalten. z. B. mit längerer Belichtungszeit verwischte Personen erzeugen und so die Emsigkeit, ja die Hektik der Großstadt darstellen. Als Umsteigebahnhof ist hier auch am Sonntag das Passagieraufkommen höher als in den übrigen Bahnhöfen, so dass die Gegebenheiten hier zum Experimentieren einladen.

Nächste Woche geht die Mini-Serie mit den letzten vier Stationen vorerst zu Ende.
Ihr dürft gespannt sein, auf das, was Euch zum Abschluss noch alles erwartet – bis dahin wünsche ich Euch allzeit gutes Licht!

Werner Kutter

Hinweis:
Die Beschreibungen der Stationen sind zum großen Teil aus den Internetseiten von https://www.u-bahn-muenchen.de/ entnommen.

U-Bahn-Fotografie: Die Bahnhöfe Teil 1


Im ersten Teil unserer Reise durch den Münchener Untergrund entführe ich Euch in die Stationen Am Hart, Candidplatz, Georg-Brauchle-Ring und Hasenbergl.
Diese vier Bahnhöfe, die unterschiedlicher nicht sein könnten, zeigen eindrucksvoll die Möglichkeiten, die sich uns auftun können, wenn man nur einmal hin sieht.
Oft wurde ich während des Fotografierens angesprochen, was ich denn genau mache, was so interessant sei, um hier in der U-Bahn Bilder zu machen – nun, ich denke, die Ergebnisse sprechen für sich.

Farben und Formen, Architektur und Technik – faszinierende Welten lauern im Verborgenen auf den, der sie sehen will…

1. Am Hart

Der Bahnsteig zeigt uns eine imposante Deckenkonstruktion aus weißen Aluminiumtafeln, die das Licht der beiden Lichtbänder aufnehmen und auf den Bahnsteig zurückstrahlen. Wie ein Vogelflügel wird der Bahnsteig auf der gesamten Länge davon überspannt.
Hier bietet sich natürlich an, aus der Mitte heraus die Symmetrie der Anlage zu betonen.
Mit vergleichsweise geringem Aufwand wurde der Bahnhof sehr ansprechend gestaltet, dazu bedarf es gar nicht besonders vieler Farben. Rot, blau und weiß sind die Farben des Bahnhofes, das durchdachte Lichtkonzept und die interessante Deckenform zusammen machen aus einem von der Grundform her an sich langweiligen Bauwerk einen reizvollen Bahnhof.

2. Candidplatz
Der gesamte Bahnsteigbereich, also Wände, Säulen und Decken, ist in einem regenbogenartigen Farbverlauf bemalt. Am Nordende beginnt es mit violett und geht über rot, gelb und grün bis dunkelblau am südlichen Bahnsteigsende.Die Mittelstützen sind mit mattiertem Glas verkleidet, um eine Verschmutzung der Säulen selbst zu verhindern und die Farbflächen zu gliedern. Die ungewöhnliche Deckenform ist bedingt durch einen darüber verlaufenden Abwasserhauptkanal. Prinzipiell wäre sie zwar nur auf einer Seite nötig gewesen, wurde aber aus Symmetriegründen auf beiden Seiten gleich gestaltet.Leider waren bei meinem letzten Besuch im Februar teilweise große Farbablösungen an den Wänden zu sehen. Richtig tolle Bilder, welche den Farbverlauf über die ganze Länge zeigen, sind derzeit nicht möglich.

 

3. Georg-Brauchle-Ring

Hier ist das Spiel der Farben auf großen, sich abwechselnden rechteckigen Platten dominant. Unterbrochen durch einzelne Bilder aus der Umgebung und dem Rest der Welt  kommt man sich vor, als stünde man mitten in einem riesigen Farben-Puzzle. Schön ist außerdem, das dieser Bahnhof mit seiner Höhe von 7,50 mt komplett ohne störende Säule auskommt und so schöne Totalen möglich sind.

Die sichtbare Bauwerkshöhe ist im Vergleich zu früheren Bahnhöfen unüblich, da dort häufig abgehängte Decken eingebaut wurden. Am Georg-Brauchle-Ring wurde hingegen eine spiegelnde Decke aus poliertem Edelstahl angebracht, die den Bahnhof optisch nochmals höher wirken lässt.

4. Hasenbergl

In einem Stadtteil, welcher begründet in der Vergangenheit  nicht gerade den besten Ruf genießt, wird nicht gerade ein kleines Schmuckstück der modernen Architektur erwartet.

Die säulenlose Bahnteighalle ist mit hellgrauem Granitboden ausgelegt, der im mittleren Bereich von vier Reihen dunklerer Dreiecke aufgelockert wird. Der Boden strahlt damit eine gewisse Dynamik aus. Die Hintergleiswände bestehen aus großen Glasplatten, die mit Glasflies aus Glasfasern hinterlegt sind und damit einen Teil des Lichts reflektieren. In der Mitte des Bahnsteigs ist diese Glasfront auf beiden Bahnsteigseiten von einer großen Spiegelfläche unterbrochen. Mittendurch geht das rote Linienband, das ebenfalls aus Glasflächen besteht.

Nächste Woche geht es mit fünf Stationen weiter.
Seid gespannt, was noch alles kommen wird – bis dahin wünsche ich Euch allzeit gutes Licht!

 Werner Kutter

Hinweis:
Die Beschreibungen der Stationen sind zum großen Teil aus den Internetseiten von https://www.u-bahn-muenchen.de/ entnommen.

U-Bahn-Fotografie: Grundsätzliches


Farben, Formen, Architektur, Menschen – alles das kann man in der Unterwelt der Münchner U-Bahnhöfe ablichten. In den letzten Jahren wurden viele von Ihnen von Grund auf renoviert oder es sind neue Stationen dazu gekommen. Einige haben echt viel Potential und eine unendlich erscheinende Vielfalt an möglichen Motiven.

Ausrüstung:

Als Ausrüstung wäre an erster Stelle nach der Digitalkamera das Stativ zu nennen, da bei niedriger ISO schnell die Belichtungszeit zu hoch ist, um ohne verwackeln aus der Hand zu fotografieren.
Als Kamera ist grundsätzlich jede moderne Digitalkamera geeignet – mit leichten Vorteilen bei den Spiegelreflexkameras wg. den Wechselobjektiven und dem besseren Rauschverhalten.
Von den Objektiven habe ich am Häufigsten den Weitwinkelbereich benutzt. Ich habe von 10 – 300 mm mit drei Zoom-Objektiven den gesamten Bereich dabei, die meisten Bilder jedoch mit der 17 – 70 mm Linse aufgenommen.
Filter können auch zum Einsatz kommen – sind jedoch kein Muss. Ministative oder sog. Bohnensäcke als Unterlage und zum Ausrichten der Kamera auf Ablagen, Geländer oder auch dem Boden sind ebenfalls sehr sinnvoll.
Je nach Kamera, Dauer und Menge der Bilder sind natürlich auch ein Ersatz Akku und zusätzliche Speicherkarten sinnvoll.
Einen Blitz würde ich nicht mitnehmen, da erstens das Verwenden von Blitzen nicht gerne gesehen wird. Auf einfahrende Züge dürfen diese aus Sicherheitsgründen nicht gerichtet werden, da der Zugführer geblendet werden könnte und dies einen unzulässigen Eingriff in den Schienenverkehr darstellt

Rechtliches:

Bevor man sich auf die Reise macht, muss man wissen, dass die Verwendung von Stativen und das Fotografieren an sich eine Erlaubnis durch die Münchner Verkehrsbetriebe benötigt. Streng genommen befindet man sich nämlich auf Privatgrund und deshalb darf nicht einfach so drauflos geknipst werden.
Die Genehmigung erhält man kosten- und problemlos unter:
https://www.mvg.de/services/kontakt/foto-und-film.html

Ich habe dort das Kontaktformular ausgefüllt und keine Stunde später die Genehmigung per E-Mail erhalten. Um sicher zu gehen sollte dies jedoch mindestens eine Woche im Voraus erledigt werden. Bei beiden Touren, die ich in München gemacht habe wurden wir kontrolliert. Bei fehlender Genehmigung wird man freundlich zum Verlassen des U-Bahn-Geländes aufgefordert und intern eine Meldung abgesetzt um die anderen Kollegen und Zugführer aufmerksam zu machen.

Anfahrt:

Die bequemste und günstigste Art und Weise diese „Reise“ in den Untergrund zu unternehmen ist, innerhalb Bayerns, mit dem Bayern-Ticket der Deutschen Bahn. Man spart sich die Anfahrt und die Parkplatzkosten für das Auto und zudem ist das gesamte S- und U-Bahn-Netz ebenfalls inklusive.
Aktuelle Infos gibt es bei der Bahn unter:
https://www.bahn.de/p/view/angebot/regio/regionale-tickets/bayern/bayernticket.shtml


Zeit:

Als sehr gute Zeit für die Unternehmung hat sich der Sonntag während den Wintermonaten heraus gestellt. Je widriger das Wetter, um so besser – dann bleiben die meisten Menschen zu Hause. Da sich alle interessanten Details unterirdisch befinden, ist es für uns jedoch egal, wie oben das Wetter ist. Ob es stürmt, schneit, oder strengen Frost hat – davon bekommt man hier unten nichts mit. Nur während der Zeit des Ein- und Ausstiegs ist dann Betrieb auf den Bahnsteigen (ausgenommen Knotenpunkte wie beispielsweise der Marienplatz oder auf der sog. Stammstrecke zwischen Pasing und dem Ostbahnhof). Diese Zeitspanne kann auch für Street-Photographie genutzt und die Reisenden in den Bildern integriert werden. Ansonsten sind die genannten Bahnsteige minutenlang leer – am Sonntag ist der Takt der ein- und ausfahrenden Züge zudem länger als Wochentags. Es erübrigt sich also der Einsatz von Filter, um über die Langzeitbelichtung die Menschen aus den Fotos verschwinden zu lassen. Man kann dies auch sehr gut zur Entschleunigung und Geduldstraining nehmen – ein oder zwei Minuten bekommt man fast immer, an denen der Bahnsteig sich komplett leert.

sonstiges:

Wer gerne unter Anleitung und Nachts so etwas machen würde, der findet bei Micha Pawlitzki einen Fotografen, der auf diesem Gebiet eine große Erfahrung vor zu weisen hat.  Er hat, zur Inspiration und Orientierung, 2013 ein Buch veröffentlicht:  Untergrund – U-Bahn-Stationen in Deutschland.
Er führt vorzugsweise Nachts durch den Münchner Untergrund – aber auch durch andere U-Bahn-Stationen in Deutschland.
Das Buch gibt es hier:
Unter Grund: U-Bahn-Stationen in Deutschland
Weitere Infos findet Ihr unter:
http://www.micha-pawlitzki-stock.com/php/frontend/fotokurse.php?tabident=i337379057426

Stationen:

Folgende Stationen haben wir abgefahren und werden in den nächsten Wochen vorgestellt (in alphabetischer Reihenfolge):

Am Hart
Candidplatz
Georg-Brauchle-Ring
Hasenbergl
Mangfallplatz
Marienplatz
Moosacher St. Martins-Platz
Moosach
Münchner Freiheit
Olympia-Einkaufszentrum
St.-Quirin-Platz
Westfriedhof
Wettersteinplatz

Bis es nächste Woche mit den ersten 4 Stationen los geht. wünsche ich Euch schon mal allzeit gutes Licht!

Werner Kutter