Schloss Lichtenstein

Die Wanderung zum Schloss Lichtenstein bei Honau im Landkreis Reutlingen haben wir gleich zwei Mal im letzten Jahr gemacht. Und das nicht, weil es uns das erste Mal soviel Spaß gemacht hat, sondern…

Schon beim Aussteigen aus dem Auto geht der Blick andächtig und ungläubig zugleich nach oben. Es scheint unmöglich, wie das Gebäude an die Kante zum Abgrund gebaut wurde und doch steht es da immer noch.
Schloss Lichtenstein wird auch als das Märchenschloss Württembergs bezeichnet, wurde dort doch erst 2009 noch eine Verfilmung des Märchens Dornröschen abgedreht. Von März bis November ist es mit einer Führung für die Öffentlichkeit zugänglich, ohne Führung gelangt man nur in den Innenraum und kann von dort aus die prächtige Aussicht genießen.

Wir parken unser Auto auf einem öffentlichen Parkplatz im Ort und nehmen den vorbeiführenden Fußweg Richtung Echazquelle. Vorbei am Sportplatz und einer großen Forellenzucht führt uns der Weg an den Fuß des Berges, auf welchem das Schloss thront.
Ein schöner Picknickplatz lädt zum Verweilen ein und so werden wir gewahr, dass wir uns hier an der Quelle des Flüsschens Echaz befinden. Dieser wird ca. 23 km weiter in den Neckar münden und befindet sich ca. 250 m unterhalb unseres eigentlichen Ziels.
Was uns zum Manko des ersten Versuchs des Besuchs im Schloss bringt: Keiner von uns hat damit gerechnet, dass Anfang März hier noch Schnee liegen könnte.

Das Schild mit dem Hinweis auf den Alpinen Pfad nahmen wir noch wohlwollend zur Kenntnis, gleichwohl wurden wir nur kurze Zeit später eines besseren belehrt. Der Schnee auf dem Pfad wurde immer mehr und unglücklicherweise hat die umgestürzten Bäume auch noch keiner weggeschafft.
Am Anfang ist man noch frohen Mutes und denkt sich, dass das alles ja gleich viel besser werden würde – bis schließlich der Punkt kommt, an dem man normalerweise nicht weiter gehen würde, aber der Rückweg bergab über harschen Schnee ohne Krampen erst recht nicht mehr möglich ist.
Im Schneckentempo kämpften wir uns fast 2 Stunden durchs Gehölz und erreichten schließlich überglücklich das Schloss, welches wider erwarten noch nicht geöffnet war…

Das war der Moment, an dem man sich schwört, schon allein wegen der Tortur bei besserer Witterung und geräumten Weg den Aufstieg ein zweites Mal zu wagen.
Das war dann im September der Fall. Bei strahlend blauem Himmel und mit deutlich besseren Wegen sind wir den Pfad wieder hoch gestiegen – auch um uns selbst zu beweisen, dass es unter 2 Stunden zu schaffen ist.
Diesmal waren die Tore auch geöffnet, so dass ich meine gewünschten Bilder vom Schloss am Abgrund machen konnte .
Trotz des guten Wetters war nicht so viel Betrieb, als dass es unmöglich gewesen wäre mein Stativ aufzustellen. Panoramen mache ich gerne vom Stativ aus, da sich die Bilder oft leichter zusammensetzen lassen, wenn man den Rundblick nicht verwackelt.
Kleiner Tipp am Rande:
Für Panoramen mache ich die einzelnen Bilder immer im Hochformat – damit braucht man zwar mehr Einzelaufnahmen, aber man hat dann oben und unten mehr Raum, um das fertige Bild dann Ausrichten und/oder Zuschneiden zu können.

Ein paar Runden durch den Innenraum drehten wir, machten kurz Rast mit einer leckeren Brotzeit und genossen das Panorama mit dem Blick hinaus ins Schwabenländle.
Klar – man kann auch bis fast vor die Haustür mit dem Auto hier hoch fahren, aber ich denke das der Sinn und Zweck eines Ausflugs für uns doch immer noch in der körperlichen Bewegung liegt. 3 – 4 Stunden an der frischen Luft zu sein und sich zu bewegen ist doch auf jeden Fall besser, als immer alles direkt aus dem Auto heraus zu erledigen.
Wir haben ja auch noch unseren vierbeinigen Begleiter – die hat es auch lieber zu laufen, als zu fahren.

Um solche Aussichten genießen zu dürfen nimmt man doch gerne ein paar Strapazen auf sich. Für Eure Ausflüge wünsche ich Euch, wie immer, nur das beste Wetter und für die dabei entstehenden Fotografien allzeit gutes Licht.

Werner Kutter