Best of U-Bahn München


Wie versprochen möchte ich nochmal einen Querschnitt über die vielzähligen Möglichkeiten in der Münchner U-Bahn zeigen. Für die Vorbereitung solcher Touren lest bitte den Artikel über die Grundlagen.
Bei der Durchsicht meiner Bilder sind mir ein paar Sachen aufgefallen, denen ich in der Serie zuvor wenig Beachtung geschenkt habe. Deshalb möchte ich hier noch auf ein paar „Besonderheiten“ eingehen und einen genaueren Blick auf folgende Details werfen.

Rolltreppen XXL
Am Marienplatz sind die Rolltreppen vom U-Bahn-Geschoss an der Stammstrecke vorbei in den Fussgängerbereich auf Grund ihrer Länge absolut sehenswert. Hier machen sich sowohl Farb-, als auch Schwarzweiss-Aufnahmen absolut Sinn.
Die Rolltreppe leer abzulichten ist freilich eine Geduldsprobe, aber durchaus möglich, wie man hier sehen kann.
In der Station Olympia-Einkaufszentrum (OEZ) ist auch eine Rolltreppe sehenswert, die auf Grund des geringeren Personenaufkommens auch mal im Stillstand geschossen werden kann. Aufnahmen ohne störende Personen bekommt man hier in der Regel schneller in den Kasten.
Sie ist nicht so lang, wie die am Marienplatz aber auch in Schwarzweiß absolut fotogen.
Eine Rolltreppe in Seitenansicht kann auch ein Eyecatcher sein, wie ebenfalls im OEZ besichtigt werden kann.
Interessant sind auch Menschen, welche die Rolltreppe benutzen und während dieser Zeit ganz andere Dinge tun. Eine Art von Streetphotografie kann damit gestaltet werden. Wenn man schon die Menschen nicht völlig ausblenden kann, dann werden sie wenigstens als Stil-Element ins Bild eingebaut.

Die Kunst am Bild

Ist das Kunst oder kann das weg? Bei manchem Beitrag in HDR-Aufmachung darf man sich das getrost fragen. Die U-Bahn bietet auch für diese Art der Fotografie zahllose Möglichkeiten. Einfahrende Züge in Geisterzüge zu verwandeln oder diese zu spiegeln macht richtig Spaß.

Es gibt für alles 2 Ansichten. Mal kann man die Lichtspuren natürlich lassen
mal werden sie verfremdet. Erlaubt ist, was gefällt – und was gefallen soll, das bestimmt immer noch der Künstler selbst.
Ein hereinfahrender Zug lässt meist durch die Scheiben die Tafeln mit dem Stationsnamen durchscheinen. Für diese Bilder stellt man sich am Besten ganz am Anfang des Bahnsteigs auf – dort ist der Zug am schnellsten.
Wem dieser Effekt zu schwach erscheint, der macht noch eine Aufnahme vom gleichen Standort aus – nur ohne Zug und blendet die beiden Bilder in Photoshop zusammen. Auch solch ein Bild kann verfremdet werden.

Apropos Geisterbahn:
Es wurden schon Züge in Spiegeln gesichtet, die nicht auf dem Gleis standen – und das nicht nur auf Bahnsteig 33 2/3!
Und manchmal weiß man vor lauter Schildern schon nicht mehr, wo man ist…
Gut wenn man dann einen Plan hat, den man in Ruhe studieren kann, während um einen herum die Welt in Hektik versinkt.
Wenn es wieder kalt wird und man keine rechte Lust auf fotografieren im Freien hat, dann ist die richtige Zeit wieder nach München zu gehen und den ein oder anderen Sonntag in der U-Bahn zu verbringen. Dort ist man von der Witterung unabhängig und so richtig kalt wird einem hier auch nicht.
Vielleicht sieht man sich ja mal auf einer spannenden Tour – bis dahin verbleibe ich, wie immer  mit dem gut gemeinten Wunsch: Allzeit gutes Licht!

Werner Kutter

U-Bahn-Fotografie: Die Bahnhöfe Teil 3


Zum Abschluss der Serie noch die letzten vier Bahnhöfe Olympia-Einkaufszentrum, St. Quirin Platz, Westfriedhof und Wettersteinplatz auf meiner bisherigen Untergrund-Schleife.
Für den Moment ist hiermit Schluss – ich bin mir jedoch sehr sicher, dass ich dem Ruf nach neuen Bildern folgen werde und noch weitere Bahnhöfe erkunden werde.

9. Olympia Einkaufszentrum

Das Olympia Einkaufszentrum wurde ja letztes Jahr mit den tragischen Ereignissen des Amoklaufs deutschlandweit „berühmt“.

Die Hintergleiswände sind mit pyramidenförmigen Edelstahlelementen versehen, die das auf sie treffende Licht reflektieren. An der Decke sind ellipsoid geformte Verstrebungen auf halber Höhe angebracht, an denen die Bahnsteigbeleuchtung angebracht ist. Darüber liegen blau gestrichene und beleuchtete Wände und Decken. Die Rolltreppe in der Verbindung zwischen der U1 und der U3 ist Sonntags nicht so stark frequentiert, so dass sich hier auch mal Bilder mit still stehenden Stufen ergeben können.

10. St. Quirin Platz

Die Station St.-Quirin-Platz ist architektonisch einzigartig und für die Münchner U-Bahn ebenso un­gewöhnlich, da sie zur Seite mit einem großen „Auge“ hin zur Grünanlage „Am Hohen Weg“ geöffnet ist und sich über ihr eine aufwendige muschelförmige Dachkonstruktion aus Glas wölbt.
Die Glaskonstruktion über dem Bahnsteig stellte für die Ingenieure eine große Herausforderung dar, sollte sie doch möglichst preisgünstig hergestellt werden und dennoch den ästhetischen Ansprüchen genügen. Sie überspannt neben Teilen des Bahnsteigs auch die mittig angeordnete, ebenerdige Schalterhalle, von der aus Fahr- und Festtreppen sowie Aufzüge zur Bahnsteigebene führen.
Als einziger Bahnhof ist er mit zwei unmittelbar nebeneinander liegenden Aufzügen ausgestattet, da sich in der Nähe eine Einrichtung der Behindertenbetreuung mit mehreren hundert Plätzen befindet, was diese ungewöhnliche Maßnahme rechtfertigt.

 Von der Ausrichtung her sollte der Bahnhof nur Vormittags oder Nachts besucht werden. Nachmittags knallt die Sonne doch ziemlich hart durch die Scheibe, so dass keine sonderlich tollen Innenaufnahmen möglich sind.


11. Westfriedhof

Der wohl bekannteste Bahnhof auf unserem Weg durch den Münchner Untergrund ist die Station Westfriedhof.
Wegen seiner markanten Beleuchtung mit den überdimensionalen Lampenschirmen hat bestimmt jeder schon einmal ein Bild von ihm gesehen.

11 große Leuchten mit über 3,5 mt Durchmesser werfen rotes, blaues und gelbes Licht auf den Bahnsteig. Die Beleuchtung der Wände und Decke scheint intensiv Blau, so dass man sich ein bisschen wie in einer Höhle vor kommt.

Das Einstiegsbild habe ich an der Einfahrt gemacht und es zeigt eine Langzeitbelichtung eines einfahrenden Zuges. Durch die Fenster scheint das an der Wand angebrachte Hinweisschild des Bahnhofs durch, so dass ein toller Effekt aus Vorder- und Hintergrund entsteht.

Außerdem lohnt es sich hier auch mal aus der Froschperspektive ungewöhnliche Blickwinkel einzufangen. Die ungewöhnlichen Lampenschirme bieten aus nahezu jeder Lage einen imposanten Anblick.

12.  Wettersteinplatz

Über dem Bahnsteig befindet sich ein baulich bedingter Hohlraum, der eventuell zukünftig als automatische Anwohnertiefgarage genutzt werden soll. Zwischengeschosse ohne derzeit erkennbaren Nutzen weisen auf diese Planungen hin, selbst der Aufzug zur Oberfläche hält in dieser Etage bereits.

Der Bahnsteig ist mit 4,40 Metern Raumhöhe vergleichsweise niedrig, durch die spiegelnde Aluminiumdecke wird das aber optisch wieder teilweise aufgehoben. Zudem dient die Decke der Lichtverteilung aus den Leuchtern des Lichtsystemes. Die Außenwände des säulenlosen Bahnsteiges sind in rot beziehungsweise blaugrün gestrichen und erzielen damit eine starke Kontrastwirkung.

So, dass war sie – meine kleine Reise durch die Münchener U-Bahn. Ich hoffe sie war interessant und möchte noch anfügen, dass ich Anfang April noch weitere Bahnhöfe aufsuchen werde. Die Ergebnisse werden dann im Anschluss hier zu sehen sein.

Versprochen!

Bis es soweit ist wünsche ich Euch allen allzeit gutes Licht…

Werner Kutter

Hinweis:
Die Beschreibungen der Stationen sind zum großen Teil aus den Internetseiten von https://www.u-bahn-muenchen.de/ entnommen.