Der Jahresrückblick 2019

O. k. ich habe keine 100.000 Follower, ich nenne mich nicht Influencer und habe auch noch keine Bücher geschrieben – doch trotzdem bin ich auf ein paar Sachen stolz, die ich in 2019 erreicht habe. Und die möchte ich Euch gerne mitteilen und so das Jahr nochmal ein klein wenig Revue passieren lassen.
Es ist viel passiert, schauen wir’s uns an:

Nach dem Osterurlaub im Harz haben wir auf der Heimfahrt noch einen Schlenker über Heidelberg gemacht. Dort haben wir Freunde besucht und auch am Sonntag einen Tag in Frankfurt verbracht. Beim Spaziergang durch die Stadt habe ich auch immer wieder einen Blick zum Himmel geworfen, da immer wieder dicke, fette Wolken auftauchten und ich doch noch den Sonnenuntergang mit der Skyline von Mainhattan fotografieren wollte. Wolken am Himmel sind immer schön, doch wenn die Bewölkung zu dicht wird kann es auch schnell wieder ins Gegenteil umschlagen.
Also warteten wir geduldig ab, bis es Zeit wurde sich auf der Flößerbrücke in Stellung zu bringen. Am Nachmittag hatte ich mir beim Rundgang bereits einen Standort ausgesucht und zum Glück war der noch frei. Mehrere Fotografen hatten schon die Stative ausgepackt und warteten, so wie ich, auf den richtigen Moment.
Laut PhotoPills, eine App zur Bestimmung des Sonnenstandes abhängig von Standort und Uhrzeit, sollte der Sonnenuntergang genau zwischen den Hochhäusern im Finanzdistrikt stattfinden. Und die Wolken meinten es auch gut mit uns: Hinter der Skyline war klarer Himmel, so dass die Sonne schön zwischen den Häuserschluchten durchscheinen konnte. Im Vordergrund war eine tiefe, dicke Wolkenschicht welche dramatisch und bedrohlich vor der Szene zu liegen kam und von der tief stehenden Sonne von unten erleuchtet wurde. Ein Anblick der mich an Independance Day erinnerte.
So hatte ich mein persönlich bestes Bild bereits vor Mai im Kasten und dies sollte auch das Bild mit der größten Resonanz in den sozialen Medien für mich werden.

Nach der Rückkehr und dem genannten Erfolg des Bildes reifte in mir der Plan, für die Zukunft etwas aufbauen zu wollen was mir unglaublich viel Spaß macht und etwas „Taschengeld“ einbringen könnte – ich gründete meine Firma „Werner’s Fototräume“.
Da mir bereits Flächen in Aussicht gestellt wurden, um Bilder auszustellen, wollte ich alles richtigmachen und holte mir den Gewerbeschein auf der Gemeinde. Schnell waren die Formalitäten erledigt und so konnte ich an die Bestellung der Leinwände gehen, die ich ausstellen wollte.
Ein bunter Querschnitt meines bisherigen Schaffens hängt seit Juni jetzt in der Ergotherapiepraxis von Uwe Wahl in Memmingen. Nach vorheriger Terminvereinbarung können die Exponate besichtigt werden (Tel.: 08331/9246985). P. S.: Die Bilder kann man natürlich auch kaufen und zu Hause in aller Ruhe betrachten!

Im Frühsommer stand die Renovierung unserer Küche an. Damit die Tapete an der Arbeitsfläche und hinter dem Ceranfeld geschützt wird, wollten wir dort zuerst eine Rückwand vom Möbelhaus anbringen lassen. Nach langem hin und her befanden wir, dass es doch standesgemäßer wäre, wenn es bei einem Fotografen in der Küche auch ein Bild als Küchenrückwand zu bestaunen gibt. Also habe ich meine Panoramaaufnahmen durchsucht, welche Bilder sich für diese Verwendung eignen könnten. Nach kurzem Suchen bin dann tatsächlich auch fündig geworden, da ich im Frühjahr am Hopfensee bei Füssen war, da ich an dem Abend einen schönen Sonnenuntergang vermutete.
Leider blieb das Farbspektakel aus, aber wenn man schon mal da ist, dann macht man natürlich Bilder. Und für diesen Zweck, hinter Glas in einer Küche zu enden, waren die Bilder mit dezenteren Farben sowieso viel besser geeignet.

Der Sommerurlaub musste aus privaten Gründen umgeworfen werden, so dass ich nicht in das sehr fotogene Elbsandsteingebirge fahren durfte. Als Entschädigung wählten wir jedoch die Dolomiten, was mich zu meinem körperlichen Höhepunkt bringt: Die Umrundung der Drei Zinnen.
Untrainiert und fern der Heimat bin ich dort in über 2500 m Höhe den über 9 km langen Rundwanderweg mit Kamera, zwei Wechselobjektiven (Ultraweitwinkel und Telezoom), Proviant und Wasser im Rucksack und meinem Stativ in der Hand gegangen. Atemberaubende Aussichten machten die, für mich gewaltigen, Anstrengungen vergessen. Ich hätte es selbst nicht geglaubt, dass ich es mit einem schmerzenden Knie und der Teilprothese im anderen schaffen würde und so konnte ich alle Bedenken überwinden und das für mich bis dahin größte Abenteuer erleben.

Im selben Zeitraum erhielt ich von meinem besten Arbeitskollegen die Anfrage, besser gesagt den Auftrag, seine Hochzeit zu fotografieren. Für einen Natur- und Landschaftsfotografen gleichwohl eine Ehre wie auch eine sehr große Herausforderung, da mir meine Motive sonst nicht weglaufen können. Und meinem „Lieblingskollegen“ konnte ich sowieso noch nie etwas ausschlagen. Da es sich „nur“ um eine standesamtliche Trauung mit Feier im engsten Familienkreis handelte dachte ich mir: Das schaffst Du schon.
Also setzte ich alles daran, so viele Infos wie möglich zu erhalten und siehe da: dem Paar haben meine Bilder sehr gut gefallen.
Ich bin dankbar dafür, dass ich die Erfahrung machen durfte und nun weiß, dass ich 1. Menschen fotografieren kann und 2. kein Hochzeitsfotograf werde.

Von dem Erfolg beflügelt nahm ich dann auch gleich die nächste Herausforderung an, von einer benachbarten Abteilung ein Abschiedsbild für deren scheidenden Chef zu machen. Ich hatte ja jetzt Erfahrung und natürlich auch gleich eine Idee, als ich hörte wo das Shooting stattfinden sollte. Allzuviel kann ich über diese Sache noch nicht berichten, da die feierliche Übergabe zu Ehre der Verabschiedung noch nicht stattgefunden hat und eine Überraschung bleiben soll.
Nur soviel: Die Bilder haben großen Gefallen gefunden.

Zum Jahresabschluss habe ich es nun auch zum zweiten Mal geschafft, für die Weihnachtskarte der DLRG Memmingen/Unterallgäu das Motiv zu liefern. Dankenswerterweise erhalte ich immer eine Karte für mich zur Archivierung und so bin ich stolz darauf, dass so mein Name über diese schöne Aktion in der Gegend in Umlauf kommt. Ich werde mich auch in 2020 bemühen wieder ein Bild für gemeinnützige Institutionen zur Verfügung zu stellen.

Die größte Ehre wurde mir von meinem Arbeitgeber gemacht. Ich hatte bereits im Februar den Sonnenaufgang am neuen Umspannwerk bei mir zu Hause in Woringen fotografiert. Dieses Bild habe ich dem Kollegen zukommen lassen, der das Umspannwerk geplant und als Bauleiter errichtet hatte. So kam das Bild im Unternehmen in Umlauf und landete schließlich auch in unserer Abteilung für Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit. Von da an ging alles ganz schnell: Nachdem ich das o. k. zur weiteren Verwendung gegeben habe wurde das Bild zuerst auf Instagram im Feed der Lechwerke AG veröffentlicht. Anschließend gelang es mehrfach in die Präsentationen von Bilanzen und des Jahresabschlusses. Als im August nun die LEW Verteilnetz GmbH, bei der ich angestellt bin, ihre neue Webseite veröffentlichte traf mich fast der Schlag: Mein Bild war der Opener in die Welt der LVN – es zeirt fortan die Homepage von www.lew-verteilnetz.de

Das war der wesentlicihe Überblick über mein persönliches 2019.
Viel ist passiert, ich habe wieder jede Menge dazu gelernt und bin der Meinung: Da geht noch was!
Insofern wünsche ich Euch allen einen guten Rutsch und viel Erfolg – vor allem aber Gesundheit – in 2020.
Allzeit gutes Licht!

Werner Kutter

Im Fischleintal bei Sexten

Die Wanderung zur Talschlusshütte im Fischleintal ist für viele nur der Beginn eines großen Abenteuers – ist sie doch der Beginn des Aufstiegs zu den Drei Zinnen.
Wir stellten unser Auto am Parkplatz Fischleinbodenhütte ab und wanderten zu Fuß weiter Richtung Süden. Nachdem wir das große Hotel am Eingang des Wanderweges links liegen gelassen hatten, wurden wir auch schon vom großartigen Anblick der wild zerklüfteten Sextener Dolomiten eingefangen.

Entlang der grünen Wiesen schlängelt sich der Weg kaum merklich steigend immer näher an die für manche bedrohlich wirkenden Felswände heran. Unser Ziel war die erwähnte Talschlusshütte. Zum damaligen Zeitpunkt dachte ich noch, dass wäre etwas einmaliges, doch im Laufe des Aufenthalts im Pustertal merkten wir, dass fast jedes Tal seine Talschlusshütte besaß.

Leider war der Bachlauf des Alto Rio di Fiscalina trocken. Unser Hund hätte all zu gerne im kühlen Nass getobt. So mussten wir trockenen Fußes die staubige Piste nach hinten zur Gaststätte überwinden. Angetrieben von der Aussicht auf eine deftige Brotzeit hattten wir schließlich den Weg schnell überwunden. Tatsächlich kehrten hier auch ein paar Wanderer ein, die vom bevorstehenden Aufstieg zur Drei Zinnen Hütte erzählten.

Wir genossen die südtiroler Spezialitäten auf der gut sortierten Speisekarte. Die Preise moderat, der Geschmack super. Das erklärte dann auch, warum so viele Gäste hier einkehrten und gerne verweilten.
Ich ging dann noch etwas um die Hütte herum, um noch das eine oder andere Foto zu machen, als sich ein Regenschauer ankündigte und uns zum Aufbruch zwang. Die Regenschirme waren nämlich im Auto geblieben – damit sie nicht nass werden!

Also machten wir uns wieder auf den Rückweg und sahen zu, dass wir auf 1500 m Höhe so schnell es der Kraislauf zuließ die knapp zwei Kilometer zurück zum Auto laufen konnten. Gut, dass es nur knapp 70 Höhenmeter waren, die wir nun wieder nach unten kamen. Mein Polo-Shirt hatte ich in den Rucksack gesteckt, damit ich dann am Wagen das durchnässte T-Shirt, welches ich als Unterhemd trug, gegen das Trockene eintauschen konnte.

Bevor wir endgültig am Parkplatz los fuhren blickte ich nochmal zurück, um diesen Anblick einzufangen. Die Wolken umschlossen die Berge und ließen nur noch einzelne Nadelspitzen hervorschauen. Das gefiel mir so gut, dass ich doch noch ein paar Aufnahmen davon machte.

Für Wanderungen wie diese wünsche ich Euch immer trockenes Wetter und für die Fotografie allezeit gutes Licht!

Werner Kutter

Die Erdpyramiden

Da wir am Samstag gleich in aller Frühe losgefahren sind und bereits am Vormittag in Niederrasen unser Zimmer beziehen konnten wollten wir am späten Nachmittag auch gleich die erste spektakuläre Erkundung starten. Laut meinen Recherchen war der Ort, den wir ansteuern wollten Abends am schönsten angeleuchtet, so dass sich dieser Ausflug für den ersten Tag gleich angeboten hat.

Nach einer kurvenreichen Fahrt über schmale Straßen, durch lichte Wälder und kleine Dörfer kamen wir schließlich am Parkplatz an. Zu unserer Freude war der ab 17 Uhr kostenfrei zu benutzen. Also nichts wie raus aus dem Auto und rein in die Wanderstiefel. Nach kurzer Orientierung an den großen Schautafeln und den guten Wegweisern ging es dann auch schon los.

Hinein in den Wald und bergauf ging es auf einem gut begehbaren Weg. An den „steilen“ Stellen war der Weg bequem abgetreppt so dass Mensch und Hund einen entspannten Spaziergang unternehmen konnten.

Als uns oben kurz vor dem eigentlichen Ziel der Wald wieder entlassen hatte, konnten wir sehen, dass mit großen Anstrengungen die Wege zu wahren „Kinderwagenautobahnen“ ausgebaut werden. Da bleibt der Wanderschar wirklich kein Wunsch offen sollte dieser Ausbaustandard bis zum Parkplatz durchgezogen werden.

Oben angekommen teilt sich der Weg. Nach links gehts zu den Erdpyramiden und nach rechts wird uns die Fahrstraße später wieder zurück zum Auto bringen. Aber erst einmal ist Zeit, das Panorama zu genießen, welches sich hier oben an der Kuppe bietet. Für uns war es das erste Mal, dass wir Richtung Sextener Dolomiten schauen konnten und dementsprechend überwältigt waren wir auch von dem Anblick.

Schließlich konnten wir uns doch los reißen und wandten uns dem nahe gelegenen Eingang zur Erdpyramidenwelt zu. Ein Brunnen und verschiedene Skulpturen begrüßten uns und luden dazu ein dem Weg tiefer in den nächsten Wald zu folgen.

Schließlich erreichten wir den ersten Aussichtsplatz mit einladenden Sitzgelegenheiten und einem tollen Aus- und Überblick über die kuriose Landschaft vor unseren Füßen.

Die Erdpyramiden bei Platten sind ein geologisches Phänomen. Die Natur zeigt sich hierbei besonders einfallsreich und spült die weichen Sedimente unter den Felsen weg. So bleiben einzelne Felsbrocken auf dünnen Gesteinsnadeln zurück, welche eine wahllos erscheinende Ansammlung von großen Steinen bilden.

Kurioserweise bleibt die einzelne Stele bestens bestehen, so lange sie ihren Deckstein nicht verliert. Rutscht dieser ab geht der Verfall in der Regel ziemlich schnell, da nun der Regen direkt von oben Einfluss auf den Stängel nehmen kann.

Eine Ganze Reihe an Stufen führt einige Höhenmeter tiefer, und immer wieder bieten schöne Aussichtsplätze mit stabilen Absturzsicherungen und Geländer neue Ansichten dieser spektakulären Formationen.

Der Weg kann unten weiter wieder zurück genommen werden, oder man steigt, so wie wir, wieder nach oben und geht so zurück, wie man hergekommen ist.
Wir blieben auf der breiten Fahrstraße um noch ein Weile den tollen Ausblick ins Pustertal und die nahen Berggipfel zu genießen.

Die Abendsonne wärmte uns noch schön, so dass wir in einem kurzen Marsch wieder zurück zum Auto fanden. Unterwegs hatten wir das Gefühl irgendjemand hätte das Allgäu mitten in die Alpen versetzt. Grüne Berghänge, manchmal flach, manchmal steil abfallend erinnerten uns schon sehr an die eigene Heimat.

Der Bereich in dem die Erdpyramiden liegen befindet sich bei etwas über 1500 Metern. Wer Probleme mit der Höhe hat sollte extrem vorsichtig seinn. Die Runde ist an sich nicht schwer zu gehen.

Ich wünsche Euch für die Exkursion gutes Wetter und für die dabei entstehenden Bilder natürlich gutes Licht!

Werner Kutter