Im Fischleintal bei Sexten

Die Wanderung zur Talschlusshütte im Fischleintal ist für viele nur der Beginn eines großen Abenteuers – ist sie doch der Beginn des Aufstiegs zu den Drei Zinnen.
Wir stellten unser Auto am Parkplatz Fischleinbodenhütte ab und wanderten zu Fuß weiter Richtung Süden. Nachdem wir das große Hotel am Eingang des Wanderweges links liegen gelassen hatten, wurden wir auch schon vom großartigen Anblick der wild zerklüfteten Sextener Dolomiten eingefangen.

Entlang der grünen Wiesen schlängelt sich der Weg kaum merklich steigend immer näher an die für manche bedrohlich wirkenden Felswände heran. Unser Ziel war die erwähnte Talschlusshütte. Zum damaligen Zeitpunkt dachte ich noch, dass wäre etwas einmaliges, doch im Laufe des Aufenthalts im Pustertal merkten wir, dass fast jedes Tal seine Talschlusshütte besaß.

Leider war der Bachlauf des Alto Rio di Fiscalina trocken. Unser Hund hätte all zu gerne im kühlen Nass getobt. So mussten wir trockenen Fußes die staubige Piste nach hinten zur Gaststätte überwinden. Angetrieben von der Aussicht auf eine deftige Brotzeit hattten wir schließlich den Weg schnell überwunden. Tatsächlich kehrten hier auch ein paar Wanderer ein, die vom bevorstehenden Aufstieg zur Drei Zinnen Hütte erzählten.

Wir genossen die südtiroler Spezialitäten auf der gut sortierten Speisekarte. Die Preise moderat, der Geschmack super. Das erklärte dann auch, warum so viele Gäste hier einkehrten und gerne verweilten.
Ich ging dann noch etwas um die Hütte herum, um noch das eine oder andere Foto zu machen, als sich ein Regenschauer ankündigte und uns zum Aufbruch zwang. Die Regenschirme waren nämlich im Auto geblieben – damit sie nicht nass werden!

Also machten wir uns wieder auf den Rückweg und sahen zu, dass wir auf 1500 m Höhe so schnell es der Kraislauf zuließ die knapp zwei Kilometer zurück zum Auto laufen konnten. Gut, dass es nur knapp 70 Höhenmeter waren, die wir nun wieder nach unten kamen. Mein Polo-Shirt hatte ich in den Rucksack gesteckt, damit ich dann am Wagen das durchnässte T-Shirt, welches ich als Unterhemd trug, gegen das Trockene eintauschen konnte.

Bevor wir endgültig am Parkplatz los fuhren blickte ich nochmal zurück, um diesen Anblick einzufangen. Die Wolken umschlossen die Berge und ließen nur noch einzelne Nadelspitzen hervorschauen. Das gefiel mir so gut, dass ich doch noch ein paar Aufnahmen davon machte.

Für Wanderungen wie diese wünsche ich Euch immer trockenes Wetter und für die Fotografie allezeit gutes Licht!

Werner Kutter

Am Dürrensee

Der Dürrensee liegt kurz nach dem Toblacher See (Dobiaccosee) an der Straße zwischen Toblach und Cortina d´Ampezzo. Am Parkplatz Drei Zinnen Blick wird auch gleich plakativ vom Tor zu den Dolomiten geschrieben. Und dieses Tor wurde auch so errichtet, dass man durch dem Bogen genau zu den Drei Zinnen sehen kann.

Von hier aus kann man in ca. 3 ½ Stunden zur Drei Zinnen Hütte aufsteigen. Wir gehen aber vorher rechts weg in Richtung See. Der Kiesweg lässt sich gut gehen, wenn man sich mit den Radfahrern einig wird.

Die Steigung ist kaum merklich und schon bald sehen wir das Ufer des Dürrensees vor uns. Die Umrundung soll als kleine Scouting-Runde dienen, denn beim vorbeifahren auf dem Weg zu der Drei Zinnen Umrundung habe ich mir eingebildet, dass die schroffen Felsnadeln bei Sonnenaufgang bestimmt einen spektakulären Anblick ergeben würden.

Bevor ich allerdings morgens um halb sechs im dunkeln durchs Unterholz irre, schaue ich mir gern vorher an, wo es Sinn macht, sich aufzustellen und vor allem, wie man da hin kommt. Sp schlendern wir eine zeit lang an der Uferlinie entlang, um zu sehen von wo aus man die Beste Sicht auf die Berge und vor allem auf eine mögliche Spiegelung der Gipfel im See hat. In aller Frühe ist der Wellengang in der Regel sehr gering, so dass ich doch berechtigte Hoffnung habe auf einem Bild gleich zweimal die Berge drauf zu bekommen.

In den Morgenstunden ist es in der ‚Regel an Gewässern immer ruhiger, als am Abend. Dies ist ein weiterer Grund dafür, Sonnenaufgangsmotive zu suchen. Wenn kein Lüftchen weht bleibt die Wasseroberfläche glatt, wie ein Spiegel und so sollte man dann auch die Berge schön im Wasser gespiegelt sehen.
Die weitere Runde um den See ist schön, man kann sehr leicht gehen da keine nennenswerte Steigungen oder Hindernisse das Vergnügen trüben. Auf der Straßenseite des Sees habe ich dann noch ein paar mal den Verkehr abgewartet, um den Straßenverlauf zu den Bergen hin ohne Fahrzeuge aufs Bild zu bekommen.

Die Ansicht hatte für mich etwas von Patagonien. Von den Torres del Paine gibt es ähnliche Aufnahmen, nur die hier sind in den Dolomiten und zeigen die atemberaubende Cristallogruppe südlich des Sees. Da die Straße den Blick direkt auf die Berge zuführt gibt es dem Bild eine schöne Linienführung und mehr Tiefe.

Am Freitag morgen bin ich dann um halb fünf aufgestanden und mit dem Auto die knappe dreiviertel Stunde von Rasen an den See gefahren. Wenigstens ist in der Früh kein Verkehr, so dass man hier keine Zeit für etwaige Staus mit einberechnen muss.
Der Sonnenaufgang war für sechs Uhr angesagt und ich musste ja noch ein paar Meter vom Parkplatz (diesmal direkt am Seeufer) bis an die ausgesuchte Stelle laufen.
Wenn man dann dem Zauber der blauen Stunde verfällt, dann würde man ja am liebsten sofort am erst besten Platz das Stativ aufstellen und losfotografieren.
Ich empfehle jedoch genau in diesen Fällen ruhig zu bleiben und mit der Kamera zuerst ohne Stativ ein paar Bildausschnitte anzuschauen. Erst wenn man das gewünschte Bild vor sich sieht, dann stellt man sein Stativ auf und richtet sich ein.

Mir stockte schon ein paar mal der Atem, als der Zauber begann. Erst war alles in das satte Nachtblau gehüllt, als plötzlich ein orangerotes Glimmen die Bergspitzen förmlich leuchten ließ. immer mehr zog sich die Nacht zurück und mehr Licht brachte auch mehr Farben ins Spiel.

Zwischenzeitlich kam dann doch eine leichte Brise auf, so dass die Spiegelungen nicht zustande kamen. Als jedoch die Sonne über den Horizont kam und die Berge direkt anleuchtete war auch der See wieder ruhig.

Hier nutzte ich den Polfilter einmal in der anderen Richtung. Normal wird dieser ja eingesetzt, um Spiegelungen zu minimieren. Ich hätte ihn so drehen können, dass das Wasser durchscheintund der Grund des Sees sichtbar wird. Doch das wollte ich ja in diesem Fall nicht. Also drehte ich den Filter solange, bis ich an der Kamera die best mögliche Spiegelung erkannte. Zum Glück ließ der Wind ein paar Minuten nach, so dass ich dann doch noch schöne, klare Bilder der orange leuchtenden Bergspitzen im See machen konnte.

Zum Schluss kamen dann auch noch ein paar Nebelschwaden und Wolkenfetzen hereingeschwebt, die der ganzen Szenerie noch einen schönen Touch gaben.
Alles in allem hatte ich für die Bilder nur eine Stunde Zeit am Morgen. Das blaue Bild mit den orangen Spitzen war um 5:33 Uhr und das letzte um 6:34 Uhr.
Da ist also nicht viel Zeit, um noch nach Orten und Motiven zu suchen – da sollte alles passen und man konzentriert sich nur noch auf das Fotografieren.

Auch hier, wie bei allen Südtirol-Folgen, noch mein Hinweis:
Der Dürrensee befindet sich auf 1400 m! Die Umrundung bringt keine nennenswerten Anstiege mit sich – aber die Höhe selbst kann bei empfindlichen Personen schon Probleme bereiten.

Für solche und ähnliche Projekte wünsche ich Euch natürlich wie immer und von ganzem Herzen allzeit gutes Licht!

Werner Kutter

Umrundung der Drei Zinnen (Teil 2)

Im ersten Teil der Wanderung habt Ihr mich letzte Woche bis auf den Paternsattel begleitet. Diese Woche geht’s weiter zur Drei Zinnen Hütte und zur Auronzo Hütte zurück.

Wieder auf dem Weg zurück aus dem Kriegsstollen am Fuße des Paternkofels ging ich den breiten Wanderweg bergab weiter. Von hier aus hat man auch schon die Drei Zinnen Hütte fest im Blick.

Vor solch einem Panorama werden auch die Anstrengungen in der Höhe erträglich. Zwischendurch immer wieder etwas trinken ist wichtig und ansonsten genieße ich die Aussicht. Wobei ich mich hier fast nicht entscheiden kann, welche Richtung die schönere ist. Wohin man blickt tolle Berge und allem voran, jetzt in meinem Rücken, die mächtigen Drei Zinnen.

An der Drei Zinnen Hütte angekommen habe ich noch gar keinen Blick für das Gebäude und die Aussicht von ihr. Ich gehe an der einladenden Terrasse vorbei, lasse auch die kleine Kapelle links liegen um dahinter den Weg zum Einstieg in den Klettersteig zum Sasso die Sesto ein Stück hochzugehen. Von hier hat nochmal einen herrlichen Blick über die gesamte Szenerie vom Paternkofel auf der linken Seite über die Drei Zinnen Hütte zu den Drei Zinnen selbst und die Kapelle im Vordergrund.

Nach einer kurzen Verschnaufpause auf einer Bank an der Kapelle machte ich mich dann auf den Rückweg. Ich weiß ja nicht, wie die Zeiten auf den Wegweisern zustande kommen, aber einen Dauerlauf wollte ich auf über 2500 m nicht machen. An der Drei Zinnen Hütte steht für den Rückweg zur Auronzohütte 1 h 20 min. Nachdem ich eine Stunde gelaufen bin und nicht mehr viel fotografierte, kam ich zum nächsten Schild, mit der Erkenntnis, dass es immer noch 40 Minuten zu gehen sind. Eine weitere halbe Stunde später, am nächsten Wegweiser noch ganze 20 Minuten. Kaum eine halbe Stunde später war ich wieder am Auto, welches 10 Minuten von der Hütte entfernt parkte. Zwischendrin kam noch ein bisschen Stimmung auf, da sich ein Gewitter zusammenbraute und dunkles Grollen von drohendem Unheil kündetet. Gott sei dank zog nur ein kurzer Regenschauer über uns drüber – von Blitz und Donner bin ich dann doch verschont geblieben.

Die angegebenen 3 ½ Stunden für die Runde sind meiner Meinung nach nicht zu schaffen, selbst wenn man keine Pause macht und auch sonst keinen Blick in die überaus grandiose Landschaft verschwendet.

Alles in allem war es zum Schluss eine Sache des Willens. Ich funktionierte den letzten Kilometer nur noch automatisch. Dass ich einen Fuß vor den anderen setzte habe ich gar nicht mehr richtig mitbekommen – ich wollte nur noch zum Auto und mich setzen. Ich habe es letztlich gut geschafft, so dass ich für mich die Erkenntnis mitnahm, dass man doch zu mehr fähig ist, als man sich selbst zutraut.

Für die gesamte Runde war ich, fotografieren und den einen oder anderen Abstecher inbegriffen, 6 Stunden unterwegs. Das Wichtigste aber ist die Erkenntnis, dass ich es wieder machen würde. Das nächste Mal allerdings würde ich zwei mal über den Paternsattel gehen und die Senke auf der Nordseite der drei Zinnen auslassen.

Solltet Ihr auch solche Touren vorhaben, wünsche ich Euch nur das beste Wetter und für die Bilder allzeit gutes Licht.

Werner Kutter

Umrundung der Drei Zinnen (Teil 1)

Ein Arbeitskollege hat mir diesen Floh ins Ohr gesetzt. Ich erzählte vom Wunsch auch mal schöne Berggipfel zu fotografieren, doch auf Grund meiner lädierten Knie würde das ja wohl nichts mehr werden. Darauf hin erfuhr ich davon, dass man mit dem Auto quasi bis an den Fuß der Drei Zinnen fahren kann. 

Schnell war die Sehnsucht geweckt und der brennende Wunsch entstand, einmal diese imposanten Gipfel zu fotografieren. Das war dann auch der eigentliche Hauptgrund für unseren Aufenthalt in Südtirol. Bald hatte ich alle Informationen zusammen. Die Auffährt kostet 30 Euro und ist nur von 7 – 19 Uhr möglich – die Rückfahrt übrigens auch! Der Rundweg dauert angeblich nur 3 ½ Stunden – dazu später mehr.

Der Wetterbericht war seit unserer Ankunft in Niederrasen mein wichtigstes Thema. Ständig überprüfte ich die prognosen für die kommenden Tage. Als sich herausstellte, dass die Wetterbedingungen für Montag nahezu optimal sein würden und vor allem das Gewitterrisiko sehr gering war, packte ich Rucksack und Auto und machte mich nach einem ausgiebigen Frühstück auf den Weg.

Ich fuhr tiefer ins Pustertal hinein Richtung Sexten. Bei Toblach bog ich ab Richtung Cortina dˋAmpezzo um schließlich ins Herz der Dolomiten vorzustoßen. Kurz hinter dem Dürrensee musste ich ein weiteres mal abbiegen, um kurze Zeit später, nach unzähligen Kurven und Kehren im Stau vor der Mautstelle zu stehen. Erste Gelegenheit die Umgebung genauer zu betrachten und die bergkulissen zu genießen. Vorher auf der Fahrt war das ja kaum möglich, zu sehr muss man bei dem kurvigen Straßenverlauf aufpassen. Trotz der langen Schlange geht’s doch relativ schnell voran. Nachdem ich die Gebühr entrichtet habe kann ich auch schon die letzten Kehren in Angriff nehmen. Am Großparkplatz wurde ich durch die Einweiser zu einer freien Lücke geleitet und konnte nach dem Aussteigen erst mal das gewaltige Panorama der Sextener Dolomiten genießen.


Ich entschloss mich gegen den Uhrzeigersinn, also auf der Südseite der Drei Zinnen erst einmal zum Paternsattel zu laufen. Ein paar hundert andere Wanderer waren meiner Meinung und so reihte ich mich ein in die lange Schlange der Umrunder.

Schnell hatte ich die Auronzo Hütte hinter mir gelassen und mich auch an die Höhenluft zwischen 2300 und 2500 m gewöhnt. Immer wieder blieb ich stehen und genoss den Anblick. Auch ohne zu wissen, wie die ganzen Spitzen und Gipfel alle beim Vornamen hießen wollte ich die Eindrücke in mich aufsaugen.
Nach anderthalb Kilometer war auch schon die erste Sehenswürdigkeit der Runde , eine kleine Kapelle als Stätte der Andacht, erreicht. Viele stoppten hier und so nahm auch ich das zum Anlass, erst einmal einen geeigneten Ort für die ersten Bilder zu suchen. Ich hatte ein tolles Panorama gesehen, welches an der Kapelle gemacht wurde – allerdings mit deutlich weniger Menschen als an diesem Montag.

Bald ging ich weiter, ständig mit dem Blick Richtung Süden abschweifend, bis zur Lavaredo Hütte. Da sich bei dem tollen Wetter beinahe jeden Meter neue, atemberaubende Aussichten auftaten hatte ich auf diesen ersten etwas mehr als
2, 5 km gar keinen Gedanken an die Drei Zinnen verschwendet. Von der Südseite aus sehen diese sowieso ganz unbekannt aus, da die markanten Bilder alle von der Nordseite sind.

Nach kurzer Rast und ein paar Panoramaaufnahmen – die ich übrigens vorzugsweise im Hochformat aufnehme um beim Zusammenfügen bessere Ergebnisse zu erzielen – ging es weiter. Es folgte der erste, anstrengende Aufstieg von der Hütte auf den Paternsattel. Und da mir der noch nicht reichte stieg ich gleich noch weiter hoch zum Einstieg in den Klettersteig welcher auf den Paternkofel führt.

Im Bild ganz unten sieht man den Sattel – er ist sogar als Hubchrauberlandeplattform ausgelegt. Ich wollte jedoch nicht auf den Gipfel des Paternkofels sondern in ein Bauwerk mit geschichtlichem Hintergrund. Am Einstieg muss man zuerst durch einen langen, von Hand in den Fels getriebenen Stollen der schon im ersten Weltkrieg beim Stellungskampf in den Alpen errichtet wurde. Immer wieder wurden „Fenster“ in die Felswand geschlagen, um die Umgebung und die Gegner zu beobachten. Mir sollte so ein Fenster als Rahmen für ein Bild der Drei Zinnen dienen.

Da die gesamte Runde noch eine ganze Weile zum Weitererzählen dauert, schiebe ich das auf nächste Woche. Seid gespannt, welche Ansichten ich noch alles entdeckt habe. Bis dahin wünsche ich Euch natürlich, wie immer, allzeit gutes Licht.

Werner Kutter

Pragser Wildsee

Ich habe den Pragser Wildsee während meines Aufenthalts im Pustertal zweimal besucht. Einmal zum Fotografieren des Sonnenaufgangs und einmal am Vormittag zur Umrundung. Und ich möchte gleich vorausschicken: Ich muss mit der Begeisterung brechen, die andere für diesen Ort haben.

Dank des Internets und einer Fernsehserie mit dem Schauspieler Terence Hill erlebt dieser See einen immensen Zulauf. Die Idylle bekommt hier ganz schnell ihre Risse.

Ein ruhiges Plätzchen zu finden um den Anblick zu genießen ist schlichtweg unmöglich. 
Morgens um sechs tummeln sich bereits Scharen an Fotografen und Schaulustigen am Bootshaus. In den Hängen an den Sitzbänken, von denen aus man den schönsten Überblick hat, wimmelt es von Stativen.
Ich habe mich ans Ende der Schlange gesellt, um „mein“ Sonnenaufgangsfoto zu erhalten und musste da auch noch aufpassen, dass nicht noch der ein oder andere am Wasser steht und die Spiegelung bewundert.
Da der Himmel im Verhältnis zum restlichen Bild doch recht hell war, setzte ich für dieses Bild einen Verlaufsfilter ein. Dieser Filter bietet die Möglichkeit den oberen Bildteil abzudunkeln und damit die im Schatten liegenden Bildteile etwas aus der Dunkelheit hervorzuholen.
So habe nun auch ich ein Bild, dass tausende andere Fotobegeisterte auch auch haben und habe mir geschworen, nicht mehr hinter den schon millionenfach geschossenen Fotos her zu fahren. Lieber die ausgetretenen Wege verlassen und etwas eigenes kreieren.

Was in aller Früh um halb Sechs noch kein Problem darstellt wird im Lauf des Tages aber noch verstärkt. Bei der Zufahrt zum See gilt es in den Sommermonaten strenge Zeiten zu beachten, denn zwischen 10 und 15 Uhr wird die Zufahrt zum See durch die Polizei abgeriegelt. Zu Beginn der Sperrung wird man noch auf den Parkplatz an der Säge geleitet und kann mit dem Bus bis zum See fahren, wenn dieser Parkplatz jedoch ebenfalls voll ist wird man gnadenlos wieder zurück geschickt.

Wir beginnen die Runde, so wie alle anderen auch, am Hotel und gehen nach links zum Bootshaus. Im Film diente dieses als Wohnhaus vom Ranger Pietro (Terence Hill). Hier reiht man sich selbst morgens um 6 zum Sonnenaufgang in eine große Schar von Fotografen ein, die alle ihr Bild vom Stelzenhaus im See machen wollen. Vor allem die Plätze weiter oben, bei den wenigen Bänken im Hang, sind sehr begehrt hat man hier doch die Spiegelung des Berges voll im See. Das Alpenglühen zu Sonnenaufgang ist schon spitze, das muss ich schon zugeben. Wenngleich sich in den Dolomiten noch weitere tolle Massive für solche Bilder befinden, die bei weitem nicht so überlaufen sind.

Am Ufer oder auf dem Weg daneben gehen wir bis zur Brücke um die Seite zu wechseln. Die Spiegelung des Bergmassivs ist schon sehenswert, doch leider bleibt der See dank der Ruderboote nur selten ruhig.

Nach kurzem Marsch durch den Wald kommt auch schon der, einzige, Anstieg auf der Runde. Immer wieder mussten wir halten, um den Anblick zu genießen und Fotos zu machen. Nach dem Abstieg über teils rutschig glatte Steine landen wir im Geröllfeld und lassen erstmal den Hund ausgiebig baden. Das Wasser ist wirklich so kalt, wie es grün ist. Wie unser Hund das immer aushält ist uns ein Rätsel.

Etwa 200 m weiter kommen wir an einem riesigen Feld mit „Steinmännchen“ vorbei. Hier hält die gesamte Wanderer Schar andächtig an und erfreut sich an den kunstvollen „Bauwerken“.

Dann sind wir auch schon am Badestrand auf der Hinterseite des Sees angekommen. Hier tummeln sich Jung und Alt im und am See und es gibt auch öffentliche Toiletten. Tatsächlich trauen sich auch einige Menschen ins kühle Nass.

Über den breiten Forstweg kommen wir schnell wieder nach vorne und schauen uns noch die Kapelle und die weiteren Gebäude, die im Film u. a. als Polizeistation dienten, an. 

Froh, dem Strom der Spaziergänger wieder entkommen zu sein, gönnen wir uns noch ein Eis und schauen dem emsigen Treiben noch ein Weilchen zu, bevor wir uns wieder auf den Rückweg machen.

Auf dem Rückweg machten wir noch Halt an einer Kirche, die mich sehr an die Kirche in Ramsau erinnerte. Schnell noch ein Panorama machen – Frau und Hund warten im schattigen Auto – und zurück geht die Fahrt, um die nächsten Ausflüge zu planen.

Nützliche Infos:
Der Pragser Wildsee befindet sich auf 1496 m Höhe. Das ist nicht zu unterschätzen, wenn man die Höhenlage nicht gewohnt ist.

Ich wünsche Euch für Wanderungen trockenes Wetter und für Eure Bilder immer ein paar Wolken am Himmel, aber vor allem allzeit gutes Licht!


Werner Kutter