Jahresrückblick 2017 – Wer hätte das gedacht?

Das Jahr 2017 – was hat es gebracht?
Bevor ich in den Weihnachtsurlaub verschwinde möchte ich kurz mit Euch gemeinsam zurückblicken, denn am Anfang des Jahres hätte ich nie gedacht, was dieses Jahr alles mit sich bringt und das ich das Bloggen bis zum Ende des Jahres durchhalten werde.

Am Beginn des Jahres habe ich mir zu ersten Mal überhaupt eine ToDo-Liste angelegt. Ganz untypisch ist diese im Lauf des Jahres mitgewachsen – ich habe die Erfolge und die Ziele einfach das ganze Jahr über mitgeschrieben und ständig erweitert. Eigentlich sollte man sich ja vorab die Ziele vorgeben und dann an deren Erreichung arbeiten – aber da sich das Jahr so turbulent entwickelte, habe ich die Dynamik einfach in der LIste mit übernommen.

Im Frühjahr war ich wieder einmal zu einem VHS-Foto-Workshop angemeldet und neben so vielem kam mit mit einem Mal in den Sinn,, dass ich für mein Vorhaben einen eigenen Blog im Internet einzurichten ein Logo benötige. Kurzerhand habe ich einer Bekannten meine Kamera in die Hand gedrückt, mit der Bitte mich im Vorübergehen zu fotografieren. Ich wollte mich absichtlich als Silhouette vor dem hellen Hintergrund haben, also war heute der perfekte Tag dafür. Die Schwarzweiß-Umwandlung war am PC auch schnell geschehen – so hatte ich von der Idee zur Ausführung in weniger als einem halben Tag mein Logo erschaffen und gleich noch eine Visitenkarte bestellt.

Ende Januar war es dann soweit. Der erste Blogartikel erschien am 14.01. und ich hatte keine Ahnung, wie weit es mich bringen würde. Bis heute habe ich insgesamt 45 Beiträge veröffentlicht – jede Woche einen. Die ersten fünf Themen habe ich so im Kopf gehabt, das was weiter alles kam ist mir so nach und nach in den Sinn gekommen. Wieder habe ich, neben der ToDo-Liste, eine Themen-Liste geführt, die ich dann nach und nach abgearbeitet habe. Kurzfristige Sachen, wie z. B. Reviews habe ich spontan geschrieben und online gestellt. Die Rückmeldungen sind bisher kaum messbar, aber es macht Spaß, ich habe noch Themen und Ideen und so werde ich die Seite auch in 2018 erst einmal weiter führen.

Im Februar und April konnte ich endlich noch zwei Mal einen lang gehegten Wunsch wahr werden lassen: Ich begab mich mit zwei Fotoverrückten wieder nach München in die U-Bahn um zu fotografieren. Hieraus sind auch einige Blogeinträge entstanden, welche meine Begeisterung für diese Art der Fotografie widerspiegeln:
Grundlagen
Bahnhöfe Teil 1
Bahnhöfe Teil 2
Bahnhöfe Teil 3
Bahnhöfe Teil 4
Bahnhöfe Teil 5
Best of

Ebenfalls im Frühjahr hat der AKF Kaufbeuren die Bayerische Fotomeisterschaft ausgerichtet. Hier habe ich zum ersten Mal Bilder für eine große Fotoschau eingereicht und zu meiner eigenen Überraschung ist sogar die Annahme eines Bildes zur Jurierung dabei heraus gesprungen. Dieses Bild aus dem Eistobel hat es geschafft und wurde auch im Katalog abgedruckt.

Bei meinem Arbeitgeber der LEW Verteilnetz GmbH wurden meine Bilder von der Beleuchtungssarnierung in der Memminger Fussgängerzone von höherer Stelle wohlwollend zur Kenntnis genommen. Im der Folgezeit wurden diese in Artikeln im „LEW-Magazin“und in der Kommunalzeitung „LEW kommunal“ abgedruckt. Ich war mächtig stolz darauf, Bilder von mir in öffentlichen Publikationen abdruckt zu sehen.

Jetzt, pünktlich zum ersten Advent, bekam ich noch mit, dass ein weiteres meiner Bilder in einer Werbeanzeige Verwendung gefunden hat. Ich könnte stolzer nicht sein.

Der sog. „Youtube-Fotograf“ Stephan Wiesner startete einen Aufruf im Internet, damit Fotografen, die ihm folgten für ein geplantes Magazin Bilder und Plätze mit außergewöhnlichem Fotografiepotenzial ihm zukommen zu lassen. Ich meldete mich mit ein paar Bildern aus meinem geliebten Eistobel bei Isny und trotz anfänglicher Skepsis, da der Spot nicht in den Alpen lag, wurde ich mit einer Doppelseite belohnt für die ich den Entwurf des Textes gleich mitliefern durfte. Das Magazin hieß damals noch „go!“ , jetzt „Zielfoto“ und ist ausschließlich im Web-Shop bei Stephan Wiesner bestellbar.

In der Memminger Zeitung – lokaler Ableger der Allgäuer Zeitung – stand ein Aufruf an alle, doch Bilder vom Allgäu und der schönen Natur einzureichen. Arbeitskollegen, die mich und meine Bilder kannten, machten mich darauf aufmerksam und so habe ich im Mai ein paar Bilder eingereicht. Lange habe ich nichts gehört und ehrlich gesagt auch gar nicht mehr daran gedacht, bis mich im Oktober eine Bekannte benachrichtigte, dass sie ein Bild von mir in der Zeitung gesehen hat. Schnell bin ich noch an den Bahnhof gefahren und habe mir die Ausgabe gekauft – und tatsächlich war ganz unten links mein Bild vom allein stehenden Baum vor den Allgäuer Alpen abgebildet. Wieder eine Veröffentlichung, die mich stolz machte.

Da ich ja mittlerweile viel im Bereich Social Media unterwegs war habe ich über Facebook bei befreundeten Fotografen gesehen, dass es von der Zeitschrift Stern die View-Community gibt. Also habe ich mich hier auch einmal angemeldet und Bilder hochgeladen. In den ersten zehn Tagen habe ich direkt zwei Mal ein Bild des Tages abgeliefert.

Meine Hauptaktivitäten habe ich auf die Community von 500px gelegt. Seit 2016 poste ich dort jeden Tag ein Bild und habe mir dort eine Basis mit über 1700 Followern aufgebaut. Weihnachten 2015 hatte ich da mein erstes richtig erfolgreiches Bild mit dem Sonnenaufgang am allein stehenden Baum mit einer Bewertung von 97,8 von 100 Punkten.
Die Bewertung errechnet sich aus der Anzahl der Likes in den ersten 24 Stunden ab Veröffentlichung. Zum damaligen Zeitpunkt hatte ich noch keine hundert Follower – um so erstaunlicher war für mich die hohe Anzahl an Zustimmungen. Üblicherweise war ich damals froh über 90 Punkte zu kommen.. Seit ich die 1000er Grenze an „Folgern“ am 08.02.2017 überschritten habe, sind die Bewertungen konstant über 95 Punkte. Pro Monat bekomme ich im Schnitt 70 Follower dazu und das spornt mich immer weiter an, täglich ein neues Bild zu posten.

Um den Blog bekannter zu machen habe ich auf meinem Facebook-Account eine eigene Seite engerichtet, auf der ich ebenfalls jeden Tag ein Bild poste, aber auch die wöchentlichen Blogartikel vorstelle. Zusätzlich teile ich hier auch andere Beiträge aus der Welt der Fotografie sowie Beiträge die so zu sagen den Blick hinter die Kamera zulassen. Zwischen dem 01.06. und heute habe ich hier bereits über 120 Personen gefunden, die das regelmäßig lesen und kommentieren.

Bei meinen Ausflügen in den Münchener Untergrund wurde ich mit einem Mitglied des Memminger Fotoclubs bekannt gemacht. Neugierig wie ich bin, habe ich mir diesen dann im Frühjahr ein paar mal angeschaut. Die Bildbesprechungen und Aktivitäten haben mir dann so zugesagt, dass ich im Juli hier beigetreten bin und seitdem wieder vielen neuen Ideen entwickel konnte. Danke dafür allen, die mich so freundlich aufgenommen haben.

Da ich mittlerweile mit dem Schreiben in den „Flow“ gekommen bin und meine Liebe zur Fotografie von Wasser – im Besonderen im Eistobel – dieses Jahr so richtig aufgeblüht ist, habe ich mir jetzt im Herbst und für den Winter noch ein neues Projekt auferlegt. Ich bin dabei ein E-Book zu schreiben und hoffe, dass ich es auf der ToDo-Liste für 2018 auch sehr bald als erledigt abhaken kann.

Es bleibt also auch für nächstes Jahr spannend. Für dieses Jahr bedanke ich mich ganz herzlich für Euer aller Geduld und die Unterstützung, welche mir zu Teil wurde. Ich wünsche allen Freunden und Lesern eine schöne Weihnachtszeit und einen guten Rutsch ins neue Jahr. Für all Eure fotografischen Vorhaben wünsche ich Euch natürlich auch heute wieder allzeit gutes Licht!

Werner Kutter

David DuChemin – Das Handwerkszeug des Fotografen


Heute möchte ich einmal einen Tipp los werden für ein wirklich sinnvolles Buch, welches mich viel weiter gebracht hat. Um es gleich vorweg zu nehmen: Ich erhalte für diese und auch zukünftige Empfehlungen kein Honorar – diese Tipps sind, wie alles andere, meine persönliche Erfahrung und meine Meinung.

Ich beobachte David DuChemin schon länger. Er hat einen Podcast auf Youtube und schon viele gute Bücher, E-Books und Lehrvideos für Fotografen veröffentlicht. Mit diesem Buch, welches 2015 erschien, hat er einen Workshop im Buchformat verfasst. Für mich ist es das Non-Plus-Ultra an Lehrbüchern für die heutige Digitalfotografie.

In 60 Kapitel/Workshops führt er dem Leser die vielen verschiedenen Facetten der Fotografie vor Augen und öffnet einem diese.
Das Entscheidende am Buch ist jedoch die Tatsache, dass unter seiner Anleitung nicht nur die Theorie begreifbarer wird, sondern er auch immer wieder dazu auffordert, das Buch zur Seite zu legen um zu fotografieren.  Er gibt immer wieder eine kleine „Hausaufgabe“ mit auf den Weg, um sofort die eigene Technik zu verbessern und die Phantasie anzuregen. Mir hat er quasi immer wieder „in den Hintern getreten“, so dass ich endlich kapiert habe wie man bessere Fotos macht: Nämlich durch Fotografieren! Ausprobieren! Ausgetretene Pfade verlassen und neue Wege gehen! Andere Positionen/Sichtweisen wählen! Experimentieren!

Die ersten sechs Workshops decken die Grundlagen der Fotografie ab. Es geht um grundsätzliche Themen, wie die Sichtweise oder entscheidenden Fragen, die man sich stellen sollte, bevor man den Auslöser drückt. Je ein Kapitel über das Histogramm und den Zusammenhang zwischen Blende, Belichtungszeit und ISO-Wert runden den ersten Teil des Buches ab.

Ab Workshop sieben geht er mehr an die kreativen Techniken ein. Er lädt ein, auch mal längere Verschlusszeiten zu verwenden und
z. B. sog. Mitzieher oder absichtliche Kamerabewegungen als Stilmittel einzusetzen.

Ein weiterer Block beschäftigt sich mit dem Thema Schärfe/Unschärfe. Wie kann ich mein Hauptmotiv im Vordergrund vom Hintergrund isolieren? Wie bekomme ich den größtmöglichen Bereich im Bild scharf? Welche Wirkung hat eine große oder kleine Blendenöffnung auf das Ergebnis in der Kamera? Welches Objektiv kommt wann zum Einsatz? Mit vielen verschiedenen Übungsaufgaben kann man für sich selbst all diese Fragen beantworten.

Weiter geht’s mit der Definition der Wirkung von Farben. Wie kann ich Farben miteinander kombinieren oder auch ganz weg lassen – wann verwende ich Schwarzweiß? Welche Beziehungen haben die Farben in dem sog. Farbkreis zueinander? Stimmige Beíspielbilder zeigen anschaulich, was uns der Autor erklären möchte.

Wie kann die Lenkung des Betrachters im Bild erfolgen? Welche Wirkung haben Linien im Bild? Welche verschiedenen Formen nehmen wir, teils unbewusst, wahr und welche Wirkung haben diese auf uns? Man bekommt sehr schnell ein Gefühl dafür, welche kleinen Kniffe einem Bild zu mehr Tiefe  verhilft und es so interessanter werden lässt.

Ein sehr großer Bereich beschäftigt sich mit dem Hauptthema der Fotografie: dem Licht. Es gibt die verschiedensten Lichtsituationen und für jede gibt es eine Lösung um gute Bilder entstehen zu lassen. Grundsätzlich muss jeder lernen, erst einmal die Richtung des Lichts zu sehen. Dann können auch bei Situationen in denen
z. B. das Licht von der Seite kommt oder bei Gegenlicht ganz tolle Bilder entstehen.

Alles in allem geht es in diesem Buch vor allem um eins: um die Praxis. Es wird einem in jedem Workshop deutlich gemacht, dass nur durch Übung das Handwerk des Fotografen erlernt werden kann.

Bezugsquelle: Das Handwerkszeug des Fotografen: In 60 Workshops zu besseren Fotos(Affiliate-Link)

In diesem Sinne würde ich sagen, dass genau jetzt der richtige Augenblick ist, um den Computer auszuschalten und fotografieren zu gehen. Ich wünsche Euch für all die Projekte und Vorhaben in Zukunft allzeit gutes Licht.

Werner Kutter