U-Bahn München 2018

Ich habe es wieder getan! Zum insgesamt vierten Mal war ich in München in der U-Bahn und habe fünf weitere Bahnhöfe fotografiert:

Josephsburg:
Der Bahnhof Josephsburg liegt in einer leichten Kurve und besticht durch das schöne, große Schachbrettmuster der Granitfliesen auf dem Fussboden.

Zusammen mit der (eigenwilligen) Beleuchtung hat dieser Bahnhof eine schöne Dynamik.

Die Deckenleuchten sind immer wieder durch bunte Glaslamellen unterbrochen, so dass das bunte Spiel der Farben für zusätzliche optische Reize sorgt.
Interessant sind die Bilder auch dann, wenn nicht alles scharf dargestellt wird. Durch die Beleuchtungssituation fällt es leicht, die Belichtungszeit so zu erhöhen, dass schöne verschwommene Züge oder geisterhafte Menschen auf den Fotos abgebildet werden. Das gibt die Dynamik wieder, welche an einem solchen Platz herrscht. Schließlich dient der U-Bahnhof ja der Fortbewegung – also darf diese Bewegung gerne auch einmal gezeigt werden.

Kreillerstraße:
Dieser Bahnhof ist dank der verwendeten großen Aluminiumplatten extrem hell.
Die Gestaltung ähnelt stark der ebenfalls hell erleuchteten Station Fürstenried West.
Die indirekte Beleuchtung wird dank der gewölbten Decke über den gesamten Bereich des Bahnhofs geleitet.
Vereinzelte Mosaike in den Seitenwänden lockern die metallisch anmutende Beplankung wieder auf und sorgen für Abwechslung an den Wänden.
Für die bestmögliche Bildwirkung sollte in solchen Fällen das Augenmerk auf die Symmetrie gelegt werden. Anhand der Einrichtung oder der Bodenfliesen lässt sich hier schön ein Mittelpunkt auf dem Bahnsteig finden. Und sollten einmal alle Stricke reißen und eine Rolltreppe allzu dominant in eine Ecke des Bildes ragen, dann hilft in letzter Not immer noch Photoshop. Die gute Seite des Bildes einfach gespiegelt über den Makel legen – wer nicht dabei war, weiß schließlich nicht, dass dort etwas störendes war.

Messestadt Ost:
Die Endstation der U2 hat bereits im Außenbereich ein sehenswertes Detail. Es befindet sich nämlich eine Sonnenuhr direkt vor dem Eingang zur U-Bahn, welche die Uhrzeit in ihrer trichterförmigen Umrandung anzeigt.
Im Inneren sind die bewährten Lichtbänder, welche dafür sorgen, dass überall ausreichend Beleuchtung vorhanden ist.
Da es sich hier um einen Endbahnhof handelt, ist das Aufkommen an Fahrgästen relativ gering, so dass entspannt fotografiert werden kann.

Messestadt West:
Mit seinen rostrot- und orangefarbenen Wänden lädt dieser Bahnhof ein, Bilder im Grungelook zu erstellen.
Der säulenlose Bahnhof, mit seinen blau schimmernden Oberlichtern, bietet die perfekte Spielwiese, um mit der Symmetrie der Architektur zu spielen. An der Ostseite ragen noch Fenster des eingebauten Cafes in den Bahnhof, so dass hier die Gleichförmigkeit gebrochen wird.
Fotografisch kann sowohl die Weite der Anlage im Querformat, als auch die Betonung der Farben und Formen im Hochformat genutzt werden.
In der Architekturfotografie ist es eigentlich verpönt, das Objektiv nach oben zu richten. Man will ja schließlich die sog. stürzenden Linien vermeiden. Es gibt keine Regel, die nicht auch gebrochen werden kann – vor allem, wenn es darum geht, Führungslinien zu erzeugen. Die in der Weite zusammenlaufenden Lichtbänder oder auch Seitenwände saugen den Blick des Betrachters förmlich in die Tiefe hinein. Eine bessere Methode die verloren gegangene Dreidimensionalität zu simulieren gibt es nicht.

Moosfeld:
Charakteristisch für diese Station sind die übergroßen Letter an den Wänden, die den Namen des Bahnhofs weithin sichtbar werden lassen.
An den gegenüberliegenden Wänden sind die Letter einmal rot in grau und einmal grau auf rot eingelassen.
Immer wieder reizt es mich, den einfahrenden Zug als „Geisterzug“ ins Bild zu bekommen. Dabei kann ich nicht einmal ein Rezept vorstellen, nach dem das sicher gelingt. Einfach probieren – wenn der Zug in die Station einfährt, den Auslöser betätigen und sich überraschen lassen, was die Kamera zu Tage bringt. Die Belichtungszeit sollte allerdings schon etwas länger sein, damit die Lichtspuren erscheinen können.
Die immer noch futuristisch anmutenden Leuchten passen perfekt zu dem modern gestalteten Bahnhof.
Dieser Bahnhof war wegen dem markanten Schriftzug für diesen Ausflug mein „must-have“. Trotz diverser Unannehmlichkeiten wegen dem eingeschränkten Betrieb dank der Baustelle Sendlinger Tor war es uns gelungen, der U2 bis zum Ende zu folgen und diese schönen Bahnhöfe einzufangen.

Ich hoffe, dieser Ausflug in den Münchener Untergrund hat wieder etwas Spaß gemacht. Ich habe nun 27 Stationen fotografiert und beschrieben. Von den insgesamt hundert Stationen habe ich also noch eine ganze Menge übrig, wenn sich auch nicht jede unbedingt lohnt, fotografiert zu werden.

Die früheren Beiträge findet Ihr unter:

U-Bahn-Fotografie: Grundsätzliches

U-Bahn-Fotografie: Die Bahnhöfe Teil 1

U-Bahn-Fotografie: Die Bahnhöfe Teil 2

U-Bahn-Fotografie: Die Bahnhöfe Teil 3

U-Bahnhöfe Teil 4:

U-Bahnhöfe Teil 5:

Best of U-Bahn München

Sobald ich mich wieder auf den Weg mache, werde ich auch wieder davon berichten. Bis dahin wünsche ich Euch allen für Eure fotografischen Expeditionen allzeit gutes Licht!

Werner Kutter

Hinweis:
Die Beschreibungen der Stationen sind zum großen Teil an die Beschreibungen auf den  Internetseiten von https://www.u-bahn-muenchen.de/ angelehnt.

Fotoprojekt 1: Portraitiere Deine Heimatstadt – Teil 2


Am Anfang habe ich mir nur vorgestellt, was ich wohl fotografieren würde, wenn ich hier, in Memmingen, im Urlaub wäre. Was wären die Motive, die ich mit nach Hause nehmen wollte? Welche Gebäude, welche Ansichten sind charakteristisch für diese schwäbische Stadt?
Dieses Projekt kann auch ein Langzeitprojekt werden. Solange man nicht weg ziehen muss, kann einen das durchaus mehrere Jahre beschäftigen, ohne den riesigen Aufwand zu verursachen. Warum nicht mal ein bestimmtes Gebäude, einen Baum, ein Denkmal usw. zu den verschiedenen Jahreszeiten abbilden? Möglichkeiten bilden sich hier viele.
Memmingens Fußgängerzone wurde beispielsweise die letzten Jahre aufwändig renoviert. Hier kamen auch Spezialisten der Objektbeleuchtung zum Einsatz.
Und so erstrahlt diese Gasse mit jedem Durchgang in einem neuen Licht.
Ein Standort, ein Motiv und doch immer wieder ganz andere Bilder.

Ganz nebenbei lässt sich so auch einmal der manuelle Modus der Kamera erkunden. Was gibt’s zu verlieren? Ein paar Bilder für den virtuellen Papierkorb! Ihr glaubt gar nicht, wie schnell man den Modus lernen kann – wenn man ihn erst mal ein paar Tage benutzt. Man muss sich nur über die drei wichtigsten Faktoren des „Belichtungsdreiecks“ im Klaren sein:

ISO:
Die  ISO-Zahl bestimmt, wie empfindlich der Sensor auf Licht reagiert. Niedrige ISO – viel Licht wird benötigt; hohe ISO – wenig Licht wird benötigt. Doch Vorsicht: Bei zu hohen ISO-Zahlen droht Rauschen in den dunklen Bereichen der Bilder.

Blende:
Die Blende ist die Größe der Öffnung  im Objektiv. Eine große Blende lässt zwar viel Licht durch, jedoch beschränkt sich der Schärfebereich dann nur auf einen engen Bereich um den Fokuspunkt herum (ideal für Portraitaufnahmen). Je kleiner die Blendenöffnung wird, um so größer wird dieser Bereich, so dass bei optimalen Einstellungen vom Vordergrund bis zum Horizont alles scharf abgebildet ist (optimal für Landschaftsaufnahmen).

Belichtungszeit:
Mit der Belichtungszeit ist die Spanne gemeint, die der Verschluss vor  dem Sensor geöffnet bleibt und das Licht darauf treffen kann. Hier muss entschieden werden, ob man die Szene scharf darstellen will – etwa einen vorbei fahrenden Radler mit 1/500 oder gar 1/1000 Sekunden – oder ob die Bewegung durch „Verwischen“ gezeigt werden soll – dann den Radler doch lieber mit 1/20 Sekunden oder länger belichten.
Bei so einem Langzeitprojekt können auch Zusammenhänge heraus gearbeitet werden. In Memmingen beispielsweise gibt es das Bildnis eines Storchennestes an einem Gebäude.
Schön ist es dann doch, wenn man beweisen kann, dass die Abbildung der Realität entspricht.
Ganz wie von selbst fallen einem dann die Motive förmlich vor die Füße. Man muss sich nur auch die Zeit geben, die Bilder kommen dann oftmals auf einen zu und man braucht nicht suchen.
In der altstädtischen Kulisse der ehemaligen freien Reichsstadt ist es nicht schwer, gute Bilder zu machen. Bei aller Freude an kompletten Straßenzügen, so darf auch hier experimentiert werden und vielleicht ist weniger sogar manchmal mehr.
Es muss nicht immer das gesamte Gebäude abgebildet sein, um interessante Bilder zu machen. Mit solchen Details und Ausschnitten zeigt man sogar, dass man sich Gedanken macht bei der Bildgestaltung und nicht einfach so drauf los knipst.
Vielleicht wurde der Eine oder Andere ja inspiriert und beginnt nun sein persönliches Projekt. Ich würde mich auf jeden Fall freuen und wünsche Euch für alle aktuellen und zukünftigen Vorhaben allzeit gutes Licht!

Werner Kutter

Fotoprojekt 1: Portraitiere Deine Heimatstadt – Teil 1

Fotoprojekte sind eine ganz tolle Sache, um seine Fähigkeiten zu verbessern. Es geht hierbei darum, für einen definierten Zeitraum eine bestimmte Technik auszuüben, ein bestimmtes Motiv einzufangen oder auch einfach nur ein bestimmtes Thema zu verfolgen.
Es gibt z. B. diese 365-Tage-Challange. Jeden Tag ein Bild aufnehmen, jeden Tag ein Bild posten usw. Jeden Tag ein Bild posten halte ich auf 500px schon eineinhalb Jahre durch. Aber jeden Tag ein Bild machen – da weiß ich, dass ich das nicht durchstehen würde. Vielleicht später einmal, aber für jetzt nehmen wir uns etwas vor, was einfach ist und genau deshalb funktionieren wird:

Portraits Deiner Stadt – Deiner Straße – Deines Ortes. Egal, irgendwas in der Nähe, wo Du arbeitest, lebst, jeden Tag vorbei fährst usw. Es kann auch ein Baum sein, der Dir gefällt und so kannst Du ein Bild machen, ein Jahr lang, immer am ersten Montag im Monat, und nächstes Jahr hast Du einen schönen Baumkalender oder eine Collage für die Wohnzimmerwand.

Ich habe mit den Fotos von Memmingen vor zwei Jahren angefangen. Erstens hat es meinen Blick auf die Dinge verändert und zweitens habe ich Motive und Details in der Stadt „gefunden“, die mich staunen ließen. Seit über 50 Jahren lebe ich hier und doch gab es so viel wovon ich sagen musste: Das ist mir noch nie aufgefallen.
Ich begann als erstes in meiner Mittagspause. Ich arbeite nicht weit vom Zentrum der Stadt und habe die halbe bis dreiviertel Stunde Pause mit einem Fotospaziergang ausgefüllt. Von der Arbeit konnte ich dabei gut abschalten und fotografisch konnte ich durch das bekannte Learning-By-Doing-System viel lernen.
Einmal fiel mir eine eingeschaltete Straßenlampe auf und schon hatte ich die Idee zu einer ungewöhnlichen Perspektive auf ein gewöhnliches Objekt.
Anfangs war mir noch gar nicht klar, auf was ich mich da einlassen. Den ein oder anderen Tag musste ich mich richtig dazu zwingen, los zu gehen. Aber mit jedem Tag an dem ich das durchzog, bekam ich einen anderen Blick auf die Gebäude, die Menschen, die Straßenzüge, ja die ganze Stadt. Mir fielen Details auf, an denen viele Tag täglich achtlos vorbei gehen.
Heute bin ich sehr froh darüber, dass ich das durchgezogen habe. Heute habe ich mehr als tausend Bilder meiner Heimatstadt und ich möchte mal behaupten, da sind welche dabei, die so nicht viele Memminger haben.
Mit der Zeit baut man natürlich weitere „Hürden“ ein. Sehr gerne gehe ich z. B. zur blauen Stunde oder Nachts in die Stadt. Am Stadtbach ist es dann immer besonders Stimmungsvoll. Die Menschen sind weniger, so dass dann auch die Bilder ohne störende Fußgänger ganz ohne Tricks und Photoshop gelingen.
Man kann auch die Ausrüstung „beschneiden“ und z. B. nur mit einer Festbrennweite in die Straßen gehen. Dann wird die Herausforderung darin bestehen, dass man mit den Füssen zoomen muss, weil die gewohnte Zoomlinse daheim geblieben ist. Einen weiteren Vorteil bieten die Linsen in dem dass die Kamera dann nicht mehr so auffällig ist und man sich mal in dem Genre „Street-Fotografie“ versuchen kann.

Die Beschränkung auf Schwarzweiß lässt uns auch vieles nochmal anders sehen. Am besten gleich die Kamera so einstellen, dass die Vorschau in schwarzweiß angezeigt wird. Keine Angst – wer in RAW fotografiert verliert die Farbinformationen nicht! Aber man bekommt vor Ort bereits das Gefühl, wie das Bild wirken wird, bzw. wo noch nachgeregelt werden sollte.
Natürlich gehören auch die Klischee-Bilder der Wahrzeichen der Stadt mit dazu. Hier kann man sich ja auch mal der Herausforderung stellen und sich eine Stunde nur mit diesem einen Gebäude zu beschäftigen, um neue Blickwinkel zu finden und so doch noch Unikate zu erschaffen.
Ungewöhnliche Perspektiven wirken für sich schon interessant. Man verlässt gewohnte Sichtweisen und taucht ein in das Besondere – das manchmal nur einen Schritt neben den täglich gewohnten Wegen liegt.
Das nächste Mal geht’s noch weiter durch Memmingen. Viele weitere Beispiele zeigen Euch, wie man rund um die Uhr tolle Fotos nicht weit von zu Hause schießen kann. In diesem Sinne wünschen ich Euch schöne Sommertage und allzeit gutes Licht!

Werner Kutter

 

 

Ein Besuch in der Völklinger Hütte

Das Saarland ist nicht gerade arm an Sehenswürdigkeiten, jedoch eines sticht ganz klar hervor und wird meiner Meinung nach viel zu selten erwähnt: Die UNESCO-Weltkulturerbe-Stätte Völklinger Hütte. Die Völklinger Hütte wurde 1873 gegründet und war Mittelpunkt der Roheisenerzeugung im saarländischen Völklingen. 1986 stillgelegt erhob die UNESCO  das Eisenwerk als Industriedenkmal in den Rang eines Weltkulturerbes der Menschheit.

Mein „Geheimtipp“ gleich zu Anfang: Wer das Freiluftmuseum zum ersten Mal besucht, sich einen Überblick verschaffen oder nur mal ein paar coole Bilder schießen will, dem sei der Dienstagnachmittag ans Herz gelegt. Da ist ab 15.00 Uhr freier Eintritt! Bis 18.00 Uhr hat man dann 3 Stunden Zeit und kommt da ganz schön rum. Bei meinen bisherigen zwei Besuchen hat mir dieses Zeitfenster jedes Mal vollauf gereicht.

Das ganze Gelände ist über einen markierten Rundgang zu erkunden.  Die Bereiche sind reichlich mit Schautafeln bestückt, so dass neben den Motiven noch einiges an Informationen mitgenommen werden kann.
Da große Teile der Anlage auch Indoor liegen, ist man relativ unabhängig vom Wetter. Detailaufnahmen sind genau so möglich, wie auch großflächige Aufnahmen ganzer Förderbandanlagen.
Lost-Places-Charakter hat das Gelände ebenfalls. Viele noch nicht ausgeschlachtete Elektroanlagen zogen mich in ihren Bann (ich bin halt nun mal ausgebildeter Elektromeister).
Im Bereich der Hochofengruppe kann man über einige Treppen und Stiegen bis zur Aussichtsplattform in über 40 Metern Höhe aufsteigen. Von dort aus bietet sich ein toller Überblick über das ganze Gelände und die Stadt.
Aus heutiger Sicht gar nicht auszudenken, was das in damaliger Zeit für ein Gestank und Lärm gewesen sein muss, neben dem die Menschen ihre Arbeit zu verrichten hatten.
Teils skurrile Warnschilder zeugen von den Anfängen des Arbeitsschutzes im beginnenden Industriezeitalter.
Imposant sind vor allem in der sog. Gebläsehalle die riesigen Gasmaschinen welche den Wind für die Hochöfen erzeugten.
In der Gebläsehalle, sowie in Teilen des übrigen Geländes werden jährlich wechselnde Ausstellungen präsentiert. Im Jahr 2015 waren Schädel ausgestellt, letztes Jahr war unter dem Thema Buddha u. a. eine sehenswerte Bilderasstellung des großen Fotografen Steve McCurry zu sehen.
Ob im innern
oder außen
die Motive scheinen nicht aus zu gehen. Oft lohnt sich auch mal ein kurzer Blick auf den Boden, wo Rost und Wasser einen interessanten Rahmen für Spiegelungen bilden können.

Zur Ausrüstung: Empfehlenswert ist auf jeden Fall ein Stativ. Im Innenbereich ist es unverzichtbar – die Chance das Bild zu verwackeln ist hier einfach zu groß. Ein Zoomobjektiv von 17 – 70 mm, wie ich es verwende ist allemal ausreichen. Einen Blitz würde ich persönlich jetzt nicht mitschleppen, da das vorhandene Licht für eine schöne Stimmung auf den Fotos sorgt. Von reinen Architektur- bis hin zu Lost-Places-Bildern ist hier alles möglich.
Wie gesagt: Der kostenlose Dienstag Nachmittag reicht, um sich einen ersten Eindruck zu verschaffen. Das Gelände bietet zweifelsfrei so viel Potenzial, um mehrere Tage zu füllen. Nähere Auskünfte über die aktuellen Ausstellungen, die Öffnungszeiten und Eintrittspreise findet Ihr unter
www.voelklinger-huette.org

Wer mal in der Gegend ist, sollte sich das alles nicht entgehen lassen. Lasst Euch treiben, inspirieren und habt Vertrauen! Es ist fast nicht möglich hier schlechte Bilder zu machen.
Im Innenbereich ist ein Stativ zwingend erforderlich, welches jedoch problemlos aufgestellt werden darf.
Für Fotografen wird eine extra Erklärung ausgehändigt, mit der man bestätigt, keine kommerzielle Nutzung der Bilder anzustreben. Ansonsten habe ich bei meinen Besuchen keine Einschränkungen erlebt.

Für den Besuch, aber auch für die sonstigen Unternehmungen im kommenden Sommer wünsche ich Euch, wie gewohnt, allzeit gutes Licht!

Werner Kutter

 

Best of U-Bahn München


Wie versprochen möchte ich nochmal einen Querschnitt über die vielzähligen Möglichkeiten in der Münchner U-Bahn zeigen. Für die Vorbereitung solcher Touren lest bitte den Artikel über die Grundlagen.
Bei der Durchsicht meiner Bilder sind mir ein paar Sachen aufgefallen, denen ich in der Serie zuvor wenig Beachtung geschenkt habe. Deshalb möchte ich hier noch auf ein paar „Besonderheiten“ eingehen und einen genaueren Blick auf folgende Details werfen.

Rolltreppen XXL
Am Marienplatz sind die Rolltreppen vom U-Bahn-Geschoss an der Stammstrecke vorbei in den Fussgängerbereich auf Grund ihrer Länge absolut sehenswert. Hier machen sich sowohl Farb-, als auch Schwarzweiss-Aufnahmen absolut Sinn.
Die Rolltreppe leer abzulichten ist freilich eine Geduldsprobe, aber durchaus möglich, wie man hier sehen kann.
In der Station Olympia-Einkaufszentrum (OEZ) ist auch eine Rolltreppe sehenswert, die auf Grund des geringeren Personenaufkommens auch mal im Stillstand geschossen werden kann. Aufnahmen ohne störende Personen bekommt man hier in der Regel schneller in den Kasten.
Sie ist nicht so lang, wie die am Marienplatz aber auch in Schwarzweiß absolut fotogen.
Eine Rolltreppe in Seitenansicht kann auch ein Eyecatcher sein, wie ebenfalls im OEZ besichtigt werden kann.
Interessant sind auch Menschen, welche die Rolltreppe benutzen und während dieser Zeit ganz andere Dinge tun. Eine Art von Streetphotografie kann damit gestaltet werden. Wenn man schon die Menschen nicht völlig ausblenden kann, dann werden sie wenigstens als Stil-Element ins Bild eingebaut.

Die Kunst am Bild

Ist das Kunst oder kann das weg? Bei manchem Beitrag in HDR-Aufmachung darf man sich das getrost fragen. Die U-Bahn bietet auch für diese Art der Fotografie zahllose Möglichkeiten. Einfahrende Züge in Geisterzüge zu verwandeln oder diese zu spiegeln macht richtig Spaß.

Es gibt für alles 2 Ansichten. Mal kann man die Lichtspuren natürlich lassen
mal werden sie verfremdet. Erlaubt ist, was gefällt – und was gefallen soll, das bestimmt immer noch der Künstler selbst.
Ein hereinfahrender Zug lässt meist durch die Scheiben die Tafeln mit dem Stationsnamen durchscheinen. Für diese Bilder stellt man sich am Besten ganz am Anfang des Bahnsteigs auf – dort ist der Zug am schnellsten.
Wem dieser Effekt zu schwach erscheint, der macht noch eine Aufnahme vom gleichen Standort aus – nur ohne Zug und blendet die beiden Bilder in Photoshop zusammen. Auch solch ein Bild kann verfremdet werden.

Apropos Geisterbahn:
Es wurden schon Züge in Spiegeln gesichtet, die nicht auf dem Gleis standen – und das nicht nur auf Bahnsteig 33 2/3!
Und manchmal weiß man vor lauter Schildern schon nicht mehr, wo man ist…
Gut wenn man dann einen Plan hat, den man in Ruhe studieren kann, während um einen herum die Welt in Hektik versinkt.
Wenn es wieder kalt wird und man keine rechte Lust auf fotografieren im Freien hat, dann ist die richtige Zeit wieder nach München zu gehen und den ein oder anderen Sonntag in der U-Bahn zu verbringen. Dort ist man von der Witterung unabhängig und so richtig kalt wird einem hier auch nicht.
Vielleicht sieht man sich ja mal auf einer spannenden Tour – bis dahin verbleibe ich, wie immer  mit dem gut gemeinten Wunsch: Allzeit gutes Licht!

Werner Kutter

U-Bahnhöfe Teil 5:



Zuerst musste ich 3 Jahre warten und dieses Jahr kam ich dafür gleich zweimal zum U-Bahn-Fotografieren. In dieser Folge geht es  um diese Bahnhöfe:
Machtelfinger Straße
Oberwiesenfeld
Partnachplatz
Sendliger Tor
Westpark

Machtelfinger Straße

Er liegt nur knapp unter der Erdoberfläche im Grünzug einer früheren Güterzugtrasse und trägt seinem Namen nach Machtlfing, einem Ort zwischen Tutzing und Herrsching.  Die Wände wurden in ihrer rauen Bohrpfahlbauweise belassen und bordeauxrot gestrichen.

Vier zweiteilige Farbflächen unterschiedlicher Art befinden sich an den Außenwänden des säulenlosen Bahnhofes, durch zwei Öffnungen in der Decke dringt viel Tageslicht in den Untergrund ein, was die Farbintensität der Tafeln weiter verstärkt.

Zur besseren Lichtreflexion sind am Fußboden unter den Oberlichtern Edelstahlplatten angebracht, die das einfallende Licht weiter verteilen.

Oberwiesenfeld


Die säulenlose Bahnsteigshalle liegt in Ost-West-Richtung unter der Moosacher Straße. Über 16 Oberlichter, die südlich der Moosacher Straße liegen, wird er mit Tageslicht versorgt.

Die Wände sind mit Aluminum-Paneelen verkleidet. Für die Gestaltung des an der Südseite aufgebrachten Bildes „Ornament“ zeichnet sich Rudolf Herz verantwortlich.

Es zeigt feine geometrische Muster in Form eines Labyrinths. Die Nordwand ist mit orangenen Paneelen verkleidet, die an das orange der Olympialinie anknüpfen sollen.

Partnachplatz

Der in einer leichten Kurve liegende U-Bahnhof ist als Teil der „Blumenlinie“ zur IGA eröffnet worden und stellt zusammen mit seinen Nachbarn Westpark und Holzapfelkreuth den ersten Schritt zu bunteren Stationen im Münchner U-Bahn-Bau dar.

Frühere Bahnhöfe waren in der Regel farblich eher wenig aufregend gestaltet, hier hat man erstmal einen Farbverlauf für die Hintergleiswände gewählt. Die oben leicht nach innen gebogenen Bahnhofsaußenwände sind von cremefarben bis grün gefärbt, das Muster wiederholt sich über die gesamte Bahnsteiglänge mehrfach.

Die Decke ist mit quer zur Fahrtrichtung verlaufenden Aluminiumlamellen verkleidet. Im Bahnsteigbereich ist die Deckenverkleidung höher als über den Gleisen, was die Raumwirkung im Bahnsteigbereich verstärkt.

Sendlinger Tor

Der Bahnhof ist einer der wenigen U-Bahnhöfe in München mit zwei Säulenreihen.

Dazwischen befindet sich am nördlichen Ende ein Aufzug ins Sperrengeschoss, hier ist der Bahnsteig am schmalsten. Danach weitet er sich im weiteren Verlauf auf und ist in der Mitte über Fest- und Fahrtreppen mit dem Sperrengeschoss sowie den darunterliegenden Bahnsteigen der U1 und U2 verbunden.

Die vielteiligen wabenförmigen Fliesen an den Stationswänden laden zum psychodelischen Spiel mit Farbe und Formen ein.

Westpark


Der in einer leichten Kurve liegende U-Bahnhof ist als Teil der „Blumenlinie“ zur IGA eröffnet worden.
Frühere Bahnhöfe waren in der Regel farblich eher wenig aufregend gestaltet, hier hat man erstmal einen Farbverlauf für die Hintergleiswände gewählt. Die oben leicht nach innen gebogenen Bahnhofsaußenwände sind von gelb über grün bis blau gefärbt, das Muster wiederholt sich über die gesamte Bahnsteiglänge mehrfach.

Die Decke ist mit quer zur Fahrtrichtung verlaufenden Aluminiumlamellen verkleidet. Im Bahnsteigbereich ist die Deckenverkleidung höher als über den Gleisen, was die Raumwirkung im Bahnsteigbereich verstärkt. Die den Bahnsteig tragenden Säulen sind mit gelben Fliesen verkleidet, die Aufgänge zur Garmischer Straße mit blauen.

Das soll es zunächst gewesen sein. Den Sommer über werde ich wohl nicht mehr in den Untergrund absteigen. Aber in der Schlechtwetterphase ist dies eine wirklich willkommene Abwechslung. Wenn alle notwendigen Vorbereitungen (siehe Artikel Grundlagen) getroffen sind, dann kann einem das Wetter an der Oberfläche egal sein.

Nächste Woche möchte ich Euch in einem „BestOf“  nochmal die besten Spots der 22 bisher von mir besuchten Stationen näher bringen. Dann zeige ich Euch Bilder und Beispiele, was es alles an Farben und Formen in der Münchner U-Bahn abzulichten gibt.
Verschiedene Bearbeitungen der Bilder werden ebenso Thema sein, wie auch Rolltreppen, Formen und eine Geisterbahn.

Bis dahin wünsche ich Euch – wie gewohnt – allzeit gutes Licht!

Werner Kutter

Hinweis:
Die Beschreibungen der Stationen sind zum großen Teil aus den Internetseiten von https://www.u-bahn-muenchen.de/ entnommen.

 

U-Bahnhöfe Teil 4:


Es geht weiter! Wir waren erneut in München und sind den ganzen Sonntag mit der U-Bahn kreuz und quer durch die Stadt gefahren. Hier sind die Ergebnisse aus den U-Bahnhöfen
Brudermühlstraße
Forstenrieder Allee
Großhadern
Haderner Stern
Klinikum Großhadern

Brudermühlstraße
Charakteristisch für diesen Bahnhof ist, dass er sich in einer leichten Kurve befindet. So ergeben sich interessante Perspektiven, je nachdem ob man den Innen- oder den Außenradius nimmt.

Er ist mit hellen Materialien wie Granit, Edelstahl und Blechpaneelen gestaltet. Die Hintergleiswände sind in lavendelblau gehalten, über den Gleisen ist der Sichtbeton im selben lavendelblauen Farbton gestrichen und verschwindet durch das Beleuchtungskonzept aus dem Auge des Betrachters.

Der Deckenbaldachin über dem Bahnsteigbereich ist fast weiß und gibt dem Bahnhof ein helles und freundliches Aussehen.

Forstenrieder Allee

Der Bahnsteig ist mit einer Reihe von schlanken Mittelsäulen ausgestattet, der helle Deckenbaldachin wird davon unterbrochen, was den Bahnhof optisch verlängert. Hier sind die in Sichtbeton belassenen Wände in grün gehalten.

Der Grundgedanke des „veredelten Rohbaus“ ist hier sehr schön umgesetzt. Passend zu dem Namen ist das Tannengrün der Wände allemal.

Großhadern


Der lange, vollständig gerade Bahnsteig wird von einer Reihe runder, mit gelben Metallplatten verkleideten, Säulen getragen, die ein wenig an die Säulen der Bahnhöfe im Zentrum erinnern.

Darüber erhebt sich eine gewaltiger Reflektorskulptur an der Decke, über die der Bahnsteig indirekt beleuchtet wird. Als Reflektionsmaterial dienen breite Aluminiumlamellen, die geschwungen über dem Bahnsteig angebracht sind.

Die Wände und die Decke über dem Gleisbereich ziert ein Wandgemälde von Johannes Klinger, was in der Münchner U-Bahn selten ist. Es zeigt künstlerisch wiedergegeben die verschiedenen geologischen Schichten, in denen sich der U-Bahnhof befindet. In zahlreichen Erdfarben wird hier der Bezug zum umliegenden Erdreich hergestellt.

Die Bahnsteigflächen und auch die Zugangsanlagen sind mit hellem Granit ausgelegt, was dem Bahnhof eine insgesamt sehr edle Erscheinung zukommen lässt. In Verbindung mit den gelben Säulen und den strahlenden Deckenreflektoren ist den Planern hier einer der schönsten U-Bahnhöfe gelungen.

Haderner Stern

Der hohe, säulenlose Bahnhof ist mit einer Deckenkonstruktion aus gewelltem Metallblech versehen, aus der in den Wellenbergen quer angeordnete Lampenträger ragen, die den langgezogenen Bahnsteigraum etwas kürzer wirken lassen. Durch die Reflektorwirkung der Metallbleche an der Decke wird das Licht außerdem noch über den ganzen Bahnsteig gestreut, um eine optimale Ausleuchtung zu erzielen.

An den Wänden befinden sich golden hinterlegte und hinterleuchtete Glasbausteine, die zusammen mit der Deckenkonstruktion einen edlen Eindruck hinterlassen. Da die Beleuchtung auf die Bahnsteigflächen ausgerichtet ist, verlieren sich die Hintergleiswände aber etwas im (durchaus gewollten) Dunkel des Gleisraumes.

Klinikum Großhadern

Der mit rotbraunen Granitplatten ausgelegte Bahnsteig ist über braune Säulen mit der Decke verbunden, die mit bunten Querträgern verkleidet ist. Sie ist in den selben Farben wie die Gestaltung der Hintergleiswände gehalten.

An den Wänden ist die hügelige Landschaft des Voralpenlandes angedeutet, die sich hier am Stadtrand von München in südlicher Richtung direkt anzuschließen scheint.

Wieder einmal konnten wir lernen, das es doch schöne Motive in der Münchner U-Bahn gibt – obwohl wir immer wieder verständnislos darauf angesprochen werden, was es denn hier interessantes zu fotografieren gäbe.
Nächste Woche geht die Reise weiter. Es warten dann noch die Bahnhöfe
Machtelfinger Straße
Oberwiesenfeld
Partnachplatz
Sendlinger Tor
Westpark

Bis dahin wünsche ich Euch nur das Beste und natürlich allzeit gutes Licht!

Werner Kutter

Hinweis:
Die Beschreibungen der Stationen sind zum großen Teil aus den Internetseiten von https://www.u-bahn-muenchen.de/ entnommen.

 

U-Bahn-Fotografie: Die Bahnhöfe Teil 3


Zum Abschluss der Serie noch die letzten vier Bahnhöfe Olympia-Einkaufszentrum, St. Quirin Platz, Westfriedhof und Wettersteinplatz auf meiner bisherigen Untergrund-Schleife.
Für den Moment ist hiermit Schluss – ich bin mir jedoch sehr sicher, dass ich dem Ruf nach neuen Bildern folgen werde und noch weitere Bahnhöfe erkunden werde.

9. Olympia Einkaufszentrum

Das Olympia Einkaufszentrum wurde ja letztes Jahr mit den tragischen Ereignissen des Amoklaufs deutschlandweit „berühmt“.

Die Hintergleiswände sind mit pyramidenförmigen Edelstahlelementen versehen, die das auf sie treffende Licht reflektieren. An der Decke sind ellipsoid geformte Verstrebungen auf halber Höhe angebracht, an denen die Bahnsteigbeleuchtung angebracht ist. Darüber liegen blau gestrichene und beleuchtete Wände und Decken. Die Rolltreppe in der Verbindung zwischen der U1 und der U3 ist Sonntags nicht so stark frequentiert, so dass sich hier auch mal Bilder mit still stehenden Stufen ergeben können.

10. St. Quirin Platz

Die Station St.-Quirin-Platz ist architektonisch einzigartig und für die Münchner U-Bahn ebenso un­gewöhnlich, da sie zur Seite mit einem großen „Auge“ hin zur Grünanlage „Am Hohen Weg“ geöffnet ist und sich über ihr eine aufwendige muschelförmige Dachkonstruktion aus Glas wölbt.
Die Glaskonstruktion über dem Bahnsteig stellte für die Ingenieure eine große Herausforderung dar, sollte sie doch möglichst preisgünstig hergestellt werden und dennoch den ästhetischen Ansprüchen genügen. Sie überspannt neben Teilen des Bahnsteigs auch die mittig angeordnete, ebenerdige Schalterhalle, von der aus Fahr- und Festtreppen sowie Aufzüge zur Bahnsteigebene führen.
Als einziger Bahnhof ist er mit zwei unmittelbar nebeneinander liegenden Aufzügen ausgestattet, da sich in der Nähe eine Einrichtung der Behindertenbetreuung mit mehreren hundert Plätzen befindet, was diese ungewöhnliche Maßnahme rechtfertigt.

 Von der Ausrichtung her sollte der Bahnhof nur Vormittags oder Nachts besucht werden. Nachmittags knallt die Sonne doch ziemlich hart durch die Scheibe, so dass keine sonderlich tollen Innenaufnahmen möglich sind.


11. Westfriedhof

Der wohl bekannteste Bahnhof auf unserem Weg durch den Münchner Untergrund ist die Station Westfriedhof.
Wegen seiner markanten Beleuchtung mit den überdimensionalen Lampenschirmen hat bestimmt jeder schon einmal ein Bild von ihm gesehen.

11 große Leuchten mit über 3,5 mt Durchmesser werfen rotes, blaues und gelbes Licht auf den Bahnsteig. Die Beleuchtung der Wände und Decke scheint intensiv Blau, so dass man sich ein bisschen wie in einer Höhle vor kommt.

Das Einstiegsbild habe ich an der Einfahrt gemacht und es zeigt eine Langzeitbelichtung eines einfahrenden Zuges. Durch die Fenster scheint das an der Wand angebrachte Hinweisschild des Bahnhofs durch, so dass ein toller Effekt aus Vorder- und Hintergrund entsteht.

Außerdem lohnt es sich hier auch mal aus der Froschperspektive ungewöhnliche Blickwinkel einzufangen. Die ungewöhnlichen Lampenschirme bieten aus nahezu jeder Lage einen imposanten Anblick.

12.  Wettersteinplatz

Über dem Bahnsteig befindet sich ein baulich bedingter Hohlraum, der eventuell zukünftig als automatische Anwohnertiefgarage genutzt werden soll. Zwischengeschosse ohne derzeit erkennbaren Nutzen weisen auf diese Planungen hin, selbst der Aufzug zur Oberfläche hält in dieser Etage bereits.

Der Bahnsteig ist mit 4,40 Metern Raumhöhe vergleichsweise niedrig, durch die spiegelnde Aluminiumdecke wird das aber optisch wieder teilweise aufgehoben. Zudem dient die Decke der Lichtverteilung aus den Leuchtern des Lichtsystemes. Die Außenwände des säulenlosen Bahnsteiges sind in rot beziehungsweise blaugrün gestrichen und erzielen damit eine starke Kontrastwirkung.

So, dass war sie – meine kleine Reise durch die Münchener U-Bahn. Ich hoffe sie war interessant und möchte noch anfügen, dass ich Anfang April noch weitere Bahnhöfe aufsuchen werde. Die Ergebnisse werden dann im Anschluss hier zu sehen sein.

Versprochen!

Bis es soweit ist wünsche ich Euch allen allzeit gutes Licht…

Werner Kutter

Hinweis:
Die Beschreibungen der Stationen sind zum großen Teil aus den Internetseiten von https://www.u-bahn-muenchen.de/ entnommen.

 

U-Bahn-Fotografie: Die Bahnhöfe Teil 2


Im zweiten Teil unserer Reise durch den Münchener Untergrund befassen wir uns mit den Stationen Mangfallplatz, Marienplatz, Moosacher-St.-Martins-Platz, Moosach und Münchner Freiheit.

5. Mangfallplatz

Die natürlich belassenen Wände werden durch ein kräftiges rot der Leitstreifenschilder kontrastiert, auch in den Leuchtrohren der Lampenbänder findet es sich wieder. Die Lampen strahlen an einen an der Decke montierten Aluminiumschirm, der das Licht indirekt auf den gesamten Bahnsteig verteilt und dadurch die gesamte Bahnsteighalle hell erstrahlen lässt.

An der nördlichen Außenwand bringt ein großformatiges blaues Kunstwerk ferner einen weiteren Farbakzent in den Bahnhof. Die dort angedeuteten Wassermotive knüpfen an die Herkunft des Münchner Trinkwassers an, das zu großen Teilen aus dem Mangfalltal stammt und über lange Rohrleitungen nach München geleitet wird.

Da die einfahrenden Züge hier aus einer Kurve in die Station kommen lassen sich spannende Lichtspurbilder an der Einfahrt anfertigen. Abstrakt, natürlich oder HDR-Style – erlaubt ist, was gefällt.

6. Marienplatz
Der Bahnhof erschließt den wichtigsten Teil der Altstadt und der Fußgängerzone mit ihren Geschäften und zahlreichen touristischen Attraktionen wie Frauenkirche, Neuem Rathaus (direkt über dem U-Bahnhof) oder Viktualienmarkt.

Endlos erscheinende Lichtbänder umrahmt von orangen Gängen – solche oder ähnliche Bilder hat wohl jeder schon einmal gesehen. Da sich der U-Bahnhof über mehrere, übereinanderliegende Ebenen erstreckt ist hier fast immer viel Betrieb.

Die, meines Wissen nach, längste Rolltreppe der Stadt steht nie still. Trotzdem gibt es in den Verbindungsgängen immer wieder mal Momente in denen alles Menschenleer erscheint. Hier ist der perfekte Ort, um sich in Geduld zu üben und die Fotografie zur Entschleunigung zu nutzen.

7. Moosacher St. Martins Platz

Der Moosacher St. Martins Platz ist eher etwas unbekannt. Gleichwohl ist er fotografisch interessant – präsentiert er doch an seinen Wänden ca. 76.200 Bilder aus dem gesamten Stadtteil Moosach.
Die Bilder sind dabei in chronologischer Reihenfolge angebracht, weswegen sich zum einen eine jahreszeitliche bedingte Farbabfolge ergibt und zum anderen der Jahreszyklus anhand der abgebildeten Natur betrachtet werden kann. Im oberen Wandbereich sind champagnerfarbene gewellte Bleche angebracht, die bis zur Sichtbetondecke nach oben reichen.

8. Moosach

Für mich als „alten“ Memminger war es natürlich schön, ein Schild mit heimatlichem Bezug zu finden. Und das mitten in München!

Der hundertste Bahnhof der Münchner U-Bahn  ist säulenlos, teilweise fällt Tageslicht durch die Oberlichter.
In Moosach werden Elemente der Moosacher Natur gezeigt, die  in stark vergrößerten Abbildungen an weißen Wandpaneelen an den Hintergleiswänden angebracht sind.
Es scheint fast so, als ob ein Fotograf mit Makroobjektiv für die Gestaltung zuständig war.

9. Münchner Freiheit
An der Münchner Freiheit ist blau die Farbe aller Säulen, die Wänder sind in neutralem hellgrau gehalten, die Decken ebenso.

Das Ergebnis wertet den U-Bahnhof sichtbar auf: Gelbe Wände, blau illuminierte Säulen und Spiegel als Deckenverkleidung sorgen für ein attraktives Erscheinungsbild, das auf Helligkeit, Transparenz und Lebendigkeit abzielt.
Hier lässt sich auch gut das Leben und Treiben der Münchner festhalten. z. B. mit längerer Belichtungszeit verwischte Personen erzeugen und so die Emsigkeit, ja die Hektik der Großstadt darstellen. Als Umsteigebahnhof ist hier auch am Sonntag das Passagieraufkommen höher als in den übrigen Bahnhöfen, so dass die Gegebenheiten hier zum Experimentieren einladen.

Nächste Woche geht die Mini-Serie mit den letzten vier Stationen vorerst zu Ende.
Ihr dürft gespannt sein, auf das, was Euch zum Abschluss noch alles erwartet – bis dahin wünsche ich Euch allzeit gutes Licht!

Werner Kutter

Hinweis:
Die Beschreibungen der Stationen sind zum großen Teil aus den Internetseiten von https://www.u-bahn-muenchen.de/ entnommen.

U-Bahn-Fotografie: Die Bahnhöfe Teil 1


Im ersten Teil unserer Reise durch den Münchener Untergrund entführe ich Euch in die Stationen Am Hart, Candidplatz, Georg-Brauchle-Ring und Hasenbergl.
Diese vier Bahnhöfe, die unterschiedlicher nicht sein könnten, zeigen eindrucksvoll die Möglichkeiten, die sich uns auftun können, wenn man nur einmal hin sieht.
Oft wurde ich während des Fotografierens angesprochen, was ich denn genau mache, was so interessant sei, um hier in der U-Bahn Bilder zu machen – nun, ich denke, die Ergebnisse sprechen für sich.

Farben und Formen, Architektur und Technik – faszinierende Welten lauern im Verborgenen auf den, der sie sehen will…

1. Am Hart

Der Bahnsteig zeigt uns eine imposante Deckenkonstruktion aus weißen Aluminiumtafeln, die das Licht der beiden Lichtbänder aufnehmen und auf den Bahnsteig zurückstrahlen. Wie ein Vogelflügel wird der Bahnsteig auf der gesamten Länge davon überspannt.
Hier bietet sich natürlich an, aus der Mitte heraus die Symmetrie der Anlage zu betonen.
Mit vergleichsweise geringem Aufwand wurde der Bahnhof sehr ansprechend gestaltet, dazu bedarf es gar nicht besonders vieler Farben. Rot, blau und weiß sind die Farben des Bahnhofes, das durchdachte Lichtkonzept und die interessante Deckenform zusammen machen aus einem von der Grundform her an sich langweiligen Bauwerk einen reizvollen Bahnhof.

2. Candidplatz
Der gesamte Bahnsteigbereich, also Wände, Säulen und Decken, ist in einem regenbogenartigen Farbverlauf bemalt. Am Nordende beginnt es mit violett und geht über rot, gelb und grün bis dunkelblau am südlichen Bahnsteigsende.Die Mittelstützen sind mit mattiertem Glas verkleidet, um eine Verschmutzung der Säulen selbst zu verhindern und die Farbflächen zu gliedern. Die ungewöhnliche Deckenform ist bedingt durch einen darüber verlaufenden Abwasserhauptkanal. Prinzipiell wäre sie zwar nur auf einer Seite nötig gewesen, wurde aber aus Symmetriegründen auf beiden Seiten gleich gestaltet.Leider waren bei meinem letzten Besuch im Februar teilweise große Farbablösungen an den Wänden zu sehen. Richtig tolle Bilder, welche den Farbverlauf über die ganze Länge zeigen, sind derzeit nicht möglich.

 

3. Georg-Brauchle-Ring

Hier ist das Spiel der Farben auf großen, sich abwechselnden rechteckigen Platten dominant. Unterbrochen durch einzelne Bilder aus der Umgebung und dem Rest der Welt  kommt man sich vor, als stünde man mitten in einem riesigen Farben-Puzzle. Schön ist außerdem, das dieser Bahnhof mit seiner Höhe von 7,50 mt komplett ohne störende Säule auskommt und so schöne Totalen möglich sind.

Die sichtbare Bauwerkshöhe ist im Vergleich zu früheren Bahnhöfen unüblich, da dort häufig abgehängte Decken eingebaut wurden. Am Georg-Brauchle-Ring wurde hingegen eine spiegelnde Decke aus poliertem Edelstahl angebracht, die den Bahnhof optisch nochmals höher wirken lässt.

4. Hasenbergl

In einem Stadtteil, welcher begründet in der Vergangenheit  nicht gerade den besten Ruf genießt, wird nicht gerade ein kleines Schmuckstück der modernen Architektur erwartet.

Die säulenlose Bahnteighalle ist mit hellgrauem Granitboden ausgelegt, der im mittleren Bereich von vier Reihen dunklerer Dreiecke aufgelockert wird. Der Boden strahlt damit eine gewisse Dynamik aus. Die Hintergleiswände bestehen aus großen Glasplatten, die mit Glasflies aus Glasfasern hinterlegt sind und damit einen Teil des Lichts reflektieren. In der Mitte des Bahnsteigs ist diese Glasfront auf beiden Bahnsteigseiten von einer großen Spiegelfläche unterbrochen. Mittendurch geht das rote Linienband, das ebenfalls aus Glasflächen besteht.

Nächste Woche geht es mit fünf Stationen weiter.
Seid gespannt, was noch alles kommen wird – bis dahin wünsche ich Euch allzeit gutes Licht!

 Werner Kutter

Hinweis:
Die Beschreibungen der Stationen sind zum großen Teil aus den Internetseiten von https://www.u-bahn-muenchen.de/ entnommen.