Durch den Gunzesrieder Tobel

Ich wusste lange nicht, dass es im Gunzesrieder Tal außer dem Ostertal Tobel noch ein weiterer existiert. Ein guter Kollege brachte mich drauf, dass man vor Gunzesried Richtung Norden auch durch einen Tobel zur Alpe Derb wandern und dort sehr gut Einkehren kann .

Gesagt getan sind wir an einem schönen Sonntag losgefahren und haben den Parkplatz direkt am Ortseingang von Gunzesried angesteuert. Gegenüber steht auch schon das Törchen, welches den Eingang zu dieser Wanderung markiert.

Zunächst läuft man über eine Wiese bis zur Gunzesrieder Ach um dann im weiteren Verlauf den Gunzesrieder Tobel – auch Haldertobrel genannt – zu erreichen. Gleich zu beginn stürzt die Ach eine Treppe in den folgenden Tobel hinab. NIcht besonders tief und doch sehenswert.

Der Weg führt mehr oder weniger direkt am Wasser entlang. Immer wieder kommen auch Stellen, an denen die Ach weniger wild über die Felsen schießt und an denen man sogar baden könnte – wenn man kaltes Wasser mag.

Ich werde aber natürlich wie magnetisch von den Stromschnellen und wasserumspülten Felsblöcken angezogen. Immer wieder baue ich die Kamera auf und versuche möglichst nahe ans Wasser heranzukommen, um mehr Dramatik im Bild einzufangen.

Ich habe nämlich festgestellt, dass je näher man der Wasseroberfläche ist, desto spannender wirkt die Szene auf den Betrachter. Am besten ist es, wenn das Wasser direkt auf einen zu fließt.

Deshalb habe ich bei diesem Spaziergang auch auf ein Stativ verzichtet und nur mein Platypod mit Kugelkopf mitgenommen. Ein sog. „Bohnensack“ oder ähnliches, um die Kamera auf dem Boden abzulegen, tut es natürlich auch.

Wie immer kommen wir nur sehr schleppend voran und Frau und Hund müssen wieder sehr viel Geduld mit dem Mann aufbringen. Immer wieder finde ich unterwegs Gründe um anzuhalten und die Kamera auszurichten. Im Zusammenhang mit Wasser benutze ich generell einen Polfilter und je nach Lichtsituation zusätzlich einen ND-Filter. Der Polfilter hat die Eigenschaft die Spiegelung im Wasser herauszufiltern und so kann man die Steine am Grund des Baches gut sehen, was dem Bild einen schönen Vordergrund beschert.

Der ND-Filter wirkt wie einen Sonnenbrille vor dem Objektiv. So kann weniger Licht auf den Sensor durchdringen und die Verschlusszeit muss verlängert werden, was den seidigen, weichen Effekt meiner Bilder erklärt. Selten nutze ich mehr als ND 8 (8-fache Verdoppelung der Belichtungszeit), da mehr als 5 Sekunden Belichtungszeit bei fließendem Wasser nichts mehr bringt.

So folgen wir immer weiter dem Weg, überqueren die Gunzesrieder Ach ein paar mal, bis nach einem weiteren kleinen Wasserfall der Wegweiser zur Alpe Derb uns bergan marschieren lässt.

Nach intensivem Anstieg sitzen wir endlich in der Alpe Derb und verspeisen einen hervorragenden Käsesalat (das Pendent zum Wurstsalat nur ohne Wurst). Da hier alles so wunderbar duftet und aussieht machen wir die Kaffeepause gleich noch hintendrein und zum Nachtisch gibt es noch leckeren hausgemachten Kuchen.
Schweren Herzens und vollen Magens machen wir uns wieder auf den Weg zurück. Zuerst gehen wir ein wenig auf der Straße bevor wir bei der Aussiedelei Reute wieder zur Gunzesrieder Ach absteigen. Ab etwa der Mitte der vorherigen Strecke gehen wir auf dem alt bekannten Weg zurück und kommen ohne weitere Bilder zu machen diesmal deutlich schneller voran.

Für Eure Wanderungen in der freien Natur wünschen wir Euch immer das beste Wetter und für tolle Bilder natürlcih allzeit gutes Licht.

Werner Kutter

Christlessee, Hölltobel, Gerstruben

Dies ist eine sehr schöne, in der Mitte auch anstrengende Runde südlich von Oberstdorf. Die Wanderung bietet mehrere Höhepunkte, so dass es einem nicht so schnell langweilig wird.

Wir parken auf dem Parkplatz Renksteg kurz vor der Skiflugschanze. Von da aus marschieren wir Richtung Süden zunächst auf einer Anliegerstraße, die uns direkt zum Christlessee bringt.
Der See ist im Alpenraum ein Unikum, da er auch im Winter nie zufriert. Unmittelbar südlich entspringen starke Quellen die den See mit viel klarem Trinkwasser speisen. Dieser starke Zufluss führt dazu, dass der See zu keiner Jahreszeit zufriert. Allerdings ist er auch im Hochsommer viel zu kalt um darin zu baden.

Nach einer (sehr kleinen) Runde um den See wenden wir uns nach Nordosten und lassen die Rastmöglichkeit auf der Alpe buchstäblich links liegen. Ein Blick zurück auf den See und das angrenzende Hotel muss aber noch erlaubt sein.

Wir überqueren die Trettach, die diesem Tal seinen Namen gibt. Immer wieder säumen typische Feldstadel im oberallgäuer Stil den Weg und lassen uns wegen der umgebenden Kulisse zum Fotografiern anhalten.

Nach ein paar sanften Anstiegen kommt schon die nächste Alpe in Sicht. Doch auch das Mumme-Stüble kommt für uns als Einkehr noch nicht in Frage. Ein letzter Blick noch nach Norden das wunderschöne Trettachtal entlang, dann steigen wir ein in den Hölltobel.

Dieser macht schon bald seinem Namen alle Ehre. Als ob mächtige Kräfte die Felsen wie Spielsteine durch die Natur geworfen hätten, muss sich das Wasser mit lautem Getöse seinen Weg um diese herum zur Trettach suchen.

In wilden Kehren windet sich der Weg im Wald den Berg hinauf. Immer wieder kommen wir an engen Einschnitten vorbei, durch die sich das Wasser hindurch zwängt. Dabei hat es so eine giftig grüne Färbung, die jedem signalisiert: Achtung Sau-Kalt!

Und wenn Du denkst, Du hast schon alles gesehen und bist schon oben – dann kommt noch ein Megawasserfall. Mit lautem Klatschen schlägt das Wasser unten auf den bereits spiegelblank polierten Fels auf. Auf der Aussichtsplattform hat man, trotz sicherer Entfernung, unwillkürlich das Gefühl, man könnte in die Tiefe gezogen werden. Zweifellos der Höhepunkt, der trotz des schwierigen Zustiegs über Wurzeln und Felsen nicht versäumt werden sollte.

Schließlich, man hat schon fast den Glauben daran verloren, kommt man doch noch oben auf der Fahrstraße nach Gerstruben an. Hier folgt dann endlich die längst verdiente Erholungspause im Berggausthof.
Gerstruben ist mittlerweile ein Museumsdorf und zeigt mit seinen restaurierten Gebäuden, wie die Menschen hier vor über hundert Jahren gelebt und gearbeitet haben. Ich mache noch schnell das Gerstruben-Standart-Bild mit dem Zaun, der auf die Kapelle zu führt und dann machen wir uns wieder auf den Weg zurück.

Diesmal verlassen wir den Fahrweg nicht mehr – verweilen aber noch an dem einen oder anderen Aussichtspunkt um die schöne Sicht in Richtung Oberstdorf zu geniessen.

Für Unternehmungen wie diese wünschen wir Euch natürlich nur das beste Wetter und für die dabei entstehenden Bilder allzeit gutes Licht.

Werner Kutter

Zum Buchenegger Wasserfall

Die Buchenegger Wasserfälle sind im Sommer eine riesen Attraktion unter „Klippenspringern“. Sogar noch Anfang Oktober, als wir die Wanderung gemacht haben, stürzen sich Waghalsige in Neoprenanzügen vom Rand in den oberen Gumpen und suchen so den Nervenkitzel.
Leider kommt es jedes Jahr vor, das auch schwere Unfälle passieren. Deshalb sollten nur wirklich Ortskundige diesem „Vergnügen“ nachgehen. All zu schnell kann der Sprung ins kühle Nass nämlich auf einem Felsen enden oder Unterströmung im Bereich des Wasserfalls zieht einen in die Tiefe.

Aber jetzt zurück auf Anfang:
Wir parken auf dem großen Parkplatz an der Imbergbahn und gehen auf dem Gehweg zum Golfplatz zurück. Unten in der Senke stehen dann auch schon die ersten Wegweiser auf denen die Wasserfälle ausgeschildert sind. Besonders im Herbst ist diese Tour ein Genuß, haben sich doch alle Bäume mächtig ins Zeug gelegt und ihr prächtiges Farbenkleid aus dem Schrank geholt.

Der Weg durchquert einen Teil des Golfplatzess um nach kurzer Zeit auf die Straße zur Hochgratbahn zu treffen. Nach Überschreitung der Kuppe halten wir uns links um dem Weg bergab zu folgen. Wir bleiben an der nächsten Abzweigung auf dem Weg, der uns in ein kleines Waldstück führt. Nach dem Wäldchen haben wir einen schönen Blick rechts hinüber zum Hochgrat.

Weiter geht’s immer leicht bergab. Nach einer Alpe wird der Abstieg steiler, der Pfad führt uns schließlich wieder auf den Hauptweg hinunter zum Wasserfall zurück. Über Treppen, Stiegen und Steine geht es nun steil bergab bis wir schließlich den Bach und die Brücke erreichen. Von der anderen Seite der Brücke kann man auch heruntersteigen – wir wollten jedoch die kleine Runde von Steibis aus gehen.
Jetzt nur noch rechts zum Ufer hinunter und über Nagelfluh und Felsblöcke kann man sich nun zwischen den ganzen Schaulustigen hindurch den Weg zum Wasserfall bahnen.

Vorsichtig suche ich mir einen festen Stand in geeigneter Position gegenüber den tosenden Wassermassen. Hier packe ich jetzt mein Equipment aus.
Zuerst sorge ich für einen sicheren Stand meines Stativs – gar nicht so einfach auf den teils rutschigen Felsen.
Noch bevor ich irgendeinen Filter auspacke richte ich erst einmal die Kamera ein. Erst einen gefälligen Bildausschnitt wählen, dann mit Hilfe der internen Wasserwaage die Kamera waagrecht ausrichten und dann das Motiv fokussieren. Hier nehme ich gerne schon mal die Vergrößerung im Live-View zu Hilfe, um zu überprüfen, ob das Bild wirklich da scharf ist, wo ich es haben will.
Jetzt kommen erst die Filter zum Einsatz. Im Zusammenhang mit Wasser nehme ich generell einen Polfilter, um die Spiegelung des Wassers hier zu minimieren. Wenn mit die Verschlusszeit immer noch zu kurz erscheint, dann kommt noch zusätzlich ein ND-Filter vorne drauf – bis ich irgendwo zwischen 2 und 5 Sekunden bin.
Auslösen dann mit einem Fernauslöser oder alternativ mit dem Timer in der Kamera, der die Belichtung verzögert und auch verhindert, dass durch die Bedienung eine kleine Unschärfe entsteht.

Nach den Aufnahmen ging es zurück – wieder den ganzen Weg hoch, aber diesmal unten herum, um eine wohl verdiente Einkehr in der Alpe Neugreuth zu halten. Ein Vesper nach getaner „Arbeit“ hat noch immer gut getan.

Wir lassen immer wieder den Blick umherschweifen und genießen die Momente in der langsam untergehenden Herbstsonne. Sie wärmt noch angenehm und so mache ich noch das eine oder andere Bild just for fun.

Wieder am Auto zurück nehmen wir am Käsehäusle noch einen leckeren Bergkäs mit – der muss einfach sein. So bekommt man auch zu Hause wieder Appetit auf die Allgäuer Bergwelt.

Für Wanderungen wie diese wünsche ich Euch so herrliches Wetter, wie wir es hatten und für Eure Bilder allzeit gutes Licht.

Werner Kutter

Langzeitbelichtung in der Klamm…

Ich war zum fotografieren bereits zwei mal in der Breitachklamm. Sie ist ein Einschnitt der Breitach in den Nagelfluh südwestlich von Oberstdorf in den Allgäuer Alpen. Die Breitach ist der Zusammenfluss verschiedener Bergbäche aus dem Kleinwalsertal. Auf dem Weg nach Norden hat sie nach der letzten Eiszeit auf über zwei Kilometern eine bis zu 150 mt tiefe Schluch ins Gestein gewaschen – die Breitachklamm. Sie ist die tiefste Schlucht Mitteleuropas. Nach deren Durchfluss wird nur ein Kilometer nördlich von Oberstdorf aus der Breitach und der Trettach die Iller.

Obwohl die Klamm zu jeder Jahreszeit ihren Reiz hat ist es gerade der Winter, welcher mich immer wieder zum wandern und fotografieren in ihr einlädt. Grundsätzlich ist die Klamm ganzjährig geöffnet. Gerade in der Übergangs- und Winterzeit empfiehlt es sich tagesaktuelle Infos unter

https://www.breitachklamm.com

ein zu holen. Besonders während der Schneeschmelze und bei starkem Schneefall kann es durchaus sein, dass die Klamm geschlossen bleibt.

Die Klamm ist mit festem Schuhwerk gut begehbar. Auf gut geschotterten Wegen und perfekt gepflegten Stegen kann man den grandiosen Anblick der Schaffenskraft von Wasser und Zeit genießen. Für die Fotografie ist es natürlich am bequemsten, wenn man die Aufnahmen „aus der Hand“ macht. Zur Aufstellung eines Stativs ist der Weg stellenweise sehr eng. An einigen Passagen  ist es durchaus möglich, das Stativ aufzustellen und sich an Langzeitbelichtungen zu machen.

Im Sommer bietet die Klamm einen kühlen Zufluchtsort vor der immer wieder auftretenden Hitze. Die Temperaturen sind dann immer noch angenehm, da der Hauptabschnitt der Klamm so tief liegt, dass die Sonne nur wenige Minuten bis ganz nach unten durchkommt.

Dafür ist es im Winter dann schon sehr empfindlich kalt – das kalte Wasser tut dann noch sein übriges. Nichts desto trotz ist im Winter die Zeit, in der die Natur die imposantesten Kapriolen darbietet. Meter hohe Eisskulpturen schmücken den sonst so nackten Fels und lassen einen das ein ums andere Mal in ungläubiges Staunen verfallen.
In den Weihnachtsferien werden stimmungsvolle Fackelwanderungen angeboten. Hier bekommt man für einen kleinen Aufpreis an der Kasse eine Fackel und kann in ihrem Schein die Begehung in der Dunkelheit durchführen.
Zusammenfassend darf nochmal gesagt werden, dass die Breitachklamm zu jeder Jahreszeit ein lohnendes Ausflugsziel ist. Zahlreiche Wanderwege, welche auch die Klamm beinhalen, lassen uns einen abwechslungsreichen Tag erleben. Die angrenzende Bergregion der Allgäuer Alpen und nicht zuletzt Oberstdorf und das Kleinwalsertal bieten zudem noch viele Möglichkeiten um hier z. B. seinen Urlaub zu verbringen.
In diesem Sinne wünsche ich Euch Hals- und Beinbruch bei Euren Unternehmungen in der Allgäuer Bergwelt und für die Fotografie natürlich wie immer allzeit gutes Licht!

Werner Kutter