Bad Uracher Wasserfall

Die Wanderung am Bad Uracher Wasserfall hat mich fotografisch sehr überrascht, hat mich doch der eigentliche „Star“ des Tages, der Wasserfall, nicht so sehr begeistert. Um so mehr die Stromschnellen und kleinen Wasserspielereien auf dem Weg zum vermeindlichen Highlight…

Die Anfahrt nach Bad Urach war kurzweilig führt sie doch für uns aus dem Allgäu quasi einmal quer durch die Schwäbische Alb. Nachdem wir an Bad Urach auf der gut zu fahrenden Bundesstraße in gänze vorbei waren konnten wir auch schon die Schilder zur Attraktion sehen. Auf dem geräumigen Wanderparkplatz Uracher Wasserfälle kann es in der Hauptsaison ganz schön eng werden – wir waren am Karfreitag 2018 dort und es hatte schon mehr als genügend Andrang. Also besser nicht zu spät kommen!

Nachdem wir ein Parkticket gelöst und im Auto hinterlegt hatten liefen wir auch gleich los. Immer in Richtung Süden leiten uns die Schilder am Brühlbach entlang. Und schon hatten mich die Motive gefangen. Wir sind nicht weit gekommen und schon musste ich den Rucksack von den Schultern ziehen und das Stativ aufbauen.
Christine und Hope mussten ganz schön Geduld aufbringen, denn jetzt war ich schon in meinem Element noch lange bevor wir den Wasserfall erreicht hatten.
Also Kamera aufs Stativ geschnallt, den richtigen Bildausschnitt gewählt, scharf gestellt und dann kamen wieder mal meine „Zauberfilter“ zum Einsatz. Die dunklen Scheiben vor dem Objektiv lassen weniger Licht durch und so muss ich an der Kamera die Belichtungszeit verlängern. Dies führt wiederum dazu, dass das Wasser seidig weiche Schleier bekommt, die spielerisch zwischen den Felsen hindurch ihren Weg suchen.

Mir gefällt dieser Look unheimlich gut, jedes Foto dauert allerdings dann auch etwas länger, als üblich. Da die Kamera durch den Filter hindurch nicht mehr scharf stellen kann gilt es bei jeder neuen Szene erneut – Filter ab, scharf stellen und Filter wieder drauf.
Die Belichtungszeit liegt dann, je nach Umgebungslicht und verwendetem Filter zwischen einer und bis zu 30 Sekunden.
Nach einigen Spielereien am Wasser kann ich jedoch empfehlen, die Sache nicht bis zum Äußersten zu treiben. Eine bis vier Sekunden sind in den allermeisten Fällen bei Bächen und Flüssen ausreichend. Zu lange Belichtungszeiten lassen die weißen Schlieren auf dem Wasser zu hell werden und dann kann es sein, das wegen der fehlenden Struktur im Wasser das Ganze wie Milch aussieht.
Als geeignete Filter kommen hier einmal ein sog. Polfilter und/oder Neutraldichtefilter (ND-Filter) zum Einsatz. Der Polfilter ist in der Lage Spiegelungen auf der Wasseroberfläche abzumildern (wenn ich den Grund des Baches sehen möchte) oder auch zu verstärken (wenn ich z. B. eine Spiegelung auf einem glatten See intensivieren möchte). Zudem kann er Blau- und Grüntöne in der Landschaftsfotografie verstärken wenn der Filter in einem 90-Grad-Winkel zur Sonne eingesetzt wird.
Den ND-Filter gibt es in unterschiedlichen Abstufungen. Je größer die Zahl (z. B. ND 8 oder ND 1000) um so dunkler ist die Glasscheibe und um so weniger Licht lässt der Filter in Richtung Objektiv durch.
Das hat zur Folge, dass die Belichtungszeit (ND 8 z. B. 3 fach oder ND 1000 10 fach) verlängert werden muss. So bekommen ich es hin, dass ich mitten am Tag ein Bild mit einer Belichtungszeit von 2 Sekunden nicht überbelichte.
Wer noch mehr über die Arbeit mit Filtern erfahren möchte, dem sei mein Beitrag „Der Unterschied zwischen Pol- und ND-Filter“ empfohlen.

Endlich erreichen wir den Wasserfall. Aus 37 Metern Höhe kommt einem hier das Wasser entgegen und verteilt natürlich eine entsprechende Gischt.
Ich tue mir sehr schwer, einen Blickwinkel zu finden, um das ganze Spektakel entsprechend ausdrucksvoll einzufangen. Deswegen bin ich etwas enttäuscht, weil ich von manchen Stellen aus einfach kein gutes Bild bekomme. Man muss schon ganz an den Rand des Wassers stehen, um freie Sicht zu haben -. von dort aus ist es aber dann kaum möglich die gesamte Szenerie auf ein Bild zu bekommen. Zudem bin ich pausenlos am Trockenwischen des Objektivs, so dass mir die kleinen Stromschnellen deutlich sympatischer waren.

Wir machen uns an den Aufstieg über die schmalen Wege und Treppen. Immer wieder hat man Gelegenheit nochmal nahe an das Wasser heranzutreten und eine kleine Dusche zu nehmen. Schließlich oben angekommen freuen wir uns über den großen Bereich, an dem man sich Erfrischungen kaufen, grillen oder einfach nur rasten kann.
Für die Mittagspause haben wir natürlich vorgesorgt und gönnen uns eine ausgiebige Pause. Noch ein kurzer Blick zur Kante, über die das Wasser in die Tiefe rauscht und weiter geht’s – diesmal bleiben wir auf der Höhe und laufen den Wanderweg in Richtung Burgruine Hohenurach. Von dort aus genießen wir noch eine Weile den grandiosen Blick ins „Ländle“ bevor wir uns wieder an den Abstieg und schlussendlich auf den Heimweg machen.

Eine wunderschöne Runde war das in der wunderschönen Schwäbischen Alb. Die Tour war die lange Anfahrt wert und ich wünsche Euch für ähnliche Unternehmungen bestes Wetter und für Eure Bilder allzeit gutes Licht!

Werner Kutter

Schloss Lichtenstein

Die Wanderung zum Schloss Lichtenstein bei Honau im Landkreis Reutlingen haben wir gleich zwei Mal im letzten Jahr gemacht. Und das nicht, weil es uns das erste Mal soviel Spaß gemacht hat, sondern…

Schon beim Aussteigen aus dem Auto geht der Blick andächtig und ungläubig zugleich nach oben. Es scheint unmöglich, wie das Gebäude an die Kante zum Abgrund gebaut wurde und doch steht es da immer noch.
Schloss Lichtenstein wird auch als das Märchenschloss Württembergs bezeichnet, wurde dort doch erst 2009 noch eine Verfilmung des Märchens Dornröschen abgedreht. Von März bis November ist es mit einer Führung für die Öffentlichkeit zugänglich, ohne Führung gelangt man nur in den Innenraum und kann von dort aus die prächtige Aussicht genießen.

Wir parken unser Auto auf einem öffentlichen Parkplatz im Ort und nehmen den vorbeiführenden Fußweg Richtung Echazquelle. Vorbei am Sportplatz und einer großen Forellenzucht führt uns der Weg an den Fuß des Berges, auf welchem das Schloss thront.
Ein schöner Picknickplatz lädt zum Verweilen ein und so werden wir gewahr, dass wir uns hier an der Quelle des Flüsschens Echaz befinden. Dieser wird ca. 23 km weiter in den Neckar münden und befindet sich ca. 250 m unterhalb unseres eigentlichen Ziels.
Was uns zum Manko des ersten Versuchs des Besuchs im Schloss bringt: Keiner von uns hat damit gerechnet, dass Anfang März hier noch Schnee liegen könnte.

Das Schild mit dem Hinweis auf den Alpinen Pfad nahmen wir noch wohlwollend zur Kenntnis, gleichwohl wurden wir nur kurze Zeit später eines besseren belehrt. Der Schnee auf dem Pfad wurde immer mehr und unglücklicherweise hat die umgestürzten Bäume auch noch keiner weggeschafft.
Am Anfang ist man noch frohen Mutes und denkt sich, dass das alles ja gleich viel besser werden würde – bis schließlich der Punkt kommt, an dem man normalerweise nicht weiter gehen würde, aber der Rückweg bergab über harschen Schnee ohne Krampen erst recht nicht mehr möglich ist.
Im Schneckentempo kämpften wir uns fast 2 Stunden durchs Gehölz und erreichten schließlich überglücklich das Schloss, welches wider erwarten noch nicht geöffnet war…

Das war der Moment, an dem man sich schwört, schon allein wegen der Tortur bei besserer Witterung und geräumten Weg den Aufstieg ein zweites Mal zu wagen.
Das war dann im September der Fall. Bei strahlend blauem Himmel und mit deutlich besseren Wegen sind wir den Pfad wieder hoch gestiegen – auch um uns selbst zu beweisen, dass es unter 2 Stunden zu schaffen ist.
Diesmal waren die Tore auch geöffnet, so dass ich meine gewünschten Bilder vom Schloss am Abgrund machen konnte .
Trotz des guten Wetters war nicht so viel Betrieb, als dass es unmöglich gewesen wäre mein Stativ aufzustellen. Panoramen mache ich gerne vom Stativ aus, da sich die Bilder oft leichter zusammensetzen lassen, wenn man den Rundblick nicht verwackelt.
Kleiner Tipp am Rande:
Für Panoramen mache ich die einzelnen Bilder immer im Hochformat – damit braucht man zwar mehr Einzelaufnahmen, aber man hat dann oben und unten mehr Raum, um das fertige Bild dann Ausrichten und/oder Zuschneiden zu können.

Ein paar Runden durch den Innenraum drehten wir, machten kurz Rast mit einer leckeren Brotzeit und genossen das Panorama mit dem Blick hinaus ins Schwabenländle.
Klar – man kann auch bis fast vor die Haustür mit dem Auto hier hoch fahren, aber ich denke das der Sinn und Zweck eines Ausflugs für uns doch immer noch in der körperlichen Bewegung liegt. 3 – 4 Stunden an der frischen Luft zu sein und sich zu bewegen ist doch auf jeden Fall besser, als immer alles direkt aus dem Auto heraus zu erledigen.
Wir haben ja auch noch unseren vierbeinigen Begleiter – die hat es auch lieber zu laufen, als zu fahren.

Um solche Aussichten genießen zu dürfen nimmt man doch gerne ein paar Strapazen auf sich. Für Eure Ausflüge wünsche ich Euch, wie immer, nur das beste Wetter und für die dabei entstehenden Fotografien allzeit gutes Licht.

Werner Kutter

Eine Wanderung an die Selkefälle

Zugegeben, wenn man vorhat, den Wasserfall zu fotografieren kann man hinfahren, am Straßenrand parken und einfach an die Selke runter gehen und los legen. Aber wer will das schon? Es gibt doch den wunderschönen Höhenwanderweg oberhalb des Tals, von dem aus sich herrliche Ausblicke auftun und der Körper und die Ausdauer ein wenig gefordert werden.

Wir parken unser Auto gleich nach einer Brücke über die Selke südlich von Mägdesprung in Fahrtrichtung Harzgerode rechts am Wald. Schnell schlüpfen wir in unsere Wanderschuhe und schon geht es los auf die gut 5 km lange Runde mit ca. 100 Höhenmeter.

Wir haben die Runde bewusst so gewählt, denn hier kommt gleich zu Beginn ein langer, zäher Anstieg, der mit einem herrlichen Ausblick an der Köthener Hütte gekrönt wird. Ab hier hat man den Berg erklommen und der Weg schlängelt sich durch den Wald am Hang entlang.

Interessant wird der Steig wieder in dem Bereich in dem er als Pionierweg betitelt ist. Hier kann der Wanderer durch einen Tunnel durch den Felsen marschieren und dieser Abschnitt kann als sehr abenteuerlich bezeichnet werden. Über uns der blaue Himmel, unter uns das Selketal – Wandererherz was willst du mehr?

Kurz nach dem Felsdurchbruch geht es auch schon wieder abwärts. Moderat abfallend windet sich der Weg immer noch am Berg entlang ins Selketal hinab. Abenteuerliche Brücken, die wenig vertrauenserweckend aussehen, führen über Rinnsale, die zur Regenzeit und/oder Schneeschmelze sicherlich viel Wasser führen können.

Unten an der Kreisstraße werden wir dann auch gleich von den im Harz typischen Hexen im Garten einer ehemaligen Gaststätte empfangen. Der Hexenkult ist vor allem rund um die sog. Walpurgisnacht im Harz äußerst lebendig. Für alle die dies interessiert sollte die Zeit um den ersten Mai auf jeden Fall für einen Aufenthalt im Harz reserviert sein. Am Hexentanzplatz in Thale und auch rund um den Brocken ist dann jede Menge geboten.

Der Wanderweg hat uns in luftiger Höhe am Selkefall vorbeigeführt. Wir gehen jetzt an der Selke entlang auf dem Wanderweg wieder in Richtung Auto zurück. Wie eingangs erwähnt hätten wir es uns auch leichter machen können, aber wir sind ja zum Wandern hier und nicht nur zum Fotografieren.

 Nach kurzer Zeit kommen wir zwei Kehren weiter endlich am ersehnten Wasserfall an. Hier hatten wir Glück, da das Wetter doch genügend Wasser für uns vorgehalten hat und die Felsen so sehr fotogen vom Wasser umspült wurden.

Ausreichend Plätze zum Picknicken und Entspannen sind rund um den Wasserfall vorhanden. So konnten meine Frau und unser Hund die dringend benötigte Pause machen und den Blick auf die Wassermassen geniesssen.
Ich bewaffnete mich mit Kamera, Stativ und Filter und machte mich rund um die Stromschnellen auf die Suche nach den besten Motiven. Barfuß durchquerte ich die Selke, was mit den rutschigen Steinen und der Ausrüstung in den Händen ein riskantes Unterfangen war. Gut, dass die Strömung nicht so stark war. So konnte ich ohne Kollateralschaden den Weg hin und zurück hinter mich bringen.
Und immer schön mit Filter arbeiten, so dass die Belichtungszeit in einem Bereich von mehreren Sekunden lag, was das Wasser dann schön geschmeidig weich erscheinen lässt.
Das eine oder andere Mal wartete ich geduldig, bis die anderen Wanderer ihre Selfies fertig hatten – meine Bilder, so ganz ohne störende Personen, habe ich noch immer bekommen.

Nun konnte ich meine Bilder machen. Mal Panoramanas die die gesamte Breite des Wasserfalls abdeckten, mal nur Details – einzelne Felsblöcke welche besonders schön vom Wasser umspült wurden. Das eine oder andere Mal wartete ich geduldig, bis die anderen Wanderer ihre Selfies fertig hatten – meine Bilder, so ganz ohne störende Personen, habe ich noch immer bekommen. Die Ausbeute war wirklich ergiebig, sodass ich sehr zufrieden den Rückweg zum Auto antrat.

Ich wünsche Euch für Eure Wanderungen bestes Wetter und für die Bilder, die bei diesen Gelegenheiten entstehen wie immer allzeit gutes Licht.

Werner Kutter

Eine Runde um den Oderteich

Der Oderteich im Harz ist ein historisch sehenswertes Bauwerk, entstand er doch bereits im frühen 18. Jahrhundert und war bis zum Ende des 19. Jahrhunderts die größte Talsperre Deutschlands. Mehrmals sind wir schon mit dem Auto über die Staumauer gefahren und haben den See bei allen Wasserständen gesehen. Doch im Sommer 2018 stockte uns doch der Atem, war der Stausee doch bis auf restliche 15 Prozent leergelaufen.

Die lange trockene Periode im Dürresommer 2018 hat fast alle Zuströme versiegen lassen und den Wasserstand an das hier sichtbare Minimum getrieben.
Ursprünglich benutzte man das aufgestaute Wasser dazu, um in den Sankt Andreasberger Bergwerken die Wasserräder für die Erzgewinnung antreiben zu können. Hierzu wurde der Rehberger Graben geschaffen und dieser leitet noch heute über seine mehr als sieben Kilometer Länge das Wasser zur Grube Samson, an der heute ein Wasserkraftwerk damit betrieben wird.

Die markanten Felsen rund um den Teich, die sonst nur einen kleinen Teil, ihren Rücken, preisgeben lagen in diesem August gänzlich frei – sogar die, die sonst metertief unter Wasser lagen und nie das Tageslicht erblickten.
Auch in anderen Talsperren, für deren Errichtung teils ganze Dörfer umgesiedelt wurden, traten alte Gebäudeteile und Grundmauern wieder hervor. Gespenstische Anblicke, die man nur selten genießen kann.

Davon unbeeindruckt lassen wir unser Auto am Parkplatz westlich der Überfahrt stehen und begeben uns auf den Rundweg, welcher trotz allem eine tolle Wanderung bietet.
Von Beginn an kann man ganz am Ufer spazieren und je nach Wasserstand mehr oder weniger der bekannten, weil markanten Felsen bestaunen. Immer wieder muss ich anhalten, um zu fotografieren. Bei Niedrigwasser ist der Anblick des steil abfallenden Ufers mit den, wie aufgeschichtet daliegenden Felsblöcken interessant. Bei normalem Wasserstand mache ich mit entsprechenden Filtern vor dem Objektiv Langzeitbelichtungen der Felsen, so dass das Wasser um diese herum absolut seidig weich erscheint. Schöne Bilder zum Entspannen.
Für solche Aufnahmen wähle ich zuerst einen Polfilter. Diesen setzte ich dazu ein, um entweder die Spiegelung aus dem Wasser zu nehmen, um zu zeigen, was sich unter der Wasseroberfläche verbirgt, oder, wenn es das Motiv verlangt, die Spiegelung zu verstärken. Dies kommt vor, wenn sich beispielsweise eine interessante Bergformation im Wasser spiegelt und diese dann schön klar auf das Bild soll.
Dann wähle ich zusätzlich einen oder zwei ND-Filter, um die Belichtungszeit auch am Tage so zu verlängern, dass für das fertige Bild mehrere Sekunden oder sogar Minuten belichtet wird. Dadurch kommt der weiche Look des Wassers ins Bild.

Nach ein paar hundert Meter zweigt der Weg nach Westen vom Ufer ab – es beginnt eine Zone mit besonderem Naturschutz, da hier Brutplätze der Wasservögel liegen. Ein kurzer Blick zurück lässt uns die imposante Staumauer erkennen und gibt die Sicht frei auf die Ingenieurskunst der früheren Zeiten.

Schnell erreicht man im weiteren Verlauf eine Weggabelung, die für uns auch schon den Umkehrpunkt bedeutet. An der Brücke über den Zulauf ist auch ein kleine Rastmöglichkeit, so dass sich die Mitnahme einer Brotzeit rentiert. Auf der Ostseite der etwa 30 ha großen Wasserfläche geht es wieder Richtung Staumauer zurück.

Hier ist es immer wieder erstaunlich, wenn man die Größenvergleiche zwischen den Wanderern und den Felsblöcken anstellen kann. Wie klein der Mensch doch ist, wenn man ihn mit der großen Urtümlichkeit der Natur vergleichen kann. Immer wieder wird mir bewusst, wie viel Wasser hier fehlt und somit – wie trocken dieser Sommer in Wirklichkeit war.
Das Fassungsvermögen des Oderteichs umfasst knappe 1,7 Millionen Kubikmeter! Rechne das mal in Wassereimer um…

… na ja, egal. Wer will schon wissen, dass es 1700 Milliarden 10 Liter Eimer sind? Unvorstellbar!

Teils über Holzbohlen, teils über frisch angelegte, gemulchte Wege führen uns die Wanderschilder wieder Richtung Süden, auf den Staudamm zu. Immer wieder laden Aussichtspunkte zum Verweilen und Genießen ein. Selbst wenn ausreichend Wasser im Teich ist hat man viele Gelegenheiten, die Seele baumeln zu lassen. Einfach mal hinsetzen und der Natur zuhören, was sie zu sagen hat. Das vielstimmige Vogelgezwitscher hat, meiner Meinung nach, in den letzten Jahren ziemlich nachgelassen. Da lohnt es sich schon in den wenigen Momenten, die wir haben, einmal genauer hin zu hören. Irgendwo zwitschert, plätschert oder quakt bestimmt etwas.

Zurück an der Staumauer, die immerhin beachtliche 17 m an Höhe misst, überqueren wir diese parallel zur Straße und erreichen so nach knapp 4,5 km wieder den Ausgangspunkt unseres Spaziergangs.

Übrigens entstanden hier auch meine „Selfies“, welche seit diesem Tag zu meinem Markenzeichen geworden sind. Mein Blick auf die Natur war in diesem Sommer 2018 das Sinnbild dafür, dass wir alle auf uns und die Natur besser acht geben sollten.

Ich hoffe, das es bei Dir in der Nähe auch etwas interessantes zu entdecken gibt und wünsche Dir für Ausflüge, Wanderungen und Spaziergänge gutes Wetter und für die Bilder die bei dieser Gelegenheit entstehen allzeit gutes Licht!

Werner Kutter

Durch das Hochmoor bei Torfhaus

Der Ort Torfhaus war ist die höchst gelegene Siedlung Niedersachsens. Jahrzehntelang war hier der beliebteste und beste Aussichtspunkt für die Westdeutschen um den höchsten Gipfel des deutschen Mittelgebirges, den Brocken, zu sehen. Riesige Richtfunkantennen sowie Sendemaste für Rundfunk- und Fernsehsignale sicherten in den Zeiten des kalten Krieges den Nachrichtenfluss und die Telefonverbindung zwischen West-Berlin und der Bundesrepublik Deutschland. Zum Abhören des grenzüberschreitenden Telefonverkehrs hat die russische Besatzung auf dem Brocken schließlich Spionageanlagen errichtet und diese mit einer meterhohen Betonmauer gegen unerwünschte Blicke verwehrt.

Heute führt ein herrlicher Naturkundepfad durch dieses Hochmoor. Immer wieder kommt der Brocken in seiner ganzen Pracht in unser Blickfeld. Herrliche Wollgrasbüschel, Moose und andere Moorpflanzen säumen den Weg. Stellenweise wurde ein Holzbohlensteg direkt über das Moor gebaut, so dass die Erlebnisse besonders intensiv werden können.
Allerdings wird der Blick oft auf die abgestorbenen und teils wild verstreut liegenden Bäume gelenkt. Im Nationalpark Harz wird nach dem Prinzip vorgegangen, dass der Mensch nicht mehr in den Lauf der Natur eingreift und so darf man schon mal erschrecken, wenn es hier mitunter wild aussieht.

Die immer trockener werdenden Sommer machen auch vor dem Nationalpark nicht halt. So kommt es, dass in der eigentlich regenreichen Region jetzt auch der Borkenkäfer und Pilzbefall dem Baumbestand arg zusetzt. Und hier auf der Runde kann man sich davon aus nächster Nähe ein Bild davon machen.

Wer auch immer wieder vorkommt ist der Luchs. Immer wieder werden der wieder heimischen Wildkatze Denkmäler errichtet. Auf dem Weg von Torfhaus nach Bad Harzburg wurde ein Luchsgehege samt Beobachtungsplattform an der sog. Rabenklippe errichtet, auf der man auch der Fütterung der „Raubtiere“ beiwohnen kann. Rund 200 Jahre nach ihrer Ausrottung hat 1999 das Land Niedersachsen die Wiederansiedlung der Katze beschlossen. Der wunderschöne Luchs sollte in seine alte Heimat, den Harz zurückkehren und das scheint heute gelungen zu sein.

Der Rundweg durchs Hochmoor kann, dank der guten Anbindung an das vorhandene Wanderwegenetz beliebig ausgedehnt oder auch verkürzt werden. Sonniges Wetter mit schöner Fernsicht auf den Brocken macht die Anstrengungen natürlich angenehmer. Man kann auch von hier aus über den sog. Goetheweg die Brockenbesteigung zu Fuß anstreben und anschließend beispielsweise mit der Brockenbahn Richtung Wernigerode den Rückweg antreten. Der Fantasie und Wanderlust sind im Harz nahezu keine Grenzen gesetzt.

Was an der Aussicht von Torfhaus zum Brocken natürlich auch sehr gelegen kommt, ist das Licht am Morgen zum Sonnenaufgang. Wer sich früh genug aus dem Bett quälen kann und hier hochfährt, der wird hinter dem Torfhaus Nationalpark-Besucherzentrum am Beginn des Fusswegs mit einer tollen landschaftlichen Komposition belohnt, welche in keinem Portfolio fehlen sollte.

Die führende Linie des Weges lenkt den Betrachter ins Bild hinein – direkt auf den markanten Gipfel des Brockens hin, so dass das Bild eine enorme Tiefe erhält. Hier sind alle Elemente einer starken Komposition vorhanden – ein Vordergrund mit dem Weg und den flankierenden Felsen und dem Geländer, eine Bildmitte mit den einzelnen Stufen der bewaldeten Hügel und ein starker Hintergrund mit dem bekannten Gipfelabbild und der imposanten Färbung des morgendlichen Himmels.
Selbst den größten Morgenmuffel sollte bei diesem Anblick in freier Natur eine kleine Gänsehaut heimsuchen.

Für Wanderungen wie diese wünsche ich Euch, wie immer, nur das beste Wetter und für Eure Bilder, die dabei entstehen, allzeit gutes Licht!

Werner Kutter

Das Bodetal bei Thale

Thale ist rund um die Walpurgisnacht Mekka der Hexen und Magier. Hier liegt der berühmt berüchtigte Hexentanzplatz von dem aus der Sage nach die alten Weiber auf ihren fliegenden Besen in Richtung Brocken starten um dem Teufel zu huldigen. Rund um den Bahnhof in Thale kommt alles zusammen. Hier sind die Parkplätze angelegt und auch der Eingang zur Thale Erlebniswelt mit Hochseilgarten, Seilbahnen und Infopavilliions.

Und hier tritt die Bode aus dem Harz heraus und ergießt sich über Quedlinburg bis in die Magdeburger Börde. Das Bodetal ist wildromantisch und beherbergt noch eine weitere Sage. Gegenüber dem Hexentanzplatz besteht der Aussichtspunkt um den eine märchenhafte Geschichte erzählt wird.
Demnach verfolgte einst Ritter Bodo von Böhmen die Königstocher Brunhilde, die auf ihrem Schimmel vor der ungewollten Vermählung floh. Just an der Stelle setzte die Prinzessin zum Sprung über die Schlucht an und überwand den Abgrund unter Verlust ihres Krönchens. Der Verfolger stürzte in die Tiefe und wurde in einen schwarzen Hund verwandelt, der seitdem die Krone bewacht. Zudem gab der Ritter dem Fluss seinen heutigen Namen. Im Fels ist bis heute der Abdruck des Pferdehufs zu bestaunen – so stark war das Tier bei seinem Absprung gegen den Granit getreten. Unten im Tal kann man heute in der Gaststätte Königsruhe eine kleine Brotzeit genießen und sich dem Flair dieses reizvollen Abschnitts hingeben.

Der einfache Wanderweg folgt der Bode mehr oder weniger stetig. Im Bereich der Teufelsbrücke müssen einige Steigungen überwunden werden, so dass der Weg etwas oberhalb des Bachlaufes entlangführt. Wer möchte und gut zu Fuß ist kann die Strecke bis Treseburg laufen und von dort mit dem Bus wieder nach Thale zurückfahren.

Ich habe die zahlreichen Gelegenheiten dazu genutzt, um wieder einmal Langzeitbelichtungen zu machen. Hierfür ist natürlich ein Stativ unbedingt erforderlich, da es unmöglich ist die Kamera so lange still zu halten. Alternativ kann die Kamera auch auf einer Brüstung oder Felsblock oder Ähnlichem abgelegt werden – dann sind allerdings die Möglichkeiten stark limitiert.

Ich verwende hauptsächlich Rechteckfilter mit 100 mm Breite. Um die Spiegelung des Wassers etwas abzumildern verwende ich in fast allen Fällen einen Polfilter. Mit diesem lese ich dann die erforderliche Belichtungszeit an der Kamera ab und setzte dann zusätzlich, nach Bedarf, noch Neutraldichtefilter (ND-Filter) davor.

So komme ich schnell auf Belichtungszeiten zwischen einer und vier Sekunden, was für den von mir gewünschten Effekt sehr gut ausreicht.

Ich wünsche Euch für die Wanderung gutes Wetter und für die Bilder allzeit gutes Licht!

Werner Kutter

Durch den Gunzesrieder Tobel

Ich wusste lange nicht, dass es im Gunzesrieder Tal außer dem Ostertal Tobel noch ein weiterer existiert. Ein guter Kollege brachte mich drauf, dass man vor Gunzesried Richtung Norden auch durch einen Tobel zur Alpe Derb wandern und dort sehr gut Einkehren kann .

Gesagt getan sind wir an einem schönen Sonntag losgefahren und haben den Parkplatz direkt am Ortseingang von Gunzesried angesteuert. Gegenüber steht auch schon das Törchen, welches den Eingang zu dieser Wanderung markiert.

Zunächst läuft man über eine Wiese bis zur Gunzesrieder Ach um dann im weiteren Verlauf den Gunzesrieder Tobel – auch Haldertobrel genannt – zu erreichen. Gleich zu beginn stürzt die Ach eine Treppe in den folgenden Tobel hinab. NIcht besonders tief und doch sehenswert.

Der Weg führt mehr oder weniger direkt am Wasser entlang. Immer wieder kommen auch Stellen, an denen die Ach weniger wild über die Felsen schießt und an denen man sogar baden könnte – wenn man kaltes Wasser mag.

Ich werde aber natürlich wie magnetisch von den Stromschnellen und wasserumspülten Felsblöcken angezogen. Immer wieder baue ich die Kamera auf und versuche möglichst nahe ans Wasser heranzukommen, um mehr Dramatik im Bild einzufangen.

Ich habe nämlich festgestellt, dass je näher man der Wasseroberfläche ist, desto spannender wirkt die Szene auf den Betrachter. Am besten ist es, wenn das Wasser direkt auf einen zu fließt.

Deshalb habe ich bei diesem Spaziergang auch auf ein Stativ verzichtet und nur mein Platypod mit Kugelkopf mitgenommen. Ein sog. „Bohnensack“ oder ähnliches, um die Kamera auf dem Boden abzulegen, tut es natürlich auch.

Wie immer kommen wir nur sehr schleppend voran und Frau und Hund müssen wieder sehr viel Geduld mit dem Mann aufbringen. Immer wieder finde ich unterwegs Gründe um anzuhalten und die Kamera auszurichten. Im Zusammenhang mit Wasser benutze ich generell einen Polfilter und je nach Lichtsituation zusätzlich einen ND-Filter. Der Polfilter hat die Eigenschaft die Spiegelung im Wasser herauszufiltern und so kann man die Steine am Grund des Baches gut sehen, was dem Bild einen schönen Vordergrund beschert.

Der ND-Filter wirkt wie einen Sonnenbrille vor dem Objektiv. So kann weniger Licht auf den Sensor durchdringen und die Verschlusszeit muss verlängert werden, was den seidigen, weichen Effekt meiner Bilder erklärt. Selten nutze ich mehr als ND 8 (8-fache Verdoppelung der Belichtungszeit), da mehr als 5 Sekunden Belichtungszeit bei fließendem Wasser nichts mehr bringt.

So folgen wir immer weiter dem Weg, überqueren die Gunzesrieder Ach ein paar mal, bis nach einem weiteren kleinen Wasserfall der Wegweiser zur Alpe Derb uns bergan marschieren lässt.

Nach intensivem Anstieg sitzen wir endlich in der Alpe Derb und verspeisen einen hervorragenden Käsesalat (das Pendent zum Wurstsalat nur ohne Wurst). Da hier alles so wunderbar duftet und aussieht machen wir die Kaffeepause gleich noch hintendrein und zum Nachtisch gibt es noch leckeren hausgemachten Kuchen.
Schweren Herzens und vollen Magens machen wir uns wieder auf den Weg zurück. Zuerst gehen wir ein wenig auf der Straße bevor wir bei der Aussiedelei Reute wieder zur Gunzesrieder Ach absteigen. Ab etwa der Mitte der vorherigen Strecke gehen wir auf dem alt bekannten Weg zurück und kommen ohne weitere Bilder zu machen diesmal deutlich schneller voran.

Für Eure Wanderungen in der freien Natur wünschen wir Euch immer das beste Wetter und für tolle Bilder natürlcih allzeit gutes Licht.

Werner Kutter

Rund um den Eibsee

Diese Runde am Fuße der Zugspitze ist etwas für die ganze Familie. Der Weg ist breit, gut zu gehen und die Steigungen halten sich sehr zurück. Allerdings ist es ratsam früh am Parkplatz zu sein, da mit der Zugspitzbahn immer reger Andrang herrscht.

Wir gehen gegen den Uhrzeigersinn um den See und so kommen wir auch zuerst an den fotogenen Stellen vorbei. z. B. an der Brücke die kleinen Zipfel, genannt Untersee, vom Hauptsee trennt. Hier trifft sich im Sommer auch die ganze Familie zum Baden und so ist an dieser Stelle mit herrlichem Blick auf die Zugspitze auch immer viel los.

Die markanten Felsblöcke im Wasser und das grüne Wasser des Bergsees bieten ein tolles Ensemble zum Verweilen und Genießen.

Ein paar hundert Meter weiter kommt auch schon die erste der malerischen Buchten. Dort herrscht deutlich weniger Andrang als an der Brücke, so dass man hier relativ ungestört seine Seele baumeln lassen kann. Nur einzelne Boote oder Enten kommen gelegentlich vorbei – sind aber doch so langsam unterwegs, dass keine Hektik aufkkommt.

Der Weg steigt dann etwas an, so dass an der nordwestlichen Seite der höchste Punkt erreicht wird. Jetzt bietet sich ein wunderschöner Überblick über das Wasser mit seinen kleinen, nur mit dem Boot erreichbaren felsigen Inseln.

Ein paar Wasseradern kommen aus dem Wald – Wasserfall wäre deutlich übertrieben. so geht es weiter und immer das Zugspitzmassiv vor Augen, an dem man sich aber auch nicht satt sehen kann.

Die Südseite ist dann auch gleich weniger spektakulär, da der Blick auf die mächtigen Alpen fehlt. Schön ist der Weg trotzdem zu laufen – auch im Sommer, da er viel im Schatten der umstehenden Bäume verläuft und so etwas vor Überhitzung der Wanderer schützt.

Zurück am Ostufer laden einige Lokalitäten zum Einkehren ein. Man darf allerdings bei der Frequentierung auch davon ausgehen, dass hier sog. Touri-Lokale vorherrschen.

Mit den besten Wünschen für gutes Wetter und für die Bilder allzeit gutes Licht!

Werner Kutter

Christlessee, Hölltobel, Gerstruben

Dies ist eine sehr schöne, in der Mitte auch anstrengende Runde südlich von Oberstdorf. Die Wanderung bietet mehrere Höhepunkte, so dass es einem nicht so schnell langweilig wird.

Wir parken auf dem Parkplatz Renksteg kurz vor der Skiflugschanze. Von da aus marschieren wir Richtung Süden zunächst auf einer Anliegerstraße, die uns direkt zum Christlessee bringt.
Der See ist im Alpenraum ein Unikum, da er auch im Winter nie zufriert. Unmittelbar südlich entspringen starke Quellen die den See mit viel klarem Trinkwasser speisen. Dieser starke Zufluss führt dazu, dass der See zu keiner Jahreszeit zufriert. Allerdings ist er auch im Hochsommer viel zu kalt um darin zu baden.

Nach einer (sehr kleinen) Runde um den See wenden wir uns nach Nordosten und lassen die Rastmöglichkeit auf der Alpe buchstäblich links liegen. Ein Blick zurück auf den See und das angrenzende Hotel muss aber noch erlaubt sein.

Wir überqueren die Trettach, die diesem Tal seinen Namen gibt. Immer wieder säumen typische Feldstadel im oberallgäuer Stil den Weg und lassen uns wegen der umgebenden Kulisse zum Fotografiern anhalten.

Nach ein paar sanften Anstiegen kommt schon die nächste Alpe in Sicht. Doch auch das Mumme-Stüble kommt für uns als Einkehr noch nicht in Frage. Ein letzter Blick noch nach Norden das wunderschöne Trettachtal entlang, dann steigen wir ein in den Hölltobel.

Dieser macht schon bald seinem Namen alle Ehre. Als ob mächtige Kräfte die Felsen wie Spielsteine durch die Natur geworfen hätten, muss sich das Wasser mit lautem Getöse seinen Weg um diese herum zur Trettach suchen.

In wilden Kehren windet sich der Weg im Wald den Berg hinauf. Immer wieder kommen wir an engen Einschnitten vorbei, durch die sich das Wasser hindurch zwängt. Dabei hat es so eine giftig grüne Färbung, die jedem signalisiert: Achtung Sau-Kalt!

Und wenn Du denkst, Du hast schon alles gesehen und bist schon oben – dann kommt noch ein Megawasserfall. Mit lautem Klatschen schlägt das Wasser unten auf den bereits spiegelblank polierten Fels auf. Auf der Aussichtsplattform hat man, trotz sicherer Entfernung, unwillkürlich das Gefühl, man könnte in die Tiefe gezogen werden. Zweifellos der Höhepunkt, der trotz des schwierigen Zustiegs über Wurzeln und Felsen nicht versäumt werden sollte.

Schließlich, man hat schon fast den Glauben daran verloren, kommt man doch noch oben auf der Fahrstraße nach Gerstruben an. Hier folgt dann endlich die längst verdiente Erholungspause im Berggausthof.
Gerstruben ist mittlerweile ein Museumsdorf und zeigt mit seinen restaurierten Gebäuden, wie die Menschen hier vor über hundert Jahren gelebt und gearbeitet haben. Ich mache noch schnell das Gerstruben-Standart-Bild mit dem Zaun, der auf die Kapelle zu führt und dann machen wir uns wieder auf den Weg zurück.

Diesmal verlassen wir den Fahrweg nicht mehr – verweilen aber noch an dem einen oder anderen Aussichtspunkt um die schöne Sicht in Richtung Oberstdorf zu geniessen.

Für Unternehmungen wie diese wünschen wir Euch natürlich nur das beste Wetter und für die dabei entstehenden Bilder allzeit gutes Licht.

Werner Kutter

Zum Buchenegger Wasserfall

Die Buchenegger Wasserfälle sind im Sommer eine riesen Attraktion unter „Klippenspringern“. Sogar noch Anfang Oktober, als wir die Wanderung gemacht haben, stürzen sich Waghalsige in Neoprenanzügen vom Rand in den oberen Gumpen und suchen so den Nervenkitzel.
Leider kommt es jedes Jahr vor, das auch schwere Unfälle passieren. Deshalb sollten nur wirklich Ortskundige diesem „Vergnügen“ nachgehen. All zu schnell kann der Sprung ins kühle Nass nämlich auf einem Felsen enden oder Unterströmung im Bereich des Wasserfalls zieht einen in die Tiefe.

Aber jetzt zurück auf Anfang:
Wir parken auf dem großen Parkplatz an der Imbergbahn und gehen auf dem Gehweg zum Golfplatz zurück. Unten in der Senke stehen dann auch schon die ersten Wegweiser auf denen die Wasserfälle ausgeschildert sind. Besonders im Herbst ist diese Tour ein Genuß, haben sich doch alle Bäume mächtig ins Zeug gelegt und ihr prächtiges Farbenkleid aus dem Schrank geholt.

Der Weg durchquert einen Teil des Golfplatzess um nach kurzer Zeit auf die Straße zur Hochgratbahn zu treffen. Nach Überschreitung der Kuppe halten wir uns links um dem Weg bergab zu folgen. Wir bleiben an der nächsten Abzweigung auf dem Weg, der uns in ein kleines Waldstück führt. Nach dem Wäldchen haben wir einen schönen Blick rechts hinüber zum Hochgrat.

Weiter geht’s immer leicht bergab. Nach einer Alpe wird der Abstieg steiler, der Pfad führt uns schließlich wieder auf den Hauptweg hinunter zum Wasserfall zurück. Über Treppen, Stiegen und Steine geht es nun steil bergab bis wir schließlich den Bach und die Brücke erreichen. Von der anderen Seite der Brücke kann man auch heruntersteigen – wir wollten jedoch die kleine Runde von Steibis aus gehen.
Jetzt nur noch rechts zum Ufer hinunter und über Nagelfluh und Felsblöcke kann man sich nun zwischen den ganzen Schaulustigen hindurch den Weg zum Wasserfall bahnen.

Vorsichtig suche ich mir einen festen Stand in geeigneter Position gegenüber den tosenden Wassermassen. Hier packe ich jetzt mein Equipment aus.
Zuerst sorge ich für einen sicheren Stand meines Stativs – gar nicht so einfach auf den teils rutschigen Felsen.
Noch bevor ich irgendeinen Filter auspacke richte ich erst einmal die Kamera ein. Erst einen gefälligen Bildausschnitt wählen, dann mit Hilfe der internen Wasserwaage die Kamera waagrecht ausrichten und dann das Motiv fokussieren. Hier nehme ich gerne schon mal die Vergrößerung im Live-View zu Hilfe, um zu überprüfen, ob das Bild wirklich da scharf ist, wo ich es haben will.
Jetzt kommen erst die Filter zum Einsatz. Im Zusammenhang mit Wasser nehme ich generell einen Polfilter, um die Spiegelung des Wassers hier zu minimieren. Wenn mit die Verschlusszeit immer noch zu kurz erscheint, dann kommt noch zusätzlich ein ND-Filter vorne drauf – bis ich irgendwo zwischen 2 und 5 Sekunden bin.
Auslösen dann mit einem Fernauslöser oder alternativ mit dem Timer in der Kamera, der die Belichtung verzögert und auch verhindert, dass durch die Bedienung eine kleine Unschärfe entsteht.

Nach den Aufnahmen ging es zurück – wieder den ganzen Weg hoch, aber diesmal unten herum, um eine wohl verdiente Einkehr in der Alpe Neugreuth zu halten. Ein Vesper nach getaner „Arbeit“ hat noch immer gut getan.

Wir lassen immer wieder den Blick umherschweifen und genießen die Momente in der langsam untergehenden Herbstsonne. Sie wärmt noch angenehm und so mache ich noch das eine oder andere Bild just for fun.

Wieder am Auto zurück nehmen wir am Käsehäusle noch einen leckeren Bergkäs mit – der muss einfach sein. So bekommt man auch zu Hause wieder Appetit auf die Allgäuer Bergwelt.

Für Wanderungen wie diese wünsche ich Euch so herrliches Wetter, wie wir es hatten und für Eure Bilder allzeit gutes Licht.

Werner Kutter