Zum Buchenegger Wasserfall

Die Buchenegger Wasserfälle sind im Sommer eine riesen Attraktion unter „Klippenspringern“. Sogar noch Anfang Oktober, als wir die Wanderung gemacht haben, stürzen sich Waghalsige in Neoprenanzügen vom Rand in den oberen Gumpen und suchen so den Nervenkitzel.
Leider kommt es jedes Jahr vor, das auch schwere Unfälle passieren. Deshalb sollten nur wirklich Ortskundige diesem „Vergnügen“ nachgehen. All zu schnell kann der Sprung ins kühle Nass nämlich auf einem Felsen enden oder Unterströmung im Bereich des Wasserfalls zieht einen in die Tiefe.

Aber jetzt zurück auf Anfang:
Wir parken auf dem großen Parkplatz an der Imbergbahn und gehen auf dem Gehweg zum Golfplatz zurück. Unten in der Senke stehen dann auch schon die ersten Wegweiser auf denen die Wasserfälle ausgeschildert sind. Besonders im Herbst ist diese Tour ein Genuß, haben sich doch alle Bäume mächtig ins Zeug gelegt und ihr prächtiges Farbenkleid aus dem Schrank geholt.

Der Weg durchquert einen Teil des Golfplatzess um nach kurzer Zeit auf die Straße zur Hochgratbahn zu treffen. Nach Überschreitung der Kuppe halten wir uns links um dem Weg bergab zu folgen. Wir bleiben an der nächsten Abzweigung auf dem Weg, der uns in ein kleines Waldstück führt. Nach dem Wäldchen haben wir einen schönen Blick rechts hinüber zum Hochgrat.

Weiter geht’s immer leicht bergab. Nach einer Alpe wird der Abstieg steiler, der Pfad führt uns schließlich wieder auf den Hauptweg hinunter zum Wasserfall zurück. Über Treppen, Stiegen und Steine geht es nun steil bergab bis wir schließlich den Bach und die Brücke erreichen. Von der anderen Seite der Brücke kann man auch heruntersteigen – wir wollten jedoch die kleine Runde von Steibis aus gehen.
Jetzt nur noch rechts zum Ufer hinunter und über Nagelfluh und Felsblöcke kann man sich nun zwischen den ganzen Schaulustigen hindurch den Weg zum Wasserfall bahnen.

Vorsichtig suche ich mir einen festen Stand in geeigneter Position gegenüber den tosenden Wassermassen. Hier packe ich jetzt mein Equipment aus.
Zuerst sorge ich für einen sicheren Stand meines Stativs – gar nicht so einfach auf den teils rutschigen Felsen.
Noch bevor ich irgendeinen Filter auspacke richte ich erst einmal die Kamera ein. Erst einen gefälligen Bildausschnitt wählen, dann mit Hilfe der internen Wasserwaage die Kamera waagrecht ausrichten und dann das Motiv fokussieren. Hier nehme ich gerne schon mal die Vergrößerung im Live-View zu Hilfe, um zu überprüfen, ob das Bild wirklich da scharf ist, wo ich es haben will.
Jetzt kommen erst die Filter zum Einsatz. Im Zusammenhang mit Wasser nehme ich generell einen Polfilter, um die Spiegelung des Wassers hier zu minimieren. Wenn mit die Verschlusszeit immer noch zu kurz erscheint, dann kommt noch zusätzlich ein ND-Filter vorne drauf – bis ich irgendwo zwischen 2 und 5 Sekunden bin.
Auslösen dann mit einem Fernauslöser oder alternativ mit dem Timer in der Kamera, der die Belichtung verzögert und auch verhindert, dass durch die Bedienung eine kleine Unschärfe entsteht.

Nach den Aufnahmen ging es zurück – wieder den ganzen Weg hoch, aber diesmal unten herum, um eine wohl verdiente Einkehr in der Alpe Neugreuth zu halten. Ein Vesper nach getaner „Arbeit“ hat noch immer gut getan.

Wir lassen immer wieder den Blick umherschweifen und genießen die Momente in der langsam untergehenden Herbstsonne. Sie wärmt noch angenehm und so mache ich noch das eine oder andere Bild just for fun.

Wieder am Auto zurück nehmen wir am Käsehäusle noch einen leckeren Bergkäs mit – der muss einfach sein. So bekommt man auch zu Hause wieder Appetit auf die Allgäuer Bergwelt.

Für Wanderungen wie diese wünsche ich Euch so herrliches Wetter, wie wir es hatten und für Eure Bilder allzeit gutes Licht.

Werner Kutter

Im Fischleintal bei Sexten

Die Wanderung zur Talschlusshütte im Fischleintal ist für viele nur der Beginn eines großen Abenteuers – ist sie doch der Beginn des Aufstiegs zu den Drei Zinnen.
Wir stellten unser Auto am Parkplatz Fischleinbodenhütte ab und wanderten zu Fuß weiter Richtung Süden. Nachdem wir das große Hotel am Eingang des Wanderweges links liegen gelassen hatten, wurden wir auch schon vom großartigen Anblick der wild zerklüfteten Sextener Dolomiten eingefangen.

Entlang der grünen Wiesen schlängelt sich der Weg kaum merklich steigend immer näher an die für manche bedrohlich wirkenden Felswände heran. Unser Ziel war die erwähnte Talschlusshütte. Zum damaligen Zeitpunkt dachte ich noch, dass wäre etwas einmaliges, doch im Laufe des Aufenthalts im Pustertal merkten wir, dass fast jedes Tal seine Talschlusshütte besaß.

Leider war der Bachlauf des Alto Rio di Fiscalina trocken. Unser Hund hätte all zu gerne im kühlen Nass getobt. So mussten wir trockenen Fußes die staubige Piste nach hinten zur Gaststätte überwinden. Angetrieben von der Aussicht auf eine deftige Brotzeit hattten wir schließlich den Weg schnell überwunden. Tatsächlich kehrten hier auch ein paar Wanderer ein, die vom bevorstehenden Aufstieg zur Drei Zinnen Hütte erzählten.

Wir genossen die südtiroler Spezialitäten auf der gut sortierten Speisekarte. Die Preise moderat, der Geschmack super. Das erklärte dann auch, warum so viele Gäste hier einkehrten und gerne verweilten.
Ich ging dann noch etwas um die Hütte herum, um noch das eine oder andere Foto zu machen, als sich ein Regenschauer ankündigte und uns zum Aufbruch zwang. Die Regenschirme waren nämlich im Auto geblieben – damit sie nicht nass werden!

Also machten wir uns wieder auf den Rückweg und sahen zu, dass wir auf 1500 m Höhe so schnell es der Kraislauf zuließ die knapp zwei Kilometer zurück zum Auto laufen konnten. Gut, dass es nur knapp 70 Höhenmeter waren, die wir nun wieder nach unten kamen. Mein Polo-Shirt hatte ich in den Rucksack gesteckt, damit ich dann am Wagen das durchnässte T-Shirt, welches ich als Unterhemd trug, gegen das Trockene eintauschen konnte.

Bevor wir endgültig am Parkplatz los fuhren blickte ich nochmal zurück, um diesen Anblick einzufangen. Die Wolken umschlossen die Berge und ließen nur noch einzelne Nadelspitzen hervorschauen. Das gefiel mir so gut, dass ich doch noch ein paar Aufnahmen davon machte.

Für Wanderungen wie diese wünsche ich Euch immer trockenes Wetter und für die Fotografie allezeit gutes Licht!

Werner Kutter

Die Erdpyramiden

Da wir am Samstag gleich in aller Frühe losgefahren sind und bereits am Vormittag in Niederrasen unser Zimmer beziehen konnten wollten wir am späten Nachmittag auch gleich die erste spektakuläre Erkundung starten. Laut meinen Recherchen war der Ort, den wir ansteuern wollten Abends am schönsten angeleuchtet, so dass sich dieser Ausflug für den ersten Tag gleich angeboten hat.

Nach einer kurvenreichen Fahrt über schmale Straßen, durch lichte Wälder und kleine Dörfer kamen wir schließlich am Parkplatz an. Zu unserer Freude war der ab 17 Uhr kostenfrei zu benutzen. Also nichts wie raus aus dem Auto und rein in die Wanderstiefel. Nach kurzer Orientierung an den großen Schautafeln und den guten Wegweisern ging es dann auch schon los.

Hinein in den Wald und bergauf ging es auf einem gut begehbaren Weg. An den „steilen“ Stellen war der Weg bequem abgetreppt so dass Mensch und Hund einen entspannten Spaziergang unternehmen konnten.

Als uns oben kurz vor dem eigentlichen Ziel der Wald wieder entlassen hatte, konnten wir sehen, dass mit großen Anstrengungen die Wege zu wahren „Kinderwagenautobahnen“ ausgebaut werden. Da bleibt der Wanderschar wirklich kein Wunsch offen sollte dieser Ausbaustandard bis zum Parkplatz durchgezogen werden.

Oben angekommen teilt sich der Weg. Nach links gehts zu den Erdpyramiden und nach rechts wird uns die Fahrstraße später wieder zurück zum Auto bringen. Aber erst einmal ist Zeit, das Panorama zu genießen, welches sich hier oben an der Kuppe bietet. Für uns war es das erste Mal, dass wir Richtung Sextener Dolomiten schauen konnten und dementsprechend überwältigt waren wir auch von dem Anblick.

Schließlich konnten wir uns doch los reißen und wandten uns dem nahe gelegenen Eingang zur Erdpyramidenwelt zu. Ein Brunnen und verschiedene Skulpturen begrüßten uns und luden dazu ein dem Weg tiefer in den nächsten Wald zu folgen.

Schließlich erreichten wir den ersten Aussichtsplatz mit einladenden Sitzgelegenheiten und einem tollen Aus- und Überblick über die kuriose Landschaft vor unseren Füßen.

Die Erdpyramiden bei Platten sind ein geologisches Phänomen. Die Natur zeigt sich hierbei besonders einfallsreich und spült die weichen Sedimente unter den Felsen weg. So bleiben einzelne Felsbrocken auf dünnen Gesteinsnadeln zurück, welche eine wahllos erscheinende Ansammlung von großen Steinen bilden.

Kurioserweise bleibt die einzelne Stele bestens bestehen, so lange sie ihren Deckstein nicht verliert. Rutscht dieser ab geht der Verfall in der Regel ziemlich schnell, da nun der Regen direkt von oben Einfluss auf den Stängel nehmen kann.

Eine Ganze Reihe an Stufen führt einige Höhenmeter tiefer, und immer wieder bieten schöne Aussichtsplätze mit stabilen Absturzsicherungen und Geländer neue Ansichten dieser spektakulären Formationen.

Der Weg kann unten weiter wieder zurück genommen werden, oder man steigt, so wie wir, wieder nach oben und geht so zurück, wie man hergekommen ist.
Wir blieben auf der breiten Fahrstraße um noch ein Weile den tollen Ausblick ins Pustertal und die nahen Berggipfel zu genießen.

Die Abendsonne wärmte uns noch schön, so dass wir in einem kurzen Marsch wieder zurück zum Auto fanden. Unterwegs hatten wir das Gefühl irgendjemand hätte das Allgäu mitten in die Alpen versetzt. Grüne Berghänge, manchmal flach, manchmal steil abfallend erinnerten uns schon sehr an die eigene Heimat.

Der Bereich in dem die Erdpyramiden liegen befindet sich bei etwas über 1500 Metern. Wer Probleme mit der Höhe hat sollte extrem vorsichtig seinn. Die Runde ist an sich nicht schwer zu gehen.

Ich wünsche Euch für die Exkursion gutes Wetter und für die dabei entstehenden Bilder natürlich gutes Licht!

Werner Kutter

Um den Antholzer See

Antholz dürfte vielen vom Biathlon bekannt sein. Die Gemeinde liegt am Ende des Antholzer Tals an der Zufahrt zum Staller Sattel.
Gleich am Biathlonstadion gibt es ausreichend Parkplätze um von hier die Umrundung des malerisch gelegenen Sees zu starten. Die Runde ist als Naturerlebnisweg angelegt und bietet 17 informative wie unterhaltsame Stationen.

Über die Entstehung des Sees gibt es eine bekannte Sage: Einst sollen hier drei stattliche Bauernhöfe gestanden haben. Als an einem Kirchtag ein Bettler um Almosen bat, wiesen ihn die Bewohner der Bauernhöfe hartherzig und ohne milde Gabe ab. Darauf soll der Bettler gedroht haben, dass hinter den Häusern eine Quelle entspringen werde. Und keine drei Tage später begann dort eine neue Quelle zu sprudeln, und das Wasser überflutete in der Folge die drei Bauernhöfe: Der Antholzer See war entstanden.

Gut beschildert kann man sich auf der Runde um den See fast nicht verlaufen. Wir sind im Uhrzeigersinn den Stationen nach um den See gelaufen und haben immer wieder kurze Pausen gemacht um die schöne Aussicht zu genießen.

Teilweise läuft man auf Holzstegen ganz nahe am Ufer entlang. Ausladenden Buchten, teils mit Tischen und Bänken laden immer wieder zu Verweilen ein. Das kristallklare Wasser und die Bergidylle drum herum lässt einen sowieso schon runterkommen. Zu schön ist der Anblick um einfach so drum herum zu laufen.

Am nordöstlichen Umkehrpunkt wartet ein reges Angebot auf den Wanderer. Eine große Liegewiese lässt eine Atmosphäre, wie im Freibad entstehen und an den diversen Kiosken und Ristorantes kann man sich stärken und den Durst löschen. Wir durchschreiten den prall gefüllten Parkplatz vor der Enzianhütte und überqueren die Straße zum Staller Sattel.
Hier kann man ein Novum beobachten: Die Passstraße auf den Staller Sattel ist nur in eine Richtung befahrbar. Von der vollen Stunde bis viertel nach dürfen die Fahrzeuge herunter fahren. Von viertel nach bis halb ist die Zeit bis der letzte unten ankommen sollte. Von halb bis viertel vor dürfen die KFZ nach oben fahren mit der gleichen Viertelstunde Fahrzeit wie umgekehrt. Zur vollen Stunde dreht die Fahrtrichtung dann wieder.

Auf dem Rückweg, größtenteils durch den schattigen Bergwald, sind ein paar kleine Anstiege zu bewältigen. Insgesamt hält sich die Anstrengung in der Höhe allerdings in Grenzen.
Wieder zurück am Biathlonstadion böte sich auch die Gelegenheit, dieses einmal zu besichtigen. Die Besichtigungen in den Monaten Mai – Oktober sind jeden Dienstag und Freitag von 11:00 bis ca. 13:00 Uhr in deutscher Sprache.

Info: Der See liegt bereits auf 1642 m! Auf der Fahrt dahin nimmt man gar nicht wahr, wieviel Höhenmeter man im Antholzertal dazu gewinnt.

Umrundung der Drei Zinnen (Teil 2)

Im ersten Teil der Wanderung habt Ihr mich letzte Woche bis auf den Paternsattel begleitet. Diese Woche geht’s weiter zur Drei Zinnen Hütte und zur Auronzo Hütte zurück.

Wieder auf dem Weg zurück aus dem Kriegsstollen am Fuße des Paternkofels ging ich den breiten Wanderweg bergab weiter. Von hier aus hat man auch schon die Drei Zinnen Hütte fest im Blick.

Vor solch einem Panorama werden auch die Anstrengungen in der Höhe erträglich. Zwischendurch immer wieder etwas trinken ist wichtig und ansonsten genieße ich die Aussicht. Wobei ich mich hier fast nicht entscheiden kann, welche Richtung die schönere ist. Wohin man blickt tolle Berge und allem voran, jetzt in meinem Rücken, die mächtigen Drei Zinnen.

An der Drei Zinnen Hütte angekommen habe ich noch gar keinen Blick für das Gebäude und die Aussicht von ihr. Ich gehe an der einladenden Terrasse vorbei, lasse auch die kleine Kapelle links liegen um dahinter den Weg zum Einstieg in den Klettersteig zum Sasso die Sesto ein Stück hochzugehen. Von hier hat nochmal einen herrlichen Blick über die gesamte Szenerie vom Paternkofel auf der linken Seite über die Drei Zinnen Hütte zu den Drei Zinnen selbst und die Kapelle im Vordergrund.

Nach einer kurzen Verschnaufpause auf einer Bank an der Kapelle machte ich mich dann auf den Rückweg. Ich weiß ja nicht, wie die Zeiten auf den Wegweisern zustande kommen, aber einen Dauerlauf wollte ich auf über 2500 m nicht machen. An der Drei Zinnen Hütte steht für den Rückweg zur Auronzohütte 1 h 20 min. Nachdem ich eine Stunde gelaufen bin und nicht mehr viel fotografierte, kam ich zum nächsten Schild, mit der Erkenntnis, dass es immer noch 40 Minuten zu gehen sind. Eine weitere halbe Stunde später, am nächsten Wegweiser noch ganze 20 Minuten. Kaum eine halbe Stunde später war ich wieder am Auto, welches 10 Minuten von der Hütte entfernt parkte. Zwischendrin kam noch ein bisschen Stimmung auf, da sich ein Gewitter zusammenbraute und dunkles Grollen von drohendem Unheil kündetet. Gott sei dank zog nur ein kurzer Regenschauer über uns drüber – von Blitz und Donner bin ich dann doch verschont geblieben.

Die angegebenen 3 ½ Stunden für die Runde sind meiner Meinung nach nicht zu schaffen, selbst wenn man keine Pause macht und auch sonst keinen Blick in die überaus grandiose Landschaft verschwendet.

Alles in allem war es zum Schluss eine Sache des Willens. Ich funktionierte den letzten Kilometer nur noch automatisch. Dass ich einen Fuß vor den anderen setzte habe ich gar nicht mehr richtig mitbekommen – ich wollte nur noch zum Auto und mich setzen. Ich habe es letztlich gut geschafft, so dass ich für mich die Erkenntnis mitnahm, dass man doch zu mehr fähig ist, als man sich selbst zutraut.

Für die gesamte Runde war ich, fotografieren und den einen oder anderen Abstecher inbegriffen, 6 Stunden unterwegs. Das Wichtigste aber ist die Erkenntnis, dass ich es wieder machen würde. Das nächste Mal allerdings würde ich zwei mal über den Paternsattel gehen und die Senke auf der Nordseite der drei Zinnen auslassen.

Solltet Ihr auch solche Touren vorhaben, wünsche ich Euch nur das beste Wetter und für die Bilder allzeit gutes Licht.

Werner Kutter

Umrundung der Drei Zinnen (Teil 1)

Ein Arbeitskollege hat mir diesen Floh ins Ohr gesetzt. Ich erzählte vom Wunsch auch mal schöne Berggipfel zu fotografieren, doch auf Grund meiner lädierten Knie würde das ja wohl nichts mehr werden. Darauf hin erfuhr ich davon, dass man mit dem Auto quasi bis an den Fuß der Drei Zinnen fahren kann. 

Schnell war die Sehnsucht geweckt und der brennende Wunsch entstand, einmal diese imposanten Gipfel zu fotografieren. Das war dann auch der eigentliche Hauptgrund für unseren Aufenthalt in Südtirol. Bald hatte ich alle Informationen zusammen. Die Auffährt kostet 30 Euro und ist nur von 7 – 19 Uhr möglich – die Rückfahrt übrigens auch! Der Rundweg dauert angeblich nur 3 ½ Stunden – dazu später mehr.

Der Wetterbericht war seit unserer Ankunft in Niederrasen mein wichtigstes Thema. Ständig überprüfte ich die prognosen für die kommenden Tage. Als sich herausstellte, dass die Wetterbedingungen für Montag nahezu optimal sein würden und vor allem das Gewitterrisiko sehr gering war, packte ich Rucksack und Auto und machte mich nach einem ausgiebigen Frühstück auf den Weg.

Ich fuhr tiefer ins Pustertal hinein Richtung Sexten. Bei Toblach bog ich ab Richtung Cortina dˋAmpezzo um schließlich ins Herz der Dolomiten vorzustoßen. Kurz hinter dem Dürrensee musste ich ein weiteres mal abbiegen, um kurze Zeit später, nach unzähligen Kurven und Kehren im Stau vor der Mautstelle zu stehen. Erste Gelegenheit die Umgebung genauer zu betrachten und die bergkulissen zu genießen. Vorher auf der Fahrt war das ja kaum möglich, zu sehr muss man bei dem kurvigen Straßenverlauf aufpassen. Trotz der langen Schlange geht’s doch relativ schnell voran. Nachdem ich die Gebühr entrichtet habe kann ich auch schon die letzten Kehren in Angriff nehmen. Am Großparkplatz wurde ich durch die Einweiser zu einer freien Lücke geleitet und konnte nach dem Aussteigen erst mal das gewaltige Panorama der Sextener Dolomiten genießen.


Ich entschloss mich gegen den Uhrzeigersinn, also auf der Südseite der Drei Zinnen erst einmal zum Paternsattel zu laufen. Ein paar hundert andere Wanderer waren meiner Meinung und so reihte ich mich ein in die lange Schlange der Umrunder.

Schnell hatte ich die Auronzo Hütte hinter mir gelassen und mich auch an die Höhenluft zwischen 2300 und 2500 m gewöhnt. Immer wieder blieb ich stehen und genoss den Anblick. Auch ohne zu wissen, wie die ganzen Spitzen und Gipfel alle beim Vornamen hießen wollte ich die Eindrücke in mich aufsaugen.
Nach anderthalb Kilometer war auch schon die erste Sehenswürdigkeit der Runde , eine kleine Kapelle als Stätte der Andacht, erreicht. Viele stoppten hier und so nahm auch ich das zum Anlass, erst einmal einen geeigneten Ort für die ersten Bilder zu suchen. Ich hatte ein tolles Panorama gesehen, welches an der Kapelle gemacht wurde – allerdings mit deutlich weniger Menschen als an diesem Montag.

Bald ging ich weiter, ständig mit dem Blick Richtung Süden abschweifend, bis zur Lavaredo Hütte. Da sich bei dem tollen Wetter beinahe jeden Meter neue, atemberaubende Aussichten auftaten hatte ich auf diesen ersten etwas mehr als
2, 5 km gar keinen Gedanken an die Drei Zinnen verschwendet. Von der Südseite aus sehen diese sowieso ganz unbekannt aus, da die markanten Bilder alle von der Nordseite sind.

Nach kurzer Rast und ein paar Panoramaaufnahmen – die ich übrigens vorzugsweise im Hochformat aufnehme um beim Zusammenfügen bessere Ergebnisse zu erzielen – ging es weiter. Es folgte der erste, anstrengende Aufstieg von der Hütte auf den Paternsattel. Und da mir der noch nicht reichte stieg ich gleich noch weiter hoch zum Einstieg in den Klettersteig welcher auf den Paternkofel führt.

Im Bild ganz unten sieht man den Sattel – er ist sogar als Hubchrauberlandeplattform ausgelegt. Ich wollte jedoch nicht auf den Gipfel des Paternkofels sondern in ein Bauwerk mit geschichtlichem Hintergrund. Am Einstieg muss man zuerst durch einen langen, von Hand in den Fels getriebenen Stollen der schon im ersten Weltkrieg beim Stellungskampf in den Alpen errichtet wurde. Immer wieder wurden „Fenster“ in die Felswand geschlagen, um die Umgebung und die Gegner zu beobachten. Mir sollte so ein Fenster als Rahmen für ein Bild der Drei Zinnen dienen.

Da die gesamte Runde noch eine ganze Weile zum Weitererzählen dauert, schiebe ich das auf nächste Woche. Seid gespannt, welche Ansichten ich noch alles entdeckt habe. Bis dahin wünsche ich Euch natürlich, wie immer, allzeit gutes Licht.

Werner Kutter

Gsieser Tal

Der Besuch in diesem Tal war eigentlich ein Unfall. Er war nur der Tatsache geschuldet, dass wir bei der Zufahrt zum Pragser Wildsee zu spät dran waren und nicht mehr durchgelassen wurden. Was heißt zu spät? Wir sind genau um 10.00 Uhr vom Kreisverkehr im Pustertal in die Straße eingebogen. Bis zum entscheidenden Kreisel, an dem der Verkehr sich in Richtung See und Plätzwies aufteilt, waren es höchstens 2 Minuten – zuviel. So musste ein Plan B her, der sich jedoch schnell als Glücksfall entpuppte. Wir hatten das Gsiesertal schon auf dem Schirm, jedoch keine fixe Idee, wann wir dort hin fahren wollten.

Vorbei an schönen Orten, markant aufragenden Kirchen und Bergbauernhöfen schlängelt sich die Straße eingerahmt von waldigen Hängen kilometerweit bis St. Magdalena, ganz am Ende des Tals. Am Ende des Ortes wiederum erwartet uns am letzten Kreisverkehr die Talschlusshütte. Von der Beschreibung her sollte hier die Wanderung starten. Wer sich gut vorbereitet hatte, der weiß, das man hier noch ein paar hundert Meter Laufstrecke sparen kann und noch zu einem weiter hinten im Tal liegenden Parkplatz fahren kann.

Jetzt heißt es endgültig Auto abstellen und die Wanderschuhe schnüren. Denn nun folgen wir zu Fuß den Schildern zur Kradorfer Hütte.

Moderat steigend folgen wir dem gut begehbaren Forstweg. Überall scheint Wasser aus den Hängen zu kommen und es sammelt sich schließlich in einem herrlich erfrischenden Bergbach. Dieser leitet uns mehr oder weniger stetig bis zur Hütte hoch.

An einigen Stellen können wir erst den Hund nicht davon abhalten, sich im Bach zu baden – schließlich bin ich es selbst, der nur noch langsam vorankommt, da ich immer wieder Bilder machen „muss“. Und Langzeitbelichtungen am Wasser brauchen schon mal Zeit. Wenn ich die Belichtungszeit mittels Polfilter und Graufilter in den Bereich mehrerer Sekunden verlängere, geht ohne Stativ nichts mehr. Bis dann die Komposition passt und alles eingerichtet ist, gehen schon ein paar Minuten ins Land. 

Schließlich kamen wir doch noch gut oben an und gönnten uns eine wirklich empfehlenswerte Brotzeit auf der Kradorfer Hütte.

Das Spiegelei waren eigentlich drei, die Bratkartoffel sensationell und der Südtiroler Schinken sagenhaft. Das alles zusammen in einer Pfanne – unschlagbar!

Der Rückweg bergab war dann der reinste Verdauungsspaziergang. Wir wählten die Route neben der Straße, auf dem gut begehbaren Wanderweg vorbei an wiederkäuenden Kühen, Schmetterlingen und Silberdisteln. Hin und wieder kamen wir auch wieder dem Bergbach sehr nahe, was vor allem unseren Hund sehr freute. Jede Erfrischung ist bei der warmen Witterung willkommen. 


Für alle, die mit der Höhe Probleme bekommen könnten, zur Info:
St. Magdalena liegt auf 1400 m Höhe .

Für Bergwanderungen wünsche ich Euch alle, dass das Wetter passt und für die Fotos natürlich allzeit gutes Licht.

Werner Kutter

Pragser Wildsee

Ich habe den Pragser Wildsee während meines Aufenthalts im Pustertal zweimal besucht. Einmal zum Fotografieren des Sonnenaufgangs und einmal am Vormittag zur Umrundung. Und ich möchte gleich vorausschicken: Ich muss mit der Begeisterung brechen, die andere für diesen Ort haben.

Dank des Internets und einer Fernsehserie mit dem Schauspieler Terence Hill erlebt dieser See einen immensen Zulauf. Die Idylle bekommt hier ganz schnell ihre Risse.

Ein ruhiges Plätzchen zu finden um den Anblick zu genießen ist schlichtweg unmöglich. 
Morgens um sechs tummeln sich bereits Scharen an Fotografen und Schaulustigen am Bootshaus. In den Hängen an den Sitzbänken, von denen aus man den schönsten Überblick hat, wimmelt es von Stativen.
Ich habe mich ans Ende der Schlange gesellt, um „mein“ Sonnenaufgangsfoto zu erhalten und musste da auch noch aufpassen, dass nicht noch der ein oder andere am Wasser steht und die Spiegelung bewundert.
Da der Himmel im Verhältnis zum restlichen Bild doch recht hell war, setzte ich für dieses Bild einen Verlaufsfilter ein. Dieser Filter bietet die Möglichkeit den oberen Bildteil abzudunkeln und damit die im Schatten liegenden Bildteile etwas aus der Dunkelheit hervorzuholen.
So habe nun auch ich ein Bild, dass tausende andere Fotobegeisterte auch auch haben und habe mir geschworen, nicht mehr hinter den schon millionenfach geschossenen Fotos her zu fahren. Lieber die ausgetretenen Wege verlassen und etwas eigenes kreieren.

Was in aller Früh um halb Sechs noch kein Problem darstellt wird im Lauf des Tages aber noch verstärkt. Bei der Zufahrt zum See gilt es in den Sommermonaten strenge Zeiten zu beachten, denn zwischen 10 und 15 Uhr wird die Zufahrt zum See durch die Polizei abgeriegelt. Zu Beginn der Sperrung wird man noch auf den Parkplatz an der Säge geleitet und kann mit dem Bus bis zum See fahren, wenn dieser Parkplatz jedoch ebenfalls voll ist wird man gnadenlos wieder zurück geschickt.

Wir beginnen die Runde, so wie alle anderen auch, am Hotel und gehen nach links zum Bootshaus. Im Film diente dieses als Wohnhaus vom Ranger Pietro (Terence Hill). Hier reiht man sich selbst morgens um 6 zum Sonnenaufgang in eine große Schar von Fotografen ein, die alle ihr Bild vom Stelzenhaus im See machen wollen. Vor allem die Plätze weiter oben, bei den wenigen Bänken im Hang, sind sehr begehrt hat man hier doch die Spiegelung des Berges voll im See. Das Alpenglühen zu Sonnenaufgang ist schon spitze, das muss ich schon zugeben. Wenngleich sich in den Dolomiten noch weitere tolle Massive für solche Bilder befinden, die bei weitem nicht so überlaufen sind.

Am Ufer oder auf dem Weg daneben gehen wir bis zur Brücke um die Seite zu wechseln. Die Spiegelung des Bergmassivs ist schon sehenswert, doch leider bleibt der See dank der Ruderboote nur selten ruhig.

Nach kurzem Marsch durch den Wald kommt auch schon der, einzige, Anstieg auf der Runde. Immer wieder mussten wir halten, um den Anblick zu genießen und Fotos zu machen. Nach dem Abstieg über teils rutschig glatte Steine landen wir im Geröllfeld und lassen erstmal den Hund ausgiebig baden. Das Wasser ist wirklich so kalt, wie es grün ist. Wie unser Hund das immer aushält ist uns ein Rätsel.

Etwa 200 m weiter kommen wir an einem riesigen Feld mit „Steinmännchen“ vorbei. Hier hält die gesamte Wanderer Schar andächtig an und erfreut sich an den kunstvollen „Bauwerken“.

Dann sind wir auch schon am Badestrand auf der Hinterseite des Sees angekommen. Hier tummeln sich Jung und Alt im und am See und es gibt auch öffentliche Toiletten. Tatsächlich trauen sich auch einige Menschen ins kühle Nass.

Über den breiten Forstweg kommen wir schnell wieder nach vorne und schauen uns noch die Kapelle und die weiteren Gebäude, die im Film u. a. als Polizeistation dienten, an. 

Froh, dem Strom der Spaziergänger wieder entkommen zu sein, gönnen wir uns noch ein Eis und schauen dem emsigen Treiben noch ein Weilchen zu, bevor wir uns wieder auf den Rückweg machen.

Auf dem Rückweg machten wir noch Halt an einer Kirche, die mich sehr an die Kirche in Ramsau erinnerte. Schnell noch ein Panorama machen – Frau und Hund warten im schattigen Auto – und zurück geht die Fahrt, um die nächsten Ausflüge zu planen.

Nützliche Infos:
Der Pragser Wildsee befindet sich auf 1496 m Höhe. Das ist nicht zu unterschätzen, wenn man die Höhenlage nicht gewohnt ist.

Ich wünsche Euch für Wanderungen trockenes Wetter und für Eure Bilder immer ein paar Wolken am Himmel, aber vor allem allzeit gutes Licht!


Werner Kutter

Südtirol

Ich möchte in den nächsten Wochen von unserer Reise nach Südtirol berichten. Von den Wanderungen und den Bildern, die ich dabei geschossen habe.
Damit ich mich nicht ständig wiederhole möchte ich ein paar allgemein gültige Erkenntnisse der 10 Tage gleich vorweg schicken.

O. K. Ich weiß ich kann nicht über ganz Südtirol „urteilen“ – wir waren ja nur rund ums Pustertal. Doch vieles gilt sicherlich auch an anderen Orten.

Ich werde zuerst über unsere erlebnisreiche Wanderungen berichten und zum Schluss noch einen Artikel schreiben, in dem ich über unsere Unterkunft und die besuchten Restaurants erzähle. Das soll die Reportage insgesamt noch abrunden.

Aber jetzt erst mal der Reihe nach und hier kommen die allgemeinen Hinweise:

1.Die Höhe

Da viele Menschen es nicht gewohnt sind sich in der Höhe zu bewegen gilt mein besonderer Hinweis dieser Tatsache. Weite Teile Südtirols liegen über 1000 m. Fährt man dann noch ein wenig rum und hoch und wandert noch ein paar Steigungen ist man schnell nahe der 2000 m, ohne es gross zu bemerken. Deshalb Augen auf bei der Routenplanung und die Höhe mit beachten. Ich werde versuchen, nach bestem Wissen, bei jeder Wanderung die Höhenlage und die zurückzulegenden Höhenmeter anzugeben.

Alle Angaben beziehen sich auf unseren Aufenthalt im August 2019. Eventuelle spätere Änderungen kann ich leider nicht mit einfliessen lassen.

2. Die Verkehrsregeln 

Auf den teils sehr kurvigen Landstraßen bemerkt man schnell den Unterschied zwischen Einheimischen und Urlaubern; Die Touris halten sich an die Verkehrsregeln. Die Einheimischen überholen generell immer, wenn man sich ans Tempolimit hält – und zwar trotz Überholverbot! Beispielsweise war ich dabei einen der häufig zu findenden Radfahrer zu überholen, als ich gleichzeitig noch von einem Motorrad überholt wurde – es war ja noch ein dreiviertel Meter Platz auf der Straße. Also die Nerven schonen und alles etwas lockerer sehen – die deutsche Korrektheit ist im Urlaub fehl am Platze.

Dazu kommt noch, dass auf der einzigen Hauptstraße im Pustertal mehrmals am Tag der Verkehrsinfarkt droht. Morgens, Mittags und Abends gibt es an den neuralgischen Knoten, Einmündungen und Kreisverkehren zwischen Bruneck und Sexten immer wieder aus heiterem Himmel Staus. Geduld ist hier das einzige, was hilft.

3. Italienisch – Deutsch – Englisch 

Die Italiener sprechen Italienisch. Die Südtiroler deutsch und italienisch. Nur Englisch will fast keiner sprechen. Kommt man mit deutsch nicht weiter, hilft ganz bestimmt auch kein Versuch auf Englisch. Da sind sie stur. Die gängigen Begriffe sollte man schon wissen, denn wenn der Gegenüber merkt, dass man es wenigstens versucht, fallen ihm auch ein paar deutsche Vokabeln ein.

In den folgenden Wochen möchte ich Euch mitnehmen an den Pragser Wildsee, den Dürrensee, an den Fuß der Drei Zinnen und in weitere sehenswerte Täler. Das Pustertal mit seinen Seitenarmen ist ein Eldorado für Wanderer und lohnenswert für Fotografen.

Nächste Woche gehts los mit Teil 1 – bis dahin eine gute Zeit und allzeit gutes Licht.

Werner Kutter