Der Jahresrückblick 2019

O. k. ich habe keine 100.000 Follower, ich nenne mich nicht Influencer und habe auch noch keine Bücher geschrieben – doch trotzdem bin ich auf ein paar Sachen stolz, die ich in 2019 erreicht habe. Und die möchte ich Euch gerne mitteilen und so das Jahr nochmal ein klein wenig Revue passieren lassen.
Es ist viel passiert, schauen wir’s uns an:

Nach dem Osterurlaub im Harz haben wir auf der Heimfahrt noch einen Schlenker über Heidelberg gemacht. Dort haben wir Freunde besucht und auch am Sonntag einen Tag in Frankfurt verbracht. Beim Spaziergang durch die Stadt habe ich auch immer wieder einen Blick zum Himmel geworfen, da immer wieder dicke, fette Wolken auftauchten und ich doch noch den Sonnenuntergang mit der Skyline von Mainhattan fotografieren wollte. Wolken am Himmel sind immer schön, doch wenn die Bewölkung zu dicht wird kann es auch schnell wieder ins Gegenteil umschlagen.
Also warteten wir geduldig ab, bis es Zeit wurde sich auf der Flößerbrücke in Stellung zu bringen. Am Nachmittag hatte ich mir beim Rundgang bereits einen Standort ausgesucht und zum Glück war der noch frei. Mehrere Fotografen hatten schon die Stative ausgepackt und warteten, so wie ich, auf den richtigen Moment.
Laut PhotoPills, eine App zur Bestimmung des Sonnenstandes abhängig von Standort und Uhrzeit, sollte der Sonnenuntergang genau zwischen den Hochhäusern im Finanzdistrikt stattfinden. Und die Wolken meinten es auch gut mit uns: Hinter der Skyline war klarer Himmel, so dass die Sonne schön zwischen den Häuserschluchten durchscheinen konnte. Im Vordergrund war eine tiefe, dicke Wolkenschicht welche dramatisch und bedrohlich vor der Szene zu liegen kam und von der tief stehenden Sonne von unten erleuchtet wurde. Ein Anblick der mich an Independance Day erinnerte.
So hatte ich mein persönlich bestes Bild bereits vor Mai im Kasten und dies sollte auch das Bild mit der größten Resonanz in den sozialen Medien für mich werden.

Nach der Rückkehr und dem genannten Erfolg des Bildes reifte in mir der Plan, für die Zukunft etwas aufbauen zu wollen was mir unglaublich viel Spaß macht und etwas „Taschengeld“ einbringen könnte – ich gründete meine Firma „Werner’s Fototräume“.
Da mir bereits Flächen in Aussicht gestellt wurden, um Bilder auszustellen, wollte ich alles richtigmachen und holte mir den Gewerbeschein auf der Gemeinde. Schnell waren die Formalitäten erledigt und so konnte ich an die Bestellung der Leinwände gehen, die ich ausstellen wollte.
Ein bunter Querschnitt meines bisherigen Schaffens hängt seit Juni jetzt in der Ergotherapiepraxis von Uwe Wahl in Memmingen. Nach vorheriger Terminvereinbarung können die Exponate besichtigt werden (Tel.: 08331/9246985). P. S.: Die Bilder kann man natürlich auch kaufen und zu Hause in aller Ruhe betrachten!

Im Frühsommer stand die Renovierung unserer Küche an. Damit die Tapete an der Arbeitsfläche und hinter dem Ceranfeld geschützt wird, wollten wir dort zuerst eine Rückwand vom Möbelhaus anbringen lassen. Nach langem hin und her befanden wir, dass es doch standesgemäßer wäre, wenn es bei einem Fotografen in der Küche auch ein Bild als Küchenrückwand zu bestaunen gibt. Also habe ich meine Panoramaaufnahmen durchsucht, welche Bilder sich für diese Verwendung eignen könnten. Nach kurzem Suchen bin dann tatsächlich auch fündig geworden, da ich im Frühjahr am Hopfensee bei Füssen war, da ich an dem Abend einen schönen Sonnenuntergang vermutete.
Leider blieb das Farbspektakel aus, aber wenn man schon mal da ist, dann macht man natürlich Bilder. Und für diesen Zweck, hinter Glas in einer Küche zu enden, waren die Bilder mit dezenteren Farben sowieso viel besser geeignet.

Der Sommerurlaub musste aus privaten Gründen umgeworfen werden, so dass ich nicht in das sehr fotogene Elbsandsteingebirge fahren durfte. Als Entschädigung wählten wir jedoch die Dolomiten, was mich zu meinem körperlichen Höhepunkt bringt: Die Umrundung der Drei Zinnen.
Untrainiert und fern der Heimat bin ich dort in über 2500 m Höhe den über 9 km langen Rundwanderweg mit Kamera, zwei Wechselobjektiven (Ultraweitwinkel und Telezoom), Proviant und Wasser im Rucksack und meinem Stativ in der Hand gegangen. Atemberaubende Aussichten machten die, für mich gewaltigen, Anstrengungen vergessen. Ich hätte es selbst nicht geglaubt, dass ich es mit einem schmerzenden Knie und der Teilprothese im anderen schaffen würde und so konnte ich alle Bedenken überwinden und das für mich bis dahin größte Abenteuer erleben.

Im selben Zeitraum erhielt ich von meinem besten Arbeitskollegen die Anfrage, besser gesagt den Auftrag, seine Hochzeit zu fotografieren. Für einen Natur- und Landschaftsfotografen gleichwohl eine Ehre wie auch eine sehr große Herausforderung, da mir meine Motive sonst nicht weglaufen können. Und meinem „Lieblingskollegen“ konnte ich sowieso noch nie etwas ausschlagen. Da es sich „nur“ um eine standesamtliche Trauung mit Feier im engsten Familienkreis handelte dachte ich mir: Das schaffst Du schon.
Also setzte ich alles daran, so viele Infos wie möglich zu erhalten und siehe da: dem Paar haben meine Bilder sehr gut gefallen.
Ich bin dankbar dafür, dass ich die Erfahrung machen durfte und nun weiß, dass ich 1. Menschen fotografieren kann und 2. kein Hochzeitsfotograf werde.

Von dem Erfolg beflügelt nahm ich dann auch gleich die nächste Herausforderung an, von einer benachbarten Abteilung ein Abschiedsbild für deren scheidenden Chef zu machen. Ich hatte ja jetzt Erfahrung und natürlich auch gleich eine Idee, als ich hörte wo das Shooting stattfinden sollte. Allzuviel kann ich über diese Sache noch nicht berichten, da die feierliche Übergabe zu Ehre der Verabschiedung noch nicht stattgefunden hat und eine Überraschung bleiben soll.
Nur soviel: Die Bilder haben großen Gefallen gefunden.

Zum Jahresabschluss habe ich es nun auch zum zweiten Mal geschafft, für die Weihnachtskarte der DLRG Memmingen/Unterallgäu das Motiv zu liefern. Dankenswerterweise erhalte ich immer eine Karte für mich zur Archivierung und so bin ich stolz darauf, dass so mein Name über diese schöne Aktion in der Gegend in Umlauf kommt. Ich werde mich auch in 2020 bemühen wieder ein Bild für gemeinnützige Institutionen zur Verfügung zu stellen.

Die größte Ehre wurde mir von meinem Arbeitgeber gemacht. Ich hatte bereits im Februar den Sonnenaufgang am neuen Umspannwerk bei mir zu Hause in Woringen fotografiert. Dieses Bild habe ich dem Kollegen zukommen lassen, der das Umspannwerk geplant und als Bauleiter errichtet hatte. So kam das Bild im Unternehmen in Umlauf und landete schließlich auch in unserer Abteilung für Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit. Von da an ging alles ganz schnell: Nachdem ich das o. k. zur weiteren Verwendung gegeben habe wurde das Bild zuerst auf Instagram im Feed der Lechwerke AG veröffentlicht. Anschließend gelang es mehrfach in die Präsentationen von Bilanzen und des Jahresabschlusses. Als im August nun die LEW Verteilnetz GmbH, bei der ich angestellt bin, ihre neue Webseite veröffentlichte traf mich fast der Schlag: Mein Bild war der Opener in die Welt der LVN – es zeirt fortan die Homepage von www.lew-verteilnetz.de

Das war der wesentlicihe Überblick über mein persönliches 2019.
Viel ist passiert, ich habe wieder jede Menge dazu gelernt und bin der Meinung: Da geht noch was!
Insofern wünsche ich Euch allen einen guten Rutsch und viel Erfolg – vor allem aber Gesundheit – in 2020.
Allzeit gutes Licht!

Werner Kutter

Durch den Gunzesrieder Tobel

Ich wusste lange nicht, dass es im Gunzesrieder Tal außer dem Ostertal Tobel noch ein weiterer existiert. Ein guter Kollege brachte mich drauf, dass man vor Gunzesried Richtung Norden auch durch einen Tobel zur Alpe Derb wandern und dort sehr gut Einkehren kann .

Gesagt getan sind wir an einem schönen Sonntag losgefahren und haben den Parkplatz direkt am Ortseingang von Gunzesried angesteuert. Gegenüber steht auch schon das Törchen, welches den Eingang zu dieser Wanderung markiert.

Zunächst läuft man über eine Wiese bis zur Gunzesrieder Ach um dann im weiteren Verlauf den Gunzesrieder Tobel – auch Haldertobrel genannt – zu erreichen. Gleich zu beginn stürzt die Ach eine Treppe in den folgenden Tobel hinab. NIcht besonders tief und doch sehenswert.

Der Weg führt mehr oder weniger direkt am Wasser entlang. Immer wieder kommen auch Stellen, an denen die Ach weniger wild über die Felsen schießt und an denen man sogar baden könnte – wenn man kaltes Wasser mag.

Ich werde aber natürlich wie magnetisch von den Stromschnellen und wasserumspülten Felsblöcken angezogen. Immer wieder baue ich die Kamera auf und versuche möglichst nahe ans Wasser heranzukommen, um mehr Dramatik im Bild einzufangen.

Ich habe nämlich festgestellt, dass je näher man der Wasseroberfläche ist, desto spannender wirkt die Szene auf den Betrachter. Am besten ist es, wenn das Wasser direkt auf einen zu fließt.

Deshalb habe ich bei diesem Spaziergang auch auf ein Stativ verzichtet und nur mein Platypod mit Kugelkopf mitgenommen. Ein sog. „Bohnensack“ oder ähnliches, um die Kamera auf dem Boden abzulegen, tut es natürlich auch.

Wie immer kommen wir nur sehr schleppend voran und Frau und Hund müssen wieder sehr viel Geduld mit dem Mann aufbringen. Immer wieder finde ich unterwegs Gründe um anzuhalten und die Kamera auszurichten. Im Zusammenhang mit Wasser benutze ich generell einen Polfilter und je nach Lichtsituation zusätzlich einen ND-Filter. Der Polfilter hat die Eigenschaft die Spiegelung im Wasser herauszufiltern und so kann man die Steine am Grund des Baches gut sehen, was dem Bild einen schönen Vordergrund beschert.

Der ND-Filter wirkt wie einen Sonnenbrille vor dem Objektiv. So kann weniger Licht auf den Sensor durchdringen und die Verschlusszeit muss verlängert werden, was den seidigen, weichen Effekt meiner Bilder erklärt. Selten nutze ich mehr als ND 8 (8-fache Verdoppelung der Belichtungszeit), da mehr als 5 Sekunden Belichtungszeit bei fließendem Wasser nichts mehr bringt.

So folgen wir immer weiter dem Weg, überqueren die Gunzesrieder Ach ein paar mal, bis nach einem weiteren kleinen Wasserfall der Wegweiser zur Alpe Derb uns bergan marschieren lässt.

Nach intensivem Anstieg sitzen wir endlich in der Alpe Derb und verspeisen einen hervorragenden Käsesalat (das Pendent zum Wurstsalat nur ohne Wurst). Da hier alles so wunderbar duftet und aussieht machen wir die Kaffeepause gleich noch hintendrein und zum Nachtisch gibt es noch leckeren hausgemachten Kuchen.
Schweren Herzens und vollen Magens machen wir uns wieder auf den Weg zurück. Zuerst gehen wir ein wenig auf der Straße bevor wir bei der Aussiedelei Reute wieder zur Gunzesrieder Ach absteigen. Ab etwa der Mitte der vorherigen Strecke gehen wir auf dem alt bekannten Weg zurück und kommen ohne weitere Bilder zu machen diesmal deutlich schneller voran.

Für Eure Wanderungen in der freien Natur wünschen wir Euch immer das beste Wetter und für tolle Bilder natürlcih allzeit gutes Licht.

Werner Kutter

Rund um den Eibsee

Diese Runde am Fuße der Zugspitze ist etwas für die ganze Familie. Der Weg ist breit, gut zu gehen und die Steigungen halten sich sehr zurück. Allerdings ist es ratsam früh am Parkplatz zu sein, da mit der Zugspitzbahn immer reger Andrang herrscht.

Wir gehen gegen den Uhrzeigersinn um den See und so kommen wir auch zuerst an den fotogenen Stellen vorbei. z. B. an der Brücke die kleinen Zipfel, genannt Untersee, vom Hauptsee trennt. Hier trifft sich im Sommer auch die ganze Familie zum Baden und so ist an dieser Stelle mit herrlichem Blick auf die Zugspitze auch immer viel los.

Die markanten Felsblöcke im Wasser und das grüne Wasser des Bergsees bieten ein tolles Ensemble zum Verweilen und Genießen.

Ein paar hundert Meter weiter kommt auch schon die erste der malerischen Buchten. Dort herrscht deutlich weniger Andrang als an der Brücke, so dass man hier relativ ungestört seine Seele baumeln lassen kann. Nur einzelne Boote oder Enten kommen gelegentlich vorbei – sind aber doch so langsam unterwegs, dass keine Hektik aufkkommt.

Der Weg steigt dann etwas an, so dass an der nordwestlichen Seite der höchste Punkt erreicht wird. Jetzt bietet sich ein wunderschöner Überblick über das Wasser mit seinen kleinen, nur mit dem Boot erreichbaren felsigen Inseln.

Ein paar Wasseradern kommen aus dem Wald – Wasserfall wäre deutlich übertrieben. so geht es weiter und immer das Zugspitzmassiv vor Augen, an dem man sich aber auch nicht satt sehen kann.

Die Südseite ist dann auch gleich weniger spektakulär, da der Blick auf die mächtigen Alpen fehlt. Schön ist der Weg trotzdem zu laufen – auch im Sommer, da er viel im Schatten der umstehenden Bäume verläuft und so etwas vor Überhitzung der Wanderer schützt.

Zurück am Ostufer laden einige Lokalitäten zum Einkehren ein. Man darf allerdings bei der Frequentierung auch davon ausgehen, dass hier sog. Touri-Lokale vorherrschen.

Mit den besten Wünschen für gutes Wetter und für die Bilder allzeit gutes Licht!

Werner Kutter

Christlessee, Hölltobel, Gerstruben

Dies ist eine sehr schöne, in der Mitte auch anstrengende Runde südlich von Oberstdorf. Die Wanderung bietet mehrere Höhepunkte, so dass es einem nicht so schnell langweilig wird.

Wir parken auf dem Parkplatz Renksteg kurz vor der Skiflugschanze. Von da aus marschieren wir Richtung Süden zunächst auf einer Anliegerstraße, die uns direkt zum Christlessee bringt.
Der See ist im Alpenraum ein Unikum, da er auch im Winter nie zufriert. Unmittelbar südlich entspringen starke Quellen die den See mit viel klarem Trinkwasser speisen. Dieser starke Zufluss führt dazu, dass der See zu keiner Jahreszeit zufriert. Allerdings ist er auch im Hochsommer viel zu kalt um darin zu baden.

Nach einer (sehr kleinen) Runde um den See wenden wir uns nach Nordosten und lassen die Rastmöglichkeit auf der Alpe buchstäblich links liegen. Ein Blick zurück auf den See und das angrenzende Hotel muss aber noch erlaubt sein.

Wir überqueren die Trettach, die diesem Tal seinen Namen gibt. Immer wieder säumen typische Feldstadel im oberallgäuer Stil den Weg und lassen uns wegen der umgebenden Kulisse zum Fotografiern anhalten.

Nach ein paar sanften Anstiegen kommt schon die nächste Alpe in Sicht. Doch auch das Mumme-Stüble kommt für uns als Einkehr noch nicht in Frage. Ein letzter Blick noch nach Norden das wunderschöne Trettachtal entlang, dann steigen wir ein in den Hölltobel.

Dieser macht schon bald seinem Namen alle Ehre. Als ob mächtige Kräfte die Felsen wie Spielsteine durch die Natur geworfen hätten, muss sich das Wasser mit lautem Getöse seinen Weg um diese herum zur Trettach suchen.

In wilden Kehren windet sich der Weg im Wald den Berg hinauf. Immer wieder kommen wir an engen Einschnitten vorbei, durch die sich das Wasser hindurch zwängt. Dabei hat es so eine giftig grüne Färbung, die jedem signalisiert: Achtung Sau-Kalt!

Und wenn Du denkst, Du hast schon alles gesehen und bist schon oben – dann kommt noch ein Megawasserfall. Mit lautem Klatschen schlägt das Wasser unten auf den bereits spiegelblank polierten Fels auf. Auf der Aussichtsplattform hat man, trotz sicherer Entfernung, unwillkürlich das Gefühl, man könnte in die Tiefe gezogen werden. Zweifellos der Höhepunkt, der trotz des schwierigen Zustiegs über Wurzeln und Felsen nicht versäumt werden sollte.

Schließlich, man hat schon fast den Glauben daran verloren, kommt man doch noch oben auf der Fahrstraße nach Gerstruben an. Hier folgt dann endlich die längst verdiente Erholungspause im Berggausthof.
Gerstruben ist mittlerweile ein Museumsdorf und zeigt mit seinen restaurierten Gebäuden, wie die Menschen hier vor über hundert Jahren gelebt und gearbeitet haben. Ich mache noch schnell das Gerstruben-Standart-Bild mit dem Zaun, der auf die Kapelle zu führt und dann machen wir uns wieder auf den Weg zurück.

Diesmal verlassen wir den Fahrweg nicht mehr – verweilen aber noch an dem einen oder anderen Aussichtspunkt um die schöne Sicht in Richtung Oberstdorf zu geniessen.

Für Unternehmungen wie diese wünschen wir Euch natürlich nur das beste Wetter und für die dabei entstehenden Bilder allzeit gutes Licht.

Werner Kutter

Zum Buchenegger Wasserfall

Die Buchenegger Wasserfälle sind im Sommer eine riesen Attraktion unter „Klippenspringern“. Sogar noch Anfang Oktober, als wir die Wanderung gemacht haben, stürzen sich Waghalsige in Neoprenanzügen vom Rand in den oberen Gumpen und suchen so den Nervenkitzel.
Leider kommt es jedes Jahr vor, das auch schwere Unfälle passieren. Deshalb sollten nur wirklich Ortskundige diesem „Vergnügen“ nachgehen. All zu schnell kann der Sprung ins kühle Nass nämlich auf einem Felsen enden oder Unterströmung im Bereich des Wasserfalls zieht einen in die Tiefe.

Aber jetzt zurück auf Anfang:
Wir parken auf dem großen Parkplatz an der Imbergbahn und gehen auf dem Gehweg zum Golfplatz zurück. Unten in der Senke stehen dann auch schon die ersten Wegweiser auf denen die Wasserfälle ausgeschildert sind. Besonders im Herbst ist diese Tour ein Genuß, haben sich doch alle Bäume mächtig ins Zeug gelegt und ihr prächtiges Farbenkleid aus dem Schrank geholt.

Der Weg durchquert einen Teil des Golfplatzess um nach kurzer Zeit auf die Straße zur Hochgratbahn zu treffen. Nach Überschreitung der Kuppe halten wir uns links um dem Weg bergab zu folgen. Wir bleiben an der nächsten Abzweigung auf dem Weg, der uns in ein kleines Waldstück führt. Nach dem Wäldchen haben wir einen schönen Blick rechts hinüber zum Hochgrat.

Weiter geht’s immer leicht bergab. Nach einer Alpe wird der Abstieg steiler, der Pfad führt uns schließlich wieder auf den Hauptweg hinunter zum Wasserfall zurück. Über Treppen, Stiegen und Steine geht es nun steil bergab bis wir schließlich den Bach und die Brücke erreichen. Von der anderen Seite der Brücke kann man auch heruntersteigen – wir wollten jedoch die kleine Runde von Steibis aus gehen.
Jetzt nur noch rechts zum Ufer hinunter und über Nagelfluh und Felsblöcke kann man sich nun zwischen den ganzen Schaulustigen hindurch den Weg zum Wasserfall bahnen.

Vorsichtig suche ich mir einen festen Stand in geeigneter Position gegenüber den tosenden Wassermassen. Hier packe ich jetzt mein Equipment aus.
Zuerst sorge ich für einen sicheren Stand meines Stativs – gar nicht so einfach auf den teils rutschigen Felsen.
Noch bevor ich irgendeinen Filter auspacke richte ich erst einmal die Kamera ein. Erst einen gefälligen Bildausschnitt wählen, dann mit Hilfe der internen Wasserwaage die Kamera waagrecht ausrichten und dann das Motiv fokussieren. Hier nehme ich gerne schon mal die Vergrößerung im Live-View zu Hilfe, um zu überprüfen, ob das Bild wirklich da scharf ist, wo ich es haben will.
Jetzt kommen erst die Filter zum Einsatz. Im Zusammenhang mit Wasser nehme ich generell einen Polfilter, um die Spiegelung des Wassers hier zu minimieren. Wenn mit die Verschlusszeit immer noch zu kurz erscheint, dann kommt noch zusätzlich ein ND-Filter vorne drauf – bis ich irgendwo zwischen 2 und 5 Sekunden bin.
Auslösen dann mit einem Fernauslöser oder alternativ mit dem Timer in der Kamera, der die Belichtung verzögert und auch verhindert, dass durch die Bedienung eine kleine Unschärfe entsteht.

Nach den Aufnahmen ging es zurück – wieder den ganzen Weg hoch, aber diesmal unten herum, um eine wohl verdiente Einkehr in der Alpe Neugreuth zu halten. Ein Vesper nach getaner „Arbeit“ hat noch immer gut getan.

Wir lassen immer wieder den Blick umherschweifen und genießen die Momente in der langsam untergehenden Herbstsonne. Sie wärmt noch angenehm und so mache ich noch das eine oder andere Bild just for fun.

Wieder am Auto zurück nehmen wir am Käsehäusle noch einen leckeren Bergkäs mit – der muss einfach sein. So bekommt man auch zu Hause wieder Appetit auf die Allgäuer Bergwelt.

Für Wanderungen wie diese wünsche ich Euch so herrliches Wetter, wie wir es hatten und für Eure Bilder allzeit gutes Licht.

Werner Kutter

Im Fischleintal bei Sexten

Die Wanderung zur Talschlusshütte im Fischleintal ist für viele nur der Beginn eines großen Abenteuers – ist sie doch der Beginn des Aufstiegs zu den Drei Zinnen.
Wir stellten unser Auto am Parkplatz Fischleinbodenhütte ab und wanderten zu Fuß weiter Richtung Süden. Nachdem wir das große Hotel am Eingang des Wanderweges links liegen gelassen hatten, wurden wir auch schon vom großartigen Anblick der wild zerklüfteten Sextener Dolomiten eingefangen.

Entlang der grünen Wiesen schlängelt sich der Weg kaum merklich steigend immer näher an die für manche bedrohlich wirkenden Felswände heran. Unser Ziel war die erwähnte Talschlusshütte. Zum damaligen Zeitpunkt dachte ich noch, dass wäre etwas einmaliges, doch im Laufe des Aufenthalts im Pustertal merkten wir, dass fast jedes Tal seine Talschlusshütte besaß.

Leider war der Bachlauf des Alto Rio di Fiscalina trocken. Unser Hund hätte all zu gerne im kühlen Nass getobt. So mussten wir trockenen Fußes die staubige Piste nach hinten zur Gaststätte überwinden. Angetrieben von der Aussicht auf eine deftige Brotzeit hattten wir schließlich den Weg schnell überwunden. Tatsächlich kehrten hier auch ein paar Wanderer ein, die vom bevorstehenden Aufstieg zur Drei Zinnen Hütte erzählten.

Wir genossen die südtiroler Spezialitäten auf der gut sortierten Speisekarte. Die Preise moderat, der Geschmack super. Das erklärte dann auch, warum so viele Gäste hier einkehrten und gerne verweilten.
Ich ging dann noch etwas um die Hütte herum, um noch das eine oder andere Foto zu machen, als sich ein Regenschauer ankündigte und uns zum Aufbruch zwang. Die Regenschirme waren nämlich im Auto geblieben – damit sie nicht nass werden!

Also machten wir uns wieder auf den Rückweg und sahen zu, dass wir auf 1500 m Höhe so schnell es der Kraislauf zuließ die knapp zwei Kilometer zurück zum Auto laufen konnten. Gut, dass es nur knapp 70 Höhenmeter waren, die wir nun wieder nach unten kamen. Mein Polo-Shirt hatte ich in den Rucksack gesteckt, damit ich dann am Wagen das durchnässte T-Shirt, welches ich als Unterhemd trug, gegen das Trockene eintauschen konnte.

Bevor wir endgültig am Parkplatz los fuhren blickte ich nochmal zurück, um diesen Anblick einzufangen. Die Wolken umschlossen die Berge und ließen nur noch einzelne Nadelspitzen hervorschauen. Das gefiel mir so gut, dass ich doch noch ein paar Aufnahmen davon machte.

Für Wanderungen wie diese wünsche ich Euch immer trockenes Wetter und für die Fotografie allezeit gutes Licht!

Werner Kutter

Die Erdpyramiden

Da wir am Samstag gleich in aller Frühe losgefahren sind und bereits am Vormittag in Niederrasen unser Zimmer beziehen konnten wollten wir am späten Nachmittag auch gleich die erste spektakuläre Erkundung starten. Laut meinen Recherchen war der Ort, den wir ansteuern wollten Abends am schönsten angeleuchtet, so dass sich dieser Ausflug für den ersten Tag gleich angeboten hat.

Nach einer kurvenreichen Fahrt über schmale Straßen, durch lichte Wälder und kleine Dörfer kamen wir schließlich am Parkplatz an. Zu unserer Freude war der ab 17 Uhr kostenfrei zu benutzen. Also nichts wie raus aus dem Auto und rein in die Wanderstiefel. Nach kurzer Orientierung an den großen Schautafeln und den guten Wegweisern ging es dann auch schon los.

Hinein in den Wald und bergauf ging es auf einem gut begehbaren Weg. An den „steilen“ Stellen war der Weg bequem abgetreppt so dass Mensch und Hund einen entspannten Spaziergang unternehmen konnten.

Als uns oben kurz vor dem eigentlichen Ziel der Wald wieder entlassen hatte, konnten wir sehen, dass mit großen Anstrengungen die Wege zu wahren „Kinderwagenautobahnen“ ausgebaut werden. Da bleibt der Wanderschar wirklich kein Wunsch offen sollte dieser Ausbaustandard bis zum Parkplatz durchgezogen werden.

Oben angekommen teilt sich der Weg. Nach links gehts zu den Erdpyramiden und nach rechts wird uns die Fahrstraße später wieder zurück zum Auto bringen. Aber erst einmal ist Zeit, das Panorama zu genießen, welches sich hier oben an der Kuppe bietet. Für uns war es das erste Mal, dass wir Richtung Sextener Dolomiten schauen konnten und dementsprechend überwältigt waren wir auch von dem Anblick.

Schließlich konnten wir uns doch los reißen und wandten uns dem nahe gelegenen Eingang zur Erdpyramidenwelt zu. Ein Brunnen und verschiedene Skulpturen begrüßten uns und luden dazu ein dem Weg tiefer in den nächsten Wald zu folgen.

Schließlich erreichten wir den ersten Aussichtsplatz mit einladenden Sitzgelegenheiten und einem tollen Aus- und Überblick über die kuriose Landschaft vor unseren Füßen.

Die Erdpyramiden bei Platten sind ein geologisches Phänomen. Die Natur zeigt sich hierbei besonders einfallsreich und spült die weichen Sedimente unter den Felsen weg. So bleiben einzelne Felsbrocken auf dünnen Gesteinsnadeln zurück, welche eine wahllos erscheinende Ansammlung von großen Steinen bilden.

Kurioserweise bleibt die einzelne Stele bestens bestehen, so lange sie ihren Deckstein nicht verliert. Rutscht dieser ab geht der Verfall in der Regel ziemlich schnell, da nun der Regen direkt von oben Einfluss auf den Stängel nehmen kann.

Eine Ganze Reihe an Stufen führt einige Höhenmeter tiefer, und immer wieder bieten schöne Aussichtsplätze mit stabilen Absturzsicherungen und Geländer neue Ansichten dieser spektakulären Formationen.

Der Weg kann unten weiter wieder zurück genommen werden, oder man steigt, so wie wir, wieder nach oben und geht so zurück, wie man hergekommen ist.
Wir blieben auf der breiten Fahrstraße um noch ein Weile den tollen Ausblick ins Pustertal und die nahen Berggipfel zu genießen.

Die Abendsonne wärmte uns noch schön, so dass wir in einem kurzen Marsch wieder zurück zum Auto fanden. Unterwegs hatten wir das Gefühl irgendjemand hätte das Allgäu mitten in die Alpen versetzt. Grüne Berghänge, manchmal flach, manchmal steil abfallend erinnerten uns schon sehr an die eigene Heimat.

Der Bereich in dem die Erdpyramiden liegen befindet sich bei etwas über 1500 Metern. Wer Probleme mit der Höhe hat sollte extrem vorsichtig seinn. Die Runde ist an sich nicht schwer zu gehen.

Ich wünsche Euch für die Exkursion gutes Wetter und für die dabei entstehenden Bilder natürlich gutes Licht!

Werner Kutter

Um den Antholzer See

Antholz dürfte vielen vom Biathlon bekannt sein. Die Gemeinde liegt am Ende des Antholzer Tals an der Zufahrt zum Staller Sattel.
Gleich am Biathlonstadion gibt es ausreichend Parkplätze um von hier die Umrundung des malerisch gelegenen Sees zu starten. Die Runde ist als Naturerlebnisweg angelegt und bietet 17 informative wie unterhaltsame Stationen.

Über die Entstehung des Sees gibt es eine bekannte Sage: Einst sollen hier drei stattliche Bauernhöfe gestanden haben. Als an einem Kirchtag ein Bettler um Almosen bat, wiesen ihn die Bewohner der Bauernhöfe hartherzig und ohne milde Gabe ab. Darauf soll der Bettler gedroht haben, dass hinter den Häusern eine Quelle entspringen werde. Und keine drei Tage später begann dort eine neue Quelle zu sprudeln, und das Wasser überflutete in der Folge die drei Bauernhöfe: Der Antholzer See war entstanden.

Gut beschildert kann man sich auf der Runde um den See fast nicht verlaufen. Wir sind im Uhrzeigersinn den Stationen nach um den See gelaufen und haben immer wieder kurze Pausen gemacht um die schöne Aussicht zu genießen.

Teilweise läuft man auf Holzstegen ganz nahe am Ufer entlang. Ausladenden Buchten, teils mit Tischen und Bänken laden immer wieder zu Verweilen ein. Das kristallklare Wasser und die Bergidylle drum herum lässt einen sowieso schon runterkommen. Zu schön ist der Anblick um einfach so drum herum zu laufen.

Am nordöstlichen Umkehrpunkt wartet ein reges Angebot auf den Wanderer. Eine große Liegewiese lässt eine Atmosphäre, wie im Freibad entstehen und an den diversen Kiosken und Ristorantes kann man sich stärken und den Durst löschen. Wir durchschreiten den prall gefüllten Parkplatz vor der Enzianhütte und überqueren die Straße zum Staller Sattel.
Hier kann man ein Novum beobachten: Die Passstraße auf den Staller Sattel ist nur in eine Richtung befahrbar. Von der vollen Stunde bis viertel nach dürfen die Fahrzeuge herunter fahren. Von viertel nach bis halb ist die Zeit bis der letzte unten ankommen sollte. Von halb bis viertel vor dürfen die KFZ nach oben fahren mit der gleichen Viertelstunde Fahrzeit wie umgekehrt. Zur vollen Stunde dreht die Fahrtrichtung dann wieder.

Auf dem Rückweg, größtenteils durch den schattigen Bergwald, sind ein paar kleine Anstiege zu bewältigen. Insgesamt hält sich die Anstrengung in der Höhe allerdings in Grenzen.
Wieder zurück am Biathlonstadion böte sich auch die Gelegenheit, dieses einmal zu besichtigen. Die Besichtigungen in den Monaten Mai – Oktober sind jeden Dienstag und Freitag von 11:00 bis ca. 13:00 Uhr in deutscher Sprache.

Info: Der See liegt bereits auf 1642 m! Auf der Fahrt dahin nimmt man gar nicht wahr, wieviel Höhenmeter man im Antholzertal dazu gewinnt.

Personen verschwinden lassen

Bei der Umrundung des Pragser Wildsees sind wir zum Abschluss noch an der Kapelle gestanden, welche natürlich hoch frequentiert war. Es gab keine Gelegenheit, die Szenerie ohne störende Wanderer aufzunehmen.

Mal kamen ganze Scharen vom See hoch, mal gingen Menschen in die Kirche rein, mal standen sie draußen und schauten interessiert das Bauwerk an. Es gibt einfach keine Chance die Szene clean einzufangen.

Da hilft uns Photoshop mit einer Automatik, die man nur kennen muss – alles andere geht wie von allein.
Bedingung ist, dass mehrere Aufnahmen über einen längeren Zeitraum mit genau dem gleichen Bildausschnitt gemacht werden. Hierzu würde ich generell empfehlen, die Kamera auf einem Stativ zu befestigen um größt mögliche Deckung der einzelnen Aufnahmen zu gewährleisten. Für dieses Beispiel hier habe ich die Bilder aus der Hand geschossen – das geht also auch.

Wichtig ist, dass ausreichend Zeit zwischen den Aufnahmen verstreicht. Es nutzt nichts, im Serienbildmodus 5 Bilder in der Sekunde aufzunehmen. Die Personen in den einzelnen Fotos legen in den Bruchteilen einer Sekunde zu wenig Wegstrecke zurück, als dass sich hier mit Photoshop etwas anfangen ließe. So alle 30 Sekunden etwa kann man mal ein Bild machen. Man beobachtet die Szene genau und sieht ja dann auch, wann die einzelnen, wichtigen Bildteile frei von Störungen sind.

So 10 bis 20 Bilder dürfen es schon werden – also etwas Zeit einplanen und lieber gemütlich 10 Minuten lang Aufnahmen machen, als zu Hause festzustellen, dass nicht alle Bereiche frei sind.

Die betreffenden Bilder werden alle in Photoshop geöffnet. Man kann dies aus der Bridge heraus erledigen, von Lightroom oder direkt in Photoshop über den Befehl „öffnen“.

Es kann sein, dass das Programm möchte, dass die Bilder aus Photoshop heraus erst einmal gespeichert werden – dann bitte jedes Bild einmal mit der Tastenkombination „CTRL“ oder „STRG“ und „S“ abspeichern.
Anschließend unter dem Menüpunkt „Datei“ bis ganz unten auf „Skripten“ gehen, damit das Menü sich erweitert und hier dann auf „Statistik…“ klicken.

Jetzt öffnet öffnet sich ein eigenes Fenster. Hier wählen wir ganz oben als Stapelmodus „Median“ und klicken in der Mitte rechts auf „Geöffnete Dateien hinzufügen“. Dann sollte sich die Liste links davon, wie im Bild zu sehen, mit den Dateinamen füllen.
Wenn man, so wie ich in diesem Beispiel, aus der Hand fotografiert hat sind kleine Unterschiede unter den Bildern vorhanden. In diesem Fall empfehle ich den Haken ganz links unten bei “ Quellbilder nach Möglichkeit automatisch ausrichten“ zu aktivieren. Beim Fotografieren vom Stativ aus kann das vernachlässigt werden – man spart Rechnerzeit.

Jetzt ist es an der Zeit einen Kaffee zu machen, denn je nach Anzahl und Größe der Dateien kann es jetzt schon ein paar Minuten dauern, bis der Rechner das finale Bild präsentiert. Doch was passiert in dieser Zeit im Hintergrund?
Das Programm analysiert jetzt alle Bildteile aller Bilder nach Inhalten, die fix sind und Objekte, welche sich bewegen. Bei den veränderlichen werden dann auf den anderen Bilder Inhalte gesucht, die diese ersetzen und verdecken können. So gibt es ja bestimmt von jeder Stelle, an der auf einem Bild ein Mensch zu sehen ist ein oder mehr Bilder, auf denen die Stelle klar zu sehen ist. Diese wird dann über die „Störung“ gelegt und die Person wird herausgerechnet.
Personen, die länger an Ort und Stelle verharren bleiben mit dieser Technik auch im Bild – es gibt ja keinen Ersatz. Aber alle Leute, die in zehn Minuten in irgend einer Weise durch das Bild laufen, werden verschwinden.

Das fertige Bild sieht bei mir jetzt auf den ersten Eindruck schief aus, was daran liegt, dass ich kein Stativ verwendet habe und den Haken bei automatisch Ausrichten setzen musste. Mit Zuschneiden und etwas Nachbearbeitung kann man dann ein vorzeigbares Ergebnis vorweisen.

Das war die Software-Variante um unerwünschte Personen aus Bildern verschwinden zu lassen. Das geht natürlich auch beim Fotografieren selbst. Wie das genau funktioniert ist ein Thema für einen eigenen Beitrag, den Ihr bald hier lesen könnt…

Ich hoffe das war ein Tipp der für Euch nützlich war und bald zum Einsatz kommen kann. Wir können beliebte Spots nicht mehr allein ohne Menschen fotografieren, aber bei vielen hilft Geduld und der Einsatz der bereits vorhandenen Technik.
Für all Eure Unternehmungen und Fotopläne wünsche ich Euch allzeit gutes Licht!

Werner Kutter

Am Dürrensee

Der Dürrensee liegt kurz nach dem Toblacher See (Dobiaccosee) an der Straße zwischen Toblach und Cortina d´Ampezzo. Am Parkplatz Drei Zinnen Blick wird auch gleich plakativ vom Tor zu den Dolomiten geschrieben. Und dieses Tor wurde auch so errichtet, dass man durch dem Bogen genau zu den Drei Zinnen sehen kann.

Von hier aus kann man in ca. 3 ½ Stunden zur Drei Zinnen Hütte aufsteigen. Wir gehen aber vorher rechts weg in Richtung See. Der Kiesweg lässt sich gut gehen, wenn man sich mit den Radfahrern einig wird.

Die Steigung ist kaum merklich und schon bald sehen wir das Ufer des Dürrensees vor uns. Die Umrundung soll als kleine Scouting-Runde dienen, denn beim vorbeifahren auf dem Weg zu der Drei Zinnen Umrundung habe ich mir eingebildet, dass die schroffen Felsnadeln bei Sonnenaufgang bestimmt einen spektakulären Anblick ergeben würden.

Bevor ich allerdings morgens um halb sechs im dunkeln durchs Unterholz irre, schaue ich mir gern vorher an, wo es Sinn macht, sich aufzustellen und vor allem, wie man da hin kommt. Sp schlendern wir eine zeit lang an der Uferlinie entlang, um zu sehen von wo aus man die Beste Sicht auf die Berge und vor allem auf eine mögliche Spiegelung der Gipfel im See hat. In aller Frühe ist der Wellengang in der Regel sehr gering, so dass ich doch berechtigte Hoffnung habe auf einem Bild gleich zweimal die Berge drauf zu bekommen.

In den Morgenstunden ist es in der ‚Regel an Gewässern immer ruhiger, als am Abend. Dies ist ein weiterer Grund dafür, Sonnenaufgangsmotive zu suchen. Wenn kein Lüftchen weht bleibt die Wasseroberfläche glatt, wie ein Spiegel und so sollte man dann auch die Berge schön im Wasser gespiegelt sehen.
Die weitere Runde um den See ist schön, man kann sehr leicht gehen da keine nennenswerte Steigungen oder Hindernisse das Vergnügen trüben. Auf der Straßenseite des Sees habe ich dann noch ein paar mal den Verkehr abgewartet, um den Straßenverlauf zu den Bergen hin ohne Fahrzeuge aufs Bild zu bekommen.

Die Ansicht hatte für mich etwas von Patagonien. Von den Torres del Paine gibt es ähnliche Aufnahmen, nur die hier sind in den Dolomiten und zeigen die atemberaubende Cristallogruppe südlich des Sees. Da die Straße den Blick direkt auf die Berge zuführt gibt es dem Bild eine schöne Linienführung und mehr Tiefe.

Am Freitag morgen bin ich dann um halb fünf aufgestanden und mit dem Auto die knappe dreiviertel Stunde von Rasen an den See gefahren. Wenigstens ist in der Früh kein Verkehr, so dass man hier keine Zeit für etwaige Staus mit einberechnen muss.
Der Sonnenaufgang war für sechs Uhr angesagt und ich musste ja noch ein paar Meter vom Parkplatz (diesmal direkt am Seeufer) bis an die ausgesuchte Stelle laufen.
Wenn man dann dem Zauber der blauen Stunde verfällt, dann würde man ja am liebsten sofort am erst besten Platz das Stativ aufstellen und losfotografieren.
Ich empfehle jedoch genau in diesen Fällen ruhig zu bleiben und mit der Kamera zuerst ohne Stativ ein paar Bildausschnitte anzuschauen. Erst wenn man das gewünschte Bild vor sich sieht, dann stellt man sein Stativ auf und richtet sich ein.

Mir stockte schon ein paar mal der Atem, als der Zauber begann. Erst war alles in das satte Nachtblau gehüllt, als plötzlich ein orangerotes Glimmen die Bergspitzen förmlich leuchten ließ. immer mehr zog sich die Nacht zurück und mehr Licht brachte auch mehr Farben ins Spiel.

Zwischenzeitlich kam dann doch eine leichte Brise auf, so dass die Spiegelungen nicht zustande kamen. Als jedoch die Sonne über den Horizont kam und die Berge direkt anleuchtete war auch der See wieder ruhig.

Hier nutzte ich den Polfilter einmal in der anderen Richtung. Normal wird dieser ja eingesetzt, um Spiegelungen zu minimieren. Ich hätte ihn so drehen können, dass das Wasser durchscheintund der Grund des Sees sichtbar wird. Doch das wollte ich ja in diesem Fall nicht. Also drehte ich den Filter solange, bis ich an der Kamera die best mögliche Spiegelung erkannte. Zum Glück ließ der Wind ein paar Minuten nach, so dass ich dann doch noch schöne, klare Bilder der orange leuchtenden Bergspitzen im See machen konnte.

Zum Schluss kamen dann auch noch ein paar Nebelschwaden und Wolkenfetzen hereingeschwebt, die der ganzen Szenerie noch einen schönen Touch gaben.
Alles in allem hatte ich für die Bilder nur eine Stunde Zeit am Morgen. Das blaue Bild mit den orangen Spitzen war um 5:33 Uhr und das letzte um 6:34 Uhr.
Da ist also nicht viel Zeit, um noch nach Orten und Motiven zu suchen – da sollte alles passen und man konzentriert sich nur noch auf das Fotografieren.

Auch hier, wie bei allen Südtirol-Folgen, noch mein Hinweis:
Der Dürrensee befindet sich auf 1400 m! Die Umrundung bringt keine nennenswerten Anstiege mit sich – aber die Höhe selbst kann bei empfindlichen Personen schon Probleme bereiten.

Für solche und ähnliche Projekte wünsche ich Euch natürlich wie immer und von ganzem Herzen allzeit gutes Licht!

Werner Kutter