Im Fischleintal bei Sexten

Die Wanderung zur Talschlusshütte im Fischleintal ist für viele nur der Beginn eines großen Abenteuers – ist sie doch der Beginn des Aufstiegs zu den Drei Zinnen.
Wir stellten unser Auto am Parkplatz Fischleinbodenhütte ab und wanderten zu Fuß weiter Richtung Süden. Nachdem wir das große Hotel am Eingang des Wanderweges links liegen gelassen hatten, wurden wir auch schon vom großartigen Anblick der wild zerklüfteten Sextener Dolomiten eingefangen.

Entlang der grünen Wiesen schlängelt sich der Weg kaum merklich steigend immer näher an die für manche bedrohlich wirkenden Felswände heran. Unser Ziel war die erwähnte Talschlusshütte. Zum damaligen Zeitpunkt dachte ich noch, dass wäre etwas einmaliges, doch im Laufe des Aufenthalts im Pustertal merkten wir, dass fast jedes Tal seine Talschlusshütte besaß.

Leider war der Bachlauf des Alto Rio di Fiscalina trocken. Unser Hund hätte all zu gerne im kühlen Nass getobt. So mussten wir trockenen Fußes die staubige Piste nach hinten zur Gaststätte überwinden. Angetrieben von der Aussicht auf eine deftige Brotzeit hattten wir schließlich den Weg schnell überwunden. Tatsächlich kehrten hier auch ein paar Wanderer ein, die vom bevorstehenden Aufstieg zur Drei Zinnen Hütte erzählten.

Wir genossen die südtiroler Spezialitäten auf der gut sortierten Speisekarte. Die Preise moderat, der Geschmack super. Das erklärte dann auch, warum so viele Gäste hier einkehrten und gerne verweilten.
Ich ging dann noch etwas um die Hütte herum, um noch das eine oder andere Foto zu machen, als sich ein Regenschauer ankündigte und uns zum Aufbruch zwang. Die Regenschirme waren nämlich im Auto geblieben – damit sie nicht nass werden!

Also machten wir uns wieder auf den Rückweg und sahen zu, dass wir auf 1500 m Höhe so schnell es der Kraislauf zuließ die knapp zwei Kilometer zurück zum Auto laufen konnten. Gut, dass es nur knapp 70 Höhenmeter waren, die wir nun wieder nach unten kamen. Mein Polo-Shirt hatte ich in den Rucksack gesteckt, damit ich dann am Wagen das durchnässte T-Shirt, welches ich als Unterhemd trug, gegen das Trockene eintauschen konnte.

Bevor wir endgültig am Parkplatz los fuhren blickte ich nochmal zurück, um diesen Anblick einzufangen. Die Wolken umschlossen die Berge und ließen nur noch einzelne Nadelspitzen hervorschauen. Das gefiel mir so gut, dass ich doch noch ein paar Aufnahmen davon machte.

Für Wanderungen wie diese wünsche ich Euch immer trockenes Wetter und für die Fotografie allezeit gutes Licht!

Werner Kutter

Die Erdpyramiden

Da wir am Samstag gleich in aller Frühe losgefahren sind und bereits am Vormittag in Niederrasen unser Zimmer beziehen konnten wollten wir am späten Nachmittag auch gleich die erste spektakuläre Erkundung starten. Laut meinen Recherchen war der Ort, den wir ansteuern wollten Abends am schönsten angeleuchtet, so dass sich dieser Ausflug für den ersten Tag gleich angeboten hat.

Nach einer kurvenreichen Fahrt über schmale Straßen, durch lichte Wälder und kleine Dörfer kamen wir schließlich am Parkplatz an. Zu unserer Freude war der ab 17 Uhr kostenfrei zu benutzen. Also nichts wie raus aus dem Auto und rein in die Wanderstiefel. Nach kurzer Orientierung an den großen Schautafeln und den guten Wegweisern ging es dann auch schon los.

Hinein in den Wald und bergauf ging es auf einem gut begehbaren Weg. An den „steilen“ Stellen war der Weg bequem abgetreppt so dass Mensch und Hund einen entspannten Spaziergang unternehmen konnten.

Als uns oben kurz vor dem eigentlichen Ziel der Wald wieder entlassen hatte, konnten wir sehen, dass mit großen Anstrengungen die Wege zu wahren „Kinderwagenautobahnen“ ausgebaut werden. Da bleibt der Wanderschar wirklich kein Wunsch offen sollte dieser Ausbaustandard bis zum Parkplatz durchgezogen werden.

Oben angekommen teilt sich der Weg. Nach links gehts zu den Erdpyramiden und nach rechts wird uns die Fahrstraße später wieder zurück zum Auto bringen. Aber erst einmal ist Zeit, das Panorama zu genießen, welches sich hier oben an der Kuppe bietet. Für uns war es das erste Mal, dass wir Richtung Sextener Dolomiten schauen konnten und dementsprechend überwältigt waren wir auch von dem Anblick.

Schließlich konnten wir uns doch los reißen und wandten uns dem nahe gelegenen Eingang zur Erdpyramidenwelt zu. Ein Brunnen und verschiedene Skulpturen begrüßten uns und luden dazu ein dem Weg tiefer in den nächsten Wald zu folgen.

Schließlich erreichten wir den ersten Aussichtsplatz mit einladenden Sitzgelegenheiten und einem tollen Aus- und Überblick über die kuriose Landschaft vor unseren Füßen.

Die Erdpyramiden bei Platten sind ein geologisches Phänomen. Die Natur zeigt sich hierbei besonders einfallsreich und spült die weichen Sedimente unter den Felsen weg. So bleiben einzelne Felsbrocken auf dünnen Gesteinsnadeln zurück, welche eine wahllos erscheinende Ansammlung von großen Steinen bilden.

Kurioserweise bleibt die einzelne Stele bestens bestehen, so lange sie ihren Deckstein nicht verliert. Rutscht dieser ab geht der Verfall in der Regel ziemlich schnell, da nun der Regen direkt von oben Einfluss auf den Stängel nehmen kann.

Eine Ganze Reihe an Stufen führt einige Höhenmeter tiefer, und immer wieder bieten schöne Aussichtsplätze mit stabilen Absturzsicherungen und Geländer neue Ansichten dieser spektakulären Formationen.

Der Weg kann unten weiter wieder zurück genommen werden, oder man steigt, so wie wir, wieder nach oben und geht so zurück, wie man hergekommen ist.
Wir blieben auf der breiten Fahrstraße um noch ein Weile den tollen Ausblick ins Pustertal und die nahen Berggipfel zu genießen.

Die Abendsonne wärmte uns noch schön, so dass wir in einem kurzen Marsch wieder zurück zum Auto fanden. Unterwegs hatten wir das Gefühl irgendjemand hätte das Allgäu mitten in die Alpen versetzt. Grüne Berghänge, manchmal flach, manchmal steil abfallend erinnerten uns schon sehr an die eigene Heimat.

Der Bereich in dem die Erdpyramiden liegen befindet sich bei etwas über 1500 Metern. Wer Probleme mit der Höhe hat sollte extrem vorsichtig seinn. Die Runde ist an sich nicht schwer zu gehen.

Ich wünsche Euch für die Exkursion gutes Wetter und für die dabei entstehenden Bilder natürlich gutes Licht!

Werner Kutter

Um den Antholzer See

Antholz dürfte vielen vom Biathlon bekannt sein. Die Gemeinde liegt am Ende des Antholzer Tals an der Zufahrt zum Staller Sattel.
Gleich am Biathlonstadion gibt es ausreichend Parkplätze um von hier die Umrundung des malerisch gelegenen Sees zu starten. Die Runde ist als Naturerlebnisweg angelegt und bietet 17 informative wie unterhaltsame Stationen.

Über die Entstehung des Sees gibt es eine bekannte Sage: Einst sollen hier drei stattliche Bauernhöfe gestanden haben. Als an einem Kirchtag ein Bettler um Almosen bat, wiesen ihn die Bewohner der Bauernhöfe hartherzig und ohne milde Gabe ab. Darauf soll der Bettler gedroht haben, dass hinter den Häusern eine Quelle entspringen werde. Und keine drei Tage später begann dort eine neue Quelle zu sprudeln, und das Wasser überflutete in der Folge die drei Bauernhöfe: Der Antholzer See war entstanden.

Gut beschildert kann man sich auf der Runde um den See fast nicht verlaufen. Wir sind im Uhrzeigersinn den Stationen nach um den See gelaufen und haben immer wieder kurze Pausen gemacht um die schöne Aussicht zu genießen.

Teilweise läuft man auf Holzstegen ganz nahe am Ufer entlang. Ausladenden Buchten, teils mit Tischen und Bänken laden immer wieder zu Verweilen ein. Das kristallklare Wasser und die Bergidylle drum herum lässt einen sowieso schon runterkommen. Zu schön ist der Anblick um einfach so drum herum zu laufen.

Am nordöstlichen Umkehrpunkt wartet ein reges Angebot auf den Wanderer. Eine große Liegewiese lässt eine Atmosphäre, wie im Freibad entstehen und an den diversen Kiosken und Ristorantes kann man sich stärken und den Durst löschen. Wir durchschreiten den prall gefüllten Parkplatz vor der Enzianhütte und überqueren die Straße zum Staller Sattel.
Hier kann man ein Novum beobachten: Die Passstraße auf den Staller Sattel ist nur in eine Richtung befahrbar. Von der vollen Stunde bis viertel nach dürfen die Fahrzeuge herunter fahren. Von viertel nach bis halb ist die Zeit bis der letzte unten ankommen sollte. Von halb bis viertel vor dürfen die KFZ nach oben fahren mit der gleichen Viertelstunde Fahrzeit wie umgekehrt. Zur vollen Stunde dreht die Fahrtrichtung dann wieder.

Auf dem Rückweg, größtenteils durch den schattigen Bergwald, sind ein paar kleine Anstiege zu bewältigen. Insgesamt hält sich die Anstrengung in der Höhe allerdings in Grenzen.
Wieder zurück am Biathlonstadion böte sich auch die Gelegenheit, dieses einmal zu besichtigen. Die Besichtigungen in den Monaten Mai – Oktober sind jeden Dienstag und Freitag von 11:00 bis ca. 13:00 Uhr in deutscher Sprache.

Info: Der See liegt bereits auf 1642 m! Auf der Fahrt dahin nimmt man gar nicht wahr, wieviel Höhenmeter man im Antholzertal dazu gewinnt.

Personen verschwinden lassen

Bei der Umrundung des Pragser Wildsees sind wir zum Abschluss noch an der Kapelle gestanden, welche natürlich hoch frequentiert war. Es gab keine Gelegenheit, die Szenerie ohne störende Wanderer aufzunehmen.

Mal kamen ganze Scharen vom See hoch, mal gingen Menschen in die Kirche rein, mal standen sie draußen und schauten interessiert das Bauwerk an. Es gibt einfach keine Chance die Szene clean einzufangen.

Da hilft uns Photoshop mit einer Automatik, die man nur kennen muss – alles andere geht wie von allein.
Bedingung ist, dass mehrere Aufnahmen über einen längeren Zeitraum mit genau dem gleichen Bildausschnitt gemacht werden. Hierzu würde ich generell empfehlen, die Kamera auf einem Stativ zu befestigen um größt mögliche Deckung der einzelnen Aufnahmen zu gewährleisten. Für dieses Beispiel hier habe ich die Bilder aus der Hand geschossen – das geht also auch.

Wichtig ist, dass ausreichend Zeit zwischen den Aufnahmen verstreicht. Es nutzt nichts, im Serienbildmodus 5 Bilder in der Sekunde aufzunehmen. Die Personen in den einzelnen Fotos legen in den Bruchteilen einer Sekunde zu wenig Wegstrecke zurück, als dass sich hier mit Photoshop etwas anfangen ließe. So alle 30 Sekunden etwa kann man mal ein Bild machen. Man beobachtet die Szene genau und sieht ja dann auch, wann die einzelnen, wichtigen Bildteile frei von Störungen sind.

So 10 bis 20 Bilder dürfen es schon werden – also etwas Zeit einplanen und lieber gemütlich 10 Minuten lang Aufnahmen machen, als zu Hause festzustellen, dass nicht alle Bereiche frei sind.

Die betreffenden Bilder werden alle in Photoshop geöffnet. Man kann dies aus der Bridge heraus erledigen, von Lightroom oder direkt in Photoshop über den Befehl „öffnen“.

Es kann sein, dass das Programm möchte, dass die Bilder aus Photoshop heraus erst einmal gespeichert werden – dann bitte jedes Bild einmal mit der Tastenkombination „CTRL“ oder „STRG“ und „S“ abspeichern.
Anschließend unter dem Menüpunkt „Datei“ bis ganz unten auf „Skripten“ gehen, damit das Menü sich erweitert und hier dann auf „Statistik…“ klicken.

Jetzt öffnet öffnet sich ein eigenes Fenster. Hier wählen wir ganz oben als Stapelmodus „Median“ und klicken in der Mitte rechts auf „Geöffnete Dateien hinzufügen“. Dann sollte sich die Liste links davon, wie im Bild zu sehen, mit den Dateinamen füllen.
Wenn man, so wie ich in diesem Beispiel, aus der Hand fotografiert hat sind kleine Unterschiede unter den Bildern vorhanden. In diesem Fall empfehle ich den Haken ganz links unten bei “ Quellbilder nach Möglichkeit automatisch ausrichten“ zu aktivieren. Beim Fotografieren vom Stativ aus kann das vernachlässigt werden – man spart Rechnerzeit.

Jetzt ist es an der Zeit einen Kaffee zu machen, denn je nach Anzahl und Größe der Dateien kann es jetzt schon ein paar Minuten dauern, bis der Rechner das finale Bild präsentiert. Doch was passiert in dieser Zeit im Hintergrund?
Das Programm analysiert jetzt alle Bildteile aller Bilder nach Inhalten, die fix sind und Objekte, welche sich bewegen. Bei den veränderlichen werden dann auf den anderen Bilder Inhalte gesucht, die diese ersetzen und verdecken können. So gibt es ja bestimmt von jeder Stelle, an der auf einem Bild ein Mensch zu sehen ist ein oder mehr Bilder, auf denen die Stelle klar zu sehen ist. Diese wird dann über die „Störung“ gelegt und die Person wird herausgerechnet.
Personen, die länger an Ort und Stelle verharren bleiben mit dieser Technik auch im Bild – es gibt ja keinen Ersatz. Aber alle Leute, die in zehn Minuten in irgend einer Weise durch das Bild laufen, werden verschwinden.

Das fertige Bild sieht bei mir jetzt auf den ersten Eindruck schief aus, was daran liegt, dass ich kein Stativ verwendet habe und den Haken bei automatisch Ausrichten setzen musste. Mit Zuschneiden und etwas Nachbearbeitung kann man dann ein vorzeigbares Ergebnis vorweisen.

Das war die Software-Variante um unerwünschte Personen aus Bildern verschwinden zu lassen. Das geht natürlich auch beim Fotografieren selbst. Wie das genau funktioniert ist ein Thema für einen eigenen Beitrag, den Ihr bald hier lesen könnt…

Ich hoffe das war ein Tipp der für Euch nützlich war und bald zum Einsatz kommen kann. Wir können beliebte Spots nicht mehr allein ohne Menschen fotografieren, aber bei vielen hilft Geduld und der Einsatz der bereits vorhandenen Technik.
Für all Eure Unternehmungen und Fotopläne wünsche ich Euch allzeit gutes Licht!

Werner Kutter

Am Dürrensee

Der Dürrensee liegt kurz nach dem Toblacher See (Dobiaccosee) an der Straße zwischen Toblach und Cortina d´Ampezzo. Am Parkplatz Drei Zinnen Blick wird auch gleich plakativ vom Tor zu den Dolomiten geschrieben. Und dieses Tor wurde auch so errichtet, dass man durch dem Bogen genau zu den Drei Zinnen sehen kann.

Von hier aus kann man in ca. 3 ½ Stunden zur Drei Zinnen Hütte aufsteigen. Wir gehen aber vorher rechts weg in Richtung See. Der Kiesweg lässt sich gut gehen, wenn man sich mit den Radfahrern einig wird.

Die Steigung ist kaum merklich und schon bald sehen wir das Ufer des Dürrensees vor uns. Die Umrundung soll als kleine Scouting-Runde dienen, denn beim vorbeifahren auf dem Weg zu der Drei Zinnen Umrundung habe ich mir eingebildet, dass die schroffen Felsnadeln bei Sonnenaufgang bestimmt einen spektakulären Anblick ergeben würden.

Bevor ich allerdings morgens um halb sechs im dunkeln durchs Unterholz irre, schaue ich mir gern vorher an, wo es Sinn macht, sich aufzustellen und vor allem, wie man da hin kommt. Sp schlendern wir eine zeit lang an der Uferlinie entlang, um zu sehen von wo aus man die Beste Sicht auf die Berge und vor allem auf eine mögliche Spiegelung der Gipfel im See hat. In aller Frühe ist der Wellengang in der Regel sehr gering, so dass ich doch berechtigte Hoffnung habe auf einem Bild gleich zweimal die Berge drauf zu bekommen.

In den Morgenstunden ist es in der ‚Regel an Gewässern immer ruhiger, als am Abend. Dies ist ein weiterer Grund dafür, Sonnenaufgangsmotive zu suchen. Wenn kein Lüftchen weht bleibt die Wasseroberfläche glatt, wie ein Spiegel und so sollte man dann auch die Berge schön im Wasser gespiegelt sehen.
Die weitere Runde um den See ist schön, man kann sehr leicht gehen da keine nennenswerte Steigungen oder Hindernisse das Vergnügen trüben. Auf der Straßenseite des Sees habe ich dann noch ein paar mal den Verkehr abgewartet, um den Straßenverlauf zu den Bergen hin ohne Fahrzeuge aufs Bild zu bekommen.

Die Ansicht hatte für mich etwas von Patagonien. Von den Torres del Paine gibt es ähnliche Aufnahmen, nur die hier sind in den Dolomiten und zeigen die atemberaubende Cristallogruppe südlich des Sees. Da die Straße den Blick direkt auf die Berge zuführt gibt es dem Bild eine schöne Linienführung und mehr Tiefe.

Am Freitag morgen bin ich dann um halb fünf aufgestanden und mit dem Auto die knappe dreiviertel Stunde von Rasen an den See gefahren. Wenigstens ist in der Früh kein Verkehr, so dass man hier keine Zeit für etwaige Staus mit einberechnen muss.
Der Sonnenaufgang war für sechs Uhr angesagt und ich musste ja noch ein paar Meter vom Parkplatz (diesmal direkt am Seeufer) bis an die ausgesuchte Stelle laufen.
Wenn man dann dem Zauber der blauen Stunde verfällt, dann würde man ja am liebsten sofort am erst besten Platz das Stativ aufstellen und losfotografieren.
Ich empfehle jedoch genau in diesen Fällen ruhig zu bleiben und mit der Kamera zuerst ohne Stativ ein paar Bildausschnitte anzuschauen. Erst wenn man das gewünschte Bild vor sich sieht, dann stellt man sein Stativ auf und richtet sich ein.

Mir stockte schon ein paar mal der Atem, als der Zauber begann. Erst war alles in das satte Nachtblau gehüllt, als plötzlich ein orangerotes Glimmen die Bergspitzen förmlich leuchten ließ. immer mehr zog sich die Nacht zurück und mehr Licht brachte auch mehr Farben ins Spiel.

Zwischenzeitlich kam dann doch eine leichte Brise auf, so dass die Spiegelungen nicht zustande kamen. Als jedoch die Sonne über den Horizont kam und die Berge direkt anleuchtete war auch der See wieder ruhig.

Hier nutzte ich den Polfilter einmal in der anderen Richtung. Normal wird dieser ja eingesetzt, um Spiegelungen zu minimieren. Ich hätte ihn so drehen können, dass das Wasser durchscheintund der Grund des Sees sichtbar wird. Doch das wollte ich ja in diesem Fall nicht. Also drehte ich den Filter solange, bis ich an der Kamera die best mögliche Spiegelung erkannte. Zum Glück ließ der Wind ein paar Minuten nach, so dass ich dann doch noch schöne, klare Bilder der orange leuchtenden Bergspitzen im See machen konnte.

Zum Schluss kamen dann auch noch ein paar Nebelschwaden und Wolkenfetzen hereingeschwebt, die der ganzen Szenerie noch einen schönen Touch gaben.
Alles in allem hatte ich für die Bilder nur eine Stunde Zeit am Morgen. Das blaue Bild mit den orangen Spitzen war um 5:33 Uhr und das letzte um 6:34 Uhr.
Da ist also nicht viel Zeit, um noch nach Orten und Motiven zu suchen – da sollte alles passen und man konzentriert sich nur noch auf das Fotografieren.

Auch hier, wie bei allen Südtirol-Folgen, noch mein Hinweis:
Der Dürrensee befindet sich auf 1400 m! Die Umrundung bringt keine nennenswerten Anstiege mit sich – aber die Höhe selbst kann bei empfindlichen Personen schon Probleme bereiten.

Für solche und ähnliche Projekte wünsche ich Euch natürlich wie immer und von ganzem Herzen allzeit gutes Licht!

Werner Kutter

Umrundung der Drei Zinnen (Teil 2)

Im ersten Teil der Wanderung habt Ihr mich letzte Woche bis auf den Paternsattel begleitet. Diese Woche geht’s weiter zur Drei Zinnen Hütte und zur Auronzo Hütte zurück.

Wieder auf dem Weg zurück aus dem Kriegsstollen am Fuße des Paternkofels ging ich den breiten Wanderweg bergab weiter. Von hier aus hat man auch schon die Drei Zinnen Hütte fest im Blick.

Vor solch einem Panorama werden auch die Anstrengungen in der Höhe erträglich. Zwischendurch immer wieder etwas trinken ist wichtig und ansonsten genieße ich die Aussicht. Wobei ich mich hier fast nicht entscheiden kann, welche Richtung die schönere ist. Wohin man blickt tolle Berge und allem voran, jetzt in meinem Rücken, die mächtigen Drei Zinnen.

An der Drei Zinnen Hütte angekommen habe ich noch gar keinen Blick für das Gebäude und die Aussicht von ihr. Ich gehe an der einladenden Terrasse vorbei, lasse auch die kleine Kapelle links liegen um dahinter den Weg zum Einstieg in den Klettersteig zum Sasso die Sesto ein Stück hochzugehen. Von hier hat nochmal einen herrlichen Blick über die gesamte Szenerie vom Paternkofel auf der linken Seite über die Drei Zinnen Hütte zu den Drei Zinnen selbst und die Kapelle im Vordergrund.

Nach einer kurzen Verschnaufpause auf einer Bank an der Kapelle machte ich mich dann auf den Rückweg. Ich weiß ja nicht, wie die Zeiten auf den Wegweisern zustande kommen, aber einen Dauerlauf wollte ich auf über 2500 m nicht machen. An der Drei Zinnen Hütte steht für den Rückweg zur Auronzohütte 1 h 20 min. Nachdem ich eine Stunde gelaufen bin und nicht mehr viel fotografierte, kam ich zum nächsten Schild, mit der Erkenntnis, dass es immer noch 40 Minuten zu gehen sind. Eine weitere halbe Stunde später, am nächsten Wegweiser noch ganze 20 Minuten. Kaum eine halbe Stunde später war ich wieder am Auto, welches 10 Minuten von der Hütte entfernt parkte. Zwischendrin kam noch ein bisschen Stimmung auf, da sich ein Gewitter zusammenbraute und dunkles Grollen von drohendem Unheil kündetet. Gott sei dank zog nur ein kurzer Regenschauer über uns drüber – von Blitz und Donner bin ich dann doch verschont geblieben.

Die angegebenen 3 ½ Stunden für die Runde sind meiner Meinung nach nicht zu schaffen, selbst wenn man keine Pause macht und auch sonst keinen Blick in die überaus grandiose Landschaft verschwendet.

Alles in allem war es zum Schluss eine Sache des Willens. Ich funktionierte den letzten Kilometer nur noch automatisch. Dass ich einen Fuß vor den anderen setzte habe ich gar nicht mehr richtig mitbekommen – ich wollte nur noch zum Auto und mich setzen. Ich habe es letztlich gut geschafft, so dass ich für mich die Erkenntnis mitnahm, dass man doch zu mehr fähig ist, als man sich selbst zutraut.

Für die gesamte Runde war ich, fotografieren und den einen oder anderen Abstecher inbegriffen, 6 Stunden unterwegs. Das Wichtigste aber ist die Erkenntnis, dass ich es wieder machen würde. Das nächste Mal allerdings würde ich zwei mal über den Paternsattel gehen und die Senke auf der Nordseite der drei Zinnen auslassen.

Solltet Ihr auch solche Touren vorhaben, wünsche ich Euch nur das beste Wetter und für die Bilder allzeit gutes Licht.

Werner Kutter

Umrundung der Drei Zinnen (Teil 1)

Ein Arbeitskollege hat mir diesen Floh ins Ohr gesetzt. Ich erzählte vom Wunsch auch mal schöne Berggipfel zu fotografieren, doch auf Grund meiner lädierten Knie würde das ja wohl nichts mehr werden. Darauf hin erfuhr ich davon, dass man mit dem Auto quasi bis an den Fuß der Drei Zinnen fahren kann. 

Schnell war die Sehnsucht geweckt und der brennende Wunsch entstand, einmal diese imposanten Gipfel zu fotografieren. Das war dann auch der eigentliche Hauptgrund für unseren Aufenthalt in Südtirol. Bald hatte ich alle Informationen zusammen. Die Auffährt kostet 30 Euro und ist nur von 7 – 19 Uhr möglich – die Rückfahrt übrigens auch! Der Rundweg dauert angeblich nur 3 ½ Stunden – dazu später mehr.

Der Wetterbericht war seit unserer Ankunft in Niederrasen mein wichtigstes Thema. Ständig überprüfte ich die prognosen für die kommenden Tage. Als sich herausstellte, dass die Wetterbedingungen für Montag nahezu optimal sein würden und vor allem das Gewitterrisiko sehr gering war, packte ich Rucksack und Auto und machte mich nach einem ausgiebigen Frühstück auf den Weg.

Ich fuhr tiefer ins Pustertal hinein Richtung Sexten. Bei Toblach bog ich ab Richtung Cortina dˋAmpezzo um schließlich ins Herz der Dolomiten vorzustoßen. Kurz hinter dem Dürrensee musste ich ein weiteres mal abbiegen, um kurze Zeit später, nach unzähligen Kurven und Kehren im Stau vor der Mautstelle zu stehen. Erste Gelegenheit die Umgebung genauer zu betrachten und die bergkulissen zu genießen. Vorher auf der Fahrt war das ja kaum möglich, zu sehr muss man bei dem kurvigen Straßenverlauf aufpassen. Trotz der langen Schlange geht’s doch relativ schnell voran. Nachdem ich die Gebühr entrichtet habe kann ich auch schon die letzten Kehren in Angriff nehmen. Am Großparkplatz wurde ich durch die Einweiser zu einer freien Lücke geleitet und konnte nach dem Aussteigen erst mal das gewaltige Panorama der Sextener Dolomiten genießen.


Ich entschloss mich gegen den Uhrzeigersinn, also auf der Südseite der Drei Zinnen erst einmal zum Paternsattel zu laufen. Ein paar hundert andere Wanderer waren meiner Meinung und so reihte ich mich ein in die lange Schlange der Umrunder.

Schnell hatte ich die Auronzo Hütte hinter mir gelassen und mich auch an die Höhenluft zwischen 2300 und 2500 m gewöhnt. Immer wieder blieb ich stehen und genoss den Anblick. Auch ohne zu wissen, wie die ganzen Spitzen und Gipfel alle beim Vornamen hießen wollte ich die Eindrücke in mich aufsaugen.
Nach anderthalb Kilometer war auch schon die erste Sehenswürdigkeit der Runde , eine kleine Kapelle als Stätte der Andacht, erreicht. Viele stoppten hier und so nahm auch ich das zum Anlass, erst einmal einen geeigneten Ort für die ersten Bilder zu suchen. Ich hatte ein tolles Panorama gesehen, welches an der Kapelle gemacht wurde – allerdings mit deutlich weniger Menschen als an diesem Montag.

Bald ging ich weiter, ständig mit dem Blick Richtung Süden abschweifend, bis zur Lavaredo Hütte. Da sich bei dem tollen Wetter beinahe jeden Meter neue, atemberaubende Aussichten auftaten hatte ich auf diesen ersten etwas mehr als
2, 5 km gar keinen Gedanken an die Drei Zinnen verschwendet. Von der Südseite aus sehen diese sowieso ganz unbekannt aus, da die markanten Bilder alle von der Nordseite sind.

Nach kurzer Rast und ein paar Panoramaaufnahmen – die ich übrigens vorzugsweise im Hochformat aufnehme um beim Zusammenfügen bessere Ergebnisse zu erzielen – ging es weiter. Es folgte der erste, anstrengende Aufstieg von der Hütte auf den Paternsattel. Und da mir der noch nicht reichte stieg ich gleich noch weiter hoch zum Einstieg in den Klettersteig welcher auf den Paternkofel führt.

Im Bild ganz unten sieht man den Sattel – er ist sogar als Hubchrauberlandeplattform ausgelegt. Ich wollte jedoch nicht auf den Gipfel des Paternkofels sondern in ein Bauwerk mit geschichtlichem Hintergrund. Am Einstieg muss man zuerst durch einen langen, von Hand in den Fels getriebenen Stollen der schon im ersten Weltkrieg beim Stellungskampf in den Alpen errichtet wurde. Immer wieder wurden „Fenster“ in die Felswand geschlagen, um die Umgebung und die Gegner zu beobachten. Mir sollte so ein Fenster als Rahmen für ein Bild der Drei Zinnen dienen.

Da die gesamte Runde noch eine ganze Weile zum Weitererzählen dauert, schiebe ich das auf nächste Woche. Seid gespannt, welche Ansichten ich noch alles entdeckt habe. Bis dahin wünsche ich Euch natürlich, wie immer, allzeit gutes Licht.

Werner Kutter

Gsieser Tal

Der Besuch in diesem Tal war eigentlich ein Unfall. Er war nur der Tatsache geschuldet, dass wir bei der Zufahrt zum Pragser Wildsee zu spät dran waren und nicht mehr durchgelassen wurden. Was heißt zu spät? Wir sind genau um 10.00 Uhr vom Kreisverkehr im Pustertal in die Straße eingebogen. Bis zum entscheidenden Kreisel, an dem der Verkehr sich in Richtung See und Plätzwies aufteilt, waren es höchstens 2 Minuten – zuviel. So musste ein Plan B her, der sich jedoch schnell als Glücksfall entpuppte. Wir hatten das Gsiesertal schon auf dem Schirm, jedoch keine fixe Idee, wann wir dort hin fahren wollten.

Vorbei an schönen Orten, markant aufragenden Kirchen und Bergbauernhöfen schlängelt sich die Straße eingerahmt von waldigen Hängen kilometerweit bis St. Magdalena, ganz am Ende des Tals. Am Ende des Ortes wiederum erwartet uns am letzten Kreisverkehr die Talschlusshütte. Von der Beschreibung her sollte hier die Wanderung starten. Wer sich gut vorbereitet hatte, der weiß, das man hier noch ein paar hundert Meter Laufstrecke sparen kann und noch zu einem weiter hinten im Tal liegenden Parkplatz fahren kann.

Jetzt heißt es endgültig Auto abstellen und die Wanderschuhe schnüren. Denn nun folgen wir zu Fuß den Schildern zur Kradorfer Hütte.

Moderat steigend folgen wir dem gut begehbaren Forstweg. Überall scheint Wasser aus den Hängen zu kommen und es sammelt sich schließlich in einem herrlich erfrischenden Bergbach. Dieser leitet uns mehr oder weniger stetig bis zur Hütte hoch.

An einigen Stellen können wir erst den Hund nicht davon abhalten, sich im Bach zu baden – schließlich bin ich es selbst, der nur noch langsam vorankommt, da ich immer wieder Bilder machen „muss“. Und Langzeitbelichtungen am Wasser brauchen schon mal Zeit. Wenn ich die Belichtungszeit mittels Polfilter und Graufilter in den Bereich mehrerer Sekunden verlängere, geht ohne Stativ nichts mehr. Bis dann die Komposition passt und alles eingerichtet ist, gehen schon ein paar Minuten ins Land. 

Schließlich kamen wir doch noch gut oben an und gönnten uns eine wirklich empfehlenswerte Brotzeit auf der Kradorfer Hütte.

Das Spiegelei waren eigentlich drei, die Bratkartoffel sensationell und der Südtiroler Schinken sagenhaft. Das alles zusammen in einer Pfanne – unschlagbar!

Der Rückweg bergab war dann der reinste Verdauungsspaziergang. Wir wählten die Route neben der Straße, auf dem gut begehbaren Wanderweg vorbei an wiederkäuenden Kühen, Schmetterlingen und Silberdisteln. Hin und wieder kamen wir auch wieder dem Bergbach sehr nahe, was vor allem unseren Hund sehr freute. Jede Erfrischung ist bei der warmen Witterung willkommen. 


Für alle, die mit der Höhe Probleme bekommen könnten, zur Info:
St. Magdalena liegt auf 1400 m Höhe .

Für Bergwanderungen wünsche ich Euch alle, dass das Wetter passt und für die Fotos natürlich allzeit gutes Licht.

Werner Kutter

Pragser Wildsee

Ich habe den Pragser Wildsee während meines Aufenthalts im Pustertal zweimal besucht. Einmal zum Fotografieren des Sonnenaufgangs und einmal am Vormittag zur Umrundung. Und ich möchte gleich vorausschicken: Ich muss mit der Begeisterung brechen, die andere für diesen Ort haben.

Dank des Internets und einer Fernsehserie mit dem Schauspieler Terence Hill erlebt dieser See einen immensen Zulauf. Die Idylle bekommt hier ganz schnell ihre Risse.

Ein ruhiges Plätzchen zu finden um den Anblick zu genießen ist schlichtweg unmöglich. 
Morgens um sechs tummeln sich bereits Scharen an Fotografen und Schaulustigen am Bootshaus. In den Hängen an den Sitzbänken, von denen aus man den schönsten Überblick hat, wimmelt es von Stativen.
Ich habe mich ans Ende der Schlange gesellt, um „mein“ Sonnenaufgangsfoto zu erhalten und musste da auch noch aufpassen, dass nicht noch der ein oder andere am Wasser steht und die Spiegelung bewundert.
Da der Himmel im Verhältnis zum restlichen Bild doch recht hell war, setzte ich für dieses Bild einen Verlaufsfilter ein. Dieser Filter bietet die Möglichkeit den oberen Bildteil abzudunkeln und damit die im Schatten liegenden Bildteile etwas aus der Dunkelheit hervorzuholen.
So habe nun auch ich ein Bild, dass tausende andere Fotobegeisterte auch auch haben und habe mir geschworen, nicht mehr hinter den schon millionenfach geschossenen Fotos her zu fahren. Lieber die ausgetretenen Wege verlassen und etwas eigenes kreieren.

Was in aller Früh um halb Sechs noch kein Problem darstellt wird im Lauf des Tages aber noch verstärkt. Bei der Zufahrt zum See gilt es in den Sommermonaten strenge Zeiten zu beachten, denn zwischen 10 und 15 Uhr wird die Zufahrt zum See durch die Polizei abgeriegelt. Zu Beginn der Sperrung wird man noch auf den Parkplatz an der Säge geleitet und kann mit dem Bus bis zum See fahren, wenn dieser Parkplatz jedoch ebenfalls voll ist wird man gnadenlos wieder zurück geschickt.

Wir beginnen die Runde, so wie alle anderen auch, am Hotel und gehen nach links zum Bootshaus. Im Film diente dieses als Wohnhaus vom Ranger Pietro (Terence Hill). Hier reiht man sich selbst morgens um 6 zum Sonnenaufgang in eine große Schar von Fotografen ein, die alle ihr Bild vom Stelzenhaus im See machen wollen. Vor allem die Plätze weiter oben, bei den wenigen Bänken im Hang, sind sehr begehrt hat man hier doch die Spiegelung des Berges voll im See. Das Alpenglühen zu Sonnenaufgang ist schon spitze, das muss ich schon zugeben. Wenngleich sich in den Dolomiten noch weitere tolle Massive für solche Bilder befinden, die bei weitem nicht so überlaufen sind.

Am Ufer oder auf dem Weg daneben gehen wir bis zur Brücke um die Seite zu wechseln. Die Spiegelung des Bergmassivs ist schon sehenswert, doch leider bleibt der See dank der Ruderboote nur selten ruhig.

Nach kurzem Marsch durch den Wald kommt auch schon der, einzige, Anstieg auf der Runde. Immer wieder mussten wir halten, um den Anblick zu genießen und Fotos zu machen. Nach dem Abstieg über teils rutschig glatte Steine landen wir im Geröllfeld und lassen erstmal den Hund ausgiebig baden. Das Wasser ist wirklich so kalt, wie es grün ist. Wie unser Hund das immer aushält ist uns ein Rätsel.

Etwa 200 m weiter kommen wir an einem riesigen Feld mit „Steinmännchen“ vorbei. Hier hält die gesamte Wanderer Schar andächtig an und erfreut sich an den kunstvollen „Bauwerken“.

Dann sind wir auch schon am Badestrand auf der Hinterseite des Sees angekommen. Hier tummeln sich Jung und Alt im und am See und es gibt auch öffentliche Toiletten. Tatsächlich trauen sich auch einige Menschen ins kühle Nass.

Über den breiten Forstweg kommen wir schnell wieder nach vorne und schauen uns noch die Kapelle und die weiteren Gebäude, die im Film u. a. als Polizeistation dienten, an. 

Froh, dem Strom der Spaziergänger wieder entkommen zu sein, gönnen wir uns noch ein Eis und schauen dem emsigen Treiben noch ein Weilchen zu, bevor wir uns wieder auf den Rückweg machen.

Auf dem Rückweg machten wir noch Halt an einer Kirche, die mich sehr an die Kirche in Ramsau erinnerte. Schnell noch ein Panorama machen – Frau und Hund warten im schattigen Auto – und zurück geht die Fahrt, um die nächsten Ausflüge zu planen.

Nützliche Infos:
Der Pragser Wildsee befindet sich auf 1496 m Höhe. Das ist nicht zu unterschätzen, wenn man die Höhenlage nicht gewohnt ist.

Ich wünsche Euch für Wanderungen trockenes Wetter und für Eure Bilder immer ein paar Wolken am Himmel, aber vor allem allzeit gutes Licht!


Werner Kutter

Südtirol

Ich möchte in den nächsten Wochen von unserer Reise nach Südtirol berichten. Von den Wanderungen und den Bildern, die ich dabei geschossen habe.
Damit ich mich nicht ständig wiederhole möchte ich ein paar allgemein gültige Erkenntnisse der 10 Tage gleich vorweg schicken.

O. K. Ich weiß ich kann nicht über ganz Südtirol „urteilen“ – wir waren ja nur rund ums Pustertal. Doch vieles gilt sicherlich auch an anderen Orten.

Ich werde zuerst über unsere erlebnisreiche Wanderungen berichten und zum Schluss noch einen Artikel schreiben, in dem ich über unsere Unterkunft und die besuchten Restaurants erzähle. Das soll die Reportage insgesamt noch abrunden.

Aber jetzt erst mal der Reihe nach und hier kommen die allgemeinen Hinweise:

1.Die Höhe

Da viele Menschen es nicht gewohnt sind sich in der Höhe zu bewegen gilt mein besonderer Hinweis dieser Tatsache. Weite Teile Südtirols liegen über 1000 m. Fährt man dann noch ein wenig rum und hoch und wandert noch ein paar Steigungen ist man schnell nahe der 2000 m, ohne es gross zu bemerken. Deshalb Augen auf bei der Routenplanung und die Höhe mit beachten. Ich werde versuchen, nach bestem Wissen, bei jeder Wanderung die Höhenlage und die zurückzulegenden Höhenmeter anzugeben.

Alle Angaben beziehen sich auf unseren Aufenthalt im August 2019. Eventuelle spätere Änderungen kann ich leider nicht mit einfliessen lassen.

2. Die Verkehrsregeln 

Auf den teils sehr kurvigen Landstraßen bemerkt man schnell den Unterschied zwischen Einheimischen und Urlaubern; Die Touris halten sich an die Verkehrsregeln. Die Einheimischen überholen generell immer, wenn man sich ans Tempolimit hält – und zwar trotz Überholverbot! Beispielsweise war ich dabei einen der häufig zu findenden Radfahrer zu überholen, als ich gleichzeitig noch von einem Motorrad überholt wurde – es war ja noch ein dreiviertel Meter Platz auf der Straße. Also die Nerven schonen und alles etwas lockerer sehen – die deutsche Korrektheit ist im Urlaub fehl am Platze.

Dazu kommt noch, dass auf der einzigen Hauptstraße im Pustertal mehrmals am Tag der Verkehrsinfarkt droht. Morgens, Mittags und Abends gibt es an den neuralgischen Knoten, Einmündungen und Kreisverkehren zwischen Bruneck und Sexten immer wieder aus heiterem Himmel Staus. Geduld ist hier das einzige, was hilft.

3. Italienisch – Deutsch – Englisch 

Die Italiener sprechen Italienisch. Die Südtiroler deutsch und italienisch. Nur Englisch will fast keiner sprechen. Kommt man mit deutsch nicht weiter, hilft ganz bestimmt auch kein Versuch auf Englisch. Da sind sie stur. Die gängigen Begriffe sollte man schon wissen, denn wenn der Gegenüber merkt, dass man es wenigstens versucht, fallen ihm auch ein paar deutsche Vokabeln ein.

In den folgenden Wochen möchte ich Euch mitnehmen an den Pragser Wildsee, den Dürrensee, an den Fuß der Drei Zinnen und in weitere sehenswerte Täler. Das Pustertal mit seinen Seitenarmen ist ein Eldorado für Wanderer und lohnenswert für Fotografen.

Nächste Woche gehts los mit Teil 1 – bis dahin eine gute Zeit und allzeit gutes Licht.

Werner Kutter