Professionelles Fotobuch von Saal Digital

Ich hatte das große Glück und bekam einen Gutschein zum Test eines Fotobuchs aus der Professional Line. Als Fotograf bin ich sehr dankbar, dass ich ab sofort mein Portfolio im entsprechenden Profirahmen präsentieren darf.

Mit der intuitiv zu bedienenden Software ist das Buch einfach erstellt und schnell und professionell gestaltet. Jetzt nur noch im Warenkorb bezahlen und schon am dritten Tag nach der Bestellung liegt das Werk im Briefkasten. Hohe Qualität und schneller Versand trotz der aufwendigen Produktion sind mir lieb gewordene Eigenschaften, die Saal Digital von der Masse abheben.

Ich habe die Version mit mattem Fotopapier und dem High-End-Druck gewählt. Vollständig begeistert bin ich von der Qualität meiner Bilder. Teilweise kann man eine Art 3D-Effekt auf den Bildern vermuten, so detailliert und farbecht sind die Fotos.

Ebenfalls gefällt mir die sog. Layflat-Bindung, welche seitenübergreifendem Druck ohne störenden Falz erlaubt. Gerade für mich als Natur- und Landschaftsfotograf ein unschätzbarer Vorteil beim Druck von Panoramen. Die gesamte Breite des Buches kann formatfüllend ausgenutzt werden.

Feine Details, wie beispielsweise der Sonnenstern auf dem Bild oben, werden absolut scharf wiedergegeben.
Gerade für die wichtigen Momente des Lebens ist diese Art der Präsentation richtig. Ob Hochzeit, Taufe oder sonstige Feste, welche in geeignetem Rahmen in Erinnerung bleiben sollen – die Professional Line ist das Beste, was mit den Bildern passieren kann.

Mir gefällt besonders, dass in der matten Version die Bilder so herrlich unaufdringlich wirken und doch ihre gesamte Brillanz zur Geltung kommt. Der hochwertige und edle Einband liegt gut in der Hand, so dass man das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen will. Das Blättern in den lieb gewordenen Erinnerungen wird so immer wieder zum Erlebnis.

Die Farben sind toll und lebendig. Die Bilder sehen alle genau so aus, wie ich sie in Lightroom vorbereitet habe. Keine Farbabweichung, kein Rauschen – nichts stört bei der Betrachtung.

Alles in allem ist das Fotobuch aus der Professional Line genau das, was der Name schon sagt: Professionell!
Ich kann es, trotz des etwas höherem Preis, uneingeschränkt empfehlen. Qualität kostet und mit der Ausführung wird jeder mehr als zufrieden sein. Schön ist auch, dass kein Barcode oder Hersteller-Logo auf dem Umschlag ablenkt.

Um Bilder für die Professional Line anfertigen zu können wünsche ich Euch allzeit gutes Licht.

Werner Kutter

Langzeitbelichtung – wie lange ist lang genug?

Bei der Langzeitbelichtung scheiden sich oft die Geister und keiner kann genau sagen, wie lange die Langzeitbelichtung eigentlich sein soll und ab wann ist eine Belichtung eine Langzeitbelichtung?
Abgesehen von den persönlichen Vorlieben gibt es tatsächlich kein Richtig und kein Falsch. Jeder muss für sich selbst und für seinen Geschmack den passenden Stil finden.
Tatsache ist, dass Wasserfälle und Kaskaden in den Schluchten oder einer Klamm je nach Bildaussage mit allen möglichen Geschwindigkeiten fotografiert werden können. Bei schnellen Verschlusszeiten wirken die Wassertropfen wie eingefroren und können z. B. bei einem eingezoomten Detailbild auch sehr toll aussehen.

Ich habe eine Serie mit Bilder unterschiedlicher Belichtungszeiten erstellt und kann anhand derer die Effekte, welche durch die Verlängerung der Verschlusszeit entstehen, anschaulich machen.

Das erste Bild wurde ohne Filter aufgenommen. Da es zum Zeitpunkt der Aufnahme schattig war konnte ich mit ISO 100 und Blende 11 bereits eine Verschlusszeit von 1/10 Sekunde erzielen. Schon mit dieser Belichtungszeit vom Bruchteil einer Sekunde und einer relativ schnellen Fließgeschwindigkeit kann man bei dem Ergebnis von einer Langzeitbelichtung sprechen. Das Wasser hat schon weiße Schlieren und sieht seidig weich aus. Etwas Struktur ist noch vorhanden, was der Spannung im Bild gut tut. Je nach Wassermenge und Fließgeschwindigkeit können bereits bei solchen Belichtungen die Effekte einer Langzeitbelichtung sichtbar werden.

Anschließend habe ich den Pol-Filter aufgesetzt und die Belichtungszeit verlängerte sich hiermit bereits auf 1/4 Sekunden. Ich habe aktuell eine Anfrage erhalten, ob denn die Verwendung eines Polfilters überhaupt Einfluss auf die Verschlusszeit nimmt. Durch dieses Beispiel wäre belegt, dass der Polfilter eine Verlängerung der Belichtung von ein bis zwei Blenden bewirkt (Verdoppelung bis Vervierfachung der Zeit).
In vielen Fällen kann dies bereits ausreichen, um den gewünschten Effekt zu erhalten. Ein Polfilter kommt bei mir im Zusammenhang mit Wasser so gut wie immer zum Einsatz. Er nimmt der Wasseroberfläche den Glanz und mindert Reflektionen. So wird die Wasseroberfläche an vielen Stellen wieder durchsichtig und die Steine auf dem Grund werden sichtbar, was dem Bild zu wesentlich mehr Detailreichtum und Tiefe verhilft.

Dann steckte ich zusätzlich noch einen ND 2 Filter vor den Polfilter. Jetzt kam ich schon auf eine Belichtungszeit von 1 Sekunde. Die Flächen mit dem weißen Schaum werden größer und länger, so dass vom Grund des Baches nicht mehr viel zu erkennen ist. Hier ist für meinen Geschmack für diese Art Bilder die Grenze erreicht. Stärkere Filter braucht es da meiner Meinung nach nicht mehr.

Das nächste Bild wurde mit einem ND 8 Filter aufgenommen und wurde 2 Sekunden belichtet. Das Wasser ist jetzt komplett glatt gezogen und hat jegliche Struktur in den Wellen verloren. Wenn wenig Wasser im Bach oder das Gefälle so gering ist , dass das Wasser nur sehr langsam fließt, kann es durchaus erforderlich werden mit Belichtungen um die zwei Sekunden zu experimentieren. Lieber sicherheitshalber eine Aufnahme mehr machen, als zu Hause festzustellen, dass der Zeitraum noch nicht lang genug gewählt wurde.

Das letzte Bild wurde mit einem ND 64 Filter aufgenommen und hat dann bereits 15 Sekunden Belichtungszeit gebraucht. Das Wasser sieht gegenüber der 2 Sekunden Belichtung nicht anders aus, so dass sich aus der Verlängerung der Verschlusszeit meiner Meinung nach kein Vorteil mehr ergibt. Es ist also mehr oder weniger Zeitverschwendung auf zu lange Belichtungen zu warten.

Selbstverständlich gibt es für diese Art der Fotografie auch Möglichkeiten der Verwendung. Verschlusszeiten von 30 Sekunden und darüber bringen beispielsweise an einem See oder am Meer traumhaft minimalistische Bilder hervor. Ein Stein oder eine Reihe von Buhnen am Strand werden bei diesen langen Zeiten malerisch vom absolut glatt gezogenen Wasser umspült, so dass sich hier ein meditativer Ansatz erreichen lässt.

Die hier beschriebenen Zeiten wurden von mir bei völlig bewölktem Himmel in bewaldeter Umgebung erzielt. Bei Sonnenschein kann der Einsatz von stärkeren Filtern zur Erreichung der Belichtungsverlängerung erforderlich werden. Dies gilt es immer im Einzelfall herauszufinden. Jeder Ort und jede Tageszeit mit der veränderten Belichtungssituation erfordert auch ein Anpassen der Filter bzw. der Blende und Belichtungszeit.
Wichtig ist, dass man mit Stativ und der geringsten ISO-Zahl an die Aufgabe heran geht. Bei weitwinkligen Aufnahmen (z. B. 24 mm) wird mit Blende 11 in der Regel so ziemlich alles im Bild scharf abgebildet.
Von hier ab wird der Normalwert der Belichtung abgelesen und dann mit den passenden Filtern die gewünschte Verschlusszeit herbeigeführt.
Am besten nimmt man sich mal einen Nachmittag Zeit und nimmt seine Ausrüstung mit an einen geeigneten Bachlauf und versucht sich mit den unterschiedlichsten Belichtungszeiten – bis einem das Ergebnis gefällt…

Ich wünsche Euch jetzt ganz viel Spaß beim Experimentieren und vor allem allzeit gutes Licht für die erhofften Bilder

Werner Kutter

Durch das Hochmoor bei Torfhaus

Der Ort Torfhaus war ist die höchst gelegene Siedlung Niedersachsens. Jahrzehntelang war hier der beliebteste und beste Aussichtspunkt für die Westdeutschen um den höchsten Gipfel des deutschen Mittelgebirges, den Brocken, zu sehen. Riesige Richtfunkantennen sowie Sendemaste für Rundfunk- und Fernsehsignale sicherten in den Zeiten des kalten Krieges den Nachrichtenfluss und die Telefonverbindung zwischen West-Berlin und der Bundesrepublik Deutschland. Zum Abhören des grenzüberschreitenden Telefonverkehrs hat die russische Besatzung auf dem Brocken schließlich Spionageanlagen errichtet und diese mit einer meterhohen Betonmauer gegen unerwünschte Blicke verwehrt.

Heute führt ein herrlicher Naturkundepfad durch dieses Hochmoor. Immer wieder kommt der Brocken in seiner ganzen Pracht in unser Blickfeld. Herrliche Wollgrasbüschel, Moose und andere Moorpflanzen säumen den Weg. Stellenweise wurde ein Holzbohlensteg direkt über das Moor gebaut, so dass die Erlebnisse besonders intensiv werden können.
Allerdings wird der Blick oft auf die abgestorbenen und teils wild verstreut liegenden Bäume gelenkt. Im Nationalpark Harz wird nach dem Prinzip vorgegangen, dass der Mensch nicht mehr in den Lauf der Natur eingreift und so darf man schon mal erschrecken, wenn es hier mitunter wild aussieht.

Die immer trockener werdenden Sommer machen auch vor dem Nationalpark nicht halt. So kommt es, dass in der eigentlich regenreichen Region jetzt auch der Borkenkäfer und Pilzbefall dem Baumbestand arg zusetzt. Und hier auf der Runde kann man sich davon aus nächster Nähe ein Bild davon machen.

Wer auch immer wieder vorkommt ist der Luchs. Immer wieder werden der wieder heimischen Wildkatze Denkmäler errichtet. Auf dem Weg von Torfhaus nach Bad Harzburg wurde ein Luchsgehege samt Beobachtungsplattform an der sog. Rabenklippe errichtet, auf der man auch der Fütterung der „Raubtiere“ beiwohnen kann. Rund 200 Jahre nach ihrer Ausrottung hat 1999 das Land Niedersachsen die Wiederansiedlung der Katze beschlossen. Der wunderschöne Luchs sollte in seine alte Heimat, den Harz zurückkehren und das scheint heute gelungen zu sein.

Der Rundweg durchs Hochmoor kann, dank der guten Anbindung an das vorhandene Wanderwegenetz beliebig ausgedehnt oder auch verkürzt werden. Sonniges Wetter mit schöner Fernsicht auf den Brocken macht die Anstrengungen natürlich angenehmer. Man kann auch von hier aus über den sog. Goetheweg die Brockenbesteigung zu Fuß anstreben und anschließend beispielsweise mit der Brockenbahn Richtung Wernigerode den Rückweg antreten. Der Fantasie und Wanderlust sind im Harz nahezu keine Grenzen gesetzt.

Was an der Aussicht von Torfhaus zum Brocken natürlich auch sehr gelegen kommt, ist das Licht am Morgen zum Sonnenaufgang. Wer sich früh genug aus dem Bett quälen kann und hier hochfährt, der wird hinter dem Torfhaus Nationalpark-Besucherzentrum am Beginn des Fusswegs mit einer tollen landschaftlichen Komposition belohnt, welche in keinem Portfolio fehlen sollte.

Die führende Linie des Weges lenkt den Betrachter ins Bild hinein – direkt auf den markanten Gipfel des Brockens hin, so dass das Bild eine enorme Tiefe erhält. Hier sind alle Elemente einer starken Komposition vorhanden – ein Vordergrund mit dem Weg und den flankierenden Felsen und dem Geländer, eine Bildmitte mit den einzelnen Stufen der bewaldeten Hügel und ein starker Hintergrund mit dem bekannten Gipfelabbild und der imposanten Färbung des morgendlichen Himmels.
Selbst den größten Morgenmuffel sollte bei diesem Anblick in freier Natur eine kleine Gänsehaut heimsuchen.

Für Wanderungen wie diese wünsche ich Euch, wie immer, nur das beste Wetter und für Eure Bilder, die dabei entstehen, allzeit gutes Licht!

Werner Kutter

Das Bodetal bei Thale

Thale ist rund um die Walpurgisnacht Mekka der Hexen und Magier. Hier liegt der berühmt berüchtigte Hexentanzplatz von dem aus der Sage nach die alten Weiber auf ihren fliegenden Besen in Richtung Brocken starten um dem Teufel zu huldigen. Rund um den Bahnhof in Thale kommt alles zusammen. Hier sind die Parkplätze angelegt und auch der Eingang zur Thale Erlebniswelt mit Hochseilgarten, Seilbahnen und Infopavilliions.

Und hier tritt die Bode aus dem Harz heraus und ergießt sich über Quedlinburg bis in die Magdeburger Börde. Das Bodetal ist wildromantisch und beherbergt noch eine weitere Sage. Gegenüber dem Hexentanzplatz besteht der Aussichtspunkt um den eine märchenhafte Geschichte erzählt wird.
Demnach verfolgte einst Ritter Bodo von Böhmen die Königstocher Brunhilde, die auf ihrem Schimmel vor der ungewollten Vermählung floh. Just an der Stelle setzte die Prinzessin zum Sprung über die Schlucht an und überwand den Abgrund unter Verlust ihres Krönchens. Der Verfolger stürzte in die Tiefe und wurde in einen schwarzen Hund verwandelt, der seitdem die Krone bewacht. Zudem gab der Ritter dem Fluss seinen heutigen Namen. Im Fels ist bis heute der Abdruck des Pferdehufs zu bestaunen – so stark war das Tier bei seinem Absprung gegen den Granit getreten. Unten im Tal kann man heute in der Gaststätte Königsruhe eine kleine Brotzeit genießen und sich dem Flair dieses reizvollen Abschnitts hingeben.

Der einfache Wanderweg folgt der Bode mehr oder weniger stetig. Im Bereich der Teufelsbrücke müssen einige Steigungen überwunden werden, so dass der Weg etwas oberhalb des Bachlaufes entlangführt. Wer möchte und gut zu Fuß ist kann die Strecke bis Treseburg laufen und von dort mit dem Bus wieder nach Thale zurückfahren.

Ich habe die zahlreichen Gelegenheiten dazu genutzt, um wieder einmal Langzeitbelichtungen zu machen. Hierfür ist natürlich ein Stativ unbedingt erforderlich, da es unmöglich ist die Kamera so lange still zu halten. Alternativ kann die Kamera auch auf einer Brüstung oder Felsblock oder Ähnlichem abgelegt werden – dann sind allerdings die Möglichkeiten stark limitiert.

Ich verwende hauptsächlich Rechteckfilter mit 100 mm Breite. Um die Spiegelung des Wassers etwas abzumildern verwende ich in fast allen Fällen einen Polfilter. Mit diesem lese ich dann die erforderliche Belichtungszeit an der Kamera ab und setzte dann zusätzlich, nach Bedarf, noch Neutraldichtefilter (ND-Filter) davor.

So komme ich schnell auf Belichtungszeiten zwischen einer und vier Sekunden, was für den von mir gewünschten Effekt sehr gut ausreicht.

Ich wünsche Euch für die Wanderung gutes Wetter und für die Bilder allzeit gutes Licht!

Werner Kutter

Der Jahresrückblick 2019

O. k. ich habe keine 100.000 Follower, ich nenne mich nicht Influencer und habe auch noch keine Bücher geschrieben – doch trotzdem bin ich auf ein paar Sachen stolz, die ich in 2019 erreicht habe. Und die möchte ich Euch gerne mitteilen und so das Jahr nochmal ein klein wenig Revue passieren lassen.
Es ist viel passiert, schauen wir’s uns an:

Nach dem Osterurlaub im Harz haben wir auf der Heimfahrt noch einen Schlenker über Heidelberg gemacht. Dort haben wir Freunde besucht und auch am Sonntag einen Tag in Frankfurt verbracht. Beim Spaziergang durch die Stadt habe ich auch immer wieder einen Blick zum Himmel geworfen, da immer wieder dicke, fette Wolken auftauchten und ich doch noch den Sonnenuntergang mit der Skyline von Mainhattan fotografieren wollte. Wolken am Himmel sind immer schön, doch wenn die Bewölkung zu dicht wird kann es auch schnell wieder ins Gegenteil umschlagen.
Also warteten wir geduldig ab, bis es Zeit wurde sich auf der Flößerbrücke in Stellung zu bringen. Am Nachmittag hatte ich mir beim Rundgang bereits einen Standort ausgesucht und zum Glück war der noch frei. Mehrere Fotografen hatten schon die Stative ausgepackt und warteten, so wie ich, auf den richtigen Moment.
Laut PhotoPills, eine App zur Bestimmung des Sonnenstandes abhängig von Standort und Uhrzeit, sollte der Sonnenuntergang genau zwischen den Hochhäusern im Finanzdistrikt stattfinden. Und die Wolken meinten es auch gut mit uns: Hinter der Skyline war klarer Himmel, so dass die Sonne schön zwischen den Häuserschluchten durchscheinen konnte. Im Vordergrund war eine tiefe, dicke Wolkenschicht welche dramatisch und bedrohlich vor der Szene zu liegen kam und von der tief stehenden Sonne von unten erleuchtet wurde. Ein Anblick der mich an Independance Day erinnerte.
So hatte ich mein persönlich bestes Bild bereits vor Mai im Kasten und dies sollte auch das Bild mit der größten Resonanz in den sozialen Medien für mich werden.

Nach der Rückkehr und dem genannten Erfolg des Bildes reifte in mir der Plan, für die Zukunft etwas aufbauen zu wollen was mir unglaublich viel Spaß macht und etwas „Taschengeld“ einbringen könnte – ich gründete meine Firma „Werner’s Fototräume“.
Da mir bereits Flächen in Aussicht gestellt wurden, um Bilder auszustellen, wollte ich alles richtigmachen und holte mir den Gewerbeschein auf der Gemeinde. Schnell waren die Formalitäten erledigt und so konnte ich an die Bestellung der Leinwände gehen, die ich ausstellen wollte.
Ein bunter Querschnitt meines bisherigen Schaffens hängt seit Juni jetzt in der Ergotherapiepraxis von Uwe Wahl in Memmingen. Nach vorheriger Terminvereinbarung können die Exponate besichtigt werden (Tel.: 08331/9246985). P. S.: Die Bilder kann man natürlich auch kaufen und zu Hause in aller Ruhe betrachten!

Im Frühsommer stand die Renovierung unserer Küche an. Damit die Tapete an der Arbeitsfläche und hinter dem Ceranfeld geschützt wird, wollten wir dort zuerst eine Rückwand vom Möbelhaus anbringen lassen. Nach langem hin und her befanden wir, dass es doch standesgemäßer wäre, wenn es bei einem Fotografen in der Küche auch ein Bild als Küchenrückwand zu bestaunen gibt. Also habe ich meine Panoramaaufnahmen durchsucht, welche Bilder sich für diese Verwendung eignen könnten. Nach kurzem Suchen bin dann tatsächlich auch fündig geworden, da ich im Frühjahr am Hopfensee bei Füssen war, da ich an dem Abend einen schönen Sonnenuntergang vermutete.
Leider blieb das Farbspektakel aus, aber wenn man schon mal da ist, dann macht man natürlich Bilder. Und für diesen Zweck, hinter Glas in einer Küche zu enden, waren die Bilder mit dezenteren Farben sowieso viel besser geeignet.

Der Sommerurlaub musste aus privaten Gründen umgeworfen werden, so dass ich nicht in das sehr fotogene Elbsandsteingebirge fahren durfte. Als Entschädigung wählten wir jedoch die Dolomiten, was mich zu meinem körperlichen Höhepunkt bringt: Die Umrundung der Drei Zinnen.
Untrainiert und fern der Heimat bin ich dort in über 2500 m Höhe den über 9 km langen Rundwanderweg mit Kamera, zwei Wechselobjektiven (Ultraweitwinkel und Telezoom), Proviant und Wasser im Rucksack und meinem Stativ in der Hand gegangen. Atemberaubende Aussichten machten die, für mich gewaltigen, Anstrengungen vergessen. Ich hätte es selbst nicht geglaubt, dass ich es mit einem schmerzenden Knie und der Teilprothese im anderen schaffen würde und so konnte ich alle Bedenken überwinden und das für mich bis dahin größte Abenteuer erleben.

Im selben Zeitraum erhielt ich von meinem besten Arbeitskollegen die Anfrage, besser gesagt den Auftrag, seine Hochzeit zu fotografieren. Für einen Natur- und Landschaftsfotografen gleichwohl eine Ehre wie auch eine sehr große Herausforderung, da mir meine Motive sonst nicht weglaufen können. Und meinem „Lieblingskollegen“ konnte ich sowieso noch nie etwas ausschlagen. Da es sich „nur“ um eine standesamtliche Trauung mit Feier im engsten Familienkreis handelte dachte ich mir: Das schaffst Du schon.
Also setzte ich alles daran, so viele Infos wie möglich zu erhalten und siehe da: dem Paar haben meine Bilder sehr gut gefallen.
Ich bin dankbar dafür, dass ich die Erfahrung machen durfte und nun weiß, dass ich 1. Menschen fotografieren kann und 2. kein Hochzeitsfotograf werde.

Von dem Erfolg beflügelt nahm ich dann auch gleich die nächste Herausforderung an, von einer benachbarten Abteilung ein Abschiedsbild für deren scheidenden Chef zu machen. Ich hatte ja jetzt Erfahrung und natürlich auch gleich eine Idee, als ich hörte wo das Shooting stattfinden sollte. Allzuviel kann ich über diese Sache noch nicht berichten, da die feierliche Übergabe zu Ehre der Verabschiedung noch nicht stattgefunden hat und eine Überraschung bleiben soll.
Nur soviel: Die Bilder haben großen Gefallen gefunden.

Zum Jahresabschluss habe ich es nun auch zum zweiten Mal geschafft, für die Weihnachtskarte der DLRG Memmingen/Unterallgäu das Motiv zu liefern. Dankenswerterweise erhalte ich immer eine Karte für mich zur Archivierung und so bin ich stolz darauf, dass so mein Name über diese schöne Aktion in der Gegend in Umlauf kommt. Ich werde mich auch in 2020 bemühen wieder ein Bild für gemeinnützige Institutionen zur Verfügung zu stellen.

Die größte Ehre wurde mir von meinem Arbeitgeber gemacht. Ich hatte bereits im Februar den Sonnenaufgang am neuen Umspannwerk bei mir zu Hause in Woringen fotografiert. Dieses Bild habe ich dem Kollegen zukommen lassen, der das Umspannwerk geplant und als Bauleiter errichtet hatte. So kam das Bild im Unternehmen in Umlauf und landete schließlich auch in unserer Abteilung für Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit. Von da an ging alles ganz schnell: Nachdem ich das o. k. zur weiteren Verwendung gegeben habe wurde das Bild zuerst auf Instagram im Feed der Lechwerke AG veröffentlicht. Anschließend gelang es mehrfach in die Präsentationen von Bilanzen und des Jahresabschlusses. Als im August nun die LEW Verteilnetz GmbH, bei der ich angestellt bin, ihre neue Webseite veröffentlichte traf mich fast der Schlag: Mein Bild war der Opener in die Welt der LVN – es zeirt fortan die Homepage von www.lew-verteilnetz.de

Das war der wesentlicihe Überblick über mein persönliches 2019.
Viel ist passiert, ich habe wieder jede Menge dazu gelernt und bin der Meinung: Da geht noch was!
Insofern wünsche ich Euch allen einen guten Rutsch und viel Erfolg – vor allem aber Gesundheit – in 2020.
Allzeit gutes Licht!

Werner Kutter

Durch den Gunzesrieder Tobel

Ich wusste lange nicht, dass es im Gunzesrieder Tal außer dem Ostertal Tobel noch ein weiterer existiert. Ein guter Kollege brachte mich drauf, dass man vor Gunzesried Richtung Norden auch durch einen Tobel zur Alpe Derb wandern und dort sehr gut Einkehren kann .

Gesagt getan sind wir an einem schönen Sonntag losgefahren und haben den Parkplatz direkt am Ortseingang von Gunzesried angesteuert. Gegenüber steht auch schon das Törchen, welches den Eingang zu dieser Wanderung markiert.

Zunächst läuft man über eine Wiese bis zur Gunzesrieder Ach um dann im weiteren Verlauf den Gunzesrieder Tobel – auch Haldertobrel genannt – zu erreichen. Gleich zu beginn stürzt die Ach eine Treppe in den folgenden Tobel hinab. NIcht besonders tief und doch sehenswert.

Der Weg führt mehr oder weniger direkt am Wasser entlang. Immer wieder kommen auch Stellen, an denen die Ach weniger wild über die Felsen schießt und an denen man sogar baden könnte – wenn man kaltes Wasser mag.

Ich werde aber natürlich wie magnetisch von den Stromschnellen und wasserumspülten Felsblöcken angezogen. Immer wieder baue ich die Kamera auf und versuche möglichst nahe ans Wasser heranzukommen, um mehr Dramatik im Bild einzufangen.

Ich habe nämlich festgestellt, dass je näher man der Wasseroberfläche ist, desto spannender wirkt die Szene auf den Betrachter. Am besten ist es, wenn das Wasser direkt auf einen zu fließt.

Deshalb habe ich bei diesem Spaziergang auch auf ein Stativ verzichtet und nur mein Platypod mit Kugelkopf mitgenommen. Ein sog. „Bohnensack“ oder ähnliches, um die Kamera auf dem Boden abzulegen, tut es natürlich auch.

Wie immer kommen wir nur sehr schleppend voran und Frau und Hund müssen wieder sehr viel Geduld mit dem Mann aufbringen. Immer wieder finde ich unterwegs Gründe um anzuhalten und die Kamera auszurichten. Im Zusammenhang mit Wasser benutze ich generell einen Polfilter und je nach Lichtsituation zusätzlich einen ND-Filter. Der Polfilter hat die Eigenschaft die Spiegelung im Wasser herauszufiltern und so kann man die Steine am Grund des Baches gut sehen, was dem Bild einen schönen Vordergrund beschert.

Der ND-Filter wirkt wie einen Sonnenbrille vor dem Objektiv. So kann weniger Licht auf den Sensor durchdringen und die Verschlusszeit muss verlängert werden, was den seidigen, weichen Effekt meiner Bilder erklärt. Selten nutze ich mehr als ND 8 (8-fache Verdoppelung der Belichtungszeit), da mehr als 5 Sekunden Belichtungszeit bei fließendem Wasser nichts mehr bringt.

So folgen wir immer weiter dem Weg, überqueren die Gunzesrieder Ach ein paar mal, bis nach einem weiteren kleinen Wasserfall der Wegweiser zur Alpe Derb uns bergan marschieren lässt.

Nach intensivem Anstieg sitzen wir endlich in der Alpe Derb und verspeisen einen hervorragenden Käsesalat (das Pendent zum Wurstsalat nur ohne Wurst). Da hier alles so wunderbar duftet und aussieht machen wir die Kaffeepause gleich noch hintendrein und zum Nachtisch gibt es noch leckeren hausgemachten Kuchen.
Schweren Herzens und vollen Magens machen wir uns wieder auf den Weg zurück. Zuerst gehen wir ein wenig auf der Straße bevor wir bei der Aussiedelei Reute wieder zur Gunzesrieder Ach absteigen. Ab etwa der Mitte der vorherigen Strecke gehen wir auf dem alt bekannten Weg zurück und kommen ohne weitere Bilder zu machen diesmal deutlich schneller voran.

Für Eure Wanderungen in der freien Natur wünschen wir Euch immer das beste Wetter und für tolle Bilder natürlcih allzeit gutes Licht.

Werner Kutter

Rund um den Eibsee

Diese Runde am Fuße der Zugspitze ist etwas für die ganze Familie. Der Weg ist breit, gut zu gehen und die Steigungen halten sich sehr zurück. Allerdings ist es ratsam früh am Parkplatz zu sein, da mit der Zugspitzbahn immer reger Andrang herrscht.

Wir gehen gegen den Uhrzeigersinn um den See und so kommen wir auch zuerst an den fotogenen Stellen vorbei. z. B. an der Brücke die kleinen Zipfel, genannt Untersee, vom Hauptsee trennt. Hier trifft sich im Sommer auch die ganze Familie zum Baden und so ist an dieser Stelle mit herrlichem Blick auf die Zugspitze auch immer viel los.

Die markanten Felsblöcke im Wasser und das grüne Wasser des Bergsees bieten ein tolles Ensemble zum Verweilen und Genießen.

Ein paar hundert Meter weiter kommt auch schon die erste der malerischen Buchten. Dort herrscht deutlich weniger Andrang als an der Brücke, so dass man hier relativ ungestört seine Seele baumeln lassen kann. Nur einzelne Boote oder Enten kommen gelegentlich vorbei – sind aber doch so langsam unterwegs, dass keine Hektik aufkkommt.

Der Weg steigt dann etwas an, so dass an der nordwestlichen Seite der höchste Punkt erreicht wird. Jetzt bietet sich ein wunderschöner Überblick über das Wasser mit seinen kleinen, nur mit dem Boot erreichbaren felsigen Inseln.

Ein paar Wasseradern kommen aus dem Wald – Wasserfall wäre deutlich übertrieben. so geht es weiter und immer das Zugspitzmassiv vor Augen, an dem man sich aber auch nicht satt sehen kann.

Die Südseite ist dann auch gleich weniger spektakulär, da der Blick auf die mächtigen Alpen fehlt. Schön ist der Weg trotzdem zu laufen – auch im Sommer, da er viel im Schatten der umstehenden Bäume verläuft und so etwas vor Überhitzung der Wanderer schützt.

Zurück am Ostufer laden einige Lokalitäten zum Einkehren ein. Man darf allerdings bei der Frequentierung auch davon ausgehen, dass hier sog. Touri-Lokale vorherrschen.

Mit den besten Wünschen für gutes Wetter und für die Bilder allzeit gutes Licht!

Werner Kutter

Christlessee, Hölltobel, Gerstruben

Dies ist eine sehr schöne, in der Mitte auch anstrengende Runde südlich von Oberstdorf. Die Wanderung bietet mehrere Höhepunkte, so dass es einem nicht so schnell langweilig wird.

Wir parken auf dem Parkplatz Renksteg kurz vor der Skiflugschanze. Von da aus marschieren wir Richtung Süden zunächst auf einer Anliegerstraße, die uns direkt zum Christlessee bringt.
Der See ist im Alpenraum ein Unikum, da er auch im Winter nie zufriert. Unmittelbar südlich entspringen starke Quellen die den See mit viel klarem Trinkwasser speisen. Dieser starke Zufluss führt dazu, dass der See zu keiner Jahreszeit zufriert. Allerdings ist er auch im Hochsommer viel zu kalt um darin zu baden.

Nach einer (sehr kleinen) Runde um den See wenden wir uns nach Nordosten und lassen die Rastmöglichkeit auf der Alpe buchstäblich links liegen. Ein Blick zurück auf den See und das angrenzende Hotel muss aber noch erlaubt sein.

Wir überqueren die Trettach, die diesem Tal seinen Namen gibt. Immer wieder säumen typische Feldstadel im oberallgäuer Stil den Weg und lassen uns wegen der umgebenden Kulisse zum Fotografiern anhalten.

Nach ein paar sanften Anstiegen kommt schon die nächste Alpe in Sicht. Doch auch das Mumme-Stüble kommt für uns als Einkehr noch nicht in Frage. Ein letzter Blick noch nach Norden das wunderschöne Trettachtal entlang, dann steigen wir ein in den Hölltobel.

Dieser macht schon bald seinem Namen alle Ehre. Als ob mächtige Kräfte die Felsen wie Spielsteine durch die Natur geworfen hätten, muss sich das Wasser mit lautem Getöse seinen Weg um diese herum zur Trettach suchen.

In wilden Kehren windet sich der Weg im Wald den Berg hinauf. Immer wieder kommen wir an engen Einschnitten vorbei, durch die sich das Wasser hindurch zwängt. Dabei hat es so eine giftig grüne Färbung, die jedem signalisiert: Achtung Sau-Kalt!

Und wenn Du denkst, Du hast schon alles gesehen und bist schon oben – dann kommt noch ein Megawasserfall. Mit lautem Klatschen schlägt das Wasser unten auf den bereits spiegelblank polierten Fels auf. Auf der Aussichtsplattform hat man, trotz sicherer Entfernung, unwillkürlich das Gefühl, man könnte in die Tiefe gezogen werden. Zweifellos der Höhepunkt, der trotz des schwierigen Zustiegs über Wurzeln und Felsen nicht versäumt werden sollte.

Schließlich, man hat schon fast den Glauben daran verloren, kommt man doch noch oben auf der Fahrstraße nach Gerstruben an. Hier folgt dann endlich die längst verdiente Erholungspause im Berggausthof.
Gerstruben ist mittlerweile ein Museumsdorf und zeigt mit seinen restaurierten Gebäuden, wie die Menschen hier vor über hundert Jahren gelebt und gearbeitet haben. Ich mache noch schnell das Gerstruben-Standart-Bild mit dem Zaun, der auf die Kapelle zu führt und dann machen wir uns wieder auf den Weg zurück.

Diesmal verlassen wir den Fahrweg nicht mehr – verweilen aber noch an dem einen oder anderen Aussichtspunkt um die schöne Sicht in Richtung Oberstdorf zu geniessen.

Für Unternehmungen wie diese wünschen wir Euch natürlich nur das beste Wetter und für die dabei entstehenden Bilder allzeit gutes Licht.

Werner Kutter

Zum Buchenegger Wasserfall

Die Buchenegger Wasserfälle sind im Sommer eine riesen Attraktion unter „Klippenspringern“. Sogar noch Anfang Oktober, als wir die Wanderung gemacht haben, stürzen sich Waghalsige in Neoprenanzügen vom Rand in den oberen Gumpen und suchen so den Nervenkitzel.
Leider kommt es jedes Jahr vor, das auch schwere Unfälle passieren. Deshalb sollten nur wirklich Ortskundige diesem „Vergnügen“ nachgehen. All zu schnell kann der Sprung ins kühle Nass nämlich auf einem Felsen enden oder Unterströmung im Bereich des Wasserfalls zieht einen in die Tiefe.

Aber jetzt zurück auf Anfang:
Wir parken auf dem großen Parkplatz an der Imbergbahn und gehen auf dem Gehweg zum Golfplatz zurück. Unten in der Senke stehen dann auch schon die ersten Wegweiser auf denen die Wasserfälle ausgeschildert sind. Besonders im Herbst ist diese Tour ein Genuß, haben sich doch alle Bäume mächtig ins Zeug gelegt und ihr prächtiges Farbenkleid aus dem Schrank geholt.

Der Weg durchquert einen Teil des Golfplatzess um nach kurzer Zeit auf die Straße zur Hochgratbahn zu treffen. Nach Überschreitung der Kuppe halten wir uns links um dem Weg bergab zu folgen. Wir bleiben an der nächsten Abzweigung auf dem Weg, der uns in ein kleines Waldstück führt. Nach dem Wäldchen haben wir einen schönen Blick rechts hinüber zum Hochgrat.

Weiter geht’s immer leicht bergab. Nach einer Alpe wird der Abstieg steiler, der Pfad führt uns schließlich wieder auf den Hauptweg hinunter zum Wasserfall zurück. Über Treppen, Stiegen und Steine geht es nun steil bergab bis wir schließlich den Bach und die Brücke erreichen. Von der anderen Seite der Brücke kann man auch heruntersteigen – wir wollten jedoch die kleine Runde von Steibis aus gehen.
Jetzt nur noch rechts zum Ufer hinunter und über Nagelfluh und Felsblöcke kann man sich nun zwischen den ganzen Schaulustigen hindurch den Weg zum Wasserfall bahnen.

Vorsichtig suche ich mir einen festen Stand in geeigneter Position gegenüber den tosenden Wassermassen. Hier packe ich jetzt mein Equipment aus.
Zuerst sorge ich für einen sicheren Stand meines Stativs – gar nicht so einfach auf den teils rutschigen Felsen.
Noch bevor ich irgendeinen Filter auspacke richte ich erst einmal die Kamera ein. Erst einen gefälligen Bildausschnitt wählen, dann mit Hilfe der internen Wasserwaage die Kamera waagrecht ausrichten und dann das Motiv fokussieren. Hier nehme ich gerne schon mal die Vergrößerung im Live-View zu Hilfe, um zu überprüfen, ob das Bild wirklich da scharf ist, wo ich es haben will.
Jetzt kommen erst die Filter zum Einsatz. Im Zusammenhang mit Wasser nehme ich generell einen Polfilter, um die Spiegelung des Wassers hier zu minimieren. Wenn mit die Verschlusszeit immer noch zu kurz erscheint, dann kommt noch zusätzlich ein ND-Filter vorne drauf – bis ich irgendwo zwischen 2 und 5 Sekunden bin.
Auslösen dann mit einem Fernauslöser oder alternativ mit dem Timer in der Kamera, der die Belichtung verzögert und auch verhindert, dass durch die Bedienung eine kleine Unschärfe entsteht.

Nach den Aufnahmen ging es zurück – wieder den ganzen Weg hoch, aber diesmal unten herum, um eine wohl verdiente Einkehr in der Alpe Neugreuth zu halten. Ein Vesper nach getaner „Arbeit“ hat noch immer gut getan.

Wir lassen immer wieder den Blick umherschweifen und genießen die Momente in der langsam untergehenden Herbstsonne. Sie wärmt noch angenehm und so mache ich noch das eine oder andere Bild just for fun.

Wieder am Auto zurück nehmen wir am Käsehäusle noch einen leckeren Bergkäs mit – der muss einfach sein. So bekommt man auch zu Hause wieder Appetit auf die Allgäuer Bergwelt.

Für Wanderungen wie diese wünsche ich Euch so herrliches Wetter, wie wir es hatten und für Eure Bilder allzeit gutes Licht.

Werner Kutter

Im Fischleintal bei Sexten

Die Wanderung zur Talschlusshütte im Fischleintal ist für viele nur der Beginn eines großen Abenteuers – ist sie doch der Beginn des Aufstiegs zu den Drei Zinnen.
Wir stellten unser Auto am Parkplatz Fischleinbodenhütte ab und wanderten zu Fuß weiter Richtung Süden. Nachdem wir das große Hotel am Eingang des Wanderweges links liegen gelassen hatten, wurden wir auch schon vom großartigen Anblick der wild zerklüfteten Sextener Dolomiten eingefangen.

Entlang der grünen Wiesen schlängelt sich der Weg kaum merklich steigend immer näher an die für manche bedrohlich wirkenden Felswände heran. Unser Ziel war die erwähnte Talschlusshütte. Zum damaligen Zeitpunkt dachte ich noch, dass wäre etwas einmaliges, doch im Laufe des Aufenthalts im Pustertal merkten wir, dass fast jedes Tal seine Talschlusshütte besaß.

Leider war der Bachlauf des Alto Rio di Fiscalina trocken. Unser Hund hätte all zu gerne im kühlen Nass getobt. So mussten wir trockenen Fußes die staubige Piste nach hinten zur Gaststätte überwinden. Angetrieben von der Aussicht auf eine deftige Brotzeit hattten wir schließlich den Weg schnell überwunden. Tatsächlich kehrten hier auch ein paar Wanderer ein, die vom bevorstehenden Aufstieg zur Drei Zinnen Hütte erzählten.

Wir genossen die südtiroler Spezialitäten auf der gut sortierten Speisekarte. Die Preise moderat, der Geschmack super. Das erklärte dann auch, warum so viele Gäste hier einkehrten und gerne verweilten.
Ich ging dann noch etwas um die Hütte herum, um noch das eine oder andere Foto zu machen, als sich ein Regenschauer ankündigte und uns zum Aufbruch zwang. Die Regenschirme waren nämlich im Auto geblieben – damit sie nicht nass werden!

Also machten wir uns wieder auf den Rückweg und sahen zu, dass wir auf 1500 m Höhe so schnell es der Kraislauf zuließ die knapp zwei Kilometer zurück zum Auto laufen konnten. Gut, dass es nur knapp 70 Höhenmeter waren, die wir nun wieder nach unten kamen. Mein Polo-Shirt hatte ich in den Rucksack gesteckt, damit ich dann am Wagen das durchnässte T-Shirt, welches ich als Unterhemd trug, gegen das Trockene eintauschen konnte.

Bevor wir endgültig am Parkplatz los fuhren blickte ich nochmal zurück, um diesen Anblick einzufangen. Die Wolken umschlossen die Berge und ließen nur noch einzelne Nadelspitzen hervorschauen. Das gefiel mir so gut, dass ich doch noch ein paar Aufnahmen davon machte.

Für Wanderungen wie diese wünsche ich Euch immer trockenes Wetter und für die Fotografie allezeit gutes Licht!

Werner Kutter