Christlessee, Hölltobel, Gerstruben

Dies ist eine sehr schöne, in der Mitte auch anstrengende Runde südlich von Oberstdorf. Die Wanderung bietet mehrere Höhepunkte, so dass es einem nicht so schnell langweilig wird.

Wir parken auf dem Parkplatz Renksteg kurz vor der Skiflugschanze. Von da aus marschieren wir Richtung Süden zunächst auf einer Anliegerstraße, die uns direkt zum Christlessee bringt.
Der See ist im Alpenraum ein Unikum, da er auch im Winter nie zufriert. Unmittelbar südlich entspringen starke Quellen die den See mit viel klarem Trinkwasser speisen. Dieser starke Zufluss führt dazu, dass der See zu keiner Jahreszeit zufriert. Allerdings ist er auch im Hochsommer viel zu kalt um darin zu baden.

Nach einer (sehr kleinen) Runde um den See wenden wir uns nach Nordosten und lassen die Rastmöglichkeit auf der Alpe buchstäblich links liegen. Ein Blick zurück auf den See und das angrenzende Hotel muss aber noch erlaubt sein.

Wir überqueren die Trettach, die diesem Tal seinen Namen gibt. Immer wieder säumen typische Feldstadel im oberallgäuer Stil den Weg und lassen uns wegen der umgebenden Kulisse zum Fotografiern anhalten.

Nach ein paar sanften Anstiegen kommt schon die nächste Alpe in Sicht. Doch auch das Mumme-Stüble kommt für uns als Einkehr noch nicht in Frage. Ein letzter Blick noch nach Norden das wunderschöne Trettachtal entlang, dann steigen wir ein in den Hölltobel.

Dieser macht schon bald seinem Namen alle Ehre. Als ob mächtige Kräfte die Felsen wie Spielsteine durch die Natur geworfen hätten, muss sich das Wasser mit lautem Getöse seinen Weg um diese herum zur Trettach suchen.

In wilden Kehren windet sich der Weg im Wald den Berg hinauf. Immer wieder kommen wir an engen Einschnitten vorbei, durch die sich das Wasser hindurch zwängt. Dabei hat es so eine giftig grüne Färbung, die jedem signalisiert: Achtung Sau-Kalt!

Und wenn Du denkst, Du hast schon alles gesehen und bist schon oben – dann kommt noch ein Megawasserfall. Mit lautem Klatschen schlägt das Wasser unten auf den bereits spiegelblank polierten Fels auf. Auf der Aussichtsplattform hat man, trotz sicherer Entfernung, unwillkürlich das Gefühl, man könnte in die Tiefe gezogen werden. Zweifellos der Höhepunkt, der trotz des schwierigen Zustiegs über Wurzeln und Felsen nicht versäumt werden sollte.

Schließlich, man hat schon fast den Glauben daran verloren, kommt man doch noch oben auf der Fahrstraße nach Gerstruben an. Hier folgt dann endlich die längst verdiente Erholungspause im Berggausthof.
Gerstruben ist mittlerweile ein Museumsdorf und zeigt mit seinen restaurierten Gebäuden, wie die Menschen hier vor über hundert Jahren gelebt und gearbeitet haben. Ich mache noch schnell das Gerstruben-Standart-Bild mit dem Zaun, der auf die Kapelle zu führt und dann machen wir uns wieder auf den Weg zurück.

Diesmal verlassen wir den Fahrweg nicht mehr – verweilen aber noch an dem einen oder anderen Aussichtspunkt um die schöne Sicht in Richtung Oberstdorf zu geniessen.

Für Unternehmungen wie diese wünschen wir Euch natürlich nur das beste Wetter und für die dabei entstehenden Bilder allzeit gutes Licht.

Werner Kutter

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