Die Erdpyramiden

Da wir am Samstag gleich in aller Frühe losgefahren sind und bereits am Vormittag in Niederrasen unser Zimmer beziehen konnten wollten wir am späten Nachmittag auch gleich die erste spektakuläre Erkundung starten. Laut meinen Recherchen war der Ort, den wir ansteuern wollten Abends am schönsten angeleuchtet, so dass sich dieser Ausflug für den ersten Tag gleich angeboten hat.

Nach einer kurvenreichen Fahrt über schmale Straßen, durch lichte Wälder und kleine Dörfer kamen wir schließlich am Parkplatz an. Zu unserer Freude war der ab 17 Uhr kostenfrei zu benutzen. Also nichts wie raus aus dem Auto und rein in die Wanderstiefel. Nach kurzer Orientierung an den großen Schautafeln und den guten Wegweisern ging es dann auch schon los.

Hinein in den Wald und bergauf ging es auf einem gut begehbaren Weg. An den „steilen“ Stellen war der Weg bequem abgetreppt so dass Mensch und Hund einen entspannten Spaziergang unternehmen konnten.

Als uns oben kurz vor dem eigentlichen Ziel der Wald wieder entlassen hatte, konnten wir sehen, dass mit großen Anstrengungen die Wege zu wahren „Kinderwagenautobahnen“ ausgebaut werden. Da bleibt der Wanderschar wirklich kein Wunsch offen sollte dieser Ausbaustandard bis zum Parkplatz durchgezogen werden.

Oben angekommen teilt sich der Weg. Nach links gehts zu den Erdpyramiden und nach rechts wird uns die Fahrstraße später wieder zurück zum Auto bringen. Aber erst einmal ist Zeit, das Panorama zu genießen, welches sich hier oben an der Kuppe bietet. Für uns war es das erste Mal, dass wir Richtung Sextener Dolomiten schauen konnten und dementsprechend überwältigt waren wir auch von dem Anblick.

Schließlich konnten wir uns doch los reißen und wandten uns dem nahe gelegenen Eingang zur Erdpyramidenwelt zu. Ein Brunnen und verschiedene Skulpturen begrüßten uns und luden dazu ein dem Weg tiefer in den nächsten Wald zu folgen.

Schließlich erreichten wir den ersten Aussichtsplatz mit einladenden Sitzgelegenheiten und einem tollen Aus- und Überblick über die kuriose Landschaft vor unseren Füßen.

Die Erdpyramiden bei Platten sind ein geologisches Phänomen. Die Natur zeigt sich hierbei besonders einfallsreich und spült die weichen Sedimente unter den Felsen weg. So bleiben einzelne Felsbrocken auf dünnen Gesteinsnadeln zurück, welche eine wahllos erscheinende Ansammlung von großen Steinen bilden.

Kurioserweise bleibt die einzelne Stele bestens bestehen, so lange sie ihren Deckstein nicht verliert. Rutscht dieser ab geht der Verfall in der Regel ziemlich schnell, da nun der Regen direkt von oben Einfluss auf den Stängel nehmen kann.

Eine Ganze Reihe an Stufen führt einige Höhenmeter tiefer, und immer wieder bieten schöne Aussichtsplätze mit stabilen Absturzsicherungen und Geländer neue Ansichten dieser spektakulären Formationen.

Der Weg kann unten weiter wieder zurück genommen werden, oder man steigt, so wie wir, wieder nach oben und geht so zurück, wie man hergekommen ist.
Wir blieben auf der breiten Fahrstraße um noch ein Weile den tollen Ausblick ins Pustertal und die nahen Berggipfel zu genießen.

Die Abendsonne wärmte uns noch schön, so dass wir in einem kurzen Marsch wieder zurück zum Auto fanden. Unterwegs hatten wir das Gefühl irgendjemand hätte das Allgäu mitten in die Alpen versetzt. Grüne Berghänge, manchmal flach, manchmal steil abfallend erinnerten uns schon sehr an die eigene Heimat.

Der Bereich in dem die Erdpyramiden liegen befindet sich bei etwas über 1500 Metern. Wer Probleme mit der Höhe hat sollte extrem vorsichtig seinn. Die Runde ist an sich nicht schwer zu gehen.

Ich wünsche Euch für die Exkursion gutes Wetter und für die dabei entstehenden Bilder natürlich gutes Licht!

Werner Kutter

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