Personen verschwinden lassen

Bei der Umrundung des Pragser Wildsees sind wir zum Abschluss noch an der Kapelle gestanden, welche natürlich hoch frequentiert war. Es gab keine Gelegenheit, die Szenerie ohne störende Wanderer aufzunehmen.

Mal kamen ganze Scharen vom See hoch, mal gingen Menschen in die Kirche rein, mal standen sie draußen und schauten interessiert das Bauwerk an. Es gibt einfach keine Chance die Szene clean einzufangen.

Da hilft uns Photoshop mit einer Automatik, die man nur kennen muss – alles andere geht wie von allein.
Bedingung ist, dass mehrere Aufnahmen über einen längeren Zeitraum mit genau dem gleichen Bildausschnitt gemacht werden. Hierzu würde ich generell empfehlen, die Kamera auf einem Stativ zu befestigen um größt mögliche Deckung der einzelnen Aufnahmen zu gewährleisten. Für dieses Beispiel hier habe ich die Bilder aus der Hand geschossen – das geht also auch.

Wichtig ist, dass ausreichend Zeit zwischen den Aufnahmen verstreicht. Es nutzt nichts, im Serienbildmodus 5 Bilder in der Sekunde aufzunehmen. Die Personen in den einzelnen Fotos legen in den Bruchteilen einer Sekunde zu wenig Wegstrecke zurück, als dass sich hier mit Photoshop etwas anfangen ließe. So alle 30 Sekunden etwa kann man mal ein Bild machen. Man beobachtet die Szene genau und sieht ja dann auch, wann die einzelnen, wichtigen Bildteile frei von Störungen sind.

So 10 bis 20 Bilder dürfen es schon werden – also etwas Zeit einplanen und lieber gemütlich 10 Minuten lang Aufnahmen machen, als zu Hause festzustellen, dass nicht alle Bereiche frei sind.

Die betreffenden Bilder werden alle in Photoshop geöffnet. Man kann dies aus der Bridge heraus erledigen, von Lightroom oder direkt in Photoshop über den Befehl „öffnen“.

Es kann sein, dass das Programm möchte, dass die Bilder aus Photoshop heraus erst einmal gespeichert werden – dann bitte jedes Bild einmal mit der Tastenkombination „CTRL“ oder „STRG“ und „S“ abspeichern.
Anschließend unter dem Menüpunkt „Datei“ bis ganz unten auf „Skripten“ gehen, damit das Menü sich erweitert und hier dann auf „Statistik…“ klicken.

Jetzt öffnet öffnet sich ein eigenes Fenster. Hier wählen wir ganz oben als Stapelmodus „Median“ und klicken in der Mitte rechts auf „Geöffnete Dateien hinzufügen“. Dann sollte sich die Liste links davon, wie im Bild zu sehen, mit den Dateinamen füllen.
Wenn man, so wie ich in diesem Beispiel, aus der Hand fotografiert hat sind kleine Unterschiede unter den Bildern vorhanden. In diesem Fall empfehle ich den Haken ganz links unten bei “ Quellbilder nach Möglichkeit automatisch ausrichten“ zu aktivieren. Beim Fotografieren vom Stativ aus kann das vernachlässigt werden – man spart Rechnerzeit.

Jetzt ist es an der Zeit einen Kaffee zu machen, denn je nach Anzahl und Größe der Dateien kann es jetzt schon ein paar Minuten dauern, bis der Rechner das finale Bild präsentiert. Doch was passiert in dieser Zeit im Hintergrund?
Das Programm analysiert jetzt alle Bildteile aller Bilder nach Inhalten, die fix sind und Objekte, welche sich bewegen. Bei den veränderlichen werden dann auf den anderen Bilder Inhalte gesucht, die diese ersetzen und verdecken können. So gibt es ja bestimmt von jeder Stelle, an der auf einem Bild ein Mensch zu sehen ist ein oder mehr Bilder, auf denen die Stelle klar zu sehen ist. Diese wird dann über die „Störung“ gelegt und die Person wird herausgerechnet.
Personen, die länger an Ort und Stelle verharren bleiben mit dieser Technik auch im Bild – es gibt ja keinen Ersatz. Aber alle Leute, die in zehn Minuten in irgend einer Weise durch das Bild laufen, werden verschwinden.

Das fertige Bild sieht bei mir jetzt auf den ersten Eindruck schief aus, was daran liegt, dass ich kein Stativ verwendet habe und den Haken bei automatisch Ausrichten setzen musste. Mit Zuschneiden und etwas Nachbearbeitung kann man dann ein vorzeigbares Ergebnis vorweisen.

Das war die Software-Variante um unerwünschte Personen aus Bildern verschwinden zu lassen. Das geht natürlich auch beim Fotografieren selbst. Wie das genau funktioniert ist ein Thema für einen eigenen Beitrag, den Ihr bald hier lesen könnt…

Ich hoffe das war ein Tipp der für Euch nützlich war und bald zum Einsatz kommen kann. Wir können beliebte Spots nicht mehr allein ohne Menschen fotografieren, aber bei vielen hilft Geduld und der Einsatz der bereits vorhandenen Technik.
Für all Eure Unternehmungen und Fotopläne wünsche ich Euch allzeit gutes Licht!

Werner Kutter

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.