Umrundung der Drei Zinnen (Teil 2)

Im ersten Teil der Wanderung habt Ihr mich letzte Woche bis auf den Paternsattel begleitet. Diese Woche geht’s weiter zur Drei Zinnen Hütte und zur Auronzo Hütte zurück.

Wieder auf dem Weg zurück aus dem Kriegsstollen am Fuße des Paternkofels ging ich den breiten Wanderweg bergab weiter. Von hier aus hat man auch schon die Drei Zinnen Hütte fest im Blick.

Vor solch einem Panorama werden auch die Anstrengungen in der Höhe erträglich. Zwischendurch immer wieder etwas trinken ist wichtig und ansonsten genieße ich die Aussicht. Wobei ich mich hier fast nicht entscheiden kann, welche Richtung die schönere ist. Wohin man blickt tolle Berge und allem voran, jetzt in meinem Rücken, die mächtigen Drei Zinnen.

An der Drei Zinnen Hütte angekommen habe ich noch gar keinen Blick für das Gebäude und die Aussicht von ihr. Ich gehe an der einladenden Terrasse vorbei, lasse auch die kleine Kapelle links liegen um dahinter den Weg zum Einstieg in den Klettersteig zum Sasso die Sesto ein Stück hochzugehen. Von hier hat nochmal einen herrlichen Blick über die gesamte Szenerie vom Paternkofel auf der linken Seite über die Drei Zinnen Hütte zu den Drei Zinnen selbst und die Kapelle im Vordergrund.

Nach einer kurzen Verschnaufpause auf einer Bank an der Kapelle machte ich mich dann auf den Rückweg. Ich weiß ja nicht, wie die Zeiten auf den Wegweisern zustande kommen, aber einen Dauerlauf wollte ich auf über 2500 m nicht machen. An der Drei Zinnen Hütte steht für den Rückweg zur Auronzohütte 1 h 20 min. Nachdem ich eine Stunde gelaufen bin und nicht mehr viel fotografierte, kam ich zum nächsten Schild, mit der Erkenntnis, dass es immer noch 40 Minuten zu gehen sind. Eine weitere halbe Stunde später, am nächsten Wegweiser noch ganze 20 Minuten. Kaum eine halbe Stunde später war ich wieder am Auto, welches 10 Minuten von der Hütte entfernt parkte. Zwischendrin kam noch ein bisschen Stimmung auf, da sich ein Gewitter zusammenbraute und dunkles Grollen von drohendem Unheil kündetet. Gott sei dank zog nur ein kurzer Regenschauer über uns drüber – von Blitz und Donner bin ich dann doch verschont geblieben.

Die angegebenen 3 ½ Stunden für die Runde sind meiner Meinung nach nicht zu schaffen, selbst wenn man keine Pause macht und auch sonst keinen Blick in die überaus grandiose Landschaft verschwendet.

Alles in allem war es zum Schluss eine Sache des Willens. Ich funktionierte den letzten Kilometer nur noch automatisch. Dass ich einen Fuß vor den anderen setzte habe ich gar nicht mehr richtig mitbekommen – ich wollte nur noch zum Auto und mich setzen. Ich habe es letztlich gut geschafft, so dass ich für mich die Erkenntnis mitnahm, dass man doch zu mehr fähig ist, als man sich selbst zutraut.

Für die gesamte Runde war ich, fotografieren und den einen oder anderen Abstecher inbegriffen, 6 Stunden unterwegs. Das Wichtigste aber ist die Erkenntnis, dass ich es wieder machen würde. Das nächste Mal allerdings würde ich zwei mal über den Paternsattel gehen und die Senke auf der Nordseite der drei Zinnen auslassen.

Solltet Ihr auch solche Touren vorhaben, wünsche ich Euch nur das beste Wetter und für die Bilder allzeit gutes Licht.

Werner Kutter

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