Gsieser Tal

Der Besuch in diesem Tal war eigentlich ein Unfall. Er war nur der Tatsache geschuldet, dass wir bei der Zufahrt zum Pragser Wildsee zu spät dran waren und nicht mehr durchgelassen wurden. Was heißt zu spät? Wir sind genau um 10.00 Uhr vom Kreisverkehr im Pustertal in die Straße eingebogen. Bis zum entscheidenden Kreisel, an dem der Verkehr sich in Richtung See und Plätzwies aufteilt, waren es höchstens 2 Minuten – zuviel. So musste ein Plan B her, der sich jedoch schnell als Glücksfall entpuppte. Wir hatten das Gsiesertal schon auf dem Schirm, jedoch keine fixe Idee, wann wir dort hin fahren wollten.

Vorbei an schönen Orten, markant aufragenden Kirchen und Bergbauernhöfen schlängelt sich die Straße eingerahmt von waldigen Hängen kilometerweit bis St. Magdalena, ganz am Ende des Tals. Am Ende des Ortes wiederum erwartet uns am letzten Kreisverkehr die Talschlusshütte. Von der Beschreibung her sollte hier die Wanderung starten. Wer sich gut vorbereitet hatte, der weiß, das man hier noch ein paar hundert Meter Laufstrecke sparen kann und noch zu einem weiter hinten im Tal liegenden Parkplatz fahren kann.

Jetzt heißt es endgültig Auto abstellen und die Wanderschuhe schnüren. Denn nun folgen wir zu Fuß den Schildern zur Kradorfer Hütte.

Moderat steigend folgen wir dem gut begehbaren Forstweg. Überall scheint Wasser aus den Hängen zu kommen und es sammelt sich schließlich in einem herrlich erfrischenden Bergbach. Dieser leitet uns mehr oder weniger stetig bis zur Hütte hoch.

An einigen Stellen können wir erst den Hund nicht davon abhalten, sich im Bach zu baden – schließlich bin ich es selbst, der nur noch langsam vorankommt, da ich immer wieder Bilder machen „muss“. Und Langzeitbelichtungen am Wasser brauchen schon mal Zeit. Wenn ich die Belichtungszeit mittels Polfilter und Graufilter in den Bereich mehrerer Sekunden verlängere, geht ohne Stativ nichts mehr. Bis dann die Komposition passt und alles eingerichtet ist, gehen schon ein paar Minuten ins Land. 

Schließlich kamen wir doch noch gut oben an und gönnten uns eine wirklich empfehlenswerte Brotzeit auf der Kradorfer Hütte.

Das Spiegelei waren eigentlich drei, die Bratkartoffel sensationell und der Südtiroler Schinken sagenhaft. Das alles zusammen in einer Pfanne – unschlagbar!

Der Rückweg bergab war dann der reinste Verdauungsspaziergang. Wir wählten die Route neben der Straße, auf dem gut begehbaren Wanderweg vorbei an wiederkäuenden Kühen, Schmetterlingen und Silberdisteln. Hin und wieder kamen wir auch wieder dem Bergbach sehr nahe, was vor allem unseren Hund sehr freute. Jede Erfrischung ist bei der warmen Witterung willkommen. 


Für alle, die mit der Höhe Probleme bekommen könnten, zur Info:
St. Magdalena liegt auf 1400 m Höhe .

Für Bergwanderungen wünsche ich Euch alle, dass das Wetter passt und für die Fotos natürlich allzeit gutes Licht.

Werner Kutter

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