Am Dürrensee

Der Dürrensee liegt kurz nach dem Toblacher See (Dobiaccosee) an der Straße zwischen Toblach und Cortina d´Ampezzo. Am Parkplatz Drei Zinnen Blick wird auch gleich plakativ vom Tor zu den Dolomiten geschrieben. Und dieses Tor wurde auch so errichtet, dass man durch dem Bogen genau zu den Drei Zinnen sehen kann.

Von hier aus kann man in ca. 3 ½ Stunden zur Drei Zinnen Hütte aufsteigen. Wir gehen aber vorher rechts weg in Richtung See. Der Kiesweg lässt sich gut gehen, wenn man sich mit den Radfahrern einig wird.

Die Steigung ist kaum merklich und schon bald sehen wir das Ufer des Dürrensees vor uns. Die Umrundung soll als kleine Scouting-Runde dienen, denn beim vorbeifahren auf dem Weg zu der Drei Zinnen Umrundung habe ich mir eingebildet, dass die schroffen Felsnadeln bei Sonnenaufgang bestimmt einen spektakulären Anblick ergeben würden.

Bevor ich allerdings morgens um halb sechs im dunkeln durchs Unterholz irre, schaue ich mir gern vorher an, wo es Sinn macht, sich aufzustellen und vor allem, wie man da hin kommt. Sp schlendern wir eine zeit lang an der Uferlinie entlang, um zu sehen von wo aus man die Beste Sicht auf die Berge und vor allem auf eine mögliche Spiegelung der Gipfel im See hat. In aller Frühe ist der Wellengang in der Regel sehr gering, so dass ich doch berechtigte Hoffnung habe auf einem Bild gleich zweimal die Berge drauf zu bekommen.

In den Morgenstunden ist es in der ‚Regel an Gewässern immer ruhiger, als am Abend. Dies ist ein weiterer Grund dafür, Sonnenaufgangsmotive zu suchen. Wenn kein Lüftchen weht bleibt die Wasseroberfläche glatt, wie ein Spiegel und so sollte man dann auch die Berge schön im Wasser gespiegelt sehen.
Die weitere Runde um den See ist schön, man kann sehr leicht gehen da keine nennenswerte Steigungen oder Hindernisse das Vergnügen trüben. Auf der Straßenseite des Sees habe ich dann noch ein paar mal den Verkehr abgewartet, um den Straßenverlauf zu den Bergen hin ohne Fahrzeuge aufs Bild zu bekommen.

Die Ansicht hatte für mich etwas von Patagonien. Von den Torres del Paine gibt es ähnliche Aufnahmen, nur die hier sind in den Dolomiten und zeigen die atemberaubende Cristallogruppe südlich des Sees. Da die Straße den Blick direkt auf die Berge zuführt gibt es dem Bild eine schöne Linienführung und mehr Tiefe.

Am Freitag morgen bin ich dann um halb fünf aufgestanden und mit dem Auto die knappe dreiviertel Stunde von Rasen an den See gefahren. Wenigstens ist in der Früh kein Verkehr, so dass man hier keine Zeit für etwaige Staus mit einberechnen muss.
Der Sonnenaufgang war für sechs Uhr angesagt und ich musste ja noch ein paar Meter vom Parkplatz (diesmal direkt am Seeufer) bis an die ausgesuchte Stelle laufen.
Wenn man dann dem Zauber der blauen Stunde verfällt, dann würde man ja am liebsten sofort am erst besten Platz das Stativ aufstellen und losfotografieren.
Ich empfehle jedoch genau in diesen Fällen ruhig zu bleiben und mit der Kamera zuerst ohne Stativ ein paar Bildausschnitte anzuschauen. Erst wenn man das gewünschte Bild vor sich sieht, dann stellt man sein Stativ auf und richtet sich ein.

Mir stockte schon ein paar mal der Atem, als der Zauber begann. Erst war alles in das satte Nachtblau gehüllt, als plötzlich ein orangerotes Glimmen die Bergspitzen förmlich leuchten ließ. immer mehr zog sich die Nacht zurück und mehr Licht brachte auch mehr Farben ins Spiel.

Zwischenzeitlich kam dann doch eine leichte Brise auf, so dass die Spiegelungen nicht zustande kamen. Als jedoch die Sonne über den Horizont kam und die Berge direkt anleuchtete war auch der See wieder ruhig.

Hier nutzte ich den Polfilter einmal in der anderen Richtung. Normal wird dieser ja eingesetzt, um Spiegelungen zu minimieren. Ich hätte ihn so drehen können, dass das Wasser durchscheintund der Grund des Sees sichtbar wird. Doch das wollte ich ja in diesem Fall nicht. Also drehte ich den Filter solange, bis ich an der Kamera die best mögliche Spiegelung erkannte. Zum Glück ließ der Wind ein paar Minuten nach, so dass ich dann doch noch schöne, klare Bilder der orange leuchtenden Bergspitzen im See machen konnte.

Zum Schluss kamen dann auch noch ein paar Nebelschwaden und Wolkenfetzen hereingeschwebt, die der ganzen Szenerie noch einen schönen Touch gaben.
Alles in allem hatte ich für die Bilder nur eine Stunde Zeit am Morgen. Das blaue Bild mit den orangen Spitzen war um 5:33 Uhr und das letzte um 6:34 Uhr.
Da ist also nicht viel Zeit, um noch nach Orten und Motiven zu suchen – da sollte alles passen und man konzentriert sich nur noch auf das Fotografieren.

Auch hier, wie bei allen Südtirol-Folgen, noch mein Hinweis:
Der Dürrensee befindet sich auf 1400 m! Die Umrundung bringt keine nennenswerten Anstiege mit sich – aber die Höhe selbst kann bei empfindlichen Personen schon Probleme bereiten.

Für solche und ähnliche Projekte wünsche ich Euch natürlich wie immer und von ganzem Herzen allzeit gutes Licht!

Werner Kutter

Umrundung der Drei Zinnen (Teil 2)

Im ersten Teil der Wanderung habt Ihr mich letzte Woche bis auf den Paternsattel begleitet. Diese Woche geht’s weiter zur Drei Zinnen Hütte und zur Auronzo Hütte zurück.

Wieder auf dem Weg zurück aus dem Kriegsstollen am Fuße des Paternkofels ging ich den breiten Wanderweg bergab weiter. Von hier aus hat man auch schon die Drei Zinnen Hütte fest im Blick.

Vor solch einem Panorama werden auch die Anstrengungen in der Höhe erträglich. Zwischendurch immer wieder etwas trinken ist wichtig und ansonsten genieße ich die Aussicht. Wobei ich mich hier fast nicht entscheiden kann, welche Richtung die schönere ist. Wohin man blickt tolle Berge und allem voran, jetzt in meinem Rücken, die mächtigen Drei Zinnen.

An der Drei Zinnen Hütte angekommen habe ich noch gar keinen Blick für das Gebäude und die Aussicht von ihr. Ich gehe an der einladenden Terrasse vorbei, lasse auch die kleine Kapelle links liegen um dahinter den Weg zum Einstieg in den Klettersteig zum Sasso die Sesto ein Stück hochzugehen. Von hier hat nochmal einen herrlichen Blick über die gesamte Szenerie vom Paternkofel auf der linken Seite über die Drei Zinnen Hütte zu den Drei Zinnen selbst und die Kapelle im Vordergrund.

Nach einer kurzen Verschnaufpause auf einer Bank an der Kapelle machte ich mich dann auf den Rückweg. Ich weiß ja nicht, wie die Zeiten auf den Wegweisern zustande kommen, aber einen Dauerlauf wollte ich auf über 2500 m nicht machen. An der Drei Zinnen Hütte steht für den Rückweg zur Auronzohütte 1 h 20 min. Nachdem ich eine Stunde gelaufen bin und nicht mehr viel fotografierte, kam ich zum nächsten Schild, mit der Erkenntnis, dass es immer noch 40 Minuten zu gehen sind. Eine weitere halbe Stunde später, am nächsten Wegweiser noch ganze 20 Minuten. Kaum eine halbe Stunde später war ich wieder am Auto, welches 10 Minuten von der Hütte entfernt parkte. Zwischendrin kam noch ein bisschen Stimmung auf, da sich ein Gewitter zusammenbraute und dunkles Grollen von drohendem Unheil kündetet. Gott sei dank zog nur ein kurzer Regenschauer über uns drüber – von Blitz und Donner bin ich dann doch verschont geblieben.

Die angegebenen 3 ½ Stunden für die Runde sind meiner Meinung nach nicht zu schaffen, selbst wenn man keine Pause macht und auch sonst keinen Blick in die überaus grandiose Landschaft verschwendet.

Alles in allem war es zum Schluss eine Sache des Willens. Ich funktionierte den letzten Kilometer nur noch automatisch. Dass ich einen Fuß vor den anderen setzte habe ich gar nicht mehr richtig mitbekommen – ich wollte nur noch zum Auto und mich setzen. Ich habe es letztlich gut geschafft, so dass ich für mich die Erkenntnis mitnahm, dass man doch zu mehr fähig ist, als man sich selbst zutraut.

Für die gesamte Runde war ich, fotografieren und den einen oder anderen Abstecher inbegriffen, 6 Stunden unterwegs. Das Wichtigste aber ist die Erkenntnis, dass ich es wieder machen würde. Das nächste Mal allerdings würde ich zwei mal über den Paternsattel gehen und die Senke auf der Nordseite der drei Zinnen auslassen.

Solltet Ihr auch solche Touren vorhaben, wünsche ich Euch nur das beste Wetter und für die Bilder allzeit gutes Licht.

Werner Kutter

Umrundung der Drei Zinnen (Teil 1)

Ein Arbeitskollege hat mir diesen Floh ins Ohr gesetzt. Ich erzählte vom Wunsch auch mal schöne Berggipfel zu fotografieren, doch auf Grund meiner lädierten Knie würde das ja wohl nichts mehr werden. Darauf hin erfuhr ich davon, dass man mit dem Auto quasi bis an den Fuß der Drei Zinnen fahren kann. 

Schnell war die Sehnsucht geweckt und der brennende Wunsch entstand, einmal diese imposanten Gipfel zu fotografieren. Das war dann auch der eigentliche Hauptgrund für unseren Aufenthalt in Südtirol. Bald hatte ich alle Informationen zusammen. Die Auffährt kostet 30 Euro und ist nur von 7 – 19 Uhr möglich – die Rückfahrt übrigens auch! Der Rundweg dauert angeblich nur 3 ½ Stunden – dazu später mehr.

Der Wetterbericht war seit unserer Ankunft in Niederrasen mein wichtigstes Thema. Ständig überprüfte ich die prognosen für die kommenden Tage. Als sich herausstellte, dass die Wetterbedingungen für Montag nahezu optimal sein würden und vor allem das Gewitterrisiko sehr gering war, packte ich Rucksack und Auto und machte mich nach einem ausgiebigen Frühstück auf den Weg.

Ich fuhr tiefer ins Pustertal hinein Richtung Sexten. Bei Toblach bog ich ab Richtung Cortina dˋAmpezzo um schließlich ins Herz der Dolomiten vorzustoßen. Kurz hinter dem Dürrensee musste ich ein weiteres mal abbiegen, um kurze Zeit später, nach unzähligen Kurven und Kehren im Stau vor der Mautstelle zu stehen. Erste Gelegenheit die Umgebung genauer zu betrachten und die bergkulissen zu genießen. Vorher auf der Fahrt war das ja kaum möglich, zu sehr muss man bei dem kurvigen Straßenverlauf aufpassen. Trotz der langen Schlange geht’s doch relativ schnell voran. Nachdem ich die Gebühr entrichtet habe kann ich auch schon die letzten Kehren in Angriff nehmen. Am Großparkplatz wurde ich durch die Einweiser zu einer freien Lücke geleitet und konnte nach dem Aussteigen erst mal das gewaltige Panorama der Sextener Dolomiten genießen.


Ich entschloss mich gegen den Uhrzeigersinn, also auf der Südseite der Drei Zinnen erst einmal zum Paternsattel zu laufen. Ein paar hundert andere Wanderer waren meiner Meinung und so reihte ich mich ein in die lange Schlange der Umrunder.

Schnell hatte ich die Auronzo Hütte hinter mir gelassen und mich auch an die Höhenluft zwischen 2300 und 2500 m gewöhnt. Immer wieder blieb ich stehen und genoss den Anblick. Auch ohne zu wissen, wie die ganzen Spitzen und Gipfel alle beim Vornamen hießen wollte ich die Eindrücke in mich aufsaugen.
Nach anderthalb Kilometer war auch schon die erste Sehenswürdigkeit der Runde , eine kleine Kapelle als Stätte der Andacht, erreicht. Viele stoppten hier und so nahm auch ich das zum Anlass, erst einmal einen geeigneten Ort für die ersten Bilder zu suchen. Ich hatte ein tolles Panorama gesehen, welches an der Kapelle gemacht wurde – allerdings mit deutlich weniger Menschen als an diesem Montag.

Bald ging ich weiter, ständig mit dem Blick Richtung Süden abschweifend, bis zur Lavaredo Hütte. Da sich bei dem tollen Wetter beinahe jeden Meter neue, atemberaubende Aussichten auftaten hatte ich auf diesen ersten etwas mehr als
2, 5 km gar keinen Gedanken an die Drei Zinnen verschwendet. Von der Südseite aus sehen diese sowieso ganz unbekannt aus, da die markanten Bilder alle von der Nordseite sind.

Nach kurzer Rast und ein paar Panoramaaufnahmen – die ich übrigens vorzugsweise im Hochformat aufnehme um beim Zusammenfügen bessere Ergebnisse zu erzielen – ging es weiter. Es folgte der erste, anstrengende Aufstieg von der Hütte auf den Paternsattel. Und da mir der noch nicht reichte stieg ich gleich noch weiter hoch zum Einstieg in den Klettersteig welcher auf den Paternkofel führt.

Im Bild ganz unten sieht man den Sattel – er ist sogar als Hubchrauberlandeplattform ausgelegt. Ich wollte jedoch nicht auf den Gipfel des Paternkofels sondern in ein Bauwerk mit geschichtlichem Hintergrund. Am Einstieg muss man zuerst durch einen langen, von Hand in den Fels getriebenen Stollen der schon im ersten Weltkrieg beim Stellungskampf in den Alpen errichtet wurde. Immer wieder wurden „Fenster“ in die Felswand geschlagen, um die Umgebung und die Gegner zu beobachten. Mir sollte so ein Fenster als Rahmen für ein Bild der Drei Zinnen dienen.

Da die gesamte Runde noch eine ganze Weile zum Weitererzählen dauert, schiebe ich das auf nächste Woche. Seid gespannt, welche Ansichten ich noch alles entdeckt habe. Bis dahin wünsche ich Euch natürlich, wie immer, allzeit gutes Licht.

Werner Kutter

Gsieser Tal

Der Besuch in diesem Tal war eigentlich ein Unfall. Er war nur der Tatsache geschuldet, dass wir bei der Zufahrt zum Pragser Wildsee zu spät dran waren und nicht mehr durchgelassen wurden. Was heißt zu spät? Wir sind genau um 10.00 Uhr vom Kreisverkehr im Pustertal in die Straße eingebogen. Bis zum entscheidenden Kreisel, an dem der Verkehr sich in Richtung See und Plätzwies aufteilt, waren es höchstens 2 Minuten – zuviel. So musste ein Plan B her, der sich jedoch schnell als Glücksfall entpuppte. Wir hatten das Gsiesertal schon auf dem Schirm, jedoch keine fixe Idee, wann wir dort hin fahren wollten.

Vorbei an schönen Orten, markant aufragenden Kirchen und Bergbauernhöfen schlängelt sich die Straße eingerahmt von waldigen Hängen kilometerweit bis St. Magdalena, ganz am Ende des Tals. Am Ende des Ortes wiederum erwartet uns am letzten Kreisverkehr die Talschlusshütte. Von der Beschreibung her sollte hier die Wanderung starten. Wer sich gut vorbereitet hatte, der weiß, das man hier noch ein paar hundert Meter Laufstrecke sparen kann und noch zu einem weiter hinten im Tal liegenden Parkplatz fahren kann.

Jetzt heißt es endgültig Auto abstellen und die Wanderschuhe schnüren. Denn nun folgen wir zu Fuß den Schildern zur Kradorfer Hütte.

Moderat steigend folgen wir dem gut begehbaren Forstweg. Überall scheint Wasser aus den Hängen zu kommen und es sammelt sich schließlich in einem herrlich erfrischenden Bergbach. Dieser leitet uns mehr oder weniger stetig bis zur Hütte hoch.

An einigen Stellen können wir erst den Hund nicht davon abhalten, sich im Bach zu baden – schließlich bin ich es selbst, der nur noch langsam vorankommt, da ich immer wieder Bilder machen „muss“. Und Langzeitbelichtungen am Wasser brauchen schon mal Zeit. Wenn ich die Belichtungszeit mittels Polfilter und Graufilter in den Bereich mehrerer Sekunden verlängere, geht ohne Stativ nichts mehr. Bis dann die Komposition passt und alles eingerichtet ist, gehen schon ein paar Minuten ins Land. 

Schließlich kamen wir doch noch gut oben an und gönnten uns eine wirklich empfehlenswerte Brotzeit auf der Kradorfer Hütte.

Das Spiegelei waren eigentlich drei, die Bratkartoffel sensationell und der Südtiroler Schinken sagenhaft. Das alles zusammen in einer Pfanne – unschlagbar!

Der Rückweg bergab war dann der reinste Verdauungsspaziergang. Wir wählten die Route neben der Straße, auf dem gut begehbaren Wanderweg vorbei an wiederkäuenden Kühen, Schmetterlingen und Silberdisteln. Hin und wieder kamen wir auch wieder dem Bergbach sehr nahe, was vor allem unseren Hund sehr freute. Jede Erfrischung ist bei der warmen Witterung willkommen. 


Für alle, die mit der Höhe Probleme bekommen könnten, zur Info:
St. Magdalena liegt auf 1400 m Höhe .

Für Bergwanderungen wünsche ich Euch alle, dass das Wetter passt und für die Fotos natürlich allzeit gutes Licht.

Werner Kutter