Reisebericht Naturschutzgebiet Weitsee – Reit im Winkl – Biathlonzentrum Ruhpolding


Weniger bekannt und dementsprechend auch geringer besucht und nicht überlaufen ist das Naturschutzgebiet Weitsee. Es liegt mit den drei Seen Weitsee, Mittersee, Lödensee direkt an der Bundesstraße B 305 zwischen Ruhpolding und Reit im Winkl.

Zahlreiche, kostenpflichtige, Parkplätze laden ein, das Auto abzustellen und die Wanderschuhe zu schnüren. Gut ausgeschilderte Wanderwege lassen das Wanderherz auch in diesem Tal höher schlagen. Fast alle Touren lassen sich als Runde gehen, so dass die Rückkehr zum Auto wirklich abwechslungsreich bleibt, da für Hin- und Rückweg nicht derselbe Weg genommen werden muss.

Wir nahmen uns vor den Lödensee und den Mittersee zu umrunden was ein sehr schöner, leichter Spaziergang werden sollte. Vom Parkplatz aus nahmen wir eine Unterführung, um die Bundesstraße zu queren. Die sicherste Alternative, die man sich vorstellen kann, jedoch stellte sich heraus, dass die Unterführung wohl eher dem Abfluss von Schmelzwasser dienen sollte, als Fußgängern die Querung zu ermöglichen.

Anschließend folgten wir den Wanderwegen und Trampelpfaden und gingen gegen den Uhrzeigersinn um die beiden Seen. Die Gesamtstrecke belief sich auf ca. 5 km – alles sehr flach und übersichtlich.

Die erste Tat an diesem Tag war, unseren Hund baden zu schicken. Nachdem die vorangegangenen beiden Tage verregnet waren hatte sich bei ihr ein kleiner Lagerkoller eingestellt. Umso größer war die Freude jetzt, dass sie  aus dem kühlen Nass apportieren durfte.

Das Vorankommen gestaltete sich dann auch noch aus einem weiteren Grund als ziemlich langwierig: Ich musste immer wieder stehen bleiben und nicht nur die Natur genießen sondern auch sie auf den Chip meiner Kamera bannen. Mal den See und die Berge, mal nur den See, mal nur die Berge oder Pflanzen am Wegesrand – kurz gesagt ich wollte alles fotografieren, was nicht weglaufen konnte.

Im Anschluss besuchten wir noch Reit im Winkl und haben hier eine Runde durch die Ortsmitte gedreht. Am Dorfplatz empfing uns eine Holzskulptur – genannt „Der Schifahrer“. Eine ausgemusterte Gondel eines Sesselliftes lud im Hintergrund zum Verweilen ein.

An den Hausfassaden sahen wir überall wieder tolle Malereien. Ganze Geschichten wurden hier erzählt, so dass der Blick öfter nach oben ging, als nach vorne. In der Vorsaison präsentierte sich der Ort überaus aufgeräumt und ruhig – einzig die Suche nach einer Gelegenheit zum Mittagessen gestaltete sich schwierig, da die allermeisten Lokale erst abends öffneten.

Ebenfalls an der B 305 befindet sich das Bundesleistungszentrum des deutschen Biathlonsports. Die Chiemgau-Arena ist wohl jedem ein Begriff, der den Wintersport am Fernseher verfolgt.

Auch in der schneearmen Zeit kann man die Anlage besichtigen und an einigen Tagen finden sogar Führungen statt. So kann man mit eigenen Augen einmal die Schießstände betrachten, die man sonst ja nur aus den Fernsehübertragungen kennt.

Selbst im Mai waren noch Trainingsgruppen auf Rollskier unterwegs – das Trainingszentrum schläft anscheinend nie.
Vor dem Eingang empfängt uns eine Skulptur zu Ehren des erfolgreichen Biathleten Ricco Groß. Das zu der Anlage auch Skisprungschanzen gehören, war mir neu. Das weitläufige Gelände bot viele Motive, die ich so im TV noch nicht gesehen hatte.

Von der Tribüne aus kann der Schießstand genau überblickt werden und man kann sich die Atmosphäre gut vorstellen, wenn hier einer nach dem anderen seine Schießübungen während des Wettkampfs ausübt.
Alles in allem war es ein mehr als gelungener Tag mit vielen schönen Eindrücken aus den verschiedensten Richtungen. Das Berchtesgadener Land ist doch überaus abwechslungsreich und sehr interessant.

Ich hoffe es war wieder etwas für Euch dabei. Für all Eure Unternehmungen wünsche ich Euch allzeit gutes Licht!

Werner Kutter

Reisebericht Königssee und Malerwinkel


Der Königssee ist ein wahrer Touristenmagnet. Aus aller Herren Länder kommen hier Menschen zusammen, um diesen wirklich schön gelegenen See zu bestaunen. Da für die Elektroboote bei Hunden in diesem Jahr ein Maulkorbzwang eingeführt wurde haben wir uns die Überfahrt zur Kirche St. Barthotlomä und dem Obersee gespart. Sollte sich jemand auf den Weg machen wollen: sehr früh kommen und Nebensaison nutzen! Um in eines der ersten Schiffe zu gelangen muss man früh da sein. Sollte man erst gegen Mittag übersetzen wimmelt es an allen sehenswerten Stellen von Touristen und schöne Bilder sind dann nur noch schwer zu bekommen.
Wenn man in Schönau vom Großparkplatz an der Jenner Bahn die Hauptstraße Richtung Königssee läuft kann man sich auch in der Vorsaison gut vorstellen, was sich hier für eine Menschenmenge Richtung Ufer schlängelt, wenn Hochsaison herrscht. Wir waren froh kein Gedränge und Geschiebe erleben zu müssen und konnten uns so in aller Ruhe die Auslagen der Souveniershops ansehen.

Am Schiffsanleger angekommen haben wir uns nach links gewendet und sind am Ufer hinter den Bootshäusern in den Wald marschiert.

Die Malerwinkelrunde ist klasse ausgeschildert und die angesprochenen Aussichtspunkte bieten einen wirklich schönen Blick über den See.

Die Aussicht vom Malerwinkel selbst über den See bis St. Bartholomä ist die bei Landschaftsmalern beliebteste Ansicht des Königssees. Hier wurde quasi der Standard für die klassischen Königsseebilder gesetzt.
Aber Vorsicht! Nicht schon hier die ganzen Bilder verschießen – es folgt noch ein toller Spot, der einen fast noch schöneren Aus- und Überblick bietet!

Der Weg ist breit und gut befestigt. In leichten Anstiegen windet er sich durch den dichten Wald, so dass die Strecke auch im Sommer gut zu gehen ist, da wirklich viel Schatten herrscht. Nach etwas mehr als dem halben Weg zurück zum Parkplatz hat man den höchsten Punkt erreicht. Von hier kann man noch einen Abstecher zur Rabenwand machen.

Ein wenig Trittsicherheit ist hier schon gefragt, aber der Ausblick ist spektakulär. Man ist einige Meter höher als am Malerwinkel und so ist, gutes Wetter vorausgesetzt, auch die Fernsicht einfach toll.

Dieser Weg ist gut gekennzeichnet jedoch nicht so bequem ausgebaut. Hier muss man mehrfach über Wurzeln und Felsblöcke steigen und deshalb ist hier auch dringend festes Schuhwerk angesagt. Der Abstecher dauert einfach etwa eine halbe Stunde, die Pause am Aussichtspunkt kann man aber umso mehr genießen.

Nachdem man wieder zum Hauptweg zurückgelaufen ist geht es nach kurzem Abstieg aus dem Wald heraus; an der Talstation der Jenner Bahn vorbei zurück zum Parkplatz. Alles in allem ist diese Runde ca. 5 km lang und sollte in 2 – 3 Stunden zu schaffen sein. Immer abhängig von der Zeit, in der man die Aussicht von den jeweiligen Punkten aus genießen möchte. Die Höhendifferenz beträgt ungefähr 190 Meter. Bis auf den Abstecher zur Rabenwand sind es durchwegs sehr gut begehbare und breite Fusswege.

Wer mal in der Gegend ist sollte sich diese Rund auf keinen Fall entgehen lassen. Für all Eure Vorhaben wünsche ich Euch, wie immer, allzeit gutes Licht.

Werner Kutter