Lightroom Vorlagen erstellen

Wer Adobe Lightroom benutzt, wird früher oder später einmal damit anfangen, sich Vorlagen zur Erleichterung der Arbeit anzulegen. Ich möchte in diesem Beitrag ein paar Tipps geben, warum es nützlich ist, mit Vorlagen zu arbeiten und ein paar Tricks zeigen, die Ihr so vielleicht noch gar nicht gelesen habt.

Vorlagen oder sogenannte Presets werden vielfach im Internet angeboten. Ich habe selbst einige davon heruntergeladen, doch wirklich Verwendung finden die fremden Einstellungen bei mir nicht. Egal ob gekauft oder frei verfügbar – oft sind die Einstellungen darin zu spezifisch auf einen Kameratyp festgelegt oder für meinen Geschmack zu heftig. Und schließlich möchte ich ja auch nicht, dass meine Bilder wie die von jemand anderem aussehen, sondern wie die von mir.

Die Verwendung von Vorgaben soll für das jeweilige Bild auch nur einen Startpunkt darstellen, den es dann individuell zu verfeinern gilt. Es gibt fast keine Situation, bei der ein Bild mit nur einem Klick zu Ende entwickelt sein wird.

Am Anfang habe ich lange auch bei jedem Bild immer wieder von vorne die Einstellungen in den einzelnen Beriechen immer wieder aufs neue durchgeführt. Als nächstes habe ich dann die Funktion, Entwicklungen von einem Bild zu weiteren, gleichartigen, zu synchronisieren benutzt und nur noch kleine Feinheiten nachgebessert.
Doch sobald sich die Lichtsituation änderte, musste ich die Grundeinstellungen wieder von neuem durchexerzieren.
Irgendwann kam ich dann von alleine drauf, dass ich bestimmte Einstellungen immer gleich wähle. Schärfen tat ich immer mit nahezu dem gleichen Betrag, nur die Maskierung ändert sich, die Objektivkkorrekturen hatte ich immer aktiviert genau so wie die Entfernung der chromatischen Aberrationen oder auch der im Bild eingebettete Bildstil . Und so kamen mir doch gleich mehr als zwei Hand voll Einstellungen in den Sinn, die ich kaum änderte, egal was ich fotografierte. Diese waren also so zu sagen Kamera- und Objektivgebunden und so speicherte ich diese „Grundentwicklung“ als solche als Vorlage ab.
Was passiert jetzt bzw. wie komme ich zu der Grundentwicklung?
Zunächst werden in den Einstellungen die groben Parameter ausgewählt und eingestellt, welche bei jedem Bild nahezu unverändert übernommen werden können.
Im Einstellugsmenü werden diese Werte gesetzt. z. B. wählte ich bei den Grundeinstellungen den automatischen Weißabgleich, eine Kontrastverstärkung um +10, das geringe Absenken der Lichter und eine ebenfalls geringe Aufhellung der Schatten, Weiß +15 und Schwarz -15 zur weiteren Steigerung des Kontrastes, eine geringe Verstärkung der Klarheit und der Dynamik.
Im Punkt Gradationskurve stelle ich den mittleren Kontrast ein. Bei Details werde ich den Grad der Schärfe definieren und bei den Objektivkorrekturen die Korrektur der Verzerrung und chromatischen Aberration einschalten.
Bei den Effekten gebe ich mit -11 dem Bild eine ganz leichte Vignette und stelle die Dunst Entfernung auf +10.
Da ich am meisten Natur- und Landschaftsbilder erstelle, habe ich zum Schluss bei der Kamerakalibrierung auch das Profil „Landscape“ vorausgewählt und so kann ich den Prozess der Vorlagenerstellung starten.

Rechts oben bei den Vorgaben auf das Plus klicken und schon erscheint das Dialogfeld zur Erstellung einer neuen Vorgabe.
Hier wird ein sinnvoller Name vergeben, der Speicherort ausgewählt und entschieden, welche der möglichen Parameter mit diesen Einstellungen überschrieben werden sollen. Direkt nach dem Akzeptieren durch Klick auf „Erstellen“ ist die Vorgabe in der ausgewählten Liste abrufbar.

Sollen nur einzelne Parameter verändert werden (z. B. nur der Weißabgleich), dann darf auch nur die betroffene Checkbox ausgewählt sein. Hierzu noch ein Tipp, welcher nicht all zu oft zu finden ist:
Bei RAW-Bildern steht im Punkt „Weißabgleich“ bei der Grundeinstellung immer eine ganze Palette mit Auswahlmöglichkeiten, wie z. B. „Tageslicht“, „Schatten“ oder auch „Leuchtstofflampe“ zur Verfügung. Die korrekte Farbwiedergabe ist hier oft mit einem Klick einstellbar. Bei jpg-Bildern gibt es jedoch nur „wie Aufnahme“, „Auto“ und „benutzerdefiniert“. Wer sich jetzt von einem RAW-Bild nur die Weißabgleichseinstellung als Vorgabe abspeichert, kann diese dann auch bei jpgs einsetzen und kommt so oft um ein manuelles Justieren herum.

Wer fremde Vorgaben installieren möchte, der klickt mit der rechten Maustaste auf die entsprechende Überschrift und wählt aus dem Kontextmenü den Punkt „importieren“.
Bei Bedarf kann so auch ein neuer Ordner für die eigenen Vorgaben angelegt werden.
Im Importdialog navigiert man dann zum Speicherort der gewünschten Vorgabe und lässt diese von Lightroom hinzufügen.

Wie gesagt: Das alles sind Ausgangspunkte für die finale Bearbeitung und doch können pro Bild oft Minuten an Bearbeitungszeit eingespart werden. Nach der Urlaubsreise mit zig tausend Bildern kommen so schnell ein, zwei Stunden zusammen, die wieder besser im Fotografieren selbst angelegt sind.

Für die nächsten Bilder, welche dann mit den Presets bearbeitet werden, wünsche ich Euch, wie gewohnt, allzeit gutes Licht!

Werner Kutter

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