Reisebericht Ostfriesland Teil 1

Ostfriesland ist reich an Sehenswürdigkeiten. Der kleinste und der höchste Leuchtturm Deutschlands stehen nur 12 km auseinander. Der schiefste Turm der Welt steht ebenfalls hier und nicht in Italien. Berge von Rhododendren im Schloss Lütetsburg im Mai, die Silhouette einer Kirche im Wald – gewöhnliches und außergewöhnliches reihen sich hier in nächster Nähe aneinander; man muss nur noch die Reihenfolge festlegen und los geht’s. 

Fangen wir im Westen an und arbeiten uns ostwärts voran. An spannenden Orten zum Entdecken, Entspannen und Fotografieren mangelt es sicher nicht.

Emden beherbergt gleich zu Beginn jede Menge interessanter Motive – und ich meine jetzt nicht nur den Ottifanten, der sich mit seinem Kopf durch die Wand aus dem Otto – Huus schleichen will.

Gleich gegenüber ist der schöne Hafen an dem man sich den historisch anmutenden Schiffen nähern kann. Backsteinromatik, wohin das Auge schaut. In der Pelzerstrasse 12 beispielsweise wurde die alte Fassade schön restauriert. Im Inneren ist ein Café, in dem Menschen mit Handicap arbeiten.  So hilft ein Besuch und die Einkehr auch noch einem guten Zweck. Und der Ostfiesentee ist wirklich sehr gut!
Fototechnisch ist bei Architekturbildern hauptsächlich darauf zu achten, dass das Objektiv nicht zu stark nach oben gerichtet wird. Wenn im Weitwinkelbereich hier übertrieben wird, dann entstehen die unschönen „stürzenden Linien“ – eigentlich aufrecht stehende Häuser und Türme sehen dann so aus als würden sie nach hinten stürzen.

14 km weiter westlich ist der Knock – der nordwestliche Zipfel Deutschlands. Hier kann man über den Dollart quasi nach Holland spucken. Der alte Fritz steht am Ufer und wacht darüber, dass der Konsum von Tee und Kaffee nicht überhand nimmt.
Hier kann es sehr schöne Sonnenuntergänge geben, welche im Zusammenspiel mit den vorhandenen Figuren und Gebäuden alles bieten werden, was ein Bild braucht: Vordergrund, die Bildmite und der Sonnenuntergang im Hintergrund. 

Der Kirchturm in Suurhuusen, 6 km nördlich von Emden, welcher eine Schräglage von 5,19 Grad aufweist ist der wirklich schiefste auf Erden. Ganz egal, was die Italiener immer behaupten, der berühmte Turm in Pisa hat nur 3,97! Das alles und der höchste deutsche Leuchtturm in Campen (für meinen Geschmack ein hässlicher Stahlturm ohne „Seele“) ist im Umland von Emden zu finden.

Der kleinste Leuchtturm Deutschlands ist wahrscheinlich auch gleichzeitig der bekannteste. Otto Waalkes hat ihn in seinen Kino–Film „Otto der Ausserfriesische“ 1989 eingebaut und ihm so zu Weltruhm verholfen. Der Pilsumer Leuchtturm ist lediglich 15 mt hoch und somit der kleinste aller Leuchttürme hierzulande. Das für die Schifffahrt wichtige Leuchtfeuer befindet sich gar nur auf 11 Metern. Zu beachten gilt hier, wie an fast allen Deichabschnitten, dass das Mitführen von Hunden wg. der Schafhaltung strengstens verboten ist.

Nur wenige Kilometer entfernt liegt Greetsiel. Ein malerischer Ort mit seinen engen Gassen und kleinen Grachten. Am Ortsrand gleich gegenüber dem Parkplatz begrüßen einen die Zwillings-Windmühlen – das Wahrzeichen von Greetsiel.

Der Ortskern ist autofrei und so ist dem gemütlichen Flanieren nichts im Weg. Zahllose Lokale und Gaststätten laden zum Genießen und Verweilen ein. Nirgends schmecken Fisch und Krabben so gut, wie hier – direkt an der Küste.
Schön ist es hier vor allem in der endlos erscheinenden Abenddämmerung bis zur blauen Stunde. Herrliche Pflasterstraßen und beleuchtete Gebäude geben einen tollen Rahmen für stimmungsvolle Bilder.

Immer wieder interessant ist auch der Ausblick aufs Meer. Von fas allen Stellen an der Küste ist immer mindestens eine der vorgelagerten ostfriesischen Inseln zu sehen.  Von Borkum ganz im Westen vor Holland bis Wangerooge ganz im Osten – immer hat man „Land in Sicht“.

Das nächste Mal führt  uns unsere Rundfahrt von Norden/Norddeich bis nach Harlesiel – und einmal gehen wir dabei sogar noch hoch hinaus! In diesem Sinne wünsche ich Euch bis nächste Woche alles gute und für die Fotos allzeit gutes Licht.

Werner Kutter

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.