Reisebericht Harz: Die Teufelsmauer bei Thale

Spricht man einen Harzer auf die Teufelsmauer an, so kann es durchaus passieren, dass man zunächst nach Blankenburg geschickt wird. Hier gibt es nämlich eine offizielle Wanderroute mit dem Namen „teuflischer Wanderspass„. Den Bildern auf der Webseite der Tourismusinfo von Blankenburg  ist aber zu entnehmen, dass die beschriebenen bizarren Felsformationen, verwitterten Gesteine und markanten Klippen relativ stark mit Bäumen eingewachsen sind. Immer wieder durchbrechen die Steinformationen zwischen Blankenburg und Thale das ansonsten eher landwirtschaftlich geprägte Harzvorland.

Mein Ziel war eher der Abschnitt der Mauer bei Thale – genauer gesagt Weddersleben. Hier war aus Google Maps bei der Recherche ersichtlich, dass die Steine relativ frei in der Landschaft stehen und ich mir so für den geplanten Sonnenuntergang interessante Hintergründe für die Bilder erhoffte. Leider spielte mir das Wetter nicht in die Karten – die Sonne zeigte sich überhaupt nicht, so dass mir nichts übrig blieb, als den Himmel dramatisch in Szene zu setzen.

Die Sage um die Teufelsmauer handelt davon, dass zwischen dem Teufel und Gott eine  Wette lief, bei der Gott dem Teufel das Land als Gewinn versprach, welches der Teufel binnen einer Nacht mit einer Mauers umgeben konnte.

Zwischen Weddersleben und Warnstedt reihen sich auf einer Länge von zwei Kilometern der Königsstein, die Mittelsteine und die Papensteine aneinander.  Um deren Abbau zu verhindern wurden die Felsirppen bereits 1833 und 1852 unter Schutz gestellt. Der Abschnitt bei Weddersleben ist außerdem seit 1935 als Naturschutzgebiet gesichert und zählt damit zu den ältesten Naturschutzgebieten Deutschlands.

Gut beschildert und exzellent ausgebaute Wege und Absperrungen erleichtern es einem, die Gegend zu erkunden. Man kommt sich zwischen all den unwirklich erscheinenden Formen schon ein bisschen ausserirdisch vor. Durch die Lage eignen sich sowohl der Sonnenauf- als auch der Sonnenuntergang für schöne, farbenprächtige Aufnahmen der Felsen im Widerschein des Lichts. Über die bekannten Hilfsmittel für Fotografen lassen sich bequem die optimalen Zeiten für diese Art Bilder übers Jahr bestimmen (z. B. PhotoPills oder Sun Surveyor). Was fehlt ist dann nur noch das passende Wetter – so, wie bei mir…

Ich wünsche Euch für Eure Vorhaben wie immer gutes Gelingen und allzeit gutes Licht!

Werner Kutter

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