Ein Besuch in der Völklinger Hütte

Das Saarland ist nicht gerade arm an Sehenswürdigkeiten, jedoch eines sticht ganz klar hervor und wird meiner Meinung nach viel zu selten erwähnt: Die UNESCO-Weltkulturerbe-Stätte Völklinger Hütte. Die Völklinger Hütte wurde 1873 gegründet und war Mittelpunkt der Roheisenerzeugung im saarländischen Völklingen. 1986 stillgelegt erhob die UNESCO  das Eisenwerk als Industriedenkmal in den Rang eines Weltkulturerbes der Menschheit.

Mein „Geheimtipp“ gleich zu Anfang: Wer das Freiluftmuseum zum ersten Mal besucht, sich einen Überblick verschaffen oder nur mal ein paar coole Bilder schießen will, dem sei der Dienstagnachmittag ans Herz gelegt. Da ist ab 15.00 Uhr freier Eintritt! Bis 18.00 Uhr hat man dann 3 Stunden Zeit und kommt da ganz schön rum. Bei meinen bisherigen zwei Besuchen hat mir dieses Zeitfenster jedes Mal vollauf gereicht.

Das ganze Gelände ist über einen markierten Rundgang zu erkunden.  Die Bereiche sind reichlich mit Schautafeln bestückt, so dass neben den Motiven noch einiges an Informationen mitgenommen werden kann.
Da große Teile der Anlage auch Indoor liegen, ist man relativ unabhängig vom Wetter. Detailaufnahmen sind genau so möglich, wie auch großflächige Aufnahmen ganzer Förderbandanlagen.
Lost-Places-Charakter hat das Gelände ebenfalls. Viele noch nicht ausgeschlachtete Elektroanlagen zogen mich in ihren Bann (ich bin halt nun mal ausgebildeter Elektromeister).
Im Bereich der Hochofengruppe kann man über einige Treppen und Stiegen bis zur Aussichtsplattform in über 40 Metern Höhe aufsteigen. Von dort aus bietet sich ein toller Überblick über das ganze Gelände und die Stadt.
Aus heutiger Sicht gar nicht auszudenken, was das in damaliger Zeit für ein Gestank und Lärm gewesen sein muss, neben dem die Menschen ihre Arbeit zu verrichten hatten.
Teils skurrile Warnschilder zeugen von den Anfängen des Arbeitsschutzes im beginnenden Industriezeitalter.
Imposant sind vor allem in der sog. Gebläsehalle die riesigen Gasmaschinen welche den Wind für die Hochöfen erzeugten.
In der Gebläsehalle, sowie in Teilen des übrigen Geländes werden jährlich wechselnde Ausstellungen präsentiert. Im Jahr 2015 waren Schädel ausgestellt, letztes Jahr war unter dem Thema Buddha u. a. eine sehenswerte Bilderasstellung des großen Fotografen Steve McCurry zu sehen.
Ob im innern
oder außen
die Motive scheinen nicht aus zu gehen. Oft lohnt sich auch mal ein kurzer Blick auf den Boden, wo Rost und Wasser einen interessanten Rahmen für Spiegelungen bilden können.

Zur Ausrüstung: Empfehlenswert ist auf jeden Fall ein Stativ. Im Innenbereich ist es unverzichtbar – die Chance das Bild zu verwackeln ist hier einfach zu groß. Ein Zoomobjektiv von 17 – 70 mm, wie ich es verwende ist allemal ausreichen. Einen Blitz würde ich persönlich jetzt nicht mitschleppen, da das vorhandene Licht für eine schöne Stimmung auf den Fotos sorgt. Von reinen Architektur- bis hin zu Lost-Places-Bildern ist hier alles möglich.
Wie gesagt: Der kostenlose Dienstag Nachmittag reicht, um sich einen ersten Eindruck zu verschaffen. Das Gelände bietet zweifelsfrei so viel Potenzial, um mehrere Tage zu füllen. Nähere Auskünfte über die aktuellen Ausstellungen, die Öffnungszeiten und Eintrittspreise findet Ihr unter
www.voelklinger-huette.org

Wer mal in der Gegend ist, sollte sich das alles nicht entgehen lassen. Lasst Euch treiben, inspirieren und habt Vertrauen! Es ist fast nicht möglich hier schlechte Bilder zu machen.
Im Innenbereich ist ein Stativ zwingend erforderlich, welches jedoch problemlos aufgestellt werden darf.
Für Fotografen wird eine extra Erklärung ausgehändigt, mit der man bestätigt, keine kommerzielle Nutzung der Bilder anzustreben. Ansonsten habe ich bei meinen Besuchen keine Einschränkungen erlebt.

Für den Besuch, aber auch für die sonstigen Unternehmungen im kommenden Sommer wünsche ich Euch, wie gewohnt, allzeit gutes Licht!

Werner Kutter

 

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