Tipps und Tricks für die Urlaubs- und Reisefotografie – Teil 2


Was gehört noch alles in den Kamerarucksack? Mit welchen Hilfsmitteln kann ich welche Ergebenisse erzielen? Auch Kleinigkeiten können im Ernstfall wertvolle Dienste erweisen. Aber nicht vergessen – nicht allein die Ausrüstung macht das Bild – derjenigen, der Auslöser drückt ist dafür allein verantwortlich.

Nachdem letzte Woche die schweren, großen Dinge (Stativ und Objektive) das Thema waren, wenden wir uns heute dem etwas leichteren Zubehör zu:

3. Filter
Gerade in der Landschaftsfotografie sind 3 Typen von Filter einfach unverzichtbar:
Polarisationsfilter, kurz Polfilter
ND-Filter und
Verlaufsfilter

Der Polfilter (zirkularer Polarisationsfilter) ist im Zusammenhang mit Wasser oder Glas sehr hilfreich. Durch drehen am Filter verschieben sich die beiden Scheiben gegeneinander und beieinflussen so die Durchlässigkeit oder Absorption des einfallenden Lichts. Es wird nicht mehr das gesamte Spektrum zum Objektiv gelassen. Dadurch können verschiedene Effekte erzielt werden. So werden z. B. Spiegelungen in Scheiben oder von Wasser reduziert, so dass unter der Wasseroberfläche befindliche Steine plötzlich sichtbar werden oder durch Glas hindurchfotografiert werden kann.
Ein weiterer positiver Effekt in der Landschaftsfotografie ist die Verstärkung einzelner Farben. So können beispielsweise tiefblaue Himmel oder vollständig gesättigtes Grün in der Natur abgelichtet werden.
…wenn man den Dreh raus hat. Also immer vorsichtig drehen und daran denken, dass auch die Richtung des einfallenden Lichts ein Rolle spielt. Für die volle Wirkung sollte die Sonne im 90 Grad Winkel zum Filter stehen – also seitlich auf die Kamera treffen.

Den Neutraldichtefilter (ND-Filter) erhält man in verschiedenen Stärken, sprich Verdunkelungsstufen. So lassen sich die Belichtungszeiten beinahe beliebig verlängern.  Die Filter sind verschieden stark „geschwärzt“, so dass nur noch ein Teil des Lichts auf den Sensor trifft. Dieser Mangel wird dadurch ausgeglichen, dass die Belichtungszeit entsprechend verlängert wird.
Warum sollte ich dies wünschen? Ich möchte doch scharfe Bilder, also mölgichst kurze Verschlusszeiten. Das bringt uns gleich wieder zu Tipp 1: Beim Einsatz der Filter unbedingt auch mit Stativ oder stabiler Unterlage arbeiten. Die eine Methode der sog. Langzeitbelichtung dient dazu Menschen aus den Bildern verschwinden zu lassen. Wenn die Belichtungszeit lange genug wird (im Bereich mehrerer Minuten) dann werden nur noch diese Bereiche im Bild aufgezeichnet, die lange genug still gehalten haben. Sich bewegende Menschen sind nicht lange genug an Ort und Stelle, um abgelichtet zu werden. Die andere Anwendungsart, welche für mich am meisten zum Einsatz kommt, ist die Weichzeichnung von Wasser. Wie alles im Berich der Fotografie ist hier sehr stark der persönliche Geschmack ausschlaggebend, ob das einem erforderlich erscheint oder nicht.

Der Verlaufsfilter gleicht zu starke Hell/Dunkel-Passagen im Bild aus. So kann ein dunkler Vordergrund mit einem strahlenden Himmel gemeinsam in einer Aufnahme abgelichtet werden. Wenn der Himmel zu hell ist und die Belichtung darauf ausgelegt wird, wir alles andere unterbelichtet aufgenommen. Wird die Belichtung an den dunklen Bereichen ausgerichtet, dann wird im Himmel nicht mal mehr das Blau erkennbar sein. Man sagt dann, dass die Lichter ausgefressen sind. Der Verlaufsfilter wird dann so eingesetzt, dass der dunklere Teil der Scheibe den Himmel abdunkelt, so dass eine Belichtung auf die dunkleren Teile des Bildes keine Nachteile mehr mit sich bringt. Der Himmel behält Struktur und in den dunklen Bereiche sind gleichzeitig Details erkennbar.

4. Sinvolles und Nützliches Kleinzubehör

Bei längeren Einsätzen, Wanderungen, Fotowalks etc. ist es grundsätzlich empfehlenswert mindestens einen Ersatzakku dabei zu haben. Viele no-name-Produkte gibt es auf dem Markt, jedoch seit dem ich in Andalusien mit so einem Billig-Akku einmal eingegangen bin, kommen mir nur noch die Original-Akkus in den Rucksack. Sie sind zwar etwas teurer, mehr als einen habe ich jedoch ehrlich gesagt noch nie gebraucht. Noch ein Tipp am Rande: in der kalten Jahreszeit die Akkus immer schön warm halten. Lieber in der Hosentasche, nahe am Körper, als dass sie im Rucksack oder der Kameratasche zu sehr auskühlen. Kalte Akkus verlieren schnell ihre maximale Kapazität und sind so schneller leer.

Bei längeren Urlaubsaufenthalten empfielt es sich außerdem auch zusätzliche Speicherkarten mit zu nehmen. Ich bin hier kein Freund der Datenmengen-Monster mit über 64 GB. Ich habe generell mehrere Karten dabei, wobei diese alle nicht größer sind als 16 GB.
Warum nur die kleinen? Erstens sind diese günstiger in der Anschaffung, aber was für mich der Hauptgrund ist, ist der drohende Datenverlust. Jetzt nicht falsch verstehen – die große Karten verlieren nicht automatisch Daten. Nur wenn eine Karte einen Defekt aufweisen sollte, ist der Verlust bei einer 128 GB-Karte immens.
Auf eine 16 GB Karte bekomme ich auch über 300 Bilder. Da komme ich dann aus dem Urlaub lieber mit 4 vollen Karten heim, hätte jedoch maximal einen Verlust von rund 300 Bildern verkraften müssen. Wenn eine große Karte am Ende der Reise den Geist aufgeben sollte sind u. U. alle Bilder einer mehrwöchigen Reise unbrauchbar.


Zu guter letzt noch ein gut gemeinter Hinweis zur Objektivpflege. Ein kleiner Pinsel fürs Grobe und ein Mikrofasertuch um eventuelle Wasserspritzer zu entfernen gehören auch immer in die Tasche. Nichts ist ärgerlicher als ein Bild von schönsten Sonnenuntergang des Lebens mit lauter Flecken auf dem Objektiv.
Dabei das Objektiv zuerst mit dem Pinsel von Sandkörnern und Staub befreien, damit diese mit dem Tuch das Glas nicht verkratzen.

5. gute Vorbereitung
Das zuverlässigste Mittel für gute Fotos ist die gute Vorbereitung der Foto tour. Mit Vorbereitung meine ich nicht nur die passende Kleidung für alle Eventualitäten einzupacken, sondern sich vorher schlau machen über die Umgebung die zu erwartenden Wetterbedingungen. Nichts ist ärgerlicher als eine Stunde zu einem schönen Leuchtturm zu fahren, um vor Ort fest zu stellen das Ebbe herrscht und kein Wasser weit und breit in Sicht ist. Das Internet bietet uns Fotografen so viele tolle Möglichkeiten sich über das Wetter und die Örtlichkeiten schon von zu Hause  aus zu informieren. So viele Enttäuschungen und Fehlfahrten lassen sich vermeiden, wenn die Info rechtzeitig eingeholt wird.
Um hier auch gut gerüstet zu sein, werde ich Euch nächste Woche einige nützliche Apps rund um die Fotografie vorstellen.

Da bleibt mir jetzt nur noch Euch allen einen schönen Urlaub zu wünschen und hoffentlich bessere Fotos als das letzte Jahr. In diesem Sinne: Allzeit gutes Licht!

Werner Kutter

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