Langzeitbelichtung in der Klamm…

Ich war zum fotografieren bereits zwei mal in der Breitachklamm. Sie ist ein Einschnitt der Breitach in den Nagelfluh südwestlich von Oberstdorf in den Allgäuer Alpen. Die Breitach ist der Zusammenfluss verschiedener Bergbäche aus dem Kleinwalsertal. Auf dem Weg nach Norden hat sie nach der letzten Eiszeit auf über zwei Kilometern eine bis zu 150 mt tiefe Schluch ins Gestein gewaschen – die Breitachklamm. Sie ist die tiefste Schlucht Mitteleuropas. Nach deren Durchfluss wird nur ein Kilometer nördlich von Oberstdorf aus der Breitach und der Trettach die Iller.

Obwohl die Klamm zu jeder Jahreszeit ihren Reiz hat ist es gerade der Winter, welcher mich immer wieder zum wandern und fotografieren in ihr einlädt. Grundsätzlich ist die Klamm ganzjährig geöffnet. Gerade in der Übergangs- und Winterzeit empfiehlt es sich tagesaktuelle Infos unter

https://www.breitachklamm.com

ein zu holen. Besonders während der Schneeschmelze und bei starkem Schneefall kann es durchaus sein, dass die Klamm geschlossen bleibt.

Die Klamm ist mit festem Schuhwerk gut begehbar. Auf gut geschotterten Wegen und perfekt gepflegten Stegen kann man den grandiosen Anblick der Schaffenskraft von Wasser und Zeit genießen. Für die Fotografie ist es natürlich am bequemsten, wenn man die Aufnahmen „aus der Hand“ macht. Zur Aufstellung eines Stativs ist der Weg stellenweise sehr eng. An einigen Passagen  ist es durchaus möglich, das Stativ aufzustellen und sich an Langzeitbelichtungen zu machen.

Im Sommer bietet die Klamm einen kühlen Zufluchtsort vor der immer wieder auftretenden Hitze. Die Temperaturen sind dann immer noch angenehm, da der Hauptabschnitt der Klamm so tief liegt, dass die Sonne nur wenige Minuten bis ganz nach unten durchkommt.

Dafür ist es im Winter dann schon sehr empfindlich kalt – das kalte Wasser tut dann noch sein übriges. Nichts desto trotz ist im Winter die Zeit, in der die Natur die imposantesten Kapriolen darbietet. Meter hohe Eisskulpturen schmücken den sonst so nackten Fels und lassen einen das ein ums andere Mal in ungläubiges Staunen verfallen.
In den Weihnachtsferien werden stimmungsvolle Fackelwanderungen angeboten. Hier bekommt man für einen kleinen Aufpreis an der Kasse eine Fackel und kann in ihrem Schein die Begehung in der Dunkelheit durchführen.
Zusammenfassend darf nochmal gesagt werden, dass die Breitachklamm zu jeder Jahreszeit ein lohnendes Ausflugsziel ist. Zahlreiche Wanderwege, welche auch die Klamm beinhalen, lassen uns einen abwechslungsreichen Tag erleben. Die angrenzende Bergregion der Allgäuer Alpen und nicht zuletzt Oberstdorf und das Kleinwalsertal bieten zudem noch viele Möglichkeiten um hier z. B. seinen Urlaub zu verbringen.
In diesem Sinne wünsche ich Euch Hals- und Beinbruch bei Euren Unternehmungen in der Allgäuer Bergwelt und für die Fotografie natürlich wie immer allzeit gutes Licht!

Werner Kutter

 

 

Nützliche Apps für Fotografen


Die letzten beiden Wochen haben wir über die Hardware zum besseren Urlaubsfoto gesprochen. Doch es gibt auch Software welche hilfreich sein kann – insbesondere beim letzten Punkt der vorigen Woche, der Vorbereitung.
Beinahe jeder nennt heute ein Smartphone sein Eigen. Für diese gibt es zahllose mehr oder weniger sinnvolle Programme, sog. Apps, für Fotografen.
Das Beste ist, dass einige sogar kostenlos zu erhalten sind.

ND-Filter-Rechner:

 

 

 

 

 

Diese App berechnet ausgehend von der Belichtungszeit ohne Filter,  die Zeit, welche man einstellen muss, wenn man einen ND-Filter benutzt. So kann die Kamera im manuellen Modus perfekt auf den verwendeten Filter eingestellt werden.
Zuerst lässt man die Kamera die aktuelle Belichtungszeit ohne Filter errechnen. Diese Zeit wählt man in der App aus und gibt vor, wie stark der eingesetzte ND-Filter abdunkelt. Automatisch berechnet die App die erforderliche Zeit, um wieder zum gleichen Belichtungsergebnis zu kommen. Im manuellen Modus an der Kamera könnt Ihr jetzt die Blenden-Zeit-Kombination einstellen und das Foto schießen und werdet ein korrekt belichtetes Bild erhalten.

DOF-Calculator:


Mit diesem Rechner könnt Ihr berechnen lassen wie groß der Schärfentiefebereich jeweils ist, wenn eine bestimmte Kombination aus Brennweite und Blende gewählt wird.
Dies wird benötigt, wenn der Bereich, der im Foto scharf sein soll bestimmte Grenzen haben soll.
Mit wenigen Klicks ist der Kameratyp berstimmt – die Sensorgröße hat ebenfalls Einfluss auf den Bereich, welcher scharf abgebildet wird.
Anschließend nur noch die Brennweite einstellen und jeweils für die benutzte Blendenöffnung die Schärfentiefe berechnen lassen. So kann man auch mit diesem Bereich „spielen“ und abschätzen, ab wann das komplette Bild vom Vordergrund bis in den Hintergrund scharf sein wird.

Photo Tools:

Diese App ist eine Sammlung mehrerer Tools und Berechnungsprogramme allerdings auf Englisch. Die beiden vorgenannten Rechner sind hier u. a. ebenfalls integriert sowie noch zahlreiche weitere Utilities, wie z. B. ein Timer oder der Farbkreis. Es können ebenso Checklisten angelegt oder Notizen gespeichert, wie auch die Hyperfokaldistanz berechnet werden. Eine sehr umfangreiche Sammlung, welche ich nie vollständig genutzt habe. Wer sich an den englischen Bezeichnungen für die Fototechnik nicht stört, findet hier wirklich alles, was man berechnen oder notieren kann.

Sun Surveyor:

Diese App kostet ca.  5 € hilft aber ungemein viel bei der Planung von Sonnenverlauf, Mondphasen und der Sichtbarkeit des Milchstraßenzentrums. Ich habe die App lange genutzt, da Photopills nur für Apple-Geräte verfügbar war und bin immer gut damit gefahren.
Als Vorabinfo ist bei der Planung schon sehr hilfreich zu wissen, ob z. B. das Zentrum der Milchstraße überhaupt sichtbar sein wird.
Die Zeiten von Sonnenauf- und -untergang müssen jetzt auch nicht mehr mühsam im Internet recherchiert werden. Jetzt hat man die komplette Datenbank in der Hosentasche. Wichtig in diesem Zusammenhang ist auch die Tatsache, dass die Zeiten immer aktualisiert zum jeweiligen Standort passen und dieser sich für Planungen überallhin verschieben lässt.

Photopills:

Die Mutter aller Sonne-Mond-und-Sternen-Programmen. Nicht wenige Fotografen haben sich nur wegen der App ein I-Phone zuglegt – die App ist bis vor kurzem ausschließlich für die Apple-Produkte erhältlich gewesen.
Es handelt sich hierbei um einen Mix aus sun surveyor und photo tools. Die wichtigsten Eigenschaften beider Programme wurden hier vereint, kostet allerdings mit ca. 10 € auch am meisten und ist erst kurz auch für Android verfügbar.
Hier ist alles übersichtlich abrufbar, was mit der Fotografie und unseren wichtigsten Sternen und Planeten zu tun hat.
Genaue Termine der Mondphasen, schöne Darstellung der goldenen und blauen Stunde (die Hauptzeiten für Landschaftsfotografen) und einfache Planung für alle Milchstraßenfotografen – hier wurde an fast alles gedacht. Zusätzlich noch die wichtigsten Berechnungstools aus den vorstehenden Apps – rundum eine gelungene Sammlung für Hobbyfotografen und auch Profis.

Google Maps:
Zu Google Maps muss ich wahrscheinlich nicht viel sagen. Googles Kartendienst kann inzwischen auch Wanderwege und -routen berechnen, anzeigen und navigieren. Wenn man in der Umgebung fremd ist ein unverzichtbarer Helfer um den richtigen Weg zu finden. Und seitdem die Navigation zu Fuß auch gut funktioniert kann man das Programm auch auf dem Weg zum Fotospot gut gebrauchen.

Eine Wetter-App:
Hier gibt es viele Anbieter die übers Jahr gesehen die selben guten oder schlechten Wetteraussichten ankündigen wie die Anderen auch. Länger als 2 Tage im Voraus sollte man mit allen Wettervorhersagen nicht gehen.
Für manche Unternehmungen ist es nun einmal unverzichtbar einigermaßen zu wissen, was das Wetter macht. Für die kommende Nacht und den darauf folgenden Tag sind die Prognosen bei allen Anbietern recht brauchbar, so dass man schon ziemlich genau abschätzen kann, ob es sich lohnt die Rucksäcke zu packen und los zu ziehen.

Lightroom Mobile:
Dies ist ein Zusatzprogramm von Adobe Lightroom, welches nur im Zusammenhang mit dem Abo von Adobe genutzt werden kann. Am interessantesten für mich ist, dass im Programm eine Kamera integriert ist, welche ebenfalls im RAW-Modus Fotos abspeichert. So ist der Informationsumfang vom Handy-Bild ebenfalls größer und die Bearbeitung kann intensiver durchgeführt werden.
Ansonsten ist es ein Bildbearbeitungsprogramm welches viele Funktionalitäten vom echten Lightroom beinhaltet. Für kurze Anpassungen unterwegs – bevor man die Bilder in den sozialen Medien teilt – ist es sehr gut geeignet. Man sieht gleich, ob das Bild potential zu mehr hat, oder nicht.

Da man es auch hier, wie mit vielem Anderen auch, schnell übertreiben kann belasse ich es jetzt mal mit diesen Programmen. Mehr wird der Hobbyfotograf in der Regel nicht brauchen. Für die ein oder andere Unternehmung wünsche ich Euch deshalb schon mal im Voraus allzeit gutes Licht!

Werner Kutter

Tipps und Tricks für die Urlaubs- und Reisefotografie – Teil 2


Was gehört noch alles in den Kamerarucksack? Mit welchen Hilfsmitteln kann ich welche Ergebenisse erzielen? Auch Kleinigkeiten können im Ernstfall wertvolle Dienste erweisen. Aber nicht vergessen – nicht allein die Ausrüstung macht das Bild – derjenigen, der Auslöser drückt ist dafür allein verantwortlich.

Nachdem letzte Woche die schweren, großen Dinge (Stativ und Objektive) das Thema waren, wenden wir uns heute dem etwas leichteren Zubehör zu:

3. Filter
Gerade in der Landschaftsfotografie sind 3 Typen von Filter einfach unverzichtbar:
Polarisationsfilter, kurz Polfilter
ND-Filter und
Verlaufsfilter

Der Polfilter (zirkularer Polarisationsfilter) ist im Zusammenhang mit Wasser oder Glas sehr hilfreich. Durch drehen am Filter verschieben sich die beiden Scheiben gegeneinander und beieinflussen so die Durchlässigkeit oder Absorption des einfallenden Lichts. Es wird nicht mehr das gesamte Spektrum zum Objektiv gelassen. Dadurch können verschiedene Effekte erzielt werden. So werden z. B. Spiegelungen in Scheiben oder von Wasser reduziert, so dass unter der Wasseroberfläche befindliche Steine plötzlich sichtbar werden oder durch Glas hindurchfotografiert werden kann.
Ein weiterer positiver Effekt in der Landschaftsfotografie ist die Verstärkung einzelner Farben. So können beispielsweise tiefblaue Himmel oder vollständig gesättigtes Grün in der Natur abgelichtet werden.
…wenn man den Dreh raus hat. Also immer vorsichtig drehen und daran denken, dass auch die Richtung des einfallenden Lichts ein Rolle spielt. Für die volle Wirkung sollte die Sonne im 90 Grad Winkel zum Filter stehen – also seitlich auf die Kamera treffen.

Den Neutraldichtefilter (ND-Filter) erhält man in verschiedenen Stärken, sprich Verdunkelungsstufen. So lassen sich die Belichtungszeiten beinahe beliebig verlängern.  Die Filter sind verschieden stark „geschwärzt“, so dass nur noch ein Teil des Lichts auf den Sensor trifft. Dieser Mangel wird dadurch ausgeglichen, dass die Belichtungszeit entsprechend verlängert wird.
Warum sollte ich dies wünschen? Ich möchte doch scharfe Bilder, also mölgichst kurze Verschlusszeiten. Das bringt uns gleich wieder zu Tipp 1: Beim Einsatz der Filter unbedingt auch mit Stativ oder stabiler Unterlage arbeiten. Die eine Methode der sog. Langzeitbelichtung dient dazu Menschen aus den Bildern verschwinden zu lassen. Wenn die Belichtungszeit lange genug wird (im Bereich mehrerer Minuten) dann werden nur noch diese Bereiche im Bild aufgezeichnet, die lange genug still gehalten haben. Sich bewegende Menschen sind nicht lange genug an Ort und Stelle, um abgelichtet zu werden. Die andere Anwendungsart, welche für mich am meisten zum Einsatz kommt, ist die Weichzeichnung von Wasser. Wie alles im Berich der Fotografie ist hier sehr stark der persönliche Geschmack ausschlaggebend, ob das einem erforderlich erscheint oder nicht.

Der Verlaufsfilter gleicht zu starke Hell/Dunkel-Passagen im Bild aus. So kann ein dunkler Vordergrund mit einem strahlenden Himmel gemeinsam in einer Aufnahme abgelichtet werden. Wenn der Himmel zu hell ist und die Belichtung darauf ausgelegt wird, wir alles andere unterbelichtet aufgenommen. Wird die Belichtung an den dunklen Bereichen ausgerichtet, dann wird im Himmel nicht mal mehr das Blau erkennbar sein. Man sagt dann, dass die Lichter ausgefressen sind. Der Verlaufsfilter wird dann so eingesetzt, dass der dunklere Teil der Scheibe den Himmel abdunkelt, so dass eine Belichtung auf die dunkleren Teile des Bildes keine Nachteile mehr mit sich bringt. Der Himmel behält Struktur und in den dunklen Bereiche sind gleichzeitig Details erkennbar.

4. Sinvolles und Nützliches Kleinzubehör

Bei längeren Einsätzen, Wanderungen, Fotowalks etc. ist es grundsätzlich empfehlenswert mindestens einen Ersatzakku dabei zu haben. Viele no-name-Produkte gibt es auf dem Markt, jedoch seit dem ich in Andalusien mit so einem Billig-Akku einmal eingegangen bin, kommen mir nur noch die Original-Akkus in den Rucksack. Sie sind zwar etwas teurer, mehr als einen habe ich jedoch ehrlich gesagt noch nie gebraucht. Noch ein Tipp am Rande: in der kalten Jahreszeit die Akkus immer schön warm halten. Lieber in der Hosentasche, nahe am Körper, als dass sie im Rucksack oder der Kameratasche zu sehr auskühlen. Kalte Akkus verlieren schnell ihre maximale Kapazität und sind so schneller leer.

Bei längeren Urlaubsaufenthalten empfielt es sich außerdem auch zusätzliche Speicherkarten mit zu nehmen. Ich bin hier kein Freund der Datenmengen-Monster mit über 64 GB. Ich habe generell mehrere Karten dabei, wobei diese alle nicht größer sind als 16 GB.
Warum nur die kleinen? Erstens sind diese günstiger in der Anschaffung, aber was für mich der Hauptgrund ist, ist der drohende Datenverlust. Jetzt nicht falsch verstehen – die große Karten verlieren nicht automatisch Daten. Nur wenn eine Karte einen Defekt aufweisen sollte, ist der Verlust bei einer 128 GB-Karte immens.
Auf eine 16 GB Karte bekomme ich auch über 300 Bilder. Da komme ich dann aus dem Urlaub lieber mit 4 vollen Karten heim, hätte jedoch maximal einen Verlust von rund 300 Bildern verkraften müssen. Wenn eine große Karte am Ende der Reise den Geist aufgeben sollte sind u. U. alle Bilder einer mehrwöchigen Reise unbrauchbar.


Zu guter letzt noch ein gut gemeinter Hinweis zur Objektivpflege. Ein kleiner Pinsel fürs Grobe und ein Mikrofasertuch um eventuelle Wasserspritzer zu entfernen gehören auch immer in die Tasche. Nichts ist ärgerlicher als ein Bild von schönsten Sonnenuntergang des Lebens mit lauter Flecken auf dem Objektiv.
Dabei das Objektiv zuerst mit dem Pinsel von Sandkörnern und Staub befreien, damit diese mit dem Tuch das Glas nicht verkratzen.

5. gute Vorbereitung
Das zuverlässigste Mittel für gute Fotos ist die gute Vorbereitung der Foto tour. Mit Vorbereitung meine ich nicht nur die passende Kleidung für alle Eventualitäten einzupacken, sondern sich vorher schlau machen über die Umgebung die zu erwartenden Wetterbedingungen. Nichts ist ärgerlicher als eine Stunde zu einem schönen Leuchtturm zu fahren, um vor Ort fest zu stellen das Ebbe herrscht und kein Wasser weit und breit in Sicht ist. Das Internet bietet uns Fotografen so viele tolle Möglichkeiten sich über das Wetter und die Örtlichkeiten schon von zu Hause  aus zu informieren. So viele Enttäuschungen und Fehlfahrten lassen sich vermeiden, wenn die Info rechtzeitig eingeholt wird.
Um hier auch gut gerüstet zu sein, werde ich Euch nächste Woche einige nützliche Apps rund um die Fotografie vorstellen.

Da bleibt mir jetzt nur noch Euch allen einen schönen Urlaub zu wünschen und hoffentlich bessere Fotos als das letzte Jahr. In diesem Sinne: Allzeit gutes Licht!

Werner Kutter

Tipps und Tricks für die Urlaubs- und Reisefotografie – Teil 1


Rechtzeitig zur Hauptreisezeit möchte ich Euch ein paar Anregungen geben, damit die nächsten Urlaubsbilder garantiert der Hammer werden.
Schluss mit Knipsen!
Jetzt wird fotografiert!
Und zwar ernsthaft!
Das das trotzdem Spaß macht möchte ich nicht unerwähnt lassen. Wenn ihr den Daheimgebliebenen Eure Bilder zeigt, werden die vor Neid erblassen. Deshalb habe ich Tipps zusammengestellt, die mit Sicherheit bessere Bilder als Ergebnis zur Folge haben werden.
Bei den folgenden Tipps kommt es natürlich immer auf die persönlichen Bedürfnisse an. Einen Kamerarucksack hat denke ich jeder, der mit mehr als einer Kamera und einer Linse in Urlaub fährt und bedarf keiner zusätzlichen Erwähnung. Keiner muss alles, was ich beschreibe unbedingt haben – man kann auch mit weniger Ausrüstung losziehen…

Tipp 1: Nie mehr ohne Stativ!
Ich habe mein Stativ jahrelang mit in den Urlaub genommen und dann im Kofferraum liegen lassen und seltenst benutzt. Heute muss ich leider sagen, dass dies der größte Fehler war, den ich je gemacht habe und nur der eigenen Faulheit geschuldet ist.
Überwindet den inneren Schweinehund und nehmt das Stativ mit – und zwar mit an den Ort, an dem ihr tolle Bilder machen wollt. Jeder, der ernsthaft bessere Bilder machen möchte sollte als erstes in ein stabiles Stativ investieren. Die Bilder werden ganz einfach viel schärfer, als aus der Hand geschossen, und das nicht erst bei Langzeitbelichtungen!
Hier ein Bild aus der Hand. Mit allem, was die Kamera an Bildstabilisierung her gibt; in der Vergrößerung fehlt trotzdem der letzte Tick an schärfe:
Der selbe Ausschnitt – diesmal auf einem Stativ, ohne Stabilisator im Objektiv, dafür mit Spiegelvorauslösung:

Wie die beiden Bilder anschaulich zeigen ist für die bestmögliche Schärfe immer ein Stativ notwendig. Bilder aus der Hand werden akzeptabel scharf und reichen für Hin-und-Mit-Schnappschüsse aus. Wer qualitativ mehr will kommt am Stativ nicht vorbei.

Bei der Auswahl des Stativ gibt es 2 Kategorien: leichte, aber teure und günstige aber schwerere Stative. Und bitte hier nicht am falschen Fleck sparen. So um die 100 € müssen für Qualitätsstative als Minimum angesetzt werden.
Wer Gewicht sparen und ein bisschen mehr Geld investieren möchte, dem würde ich als Einsteigermodell das Rollei C5i Carbon – Stativ mit 3D Kugelkopf, drehbarer Mittelsäule, integrierten Spikes, rutschfestem Schaumstoffgriff, Umbau zum Einbeinstativ möglich – Schwarz (Affiliate-Link) empfehlen. Es ist relativ frisch auf dem Markt und hat vom Start weg gute Kritiken erhalten.
Ich selbst bin mit dem Vanguard Alta+ 263AGH Aluminiumstativ (2 Auszüge, Belastbarkeit bis 5kg, max. Höhe 164 cm) mit Pistolengriff GH-100 (Affiliate-Link) sehr zufrieden. Für meine Zwecke taugt es und mit dem Gewicht habe ich keine Probleme so dass ich mir bisher noch kein Carbon-Modell angeschafft habe.
Idealerweise ergänzt dann noch ein Fernauslöser für die Kamera die Bemühungen ein möglichst scharfes Bild zu schießen.

Tipp 2: Die richtige Objektivwahl
Es ist wichtiger ein gutes Objektiv an einer einfachen Kamera zu haben, als umgekehrt. Mit der teuersten Kamera werden keine super klaren Bilder entstehen, wenn das Objektiv keine hohe Güte hat.
In der Landschaftsfotografie führt kein Weg an einem Weitwinkelobjektiv vorbei. Ich benutze an meiner EOS 70D von Canon ein Objektiv von Sigma:
Sigma 10-20 mm F4,0-5,6 EX DC HSM-Objektiv (77 mm Filtergewinde) für Canon Objektivbajonett(Affiliate-Link)

Für den Alltag – als sog. „Immerdrauf“ Objektiv – würde ich von den Zoomobjektiven eher zu einem 18 – 50 mm mit durchgehneder Blende von 2,8 tendieren, als einen größeren Zoombereich mit kleineren Blendenöffnungen. Bei ungünstigen Lichtverhältinissen ist man schnell froh über die große Blendenöffnung mit einem 2,8-er Objektiv. Empfehlen würde ich das Sigma 17-50 mm F2,8 EX DC OS HSM-Objektiv (77 mm Filtergewinde) für Canon Objektivbajonett(Affiliate-Link). Aktuell verwende ich das Sigma 17-70 mm f2,8-4,0 Objektiv (DC, Makro, OS, HSM, 72 mm Filtergewinde) für Canon Objektivbajonett(Affiliate-Link).

Reisezoomobjektive sind sehr beliebt da man z. B. mit dem Tamron 16 – 300 vom Weitwinkel bis in den Telebereich alles abdeckt. Ich persönliche benutze keines der Ultra-Zoom-Objektive, da mir die Nachteile beim Einsatz dieser Universal-Optiken zu schwerwiegend erscheinen.
Sollte sich im Urlaub auch die Gelegenheit bieten um wildlebende Tiere zu fotografieren, dann würde ich ein Telezoom im Bereich zwischen 70 und 300 mm benutzen (z. B. Sigma 70-300 mm F4,0-5,6 DG OS stabilisiertes Objektiv (62 mm Filtergewinde)für Canon Objektivbajonett)(Affiliate-Link). Zusätzlich bietet sich auch noch die Möglichkeit eines Konverters um den Brennweitenbereich noch zu verlängern (z. B. Kenko KE-KHD20C Teleplus HD DGX Konverter 2,0-fach für Canon EF/EF-S)(Affiliate-Link) . Auch hier muss allerdings abgewogen werden, ob die entstehenden Nachteile hinsichtlich der Bildqualität akzeptabel sind.

Nächste Woche geht’s weiter in der Rubrik „ich packe meinen Koffer“ und weitere Tipps warten da auf Euch. Bis dahin wünsche ich viel Spaß bei den Urlaubsplanungen und allzeit gutes Licht!

Werner Kutter