U-Bahn-Fotografie: Die Bahnhöfe Teil 2


Im zweiten Teil unserer Reise durch den Münchener Untergrund befassen wir uns mit den Stationen Mangfallplatz, Marienplatz, Moosacher-St.-Martins-Platz, Moosach und Münchner Freiheit.

5. Mangfallplatz

Die natürlich belassenen Wände werden durch ein kräftiges rot der Leitstreifenschilder kontrastiert, auch in den Leuchtrohren der Lampenbänder findet es sich wieder. Die Lampen strahlen an einen an der Decke montierten Aluminiumschirm, der das Licht indirekt auf den gesamten Bahnsteig verteilt und dadurch die gesamte Bahnsteighalle hell erstrahlen lässt.

An der nördlichen Außenwand bringt ein großformatiges blaues Kunstwerk ferner einen weiteren Farbakzent in den Bahnhof. Die dort angedeuteten Wassermotive knüpfen an die Herkunft des Münchner Trinkwassers an, das zu großen Teilen aus dem Mangfalltal stammt und über lange Rohrleitungen nach München geleitet wird.

Da die einfahrenden Züge hier aus einer Kurve in die Station kommen lassen sich spannende Lichtspurbilder an der Einfahrt anfertigen. Abstrakt, natürlich oder HDR-Style – erlaubt ist, was gefällt.

6. Marienplatz
Der Bahnhof erschließt den wichtigsten Teil der Altstadt und der Fußgängerzone mit ihren Geschäften und zahlreichen touristischen Attraktionen wie Frauenkirche, Neuem Rathaus (direkt über dem U-Bahnhof) oder Viktualienmarkt.

Endlos erscheinende Lichtbänder umrahmt von orangen Gängen – solche oder ähnliche Bilder hat wohl jeder schon einmal gesehen. Da sich der U-Bahnhof über mehrere, übereinanderliegende Ebenen erstreckt ist hier fast immer viel Betrieb.

Die, meines Wissen nach, längste Rolltreppe der Stadt steht nie still. Trotzdem gibt es in den Verbindungsgängen immer wieder mal Momente in denen alles Menschenleer erscheint. Hier ist der perfekte Ort, um sich in Geduld zu üben und die Fotografie zur Entschleunigung zu nutzen.

7. Moosacher St. Martins Platz

Der Moosacher St. Martins Platz ist eher etwas unbekannt. Gleichwohl ist er fotografisch interessant – präsentiert er doch an seinen Wänden ca. 76.200 Bilder aus dem gesamten Stadtteil Moosach.
Die Bilder sind dabei in chronologischer Reihenfolge angebracht, weswegen sich zum einen eine jahreszeitliche bedingte Farbabfolge ergibt und zum anderen der Jahreszyklus anhand der abgebildeten Natur betrachtet werden kann. Im oberen Wandbereich sind champagnerfarbene gewellte Bleche angebracht, die bis zur Sichtbetondecke nach oben reichen.

8. Moosach

Für mich als „alten“ Memminger war es natürlich schön, ein Schild mit heimatlichem Bezug zu finden. Und das mitten in München!

Der hundertste Bahnhof der Münchner U-Bahn  ist säulenlos, teilweise fällt Tageslicht durch die Oberlichter.
In Moosach werden Elemente der Moosacher Natur gezeigt, die  in stark vergrößerten Abbildungen an weißen Wandpaneelen an den Hintergleiswänden angebracht sind.
Es scheint fast so, als ob ein Fotograf mit Makroobjektiv für die Gestaltung zuständig war.

9. Münchner Freiheit
An der Münchner Freiheit ist blau die Farbe aller Säulen, die Wänder sind in neutralem hellgrau gehalten, die Decken ebenso.

Das Ergebnis wertet den U-Bahnhof sichtbar auf: Gelbe Wände, blau illuminierte Säulen und Spiegel als Deckenverkleidung sorgen für ein attraktives Erscheinungsbild, das auf Helligkeit, Transparenz und Lebendigkeit abzielt.
Hier lässt sich auch gut das Leben und Treiben der Münchner festhalten. z. B. mit längerer Belichtungszeit verwischte Personen erzeugen und so die Emsigkeit, ja die Hektik der Großstadt darstellen. Als Umsteigebahnhof ist hier auch am Sonntag das Passagieraufkommen höher als in den übrigen Bahnhöfen, so dass die Gegebenheiten hier zum Experimentieren einladen.

Nächste Woche geht die Mini-Serie mit den letzten vier Stationen vorerst zu Ende.
Ihr dürft gespannt sein, auf das, was Euch zum Abschluss noch alles erwartet – bis dahin wünsche ich Euch allzeit gutes Licht!

Werner Kutter

Hinweis:
Die Beschreibungen der Stationen sind zum großen Teil aus den Internetseiten von https://www.u-bahn-muenchen.de/ entnommen.

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