U-Bahn-Fotografie: Die Bahnhöfe Teil 1


Im ersten Teil unserer Reise durch den Münchener Untergrund entführe ich Euch in die Stationen Am Hart, Candidplatz, Georg-Brauchle-Ring und Hasenbergl.
Diese vier Bahnhöfe, die unterschiedlicher nicht sein könnten, zeigen eindrucksvoll die Möglichkeiten, die sich uns auftun können, wenn man nur einmal hin sieht.
Oft wurde ich während des Fotografierens angesprochen, was ich denn genau mache, was so interessant sei, um hier in der U-Bahn Bilder zu machen – nun, ich denke, die Ergebnisse sprechen für sich.

Farben und Formen, Architektur und Technik – faszinierende Welten lauern im Verborgenen auf den, der sie sehen will…

1. Am Hart

Der Bahnsteig zeigt uns eine imposante Deckenkonstruktion aus weißen Aluminiumtafeln, die das Licht der beiden Lichtbänder aufnehmen und auf den Bahnsteig zurückstrahlen. Wie ein Vogelflügel wird der Bahnsteig auf der gesamten Länge davon überspannt.
Hier bietet sich natürlich an, aus der Mitte heraus die Symmetrie der Anlage zu betonen.
Mit vergleichsweise geringem Aufwand wurde der Bahnhof sehr ansprechend gestaltet, dazu bedarf es gar nicht besonders vieler Farben. Rot, blau und weiß sind die Farben des Bahnhofes, das durchdachte Lichtkonzept und die interessante Deckenform zusammen machen aus einem von der Grundform her an sich langweiligen Bauwerk einen reizvollen Bahnhof.

2. Candidplatz
Der gesamte Bahnsteigbereich, also Wände, Säulen und Decken, ist in einem regenbogenartigen Farbverlauf bemalt. Am Nordende beginnt es mit violett und geht über rot, gelb und grün bis dunkelblau am südlichen Bahnsteigsende.Die Mittelstützen sind mit mattiertem Glas verkleidet, um eine Verschmutzung der Säulen selbst zu verhindern und die Farbflächen zu gliedern. Die ungewöhnliche Deckenform ist bedingt durch einen darüber verlaufenden Abwasserhauptkanal. Prinzipiell wäre sie zwar nur auf einer Seite nötig gewesen, wurde aber aus Symmetriegründen auf beiden Seiten gleich gestaltet.Leider waren bei meinem letzten Besuch im Februar teilweise große Farbablösungen an den Wänden zu sehen. Richtig tolle Bilder, welche den Farbverlauf über die ganze Länge zeigen, sind derzeit nicht möglich.

 

3. Georg-Brauchle-Ring

Hier ist das Spiel der Farben auf großen, sich abwechselnden rechteckigen Platten dominant. Unterbrochen durch einzelne Bilder aus der Umgebung und dem Rest der Welt  kommt man sich vor, als stünde man mitten in einem riesigen Farben-Puzzle. Schön ist außerdem, das dieser Bahnhof mit seiner Höhe von 7,50 mt komplett ohne störende Säule auskommt und so schöne Totalen möglich sind.

Die sichtbare Bauwerkshöhe ist im Vergleich zu früheren Bahnhöfen unüblich, da dort häufig abgehängte Decken eingebaut wurden. Am Georg-Brauchle-Ring wurde hingegen eine spiegelnde Decke aus poliertem Edelstahl angebracht, die den Bahnhof optisch nochmals höher wirken lässt.

4. Hasenbergl

In einem Stadtteil, welcher begründet in der Vergangenheit  nicht gerade den besten Ruf genießt, wird nicht gerade ein kleines Schmuckstück der modernen Architektur erwartet.

Die säulenlose Bahnteighalle ist mit hellgrauem Granitboden ausgelegt, der im mittleren Bereich von vier Reihen dunklerer Dreiecke aufgelockert wird. Der Boden strahlt damit eine gewisse Dynamik aus. Die Hintergleiswände bestehen aus großen Glasplatten, die mit Glasflies aus Glasfasern hinterlegt sind und damit einen Teil des Lichts reflektieren. In der Mitte des Bahnsteigs ist diese Glasfront auf beiden Bahnsteigseiten von einer großen Spiegelfläche unterbrochen. Mittendurch geht das rote Linienband, das ebenfalls aus Glasflächen besteht.

Nächste Woche geht es mit fünf Stationen weiter.
Seid gespannt, was noch alles kommen wird – bis dahin wünsche ich Euch allzeit gutes Licht!

 Werner Kutter

Hinweis:
Die Beschreibungen der Stationen sind zum großen Teil aus den Internetseiten von https://www.u-bahn-muenchen.de/ entnommen.

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