Anfängerfehler Teil 2


Weiter geht’s und keine Angst, es tut nicht weh – ich habe das alles am eigenen Leib erfahren und fotografiere heute immer noch!

3. zuviel Theorie

Ich war lange Zeit der irrigen Meinung, ich müsste nur noch das nächste Buch oder die neueste Zeitschrift lesen, um besser zu werden.
Das stimmt definitiv nicht!
Du wirst nicht besser nur durch mehr lesen oder mehr Videos sondern allein durch mehr Fotos! Vergeude also nicht zuviel Zeit zu Hause beim Lesen. Gehe raus und fotografiere!
Bitte nicht falsch verstehen – grundlegende Informationen braucht jeder.
Das Kamerahandbuch z. B. sollte man sich schon einmal durchgeschaut haben, um einen Überblick über die Menüs und Knöpfe an seinem Apparat zu erhalten. Besser noch, man besorgt sich ein Kamera-Buch, geschrieben von einem Fotografen. Der erklärt die trockene Materie anhand von Praxisbeispielen und ist meist besser, als die eingedeutschten Beschreibungen der Hersteller. Auch wichtig sind die Grundlagen der Bildgestaltung und Fototechniken. Vieles davon wird im Laufe der Zeit hier Thema werden. Am besten dabei bleiben und an jedem Samstag gespannt sein, was das nächste Kapitel bringt!

Dein zukünftiges Motto sollte sein:
Das Fotografieren selbst lernt man jedoch am Besten durch das Fotografieren.
So einfach ist das.

Ich gönne mir beispielsweise mindestens einmal im Jahr einen Workshop – und wenn es auch „nur“ ein VHS-Kurs ist – egal! Du bekommst neuen Input – neue Ideen – lernst neue Leute kennen und siehst was und wie andere fotografieren. Man sieht andere Perspektiven und Bildausschnitte. Vor allem aber konzentriert man sich auf die eine Sache: Fotos machen. Und gerade bei der örtlichen VHS kostet es nicht die Welt und bringt jede Menge Spaß. Wenn man dann das erste Mal mit richtig guten Bildern heim kommt – das motiviert ungemein!
Wie für alles im Leben gilt auch bei der Fotografie: man lernt nie aus! Und für Aus- und Weiterbildung ist es nie zu spät und für dieses Hobby ist man auch nie zu alt.

Heute im Zeitalter der digitalen  Kameras kostet die „Lehrzeit“ nicht mehr viel Geld und Zeit. Man muss nicht mehr eine Woche warten, bis der Film voll und entwickelt ist, um zu sehen, dass dreiviertel der Bilder Ausschuss sind. Es ist ein unglaublicher Vorteil, gleich nach den Aufnahmen das Ergebnis am PC zu sehen und seine Lehren daraus zu ziehen. Es macht nichts mehr aus, wenn eine Blume oder ein Baum hundert mal aus den verschiedensten Positionen fotografiert wird – man muss es ja keinem zeigen. Es zählt nur das eine Bild – das Bild welches scharf, richtig belichtet und gut komponiert ist.
Dieses Bild wird stolz gezeigt!

4. Die Wahl der Perspektive

Wie schon einmal erwähnt ist die Wahl des Aufnahmestandpunktes oft von entscheidender Bedeutung. Die gewöhnliche Ansicht auf Augenhöhe ist oft wenig spannend, da wir tagtäglich so unterwegs sind. Es tritt schon ein gewisser „Gewöhnungseffekt“ ein.
Warum nicht mal auf den Boden legen? Oder auf eine Bank oder Treppe steigen? Natürlich dürfen wir hier keine unnötigen Risiken eingehen und z. B. in den Bergen die befestigten Wege verlassen, um ungesichert irgend welche Felsen zu besteigen. Aber neue, nicht alltägliche Sichtweisen überraschen uns immer wieder und machen die Bilder gleich viel interessanter.

Ich hätte das Gebäude auch ganz normal aufnehmen können, doch so habe ich mehrere Gestaltungskomponenten genutzt. Die Schiene am rechten Bildrand zieht den Blick als Führungslinie geradezu ins Bild hinein und gibt dem Foto mehr Tiefe. O.k., das Bild an sich ist jetzt nicht der Brüller, jedoch demonstriert es für mich ganz ansehnlich, dass mit dem Wechsel in die Froschperspektive oft auch Hilfslinien gefunden werden können, welche das Bild plastischer erscheinen lassen.
Wir dürfen nie vergessen, dass das Fotografieren eine dreidimensionale Szene auf ein zweidimensionales Medium zusammenstaucht. Um tiefgängige Bilder entstehen zu lassen, sind solche Hilfsmittel unabdingbar.

Also öfter mal auf den Boden schmeißen und dann abdrücken. In diesem Sinne wünsche ich Euch einen trockenen Untergrund und allzeit gutes Licht!

Werner Kutter

 

Fehler, die (fast) jeder zu Anfang macht…


…ich übrigens auch!

Gerade in der Anfangszeit ist es eher Knipserei als Fotografie. Aber es ist gut so. Vieles kann man erst lernen, wenn man mal die Fehler gemacht und erkannt hat. Fehler machen ist also gut – wenn man auch aus ihnen lernt. Immer noch besser zu fotografieren und Fehler machen, als Equipment kaufen und dann nichts unternehmen.

Einige der häufigsten Fehler habe ich mir aufgeschrieben und auch die Hilfe dazu, möglichst daraus zu lernen und sie zukünftig zu vermeiden. Hier im ersten Teil habe ich zwei Dinge aufgeführt, die jeder mit der Zeit bemerken wird. Einiges muss man jedoch erst mal gesagt bekommen, um sie überhaupt als Fehler wahr zu nehmen. So ging es mir lange Zeit mit dem Ersten:

  1. schiefer Horizont

    In meiner Anfangsphase habe ich das wirklich nicht als störend wahr genommen. Erst als man mich immer wieder darauf hinwies hat sich mein Blick dafür geändert  Wenn ich heute bei Instagram oder 500px durch die Bilder scrolle stechen mir diese Bilder regelrecht ins Auge – ich glaube ich bin mittlerweile allergisch dagegen.
    Jeder, der irgendwann mal als Fotograf ernst genommen werden will sollte unbedingt auf dieses Detail achten. Man kann den schönsten Sonnenuntergang am Meer einfangen – wenn das Wasser aus dem Bild auszulaufen droht, wird keiner dem Bild ein „like“ da lassen. Sobald die Horizontlinie im Bild zu sehen ist, sollte sie gerade sein. An besten gleich beim Fotografieren darauf achten, denn später bei der Bildbearbeitung kann sich durch die Beschneidung beim gerade richten die gesamte Bildwirkung ins Negative verändern.
    Am einfachsten also eine kleine Wasserwaage auf den Blitzschuh stecken, die Libelle im Stativ nutzen, um dieses gerade auszurichten, die Gitternetzlinien im Live-View-Modus einblenden lassen oder, sofern vorhanden, die Wasserwaage der Kamera nutzen und nie wieder schiefe Bilder machen.

    Glaub mir, irgendwann kommt der Tag an dem Du beginnst Dich furchtbar über schiefe Horizonte zu ärgern und ja, auch Hobbyfotografen nehmen ihre Bilder ernst.
  2. zu wenig Zeit nehmen
    Genz lange Zeit habe ich geglaubt, dass die Profis ein Motiv sehen, die Kamera aufbauen, abdrücken und fertig. Maximal 2-3 Aufnahme, dann ist die Szene im Kasten war meine Annahme.
    Falsch gedacht!
    Fotografie hat viel mit Geduld und ausprobieren zu tun. Selbst der Profi macht manchmal über hundert Bilder, bis das eine dabei ist, das er verkaufen kann. Oft kommt er an mehrerenTagen nacheinander zu ein und derselben Stelle, bis alles so passt, wie er es sich vorstellt.
    Ich habe bei mir fest gestellt, dass ich zweierlei Arten von Fotos mache.
    Einmal die, wenn ich beim Wandern bin und im Vorbeigehen ein paar Schnappschüsse mache. Das sind dann auch wirklich Schnappschüsse. Gute Bilder auf die Art zu machen ist reine Glückssache. Oft ist da dann zu wenig Zeit, um mehr zu probieren, andere Aufnahmewinkel zu testen und einfach mehr Möglichkeiten auszuschöpfen. Und zu Hause ärgere ich mich dann, weil ich feststelle, dass vielleicht nur ein halber Meter weiter zur Seite das Bild viel besser ausgesehen hätte.

    Scott Kelby (amerikanischer Fotograf und Photoshop-Guru) sagte in einem Onlinekurs: „You have to work the Scene.“ – Du musst die Situation bearbeiten. So lange, bis das bestmögliche Ergebnis, sprich Bild, heraus kommt.
    Das bringt mich zur zweiten Art Fotos:
    Wenn ich nicht zum Wandern sondern zum Fotografieren gehe. Ich bereite mich dann auf die Bilder vor. Ich schaue mir an, wo interessante Motive lauern, wann der beste Sonnenstand ist – Infos die sich jeder leicht im Internet beschaffen kann. Wenige Minuten (vielleicht mal eine halbe Stunde) Vorbereitung werden sich im Endergebnis auf jeden Fall auszahlen.
    Und dann vor Ort: Zeit lassen – aufs Fotografieren konzentrieren -die gesamte Szenerie aufarbeiten.
    Auch mal einen Schritt zur Seite gehen, irgendwo draufsteigen, auf den Boden legen – nicht immer nur auf Augenhöhe fotografieren sondern ungewöhnliche Perspektiven suchen und verwenden.

    Ich mache selbstverständlich noch diese typischen „Kamera-hoch-und-abdrücken-Schnappschüsse“. Die gehören auch immer noch dazu – aber das richtige Fotografieren wird trotzdem immer mehr… In diesem Sinne wünsche ich Dir für heute und die Zukunft allzeit gutes Licht!
    Werner Kutter

Neuer Foto-Blog


Wieso noch ein Foto-Blog?

Gute Frage!

Ich habe mich in den letzten beiden Jahren  so viel weiter entwickelt, dass ich das Bedürfnis entwickelt habe, diese Erfahrungen zu teilen. Bestimmt gibt es noch viele, die an der selben Schwelle stehen, wie ich vor kurzem  und froh sind, Hilfe zu finden. Viele Dinge rund um die Kamera erscheinen kompliziert, sind in Wahrheit jedoch ganz simpel, wenn man es einfach erklärt bekommt.

Ich bin kein Profi. Ich nenne mich auch nicht Fotograf. Trotzdem fotografiere ich leidenschaftlich gerne und bin froh, so weit gekommen zu sein, wie ich heute bin. Doch die Reise ist noch nicht zu Ende. Ich lerne ständig dazu und ich möchte Dich mitnehmen auf den weiteren Weg in die große Welt der Fotografie.

Ich habe keine Profiausrüstung und werde auch nicht über Hightech – Studioblitze usw. schreiben. Bei mir geht es darum mit einfachen und günstigen Mitteln zum bestmöglichen Erfolg zu kommen.

Ich fotografiere mit einer Canon EOS 70 D. Hier geht es aber auch nicht um die ewige Frage,  welche Marke besser ist, weil es darauf auch keine allgemein richtige Antwort gibt und es auch keine Rolle spielt, ob mit Nikon, Sony oder sonst was fotografiert wird. Man kann mit allen Kameras,  die man heute käuflich erwerben kann sehr gute Bilder machen. Denn nicht das Material macht das Bild,  sondern der Typ, der den Auslöser betätigt.

Ich möchte hier Ideen geben, interessante Sachverhalte einfach erklären, auch mal ein nützliches Buch besprechen, Trends aufzeigen aber auch mal gegen den Trend gehen – einfach über mein Hobby plaudern.

Ich stelle mir außerdem auch vor, interessante Spots für tolle Fotos mit Euch zu teilen und ein klein wenig Anleitungen für bessere Bilder geben.

In diesem Sinne wünsche ich Dir allzeit gutes Licht!

Werner Kutter

Portfolio
Facebook
500px
Instagram

TopBlogs.de das Original - Blogverzeichnis | Blog Top Liste